HirnTumor-Forum

Autor Thema: Radon und Hirntumor?  (Gelesen 13043 mal)

felix59

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Radon und Hirntumor?
« am: 27. Februar 2009, 18:26:16 »
Eine Studie bei Betroffenen bezüglich Strahlung wäre interessant. Die meiste Strahlung, die der Mitteleuropäer im laufe seines Lebens abbekommt, ist natürlichen Ursprungs. Hiervon ist wiederum 60% auf das Radonproblem zurückzuführen. Radon 222 ist ein radioaktives Edelgas, welches aus einer der drei natürlichen Zerfallsketten des Urans und Thoriums stammt und in Innenräumen zu finden ist, in die es über die Fundamente der Häuser eindringt. Bei einer Halbwertszeit von 3.6 Tagen hat es hierfür ausreichend Zeit. Es ist gut fett und wasserlöslich und wird u.a. über die Lunge in den Körper aufgenommen. Solange es nicht zerfallen ist, verläßt es ihn an der frischen Luft auch wieder recht schnell (Biologische Halbwertzeit 20-30 Min.). Zerfällt es aber, schließt sich eine recht zerstörerische Zerfallskette von Schwermetallen an (Blei,Bismut, Polonium, darunter 4 Alphazerfälle !). Eines davon, Blei 210 (22,7 Jahre), reichert sich im ZNS über 10-30 Jahre an. Wenn es zerfällt, zerfällt es über Polonium 210, auch Alphastrahler. Das Isotop wurde Berühmt, [...]

Die Radon 222 Raumluftkonzentration liegt in Deutschland im Mittel bei 30Bq pro m3. Werte über 100 Bq / m3 sind normalerweise selten und kommen nur in einigen Gegenden vor. Man kann den Wert mit einem Filmdosimeter preiswert bestimmen lassen. Eine Angehörige hatte 27 Jahre in ihrem Haus gelebt und starb dann an einem Balkenglioblastom. Weiter hatte sie noch ein Meningeom. In Ihrem Schlafzimmer und im angrenzenden Badezimmer lag der Radonwert bei 240Bq/m3. Brüssel gibt keinen Grenzwert vor und emfiehlt einen Richtwert von 200 Bq in neueren Häusern und 400 Bq in Altbauten. In den USA liegt der Richtwert bei 148 BQ/m3 und in anderen Ländern wird ein Wert von 100 Bq/m3 genannt. Die Schweiz hat einen Grenzwert von 1000 Bq/m3 verankert. Dabei bedeutet "Grenzwert", dass bei Überschreitung ein Haus für die Bewohner dann gesperrt wird.

Offline KarlNapf

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Re: Bisher diskutierte Risikofaktoren
« Antwort #1 am: 27. Februar 2009, 19:42:38 »
Über Radon und Krebs ganz allgemein findet man Hunderte von Literaturstellen. Wie bei einem Gas nicht anders zu erwarten, geht es um Lungenkrebs. Es gibt jedoch keine einzige Literatur bei PubMed, die eine Verbindung Radon <-> Glioblastom oder Radon <-> Meningeom aufzeigt.

Nachdem gewisse rechtliche Probleme beseitigt wurden, soll ja jetzt flächendeckend ein Krebsregister eingeführt werden (das stand in der Zeitung), dann wird man ja sehen, ob in Gegenden, wo die ehemalige Wismut tätig war, mehr Hirntumoren auftauchen oder auch im Schwarzwald, in Menzenschwand. Außerdem soll auch in einigen anderen Gegenden Uran im Trinkwasser sein.


http://www.bfs.de/de/ion/radon
« Letzte Änderung: 03. Juni 2009, 21:30:40 von KarlNapf »
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fips2

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Re: Bisher diskutierte Risikofaktoren
« Antwort #2 am: 28. Februar 2009, 06:43:21 »
Nur mal so nebenbei bemerkt zu Radon.

Radon ist nicht nur schädlich.
Radon wird auch zur Therapie eingesetzt.Patienten werden hierfür gezielt einer Radonkur /Radionkur unterzogen.Nicht weit von uns,in Bad Kreuznach und Bad Münster und in Bad Steben/Oberbayern gibt es Quellen,die einen hohe Konzentration an Radon führen.
Siehe: http://www.muehlstein-online.de/bilder-info/info-bad-muenster-am-stein.html

In diesen Gebieten müssten eurer Theorie nach verstärkt Hirntumorpatienten auftreten.Dem ist aber nicht so.Der Schnitt an Betroffenen ist nicht höher oder weniger als in anderen Gebieten.Deshalb finde ich diese These sehr fragwürdig.
Man kann auch unnötige Ängste schüren.

Es ist aber irgendwo auch wieder verständlich.dass der Betroffene grunsätzlich dazu neigt,alle möglichen Faktoren dafür verantwortlich zu machen warum er gerade an dieser Krankeit erkrankt ist.Manche Bezüge nehmen da aber schon biazarre Ausmaße an.Man neigt einfach dazu nicht zu akzeptieren,dass diese Veränderungen in den Zellen meist durch einfache Fehler in der Genweitergabe während der immerfortwährenden Zellerneuerung geschehen, also unser Körper die Erkrankung mehr oder weniger selbst verschuldet hat.Da kann keiner was für.Gut ,es gibt natürlich Einflüsse ndie diesen Fehlerquotienten negativ beeinflussen,aber der Defekt passiert im Körber selbst aus körpereigenen Zellen.
Man neigt irgendwann dazu genell Alles was irgendwie um einen herum ist nur noch als Trigger für die Erkrankung anzusehen.Man engt sich mit der Zunahme und Verfolgung von vermeindlichen Trigger so weit ein,dass man irgendwann keinerlei Lebensqualitäten mehr hat,sondern nur noch gegen alle Faktoren im täglichen Lebem Phobien erzeugt.

Alos krassestes Beispiel hierfür ist die angebliche Erkenntnis,dass eine Schwangerschaft das Meningeomwachstum anschüre.Ich will es nicht unbedingt bestreiten,aber diese Theorie entspricht ganz und gar nicht dem normalen,natürlichen Fortpflanzungsbestreben eines jeden Lebewesens.
Es mag vielleicht sein dass ab einem gewissen Alter diese Faktoren mit einen Rolle spielen.Man muss ganz klar sehen,dass der Mensch heute fast doppelt so alt wird, als für das Alter für das der Körper eigentlich von Natur aus vorgesehen ist.Die natürliche Altersgrenze unsres Körpers liegt bei etwa 40-50 Jahren.Das erklärt auch,warum gerade ab 40 Jahren oft Erkrankungen auftreten,weil gerade ab dieser Grenze die Fehlerquoten in den Zellteilungen ansteigen.




« Letzte Änderung: 28. Februar 2009, 07:07:05 von fips2 »

Offline KarlNapf

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Re: Bisher diskutierte Risikofaktoren
« Antwort #3 am: 28. Februar 2009, 09:28:12 »
Zitat
In diesen Gebieten müssten eurer Theorie nach verstärkt Hirntumorpatienten auftreten.

Das war nicht meine Theorie, ich hab' geschrieben, dass - wenn dem so wäre, dann müsste man es in einem nationalen Krebsregister sehen. Ich hab' geschrieben, in der Literatur gibt es für einen Zusammenhang Radon <-> Hirntumor keine Belege. Das ist genau das Gegenteil von dem, was Du mir unterstellst geschrieben zu haben.

Zitat
Als krassestes Beispiel hierfür ist die angebliche Erkenntnis, dass eine Schwangerschaft das Meningeomwachstum anschüre.

Der Zusammenhang zwischen Hormonen (Gestagen) und Meningeom wird eigentlich von kaum jemand bestritten. Deshalb finde ich die Formulierungen nicht so ganz geglückt (krass, angeblich, anschüren). Dass es bei Frauen während der Schwangerschaft oder Hormonersatztherapie zu einem Meningeomwachstum kommen kann, ist eine Hypothese. Darüber wird nachgedacht und geforscht. Wenn man das weiss, dann kann frau sich damit auseinandersetzen und darauf einstellen.
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Offline Jo

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Re: Bisher diskutierte Risikofaktoren
« Antwort #4 am: 02. März 2009, 16:09:49 »
Lieber Fips2,
nach jahrelanger Beschäftigung mit dem Thema Meningeome sind mir schon einige ungewöhnliche Theorien untergekommen, mit denen sich Betroffene auseinandersetzen, warum ihr Meningeom wächst, gewachsen ist oder stillsteht.
Einiges davon finde ich interessant, anderes verwerfe ich relativ schnell wieder.

Der Zusammenhang von Meningeomwachstum und Hormonen wie Progesteron, Prolaktin und Östrogenen ist sicher noch nicht ausreichend erforscht, aber allein die Anzahl der Veröffentlichungen dazu ist enorm.
Vieles davon wird für medizinische Laien schwierig zu verstehen sein, aber wenn es doch schon Ratschläge von "meningeomerfahrenen" Ärzten gibt, auf gestagenhaltige Verhütungsmittel oder auf Hormonsubstitution in den Wechseljahren zu verzichten dann ist für mich die Sachlage klar genug.

Es ist sicher eine schwere Entscheidung mit einem Meningeom im Kopf bewußt schwanger zu werden,
aus verschiedenen Gründen,
die Möglichkeit durch die hormonelle Veränderung in der Schwangerschaft ein Wachstum des Tumors in Kauf nehmen zu müssen, muss zumindest angedacht werden.

Zitat
Dem normalen,natürlichen Fortpflanzungsbestreben eines jeden Lebewesens
entspricht so manches nicht in unserer Welt.

Lieben Gruß, Jo


fips2

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Re: Bisher diskutierte Risikofaktoren
« Antwort #5 am: 02. März 2009, 16:45:06 »
Hallo Jo.
Da widerspreche ich dir auch nicht und stelle auch die medizinischen Erkenntnisse nicht in Frage.Klar sollte man sich auch darüber Gedanken machen.Ein verantwortungsvoller Gynäkologe wird wohl kaum einer Patientin mit einem Menigeom,sofern er davon weis,die Pille verordnen,sondern sie auf andere hormonfreie Verhütungsmethoden verweisen.

Der Satz mit der natürlichen Fortpflanzungsbestreben war vielleicht ein wenig ungeschickt gewählt.Ich meinte hier eher eine Altersgruppe zwischen 20 und 35 Jahren, in der die meiste,auch natürliche, Familienplanung am laufen ist.Ab dieser Altersgruppe aufwärts sind die meisten Familienplanungen,zumindest in den meisten  karriereorientierten Ländern abgeschlossen.

Bei Schwangerschaft mit einem Meningeom oder Hirntumor überhaupt,ist es die Frage der Eltern, ob sie eine Schwangerschaft mit ihren Risiken eingehen wollen.Hier würde ich aber persönlich keinem Betroffenen einen Ratschlag geben.Egal welchen Ratschlag man gibt,er wird immer der verkehrte sein.

Du schreibst ja auch,dass die Literatur darauf hinweist,dass diese Einflüsse während der Wechseljahre besonders stark auftreten.Das deckt sich ja auch mit dem was ich geschrieben habe über die naurbedingte Alter eines Menschen.

Wenn man mal davon ausgeht,dass bei Naturvölkern,die keine solch gute,oder gar keine medizinische Versorgung und nicht den Schadstoffen in dem Maße wie wir ausgesetzt sind, erreichen die meisten Menschen die Wechsejahre,die bei uns bekannt sind, nur sehr selten.
Also sollte man davon ausgehen,dass diese Lebenszeit in etwa der Natürlichen entspricht.

Klar dürfte sein,wenn man den Körper Einflüssen und der Aufnahme von chemisch hergestellten Hormonen aussetzt,dies negative Folgen haben kann.
Natürlich hat auch die Medizin durch ihre erkenntnisse und Forschung viel dazu beigetragen ,dass die Lebenserwartung der Menschen, in der medizinisch hochzivilisierten Welt, stark angestiegen ist.

Nur kann man sich dermaßen einschränken, um diesen negativen Einflüssen auszuweichen, dass in unserer Gesellschaft kaum noch von Lebensqualität zu reden ist,geschweige denn man seinen Lebensunterhalt als Durchschnittverdiener überhaupt bestreiten könnte.
Also ich kann meine Familie nicht aus dem Reformhaus oder grundsätzlich von Bioprodukten ernähren.Selbst wenn du dein Gemüse und Früchte selbst anbaust wirst du kaum viel weniger Belastungen erreichen,als wenn du diese Artikel vom Markt käufst.

Es ist so meine Meinung zu der Sache.Es mögen bestimmt auch Andere völlig andrer Meinung sein,die ich ihnen auch lasse und gönne.

Trotzdem ist es ein Thema über das sich sehr gut diskutiern und philosophieren lässt, da es irgendwo grundlegende Fragen in der zwischenmenschlichen Beziehung betrifft.

Gruß Fips2
« Letzte Änderung: 02. März 2009, 20:00:21 von fips2 »

Offline Bluebird

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Radon und Hirntumor?
« Antwort #6 am: 03. März 2009, 09:21:48 »
Zitat fips: Also ich kann meine Familie nicht aus dem Reformhaus oder grundsätzlich von Bioprodukten ernähren.Selbst wenn du dein Gemüse und Früchte selbst anbaust wirst du kaum viel weniger Belastungen erreichen,als wenn du diese Artikel vom Markt käufst.

So ist es. Ich greife möglichst zu BIOprodukten, wenn es z.B. um Paprika geht, da dieser ja ansonsten sehr stark belastet sein soll. Aber für einen Joghurt aus dem Reformhaus lege ich nicht 99 cent hin, wenn ich dann noch lese, dass er aus Kalkar stammt! Oft ist mir BIO-Brot zu säuerlich, da bekomme ich Sodbrennen usw. Ich muss aufgrund von Allergien meine ansonsten vegetarische Lebensweise also einschränken, da ich kein Soja und Dinkel vertrage.
Man kann alles übertreiben, eine Garantie gibt es sowieso nicht.

Gruß
Birgit
The best time to plant a tree was 20 years ago.
The second best time is NOW.
(Chinesisches Sprichwort)

felix59

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Re:Radon und Hirntumor?
« Antwort #7 am: 12. August 2010, 20:47:53 »
Hallo KarlNapf, Hallo Fips2
es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Radon als Gas an der Lunge haltmacht. Auch im Stahlenschutz wird Radon immer nur mit Lungenkrebs in Verbindung gebracht. Wer sich mal mit Tauchen beschäftigt hat, weiss, dass Edelgase wie Helium bei tieferem Tauchen als Ersatz für Stickstoff eingesetzt werden, da dies der Taucherkrankheit vorbeugt. Natürlich gehen Gase über die Lunge auch in den Körper über. So wird z.B. Xenon als sehr teures Narkosegas eingesetzt. Und spätestens bei einer Kohlenmonoxydvergiftung wird das auch der letzte verstanden haben.

Ein regionales Krebsregister hilf hier auch nicht weiter, da bei ca. 3000 Fällen pro Jahr in Deutschland die Statistik einfach nicht ausreichend ist. Klüger wäre es, bei Betroffenen die Radonkonzentration dort zu messen, wo sie in den letzten Jahren die höchste Aufenthaltswahrschenlichkeit hatten und das ist meist der Wohnbereich insbesondere das Schlafzimmer. Dies wäre eine ziemliche Fleissarbeit zu der Mediziner keine Lust haben. 

Gleichzeitig zeigt dies auch, dass neben der Region auch die Baumängel der Häuser eine Rolle spielen und die sind  nicht von der Region abhängig.

Was den Einwand der fehlenden Literatur anbetrifft so schaut mal hier nach:

http://healthandenergy.com/radon_in_the_brain.htm

http://healthandenergy.com/images/MolNurodegenCsRpt06.pdf


Gruss Felix

 



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