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Autor Thema: Astrozytom Grad 2  (Gelesen 667 mal)

Offline V19

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Astrozytom Grad 2
« am: 07. August 2018, 11:06:35 »
Hallo zusammen,

Ich fang einfach mal an. Ich bin 33 Jahre alt und kurz vor Weihnachten 2016 wurde bei mir ein diffuses Astrozytom Grad 2 festgestellt. Zu der Zeit war ich in der 23 SSW.
Der Tumor saß im Sprachzetrum daher ist es mir aufgefallen weil es mir schwer gefallen ist meinem Sohn eine gute Nacht Geschichte vorzulesen. 
Der Tumor wurde noch 2016 vollständig entfernt und ich war jetzt alle 6 Monate zur MRT Kontrolle. Bisher kam nichts nach.

Gestern meinte mein Arzt das er nichts sehen würde, das sich zum letzten und vorletzten MRT keinen Unterschied geben würde,  trotzdem würde er es noch mit zum Tumorboard nehmen. Das er in 6 Monaten nochmal eine Kontrolle machen würde, aber das in letzter Zeit Diskussionen darüber im Laufen sich ob man ein Astrozytome grad 2, der vollständig entfernt worden ist nicht doch sicherheitshalber mit Chemotherapie oder Stahlentherapie behandeln sollte. Oder zumindest im Abstand von 4 Monaten kontrollieren sollte. Er meinte ich soll mir keine Sorgen machen, das er absolut nichts sieht auf den Bildern was irgendwie besorgniserregend aussieht, aber ich mach mir doch Gedanken.

Jetzt komme ich endlich soweit wieder klar. Es kehrt endlich wieder "Normalität " ein. Beide Kids sind munter, der große kommt nach den Ferien in die Schule, die kleine im April in den Kindergarten. Ab da wollte ich auch wieder arbeiten gehen.
Mit einer Chemo oder Bestrahlung würde alles wieder von vorne anfangen.

Hat jemand Erfahrung damit gemacht?

LG V19

Offline KaSy

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Antw:Astrozytom Grad 2
« Antwort #1 am: 08. August 2018, 15:16:02 »
Liebe V19,
ich begrüße Dich in diesem Forum, in dem Du bereits jetzt aus den Erfahrungen vieler Betroffener schöpfen kannst, indem Du in den entsprechenden Bereichen liest.
Ich hoffe jedoch, dass Dir auch Astrozytom-WHO II - Betroffene antworten werden.

Gratulieren möchte ich Dir zu den beiden Kindern. Es ist beeindruckend, dass während der Schwangerschaft eine derartige Operation erfolgreich durchgeführt wurde. Das spricht auch für ein sehr professionelles OP-Team.

Demzufolge denke ich, dass Du Deinem Neurochirurgen sehr vertrauen kannst. Er ist fachlich versiert und über die aktuellen Standardtherapien informiert. Er berät sich mit dem Tumorboard, um sicher zu sein, die richtige Entscheidung in Deinem Interesse zu finden und nicht unbedingt die neuen Standards durchzuziehen.

Aus Deinen Worten lese ich heraus, dass er einen auf vier Monate verkürzten MRT-Abstand richtig findet, um sicher zu gehen, dass ein Rezidiv nicht übersehen wird. Es klingt auch so, dass er Dir nicht jetzt sofort eine der weiteren Therapien anraten wird.

Im Tumorboard werden mehrere Fachärzte beraten, was Dir empfohlen wird, weitere MRT-Kontrollen alle vier Monate, Chemotherapie oder Strahlentherapie.

Ich nehme an, dass Du durchaus noch Zeit hast und mit Deinem Neurochirurgen alle Für-und-wider gründlich besprechen kannst.

Da Du jetzt wieder so fit bist, dass Du wieder arbeiten gehen wirst, sind Deine körperlichen Voraussetzungen jetzt und auch in Zukunft wesentlich besser,  als wenn Du direkt nach einer Hirntumor-OP eine Chemo- oder Strahlentherapie machen müsstest.

Es gibt Betroffene, die während einer Chemo- oder Strahlentherapie sogar weiter arbeiten gehen, weil sie sich dabei gut fühlen.

Wenn also bald oder sehr viel später eine dieser Folgetherapien anstehen sollte, muss das nicht zwangsläufig wieder einen gravierenden Einschnitt in Deinen Lebensplan bedeuten.

Natürlich bleibt das Rezidivrisiko, das weißt Du ja. Aber ich denke, dass Du Deinen Ärzten vertrauen kannst, dass sie gründlich überlegen, wie man mit geringstmöglichen Einschränkungen Deiner Lebensqualität ein Rezidiv verhindern oder es beseitigen kann.

Ich wünsche Dir sehr, dass Du Ruhe vor weiteren Therapien haben wirst und Dein Leben mit Deiner wunderbaren Familie und einer erfüllenden Arbeit richtig gut genießen kannst!

KaSy
(Ich habe mehrere WHO III - Meningeom - OP und Bestrahlungen hinter mir.)
« Letzte Änderung: 10. August 2018, 23:31:39 von KaSy »
Wenn man schon im Müllkasten landet, sollte man schauen, ob er bunt angemalt ist.

Der Hirntumor hat einen geänderten und deswegen nicht weniger wertvollen Menschen aus uns gemacht!

 



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