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Nachrichten - Optimist

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Die Informationen, die wir erhalten, sind völlig unklar. Klar scheint zu sein, dass die derzeitige Standardtherapie des Glioblastoms, also Op, Strahlenchemo plus 6x Chemo, vorn und hinten nicht ausreicht und in wenigen Monaten wieder mit Wachstum des operierten Glioblastoms zu rechnen ist. Nun soll eine Therapie nach Stupp gemacht werden, obwohl das Schema nach NOA-09 eindeutig bessere Ergebnisse bringt und sogar MGMT positiv ist. Zu allem Überfluss versucht uns der Arzt eine Behandlung mit Tumortherapiefeldern zu verkaufen. Gefühlt schlimmer wie ein Staubsaugervertreter. Selbst, wenn diese Feldtherapie kostenfrei wäre, ist klar, dass diese ebenfalls schlechter wirkt als NOA-09-Schema und zusätzlich mit Einschränkungen der Lebensqualität zu rechnen ist. Als wenn dies nicht reicht, wir finden keinen Arzt  der Methadon verschreibt und schon gar nicht Tamoxifen ...

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http://www.hirntumorhilfe.de/fileadmin/inhalte/wissen/Glioblastom_NOA-09_CeTeG_Results.jpg

Sorry, ich finde gerade so viele neue Informationen, die ich erst einmal sortieren muss.
Quelle ist: https://forum.hirntumorhilfe.de

Wieso sagt uns kein Arzt, dass es bessere Therapieoptionen gibt als nur Standard nach Stupp?
Ich verstehe es nicht.
 

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Glioblastom-Behandlung mit vielen Fragezeichen

In der Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Neurologie [1] vom 1. Februar 2018 wird der Nutzen der Behandlung von Glioblastompatienten mit sogenannten Tumortherapiefeldern (TTF) bezweifelt.

Eine Studie, bei der bösartige Hirntumoren vom Typ Glioblastom mit „Wechselstromhauben“ behandelt wurden, hat durch die Ergebnisse der Vergleichsgruppe mit TTF bei schwer kranken Patienten mit Glioblastom etwas Hoffnungen geweckt, aber: „Bei der Anwendung der Tumortherapiefelder gibt es noch einige offene Fragen“, sagt Professor Wolfgang Wick von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und Sprecher der Neuroonkologischen Arbeitsgemeinschaft (NOA) einer AG der Sektion B der Deutschen Krebsgesellschaft.

„Sämtliche betroffenen medizinischen Disziplinen in Deutschland arbeiten derzeit an einer gemeinsamen Strategie, um Wissenslücken zu schließen. Dabei gilt es auch unrealistische Hoffnungen zu vermeiden“, so der Ärztliche Direktor der Neurologischen Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg.

Annähernd 700 Patienten mit einem neu diagnostizierten Glioblastom hatten weltweit an der besagten Studie mit der Bezeichnung EF-14 teilgenommen, deren abschließende Ergebnisse vor Kurzem in der Fachzeitschrift „JAMA“ [2] veröffentlicht wurden. Zwei Drittel der Patienten bekamen zusätzlich die Wechselstromhauben, die mindestens 18 Stunden am Tag getragen werden mussten.

Die "Elektro-Hauben" erzeugen elektrische Wechselfelder, die sogenannten Tumortherapiefelder, welche durch die Schädeldecke mit dem Ziel abgegeben werden, die Teilung von Krebszellen zu verhindern. Patienten, die in der Erstlinienbehandlung eine solche Haube nach erfolgter Operation und Strahlentherapie zusätzlich zur Chemotherapie trugen, überlebten im Durchschnitt 20 Monate gegenüber 16 Monaten für Patienten unter der Standardbehandlung.

Als zusätzliche Nebenwirkungen gab es Hautreizungen bei etwa der Hälfte der Patienten die TTF erhielten. Noch nicht untersucht wurde jedoch eine mögliche psychische Belastung und Einschränkung der Lebensqualität, die durch Stigmatisierung und dadurch entstehen kann, dass die Patienten, die mit einem Kabelstrang versorgte Wechselstromhaube dauerhaft auf dem Kopf tragen müssen.

„Möglicherweise sind die TTF eine Behandlungsergänzung“, sagt Professor Uwe Schlegel, Neurologe in Bochum, und Mitglied im Beirat der Neuroonkologischen Arbeitsgemeinschaft. „Für eine abschließende Bewertung ist jedoch eine vom Hersteller der Geräte unabhängige Studie unabdingbar“, so Schlegel. Für das TTF-System wird nämlich auch ein intensives Marketing betrieben.

Während der Anwendung sind die Patienten zudem, wie auch bei der aktuell veröffentlichten EF-14 Studie, in häufigem Kontakt mit medizinisch-technischen Firmenvertretern. „Darum ist nicht auszuschließen, dass diese zusätzliche Unterstützung der intensiven Betreuung Einfluss auf die Ergebnisse der EF-14 Studie hatte, denn es gab weder in früheren Untersuchungen noch in der aktuellen Studie eine echte Kontrollgruppe“, so Professor Wick.

Natürlich hat sich die Nachricht von dem möglicherweise lebensverlängernden Effekt unter Glioblastom-Patienten herumgesprochen, obwohl bei der Vorgängerstudie EF-11 für die Rezidivsituation kein Vorteil im Vergleich zum Standard gesehen werden konnte. Eine Empfehlung zur Durchführung der Therapie in den nationalen und europäischen Leitlinien existiert nicht, sie ist in den europäischen wie auch US-amerikanischen Leitlinien lediglich als Möglichkeit erwähnt.

„Vor dem Hintergrund eines nicht belegten Nutzens verwundert das intensive Marketing der TTF-Herstellerfirma ebenso wie der Wunsch, eine kommerzielle Anwendungsbeobachtungsstudie durchzuführen. Die im Sommer letzten Jahres publizierten Protokolle aus den Diskussionen beim, für die Kostenerstattung zuständigen, Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) legen nahe, dass für Deutschland eine kontrollierte Studie durchgeführt werden soll, bevor über eine allgemeine Kostenerstattung gesprochen werden kann“, so Wick. „Stattdessen erfahren wir von Patienten, dass ihnen sogar zugeraten wird, die Hauben auch dann noch zu tragen, wenn die Krankheit wieder fortschreitet, obwohl ein Nutzen in dieser Phase ebenfalls nicht nachgewiesen ist.“

„Viele Kollegen sehen die Anwendung der Wechselstromhaube sehr kritisch, haben Zweifel an der Auswahl der Patienten in der jüngst veröffentlichten EF-14 Studie und halten es für möglich, dass nicht die Methode selbst, sondern die zusätzliche intensive Betreuung der Patienten im TTF-Arm den Unterschied in der Überlebensdauer erklären könnte“, sagt Neurologe Schlegel. Viele Patienten sind zurückhaltend, insbesondere Frauen, denn nur wenige wollen sich ihren Kopf dauerhaft kahl rasieren. Die Zurückhaltung steigt, wenn den Patienten klar wird, dass die Behandlung mit TTF nur einen in wenigen Monaten zu bemessenden Aufschub der Erkrankung bedeutet und nicht etwa Heilung.

„Einmal begonnen, stellt die Behandlung mit Tumortherapiefeldern bei der lebensbedrohlichen Erkrankung einen Strohhalm dar“, so Wick. Neurologen und Krebsärzte bieten in dieser Situation eine ausführliche und offene Beratung an, und sie akzeptieren und unterstützen die Entscheidung der Patienten. „Eine eindeutige Empfehlung für den Einsatz der Tumortherapiefelder können wir jedoch nicht abgeben, bevor die Resultate aus der aktuellen, vom Hersteller finanzierten Untersuchung von einer weiteren, unabhängigen Arbeitsgruppe bestätigt werden“, so Professor Wick weiter.

01.02.2018 ukd


Quellen:

[1] https://www.dgn.org/presse/pressemitteilungen/56-pressemitteilung-2018/3538-neue-glioblastom-therapie-mit-einigen-fragezeichen?

[2] Stupp R et al.: Effect of Tumor-Treating Fields Plus Maintenance Temozolomide vs Maintenance Temozolomide Alone on Survival in Patients With Glioblastoma: A Randomized Clinical Trial. JAMA. 2017 Dec 19;318(23):2306–2316. doi: 10.1001/jama.2017.18718.

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