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Autor Thema: Informationen vom 42. Hirntumorinformationstag am 21.04.2018 in Würzburg  (Gelesen 602 mal)

Offline KaSy

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42. Hirntumor-Informationstag der Deutschen Hirntumorhilfe e.V. am 21.04.2018 in Würzburg

Ich habe an diesem Hirntumor-Informationstag nicht teilgenommen.
Die Deutsche Hirntumorhilfe e.V. veröffentlichte auf ihrer Internetseite www.hirntumorhilfe.de einige Fragen und Antworten aus den Patientenfragerunden.
Ich habe sie für Euch hier eingefügt:
KaSy




Ihre Fragen an die Experten

Die Experten auf den Hirntumor-Informationstagen nehmen sich viel Zeit für die persönlichen Anliegen der Teilnehmer. Eine kleine Auswahl häufig gestellter Fragen vom 21. April 2018 in Würzburg haben wir Ihnen hier zusammengestellt. Weitere Beiträge aus Podiumsdiskussionen und Plenum werden regelmäßig in unserem Magazin Brainstorm veröffentlicht.
Auch unsere Mitarbeiter beim telefonischenInformationsdienst helfen Ihnen bei Fragen rund um Diagnose und Therapie gern weiter.



Frage:
Welchen Nutzen hat eine erneute Operation bei einem zweiten oder dritten Rezidiv eines Glioblastoms?

Antwort von PD Dr. Mario Löhr, Würzburg:
Dies wird unterschiedlich eingeschätzt. Wir favorisieren in vielen Fällen Re-Operationen, auch wenn hierzu derzeit keine wirklich guten prospektiven Daten vorliegen. Es gibt aber eine ganze Reihe retrospektiver Untersuchungen, die nahelegen, dass durch eine Re-Operation tatsächlich die Prognose bei Glioblastomen verbessert werden kann.
Wenn ein Patient in gutem Zustand ist und durch den Eingriff kein schwerwiegender Schaden zu befürchten ist, dann sollte man eine weitere Operation in Erwägung ziehen.



Frage:
Wie ist der aktuelle Kenntnisstand zur Immuntherapie mit dendritischen Zellen?

Antwort von Prof. Dr. Hans Herbert Steiner, Nürnberg:
Studien zu dendritischen Zellen zeigen sehr unterschiedliche Ergebnisse, manche weisen auf eine Wirksamkeit hin, andere nicht. Alles in allem spricht nicht viel dafür, dass diese Verfahren besonders gut wirksam sind.
Ein weiteres Problem stellen die Kosten für eine solche Behandlung dar, die von den Krankenkassen oft nicht übernommen werden.



Frage:
Welchen Nutzen hat eine Re-Bestrahlung im Rezidivfall?

Antwort von PD Dr. Frank A. Giordano, Mannheim:
Es gibt eine große Fraktion an Skeptikern, aber auch Kollegen, die häufiger eine erneute Strahlentherapie durchführen.
Grundsätzlich ist die Größe des Rezidivs entscheidend. Bei großen, über mehrere Bereiche ausgedehnten Tumoren ist der Nutzen einer Re-Bestrahlung begrenzt. Bei einem relativ kleinen Tumorvolumen kann eine Re-Bestrahlung in Frage kommen.



Frage:
Kann die photodynamische Therapie (PDT) bei niedriggradigen Gliomen eingsetzt werden?

Antwort von PD Dr. Niklas Thon, München:
Nein. Dieses Verfahren beruht darauf, dass die Tumorzellen 5-Aminolevolinsäure (5-ALA) aufnehmen. Dadurch ist die PDT nur bei höhergradigen Gliomen anwendbar.
Bei niedriggradigen Gliomen hat die PDT keinen Stellenwert, weil diese Tumoren kein 5-ALA akkumulieren.



Frage:
Gibt es eine empfehlenswerte Ernährungsweise für Hirntumorpatienten?

Antwort von PD Dr. Oliver Schnell, Freiburg:
Man kann im Moment aufgrund der Datenlage keine spezielle Diät empfehlen.
Aus der Grundlagenforschung könnte man ableiten, dass man keine größeren Mengen Zucker in kurzer Zeit aufnehmen sollte. Denn extrem hohe Zuckerspiegel könnten einen wachstumsfördernden Effekt auf Tumorzellen auslösen. Letztlich sollten in Bezug auf bestimmte Ernährungsweisen die Auswirkungen auf die Lebensqualität berücksichtigt werden.



Frage:
Wie kann man einen Patienten dazu motivieren, psychoonkologische Unterstützung anzunehmen?

Antwort von PD Dr. Mirjam Renovanz, Mainz:
Man kann niemanden dazu überreden und sollte das auch nicht versuchen.
Angehörige können aber selbst Hilfe in Anspruch nehmen, um eine solche Situation besser zu bewältigen. Man kann grundsätzlich niemanden zwingen, Hilfe anzunehmen.



Frage:
Können Meningeome die Immunabwehr schwächen?

Antwort von Prof. Dr. Marcos Tatagiba, Tübingen:
Das Meningeom allein kann keine Immunschwäche hervorrufen.
Im Zuge der Erkrankung kann es jedoch zu Schwächungen des Immunsystems kommen, wenn durch den Tumor bestimmte Komplikationen eintreten wie etwa Schluckstörungen oder Entzündungen. Außerdem kann eine dauerhafte Einnahme von Kortison das Immunsystem beeinträchtigen.



Frage:
Kann die Kombination von CCNU plus CCNU auch bei nichtmethyliertem MGMT-Promotor eingesetzt werden?

Antwort von Prof. Dr. Peter Hau, Regensburg:
Dazu gibt es momentan keine Daten. Es ist aber unwahrscheinlich, dass sich bei dieser Ausgangslage ähnlich beeindruckende Ergebnisse wie in der CeTeG-Studie erzielen lassen, da die MGMT-Methylierung mit einem besseren Ansprechen assoziiert ist. Allerdings ist die Testung auf MGMT nicht standardisiert. Dabei wird nur ein Teil der zahlreichen Methylierungsstellen auf der DNA untersucht. Es kann sein, dass bei einem Test eine Methylierung nachgewiesen wird und bei einem anderen nicht. Dies ist wahrscheinlich auch ein Grund dafür, warum einige Patienten ohne MGMT-Methylierung gut auf eine Chemotherapie ansprechen.
Wenn man schon im Müllkasten landet, sollte man schauen, ob er bunt angemalt ist.

Der Hirntumor hat einen geänderten und deswegen nicht weniger wertvollen Menschen aus uns gemacht!

 



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