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Autor Thema: Positive Erfahrungen nach OP gesucht  (Gelesen 20254 mal)

Offline Sternschnuppe16

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Positive Erfahrungen nach OP gesucht
« am: 13. September 2016, 12:49:19 »
Hallo ihr lieben,

Ich habe in den letzten 6 Wochen öfters mal still in diesem Forum gelesen und habe mich nun beschlossen mich anzumelden in der Hoffnung, dass mich Rückmeldungen auf meinen Eintrag aufbauen.

Zu meiner Vorgeschichte:
Ich bin 26 Jahre alt und vor erst 8 Wochen das erste mal Mama geworden. Circa 2 Wochen nach der Entbindung, hatte ich am frühen Morgen nach dem Stillen meinen ersten epileptischen Anfall. Ich glaube die Form, die ich hatte, nennt sich großer Anfall. Es fing mit einer unkontrollieren Zuckung im rechten Bein an. Da ich merkte, dass ich keine Kontrolle hatte, schaffte ich es rechtzeitig in den wenigen Sekunden meinen Mann zu rufen. In dem Moment, wo er sich zu mir drehte, verdrehte sich mein gesamter Körper, wie ein Kaugummi, das man zusammendrückt. Zu Bewusstsein kam ich erst, als der Rettungsdienst im Schlafzimmer stand.
Es folgten EEG und MRT..Im MRT stellte man dann fest, dass ich einen circa 5cm großes Meningeom habe, welches auf das Bewegungszentrum drückt und links liegt - daher die Zuckung im rechten Bein. Die erste Woche ging ich mit der Diagnose wie mit einer Krebsdiagnose um, habe viel geweint.
Da alle um mich herum optimistisch gestimmt sind, wurde ich sehr gut aufgebaut.

Es folgt noch in diesem Monat eine Entfernung des Meningeoms.
Jetzt suche ich nach positiven Erfahrungen, die mich noch mehr aufbauen (bitte nur positive, da ich mich schnell verunsichert lasse. Mir ist klar, dass jede OP Risiken hat. Sowas wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit könnt ihr mir jedoch gerne äußern  :)).

Fragen 2 bis 4 beziehen sich vor allem auf epileptischeine Anfälle.. Würde mich freuen über Antworten auf Eine oder Alle meine Fragen.

1. Wie schnell ward ihr nach der Meningeom-OP wieder fit? Wenn Kopfschmerzen, wie lange hielten die an? Gibt es Personen unter euch, die garkeine schmerzen hatten nach der OP? Gibt es Erfahrungen, die so gut sind, dass es nicht einmal Wasseransammlungen danach gab?

2. Gibt es unter euch auch Personen, die vor der OP epileptische Anfälle hatten und danach garkeine mehr?

3.Der Neurochirurg meinte, dass es auch zu epileptischen Anfällen nach der op kommen kann, da das Gehirn dann erstmal gereizt ist, wie ein Zahn nach einer Zahnbehandlung. Gibt es welche unter euch, die keine Anfälle nach der OP hatten?

4. Nach so einem krampfanfall habe ich circa 4 Wochen schrecklicheine Schmerzen im gesamten Rücken. Ich kann mich überhaupt nicht aufrichten und laufe nur mit Buckel, mit den Armen an den Oberschenkeln abgestützt. Kann nicht tief einatmen und mich alleine anziehen und die arme nicht nach oben und nicht zurück Seite heben. Hat jemand genau das gleiche nach einem Anfall. Wie behandelt ihr euren Rücken dann damit er schneller wieder fit ist?

Ich würde mich über positive Berichte freuen. Vllt finden sich sogar welche unter euch, die den Menigeom auch mit Druck auf das Bewegungszentrum hatten und gute Erfahrungen zu teilen haben? :)

LG Sternschnuppe
« Letzte Änderung: 14. September 2016, 11:00:44 von Sternschnuppe16 »

Offline krimi

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Antw:Positive Erfahrungen nach OP gesucht
« Antwort #1 am: 14. September 2016, 00:10:12 »
Liebe Sternschnuppe,

ich möchte dich hier begrüßen. Zuerst: Herzlichen Glückwunsch zu deinem kleinen Schatz.
Alles ist bei dir noch so frisch.
Die Freude über die Geburt des Babys, aber auch der Schock eines epileptischen Anfalls und die Diagnose „Meningeom“. Und OP.

Du hast viele Fragen, die ich voll verstehe. Doch leider werden wir dir nicht nur positive Antworten zu allen Fragen geben können.

Ich wurde ebenfalls an einem Meningeom linksseitig operiert,  es saß zwischen Motorik und Sprachzentrum. Meine ersten epileptischen Anfälle, Grand Mal (GM), hatte ich vor dem Fund des Meningeom. Sowie eben auch Probleme in der Motorik meines rechten Fußes und der rechten Hand.
Meine GM waren meist nicht mit Krampfen verbunden. Und wenn, dann fühlte es sich danach eher wie ein heftiger Muskelkater an.
Nach der OP hatte ich noch weitere Anfälle. Ein paar Tage nach der OP hatte ich noch in der Klinik einen Speech Arrest, ich konnte nicht sprechen. Und später hatte ich meist nur fokale Anfälle. Mittlerweile bin ich mit Medikamenten gut eingestellt und bin damit zufrieden.

Direkt nach der OP hatte ich zum Glück keine Schmerzen. Es ging mir echt gut.

Ich kann dir nur sagen, erwarte nicht zu viel von dir nach solch einer schweren OP. Gib dir Zeit fit zu werden. Dein Kopf wird dir die Grenzen aufzeigen und das Beste ist dann auch wirklich sich die erforderlichen Ruhephasen zu gönnen. Du hast noch einen Säugling der dich braucht und darum ist es wichtig, dass du auf deinen Körper hörst. Eine OP am Gehirn ist schließlich kein Spaziergang. Und ein Meningeom in der Größe wie du es hattest ist schon eine Ansage.
Gib deinem Gehirn Zeit sich zu erholen. Es wurde ja schon erheblich bedrängt und verdrängt.

Welchen WHO-Grad hatte dein Meningeom und wurde es komplett entfernt?

Nachdem dein Meningeom entfernt wurde, hast du gute Chancen, dass es dir im Laufe der Zeit wieder gut geht und du dein Leben wie vorher führen kannst. Das wünsche ich dir auf alle Fälle.
Werde nicht mutlos wenn du evtl. feststellen musst, dass deine Genesung nicht so zügig verläuft wie du es dir vorstellst, wünschst.
Die Zeit arbeitet aber für dich.

LG krimi
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http://www.hirntumor.de/forum/index.php/topic,6956.msg50233.html#msg50233

Offline Sternschnuppe16

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Antw:Positive Erfahrungen nach OP gesucht
« Antwort #2 am: 14. September 2016, 09:54:30 »
Hallo Krimi,

Vielen Dank für deine Rückmeldung und für deine Glückwünsche!
Ja, kurz nach der Geburt so eine Diagnose traf mich sehr..Daher hatte ich tagelang geweint...Mittlerweile freue ich mich schon auf die OP. Möchte es endlich hinter mich bringen..

Dann saß dein Menigeom ja an ähnlicher Stelle, wie bei mir. Nur durch meinen erstmaligen Grand Mal wurde das Meningeom entdeckt. Nach so einem Anfall kann ich mich kaum bewegen. Mein Rücken schmerzt furchtbar für circa 4 Wochen.
Meine OP ist erst Ende September und darauf warte ich nun ungeduldig. Ich hoffe sehr darauf keine Grand mals mehr danach zu haben, denn die Schmerzen sind unglaublich stark danach.

Hast du dich von den Ausfällen nach der OP denn erholen können? Wenn ja, wie lange hat das gedauert? Würdest du sagen du hast dein altes Leben wieder zurück?

Mein Menigeom wurde mit WHO I eingestuft. Der NC sagte jedoch, dass eine Untersuchung danach erst eine gute 100% Aussage ergeben kann.

Ich hoffe so sehr wieder mein altes bzw neues Leben in voller Genesung führen zu können...Aber das tut sicherlich jeder. Daher auch meine vielen Fragen.

LG Sternschnuppe
« Letzte Änderung: 14. September 2016, 11:18:20 von Sternschnuppe16 »

Offline krimi

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Antw:Positive Erfahrungen nach OP gesucht
« Antwort #3 am: 14. September 2016, 15:06:54 »
Hallo Sternschnuppe,

da habe ich mich verlesen, du hast erst noch die OP.
Das hat auch etwas für sich. Du kannst dich gut darauf vorbereiten und auch für Zuhause Vorbereitungen treffen.

Ich hatte nach der OP noch eine sechswöchige Anschlussheilbehandlung (AHB)bekommen.
So knapp drei Monate nach der OP habe ich mit einer beruflichen Wiedereingliederung in meinem Job begonnen.
Es gab noch einige kognitive Probleme und es dauerte seine Zeit bis es wieder einigermaßen lief.
Mein altes Leben habe ich nicht wieder zurück, liegt aber daran, dass ich später eine zweite schwere Krankheit bekam.

Nach der OP und der neuen Erkrankung habe ich so normal wie möglich gelebt. Es gab einige Probleme die ich vorher nicht kannte wie z.B. Lärm- und Geräusch empfindlich, die Gedächtnisleistung war eine andere geworden, die sich aber auch im Laufe der Jahre gebessert hat. Die Belastung war eine andere geworden, doch ich testete meine Grenzen immer neu aus und erweiterte sie ständig. Heute kann ich ganz gut damit leben.

Was deinen Anfall betrifft, so war es erst einer, wenn ich richtig gelesen habe. Vielleicht bleibt es bei dem Einen, was ich dir von Herzen wünsche, wenn das Meningeom entfernt ist.
Bekommst du Medikamente deswegen? Ich frage, weil du ja stillst.

Zum Zeitpunkt meiner OP war ich doppelt so alt wie du jetzt. Du hast gute Chancen, dass bei dir alles gut wird.
Hier im Forum haben wir auch Beispiele von Meningeom-Betroffenen die wieder voll ihren Alltag meistern.

Es gibt auch andere Verläufe, aber da saß das Meningeom auch an anderer Stelle.
Sei guten Mutes. Dein NC wird gute Arbeit leisten. Der genaue WHO-Grad kann natürlich erst nach der OP durch den Pathologen bestimmt werden.

Die Verweildauer in der Klinik ist meist nicht lang. Du kannst aber trotzdem etwas gegen Langeweile tun. Lesestoff schon aussuchen oder als Hörbuch auf den MP3-Player ziehen. Oder auch Musik.
Papier und Schreiber, falls du Notizen über den Krankenhausaufenthalt oder über dich machen möchtest.

Jetzt greife ich ein wenig vor. Ich weiß ja nicht ob du kurze oder lange Haare hast. Es ist öfters ein Diskussionspunkt, ob man sich vor der OP die Haare kurz schneiden lassen soll.
Während du schon in Narkose liegst, wird für die OP-Vorbereitung nur ein Streifen der Haare abrasiert in der Breite und Länge wie für die OP benötigt.
Oft ist es so, dass dann die verbliebenen Haare recht schnell die OP-Naht verdecken. Bei mir war es so. Ich hatte eine Kurzhaarfrisur (kein Stoppelschnitt).

Genieße dein Baby und mach dir nicht allzuviel Sorgen. Du wirst deinen kleinen Schatz auch nach der OP weiter genießen können.

Alles Gute wünscht dir
krimi
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Offline TinaF

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Antw:Positive Erfahrungen nach OP gesucht
« Antwort #4 am: 14. September 2016, 15:50:54 »
Hallo Sternschnuppe,

auch von mir ein herzliches Willkommen bei uns im Forum sowie Glückwünsche zu deinem Mini.

So kurz nach der Geburt seines Kindes eine solche Diagnose zu bekommen ist mehr als heftig. Kein Wunder, dass du viel geweint hast. Mein Sohn war bei meiner Diagnose gerade mal 4 Jahre alt und ich habe damals ganze Badewannen mit Tränen gefüllt. Ich hatte solche Angst, ich könnte ihn nicht aufwachsen sehen oder mich nicht mehr um ihn kümmern.

Mein Meningeom war ziemlich rund, hatte einen Durchmesser von gut 5 cm und war links frontal, also im Stirnbereich, angesiedelt. Meine OP ist jetzt schon über 7 Jahre her, mein Sohn ist mittlerweile 11 Jahre alt (und flippt gerade über den ersten Mathehausis des neuen Schuljahres aus). :o

Krimi hat dir ja schon viel geschrieben, ich kann mich ihren Worten nur anschließen, insbesondere, was die erste Zeit nach der OP angeht. Man muss Geduld haben, die einen mehr, die anderen weniger, es bringt auch überhaupt nichts, den eigenen Verlauf mit den Verläufen anderer zu vergleichen. Deshalb gibt es auch keine Antwort auf die Frage, wie schnell man nach der OP wieder fit ist. Es gibt welche, die arbeiten nach wenigen Wochen schon wieder voll, andere sind monatelang krankgeschrieben und wieder andere arbeiten gar nicht mehr. Gleiches gilt für Schmerzen, das ist wirklich bei jedem ganz individuell.

Ich hatte beispielsweise am ersten postoperativen sehr starke Schmerzen, aber ab dem zweiten Tag ging es deutlich bergauf. Anderen geht es gleich nach der OP gut oder es dauert länger, bis sie wieder auf die Beine kommen, man steckt da einfach nicht drin.

Meine Daumen sind dir auf jeden Fall sicher! Und ich wünsche dir sehr, dass du nach der OP keine Anfälle mehr haben wirst.

LG TinaF
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Offline KaSy

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Antw:Positive Erfahrungen nach OP gesucht
« Antwort #5 am: 14. September 2016, 16:46:31 »
Hallo, Sternschnuppe,
Ich gehöre zu denen, die nach der Meningeom-OP keine Schmerzen und keine neurologischen Ausfälle hatte und nach mehrmonatiger Auszeit wieder voll arbeiten konnte.

Allerdings hatte ich keine Epilepsie.

Bei Dir ist es möglich, dass Dein Meningeom wegen der hormonellen Umstellung durch Deine Schwangerschaft entstanden ist. Du solltest darum bitten, dass bei der pathologischen Untersuchung des Tumormaterials auch ermittelt wird, ob es Hormonrezeptoren hat. Das kann für die Gabe von Hormonen zur Schwangerschaftsverhütung bzw. später in den Wechseljahren von Bedeutung sein.

Genießt Eure kleine Familie!
Beste Grüße
KaSy
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Offline Sternschnuppe16

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Antw:Positive Erfahrungen nach OP gesucht
« Antwort #6 am: 14. September 2016, 17:04:21 »
Liebe Krimi, liebe TinaF,

Vielen Dank für eure Antworten und mutmachenden Worte!

@krimi: leider kam es gestern Nacht zu einem 2. Anfall (ich hoffe es bleibt nun der letzte). Habe wiedermal diese krassen Schmerzen im Rücken, sodass ich mein Baby nicht einmal in den Arm nehmen kann :(
Ich hatte Lamotrigin im krankenhaus verschrieben bekommen. Nach Rücksprache mit meinem NC und da ich unbedingt stillen möchte, habe ich jedoch verzichtet, weil die OP schon in naher Zukunft angesetzt wurde..Schade, dass ich die eine Woche bis zurück OP nicht anfallsfrei geschafft habe..War schon guter Hoffnung.
Ich habe schulterlanges Haar. Habe mir letztes mal circa 20cm abschneiden lassen.

@TinaF: ja, das hat mich echt umgehauen so kurz nach der Geburt..Ich freue mich sehr für dich und deine Familie, dass die op so gut verlaufen ist. 

Vielen Dank für das Daumen drücken. Das werde ich sicherlich brauchen. Ich stelle noch auf das beste ein..Denn um die op komme ich nicht rum.

LG Sternschnuppe

Offline Sternschnuppe16

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Antw:Positive Erfahrungen nach OP gesucht
« Antwort #7 am: 14. September 2016, 17:07:01 »
Liebe KaSy,

Das klingt ja richtig super. Ich bin eigtl auch keine Epileptikerin und da der Anfall höchstwahrscheinlich durch das Meningeom ausgelöst wurde, hoffe ich, dass es keine mehr geben wird, wenn dieses entfernt wurde.
Vielen Dank für den Hinweis. Das werde ich dann den Chirurgen sagen bzw fragen.

LG Sternschnuppe

Offline thueringer

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Antw:Positive Erfahrungen nach OP gesucht
« Antwort #8 am: 15. September 2016, 08:19:20 »
Hallo Sternschnuppe,

ich hatte vor etwas mehr als 10 Jahren meine Operation. Ich hatte nach der Operation keinerlei Schmerzen und auch keine Einschränkungen irgendeiner Art. Der Fund meines Meningeoms war ein Zufallsbefund.
Mein Oberarzt hatte damals nach der OP am Bett gesagt: Ich kann mich als geheilt betrachten. Man glaubt es nicht. Rückblickend hätte ich besser daran getan, es zu glauben.

Ich konnte aber auch vorher alles und hatte keine epileptischen Anfälle.

Eine Anschlußheilbehandlung solltest Du aber auf alle Fälle machen.

Grundsätzlich ist das Vertrauen in die eigene Gesundheit etwas geschwunden, aber sonst würde ich sagen, war die OP ein voller Erfolg.

Such Dir einen guten Neurochirurgen. 5 cm Größe ist ja doch schon etwas. Die Lage ist ja schon wichtig. Bei mir sagte die Operateurin damals, das ist die Blinddarm-OP unter den Kopf-Ops. Meins war ein Falxmeningeom.

Alles Gute für Dich!

thueringer




Offline Sternschnuppe16

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Antw:Positive Erfahrungen nach OP gesucht
« Antwort #9 am: 24. Oktober 2016, 12:20:06 »
So ich melde mich nun wieder...  :)
Vielen Dank erstmal für eure Antworten!
Meine OP liegt nun fast 1 Monat zurück und ich kann einige Fragen nun selbst beantworten..

Nach der OP hatte ich keine Schmerzen, war jedoch halbseitig gelähmt und hatte ab zu mal Kopfschmerzen, die ich auch heute noch habe. Aber nicht allzu häufig. Und wenn hilft eine Tablette und ein Nickerchen.
Nach  der OP hatte ich einige fokale Anfälle in der rechten Körperhälfte, ein Taubheitsgefühl, kein Zucken. Die Kraft war jedoch vorhanden. Nehme nun Tabletten, die das gut in den Griff bekommen. Ich hoffe, dass ich diese nächstes Jahr absetzen kann.

Unterhalb der Narbe, im Bereich des wiederangebohrten Schädeldeckels habe ich jedoch noch ein Liquorkissen, welches mal ganz weg ist und dann wieder da ist. Vor allem morgens nach dem Schlafen oder generell nach dem Liegen. Das verunsichert mich.

Was mich mehr belastet ist jedoch mein Rücken. Nach dem Grand Mal hatte ich 8 Wirbelfrakturen, die immernoch schmerzen. Auch meine Psyche ist nicht mehr die, die sie einmal war..Es kommen mehrere Faktoren zusammen. Erst das Mamawerden voller positiver Gefühle  (aber trotzdem eine Umstellung im Leben), dann kurz danach der Anfall und die Diagnose, welche mich in ein Loch gezogen hat. Dann die Vorwürfe, dass ich mehr an mich denken und mich um meine Gesundheit kümmern muss, anstelle des Genusses einfach Mama sein zu können. Dann kurz vor der OP das Abstillen, was mich sehr traurig gemacht hat und immer noch macht. Dann die OP, davor nicht zu wissen, ob es ein "danach" gibt und wie dieses "danach" aussieht. Dann diese Antiepileptika, die auch so als Nebenwirkung u.a. Depressionen haben. Ich glaube ich brauche psychologische Hilfe...Da ich so kritisch Medikamenten gegenüber stehe, möchte jedoch keine Antidepressiva nehmen.

Im großen und ganzen bin ich dankbar dafür, dass es ein WHO1 Meningeom war und dass ich wieder Arme und Beine bewegen und benutzen kann. Mache derzeit eine Reha.

Das war nun meine kleine Geschichte.
LG
Sternschnuppe
« Letzte Änderung: 24. Oktober 2016, 18:23:46 von Sternschnuppe16 »

Offline TinaF

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Antw:Positive Erfahrungen nach OP gesucht
« Antwort #10 am: 24. Oktober 2016, 14:53:03 »
Hallo Sternschnuppe,

schön, dass du dich wieder meldest. Du hast ja einiges durchmachen müssen, halbseitige Lähmung, Wirbelfrakturen, das braucht wirklich keiner. Gut, dass du jetzt auf Reha bist, die wird dir hoffentlich gut tun, physisch und psychisch.

Die Diagnose Hirntumor und natürlich auch die OP sind eine enorme Belastung, die Psyche wird durch sowas extrem belastet. Bei dir kommt noch dazu, dass du kurz davor erst Mutter geworden bist und dich plötzlich auch noch mit Grand Mals auseinandersetzen musstest.

Was du jetzt brauchst, ist ganz viel (Achtung, Lieblingswort von vielen von uns!) Geduld. Geduld mit deinem Körper, Geduld mit dir selbst, Geduld mit deinem Kopf. Psychologische Hilfe ist ein gutes Stichwort, das hast du vollkommen richtig erkannt. Lass dir helfen, nimm jede Hilfe, die du bekommen kannst, auch jetzt schon auf Reha. Und psychologische Hilfe ist nicht gleichbedeutend mit einem Antidepressivum! Eine Psychotherapie beispielsweise kann mehr bringen als das "tollste" AD.

Andererseits ist deine OP erst einen Monat her, du stehst also noch ganz am Anfang des Weges. Vieles, wirklich ganz vieles wird im Laufe der Zeit besser werden, auch die Psyche. Ich weiß noch, wie "wund" und verletzt ich mich in den ersten Wochen nach meiner OP gefühlt habe, verunsichert, ohne Vertrauen in meinen Körper, ängstlich. Und mein Zwerg war immerhin schon vier Jahre alt und ich hatte keine Lähmung und keine Anfälle. Lass dir Zeit und hab Geduld, es wird besser werden!

Und Glückwunsch zu WHO I und dazu, dass du Arme und Beine wieder bewegen kannst. Mach weiter so!

LG TinaF
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Offline krimi

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Antw:Positive Erfahrungen nach OP gesucht
« Antwort #11 am: 24. Oktober 2016, 14:53:19 »
Liebe Sternschnuppe,

schön, dass du uns mitteilst wie es dir geht.
Und Glückwunsch zum WHO I.

Wie ich deinem Bericht entnehme ist die Halbseitenlähmung zurück gegangen. Das freut mich für dich.

Deine Gefühle wurden ganz schön durcheinander gewürfelt.
Das Glück und die Freude über dein Baby, dann die Diagnose und die Angst wie es weitergeht.
Gut gemeinte Ratschläge hört man oft. Doch deine Ängste konnten sie dir nicht nehmen.

Du bist zurzeit in einer Anschlussheilbehandlung. Dort bietet sich doch auch die Gelegenheit mit Psychologen zu reden. Wurde dir das angeboten? Sonst frage danach.
Wenn du wieder zu Hause bist suche dir eine psychotherapeutische Behandlung. Diese muss nicht mit Medikamenten begleitet sein. Eine Gesprächstherapie mag schon helfen. Dazu möchte ich dich ermuntern.

Ich kann es gut verstehen, dass du dein Kindchen gern weiter gestillt hättest. Doch auch das Fläschchen geben kann für euch beide eine ganz innige Zeit sein.

Ich wünsche dir weiter einen positiven Verlauf und viel Erfolg in der Reha.

Alles Gute wünscht dir
krimi
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Offline Sternschnuppe16

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Antw:Positive Erfahrungen nach OP gesucht
« Antwort #12 am: 24. Oktober 2016, 18:21:05 »
Hallo ihr lieben,

Vielen Dank für eure schnellen Rückmeldungen! Das tut so gut eure Worte zu lesen!

Ich werde die Möglichkeit einer  psychologischen Hilfe in der Reha mal erfragen. Angeboten wurde es mir nicht. Habe zwar Termine beim NeuroPsychologen, glaube aber, dass er mit mir nur den Hirnleistungstest machen möchte. Habe beim ersten Termin bei ihm aber so von der Seele geredet, als wenn ich beim Psychotherapeuten wäre :D

Was mir in den letzten Tagen jedoch auffällt ist, dass es bei mir im Kopf beim Augenbrauenhochziehen knirscht, ähnlich wie ein Zähneknirschen. Kennt das jemand von euch?
Habe meinen NC heute mal gefragt auch wegen des Liquorkissens, welches mal größer und mal kleiner ist. Er sagt das ist normal.

Genau, die Lähmung ist weg. Ich bin so dankbar dafür. Unglaublich wie bewusst es einem da wird und auch in den Tagen danach, was für ein Glück Mensch hat, wenn er Arme und Beine benutzen kann und wenn alle Sinne funktionieren. Erst nach der Diagnose und der OP ist mir bewusst geworden wie die Sachen, die einem sonst als nervig oder als Problem erschienen  (z.b. schlechtes Wetter, verspäteter Zug, nerviger Chef etc), eigtl kein Problem sind. Das allerwichtigste ist letztendlich die Gesundheit.

Ich wünsche allen Gesundheit! ;)

Ganz liebe Grüße
Sternschnuppe


« Letzte Änderung: 24. Oktober 2016, 18:26:29 von Sternschnuppe16 »

Offline KaSy

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Antw:Positive Erfahrungen nach OP gesucht
« Antwort #13 am: 25. Oktober 2016, 21:12:50 »
Ein Liquorkissen nach einer OP ist nicht normal, aber dass es nach dem Liegen größer ist als sonst, ist erklärbar.
Ich wie auch einige andere hatten ein Liquorkissen. Bei mir wurde zwei Jahre später der operative Verschluss der Liquorfistel versucht, mit dem fatalen Ergebnis, dass sechs Wichen später eine Hirnhaut- und Gehirnentzündung drohte, die aufgehalten werden konnte.
Das Liquorkissen verschwand nach langer Zeit von allein.
Wenn es Dich nicht furchtbar stört, dann ignoriere es.

Eine Psychotherapie kann ich Dir auch nur anraten. Du hast so viel durchgemacht, Du musst nicht stärker sein als Du kannst. Genau so wie in der AHB kannst Du dort alles abladen. Es hilft sehr. Ist aber kein "Schnellimbiss".
Dein Kind ist eine große Motivation!
KaSy
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Offline brainbug

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Antw:Positive Erfahrungen nach OP gesucht
« Antwort #14 am: 04. November 2016, 20:30:04 »
Hallo Sternschnuppe16,
heute will ich Dir auch endlich mal schreiben und Mut machen.
Zunächst aber mal freue ich mich sehr, zu lesen, dass Deine OP recht gut verlaufen ist und Du in Reha gehst/bist/warst. Das würde ich jedem raten, v.a. um das Erlebte zu verarbeiten. Und auch wegen der psychologischen Hilfe nach der Reha solltest Du Dich informieren, da kann ich KaSy nur zustimmen. Ich hatte beides, Reha und Psychologie nicht und bereue das inzwischen etwas. Mir ging es ziemlich schnell wieder gut und ich habe die Situation anscheinend etwas unterschätzt, so dass ich mich jetzt, mehr als ein Jahr später, immer noch mit "Auswirkungen" rumschlage.

Jetzt aber zum Mutmachen: Bei mir war es ähnlich wie bei Dir. Einmalig Grand Mal Anfall (im Auto, wir wollten ins Kino, zum Glück ist mein Freund gefahren), ich war 37 und hatte vorher keinerlei Probleme, 2 Tage später Diagnose, weitere 3 Tage später OP, weitere 5 Tage später wieder zu Haus. Nach ca. 9 Wochen Wiedereingliederung bei der Arbeit begonnen, kurz danach wieder voll gearbeitet. Ich hatte nach der OP keine neurologischen Ausfälle, auch keine Probleme mit Narbe. Das Meningeom lag im oberen Hinterkopfbereich, am Sinus Sagittalis und konnte glücklicherweise komplett entfernt werden.
Auch ich hatte nach dem Epileptischen Anfall in den ersten Tagen starken Muskelkater, das wurde aber dann wieder besser.
Gib Dir Zeit, nimm die Hilfe in Anspruch, die Du bekommst und glaub daran, dass die Ärzte und Therapeuten ihr Bestes geben, um Dir zu helfen. Freu Dich über Deine junge Familie und versuche schöne Momente mit Deinem Baby zu haben. Das wird Dir Kraft geben.

Ich wünsche Dir für die nächste Zeit alles Gute, viel Mut und Kraft und würde mich freuen, wieder von Dir zu lesen,
Liebe Grüße von Brainbug

 



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