HirnTumor-Forum

Autor Thema: Medizinische Fachbegriffe von A bis Z  (Gelesen 19416 mal)

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Antw:Medizinische Fachbegriffe von A bis Z
« Antwort #15 am: 27. Juni 2016, 21:03:02 »
O

o. a. - oder andere                 

o. B. - ohne Befund (z. B. in Arztberichten oder Gutachten)                 
OA - Oberarzt                 

Obesitas - Obesität siehe Adipositas                 

obstruierend - verschließend, verstopfend, verengend                 

obstruktiv - verschließend, verstopfend, verengend
               
Occipitallappen / Okzipitallappen - Hinterster Anteil des Großhirns, kleinster der vier Hirnlappen. Enthält das primäre und das sekundäre Sehzentrum (visueller Cortex).     
           
Ödem, Oedem - Schwellung eines Körpergewebes durch Wassereinlagerung.   
               
Off-label-use - Als Off-Label-Use oder Off-Label-Einsatz bezeichnet man die therapeutische Verwendung von Medikamenten außerhalb der Indikationsgebiete oder der Personengruppe, für die sie von den Arzneimittelbehörden zugelassen sind.  Zum Beispiel, dass Medikamente für die Behandlung von Hirntumoren genutzt werden, die für andere Erkrankungen zugelassen sind, aber in der Hirntumortherapie auch Wirkung zeigen. Das sind derzeit die folgenden Medikamente: Bevacizumab, Paclifaxel, Sunitinib, Imatinib, Thiotepa, u.v.a.

Okulomotorik - Augenbewegungen

Okzipital - bedeutet "in Richtung Hinterhaupt" bzw. "am Hinterhaupt gelegen".

Okzipitallappen-Epilepsien - symptomatische Epilepsien mit Ausgang der Anfälle vom Hinterhauptslappen des Gehirns. Oft in Kombination mit Migräne. Häufig mit Sehstörungen in Form von Ausfällen mit teilweiser oder völliger Erblindung, Verzerrungen oder Trugwahrnehmungen, Zuckungen des Lides und Wendebewegungen von Auge und/oder Kopf (Versivanfälle). 
               
olfaktorisch - bedeutet "den Geruchssinn betreffend" bzw. "das Riechen betreffend".
Olfaktorische Reize werden durch chemische Substanzen ausgelöst, die vom Geruchssinn wahrgenommen werden.  http://flexikon.doccheck.com/de/Olfaktorisch

oligosymptomatisch - Die Erkrankung zeigt nur sehr geringe klinische Symptome.       
         
Onkologie - Teil der Medizin, der sich mit Krebserkrankungen befasst.                 

OP - Operation, chirurgischer Eingriff                 

Orbitaöffnung - Die Orbita ist die im Frontalbereich des Schädels gelegene Höhlung, in der sich das Auge mit seinen Anhangsgebilden und den zu- und abführenden Blutgefäßen und Nerven befindet.

Orfiril - Medikament gegen Epilepsie, Wirkstoff: Valproat
               
Organ - Spezialisierter Teil des Körpers, der aus unterschiedlichen Zellen und Geweben besteht und eine abgegrenzte Funktionseinheit innerhalb eines vielzelligen Lebewesens bildet. Zu den Organen des menschlichen Körpers gehören: Muskeln (entsprechend ca.  43 % des Körpergewichts eines gesunden jungen Erwachsenen), Skelett ohne Knochenmark (10 %), Haut und Unterhaut-Gewebe (8,7 %), Blut (7,7 %), Magen-Darm-Kanal (2,9 %), Leber (2,4 %), rotes Knochenmark (2,1 %), Gehirn (1,8 %), beide Lungen (1,4 %), Herz (0,43 %), beide Nieren (0,43 %), Schilddrüse (0,03 %)                 
organischer Stoff Ein Stoff biologischer, belebter Herkunft.
               
Ospolot - Medikament gegen Epilepsie, Wirkstoff: Sultiam                 

Osteomyelitis - siehe Myelitis                 

Oxcarbazepin -  mit dem Carbamazepin verwandter Wirkstoff in Medikamenten gegen Epilepsie (Trileptal, Timox). Wird bei Herdepilepsien eingesetzt.             



Wenn nicht anders angegeben beziehen sich die Erklärungen auf folgende Quellen: Apotheken-Umschau, Ärztezeitung bzw. Deutsches Ärzteblatt, DocCheckFlexikon, netdoktor.de, PharmaWiki, onmeda, Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch), Wikipedia.
« Letzte Änderung: 20. Juli 2016, 00:18:21 von krimi »
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Antw:Medizinische Fachbegriffe von A bis Z
« Antwort #16 am: 27. Juni 2016, 21:35:49 »
P
                             
Panenzephalitis - siehe Enzephalitis   
             
Paravasal - bedeutet "neben einem Gefäß" bzw. "in der Umgebung eines Gefäßes"

Parese - Lähmung                 

Parietallappen - Scheitellappen, oberster Teil des Großhirns. Wichtig bei der Integration sensorischer Informationen.                 
paroxysmal (anfallsartig)-  innerhalb von Minuten eintretend (z. B. bestimmte Kopfschmerzenarten wie die Paroxysmale Hemikranie), innerhalb von Sekunden eintretend (z. B. epileptischer Anfall) oder blitzartig auftretend (z. B. Herzrasen, Trigeminusneuralgie)

Partikeltherapie - Die Partikeltherapie ermöglicht eine sehr präzise und wirksame Behandlung von Krebserkrankungen. In der klinischen Anwendung werden Protonen oder Kohlenstoff-Ionen über eine Beschleunigeranlage auf eine sehr hohe Geschwindigkeit (bis zu 75 % Lichtgeschwindigkeit) gebracht und gezielt in den Tumor geschossen, dessen Zellen sie zerstören. Dank der exakt berechenbaren Reichweite sowie einer millimetergenauen Steuerung lässt sich der Tumor punktgenau bestrahlen, wodurch das umliegende gesunde Gewebe geschont wird. 
Durch die Partikeltherapie ist die Verringerung der Nebenwirkungen primär.
http://www.ukgm.de/ugm_2/deu/umr_ptz/15339.html
                 
Patent - Eine Schutzfrist gegen Gebühr, die es dem Entwickler eines Produktes erlaubt, für eine bestimmte Zeit das Monopol auf ein Produkt zu halten, damit er eine Chance hat, die Kosten für seine Erforschung und Entwicklung über eine entsprechende Preisgestaltung ohne Konkurrenz wieder hereinzuholen.   
             
Pathologie - Der Begriff Pathologie bezeichnet als Teilgebiet der Medizin die Lehre von den abnormen und krankhaften Vorgängen und Zuständen von Lebewesen und deren Ursachen. Kurz ist Pathologie die Krankheitslehre und Krankheitsforschung.
"Pathologie" bezeichnet im übertragenen Sinn auch eine die pathologische Abteilung, bzw. das pathologische Institut.
Die Pathologie ist ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung in der Medizin. Der Pathologe kann oft Auskunft über die Art der Erkrankung und den Schweregrad geben. Insbesondere bei der Fragestellung gutartig oder bösartig ist meist ein Pathologe gefragt. Es wird der Typ, die Größe, die Ausdehnung und die Bösartigkeit eines Krebses begutachtet.

pathologisch - krankhaft     
           
Pavor nocturnus - Auch Nachtschreck genannt. Nächtliche panikartige Angstanfälle ca. 1-3 Std. nach dem Einschlafen. Nicht-epileptisch. Vorkommen bis ins Schulalter, bei ca. 4% der Kinder. Dauer 5-15 Minuten. Harmlos, Kinder beruhigen sich von selbst und haben meist keine Erinnerung daran. Selten auch bei Jugendlichen und Erwachsenen. Zu unterscheiden von den seltenen "terror-fits", die auch tagsüber auftreten.   
                 
PCCI - Siehe Chemobrain
             
perakut - Sehr schnell auftretende und oft tödliche Krankheit (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall), endet innerhalb von 48 Stunden.       
         
perforierend - durchbrechend, durchbohrend, wie z.B. der Durchbruch eines Magengeschwüres in den Bauchraum.   
             
periodisch - siehe rezidivierend   
             
peripher - am Rande gelegen 
               
peripheres Nervensystem (PNS) - der Teil des Nervensystems, der außerhalb des Gehirns und Rückenmarks liegt, ungeschützt durch Knochen oder die Blut-Hirn-Schranke. Gehirn und Rückenmark bilden im Gegensatz dazu das zentrale Nervensystem. Die Unterscheidung bezieht sich auf die Lage, macht aber aus medizinischer/anatomischer/funktionaler Sicht nur begrenzt Sinn. 
               
periventrikulär (peri = um ... herum) - gemeint ist Gewebe, das um einen oder mehrere Ventrikel herum liegt. (siehe Ventrikel)

perinatal (peri = um ... herum) - nahe der Geburt. Gemeint ist der Zeitraum ungefähr von der 28. Schwangerschaftswoche an bis hin zu etwa einer Woche nach der Geburt.
                 
persistierend - Krankheit oder Symptom besteht in konstanter Ausprägung fort. 
               
PET - Positronen-Emissions-Tomographie = Bildgebendes Verfahren, bei dem ähnlich wie bei einer Szintigrafie eine leicht radioaktiv markierte Substanz meist über die Armvene in den Körper eingebracht wird, deren verteilung im Körper beobachtet wird. So können biochemische und physiologische Vorgänge im Körper beobachtet werden, während sie ablaufen.   

PET-Diagnostik - Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) gehört zu den bildgebenden Untersuchungsverfahren. Mit ihrer Hilfe können Stoffwechselvorgänge im Körper sichtbar gemacht werden. Dazu nutzt sie radioaktiv markierten Traubenzucker oder andere Substanzen, die als "Tracer" bezeichnet werden. Patienten erhalten diese "Tracer" in die Blutbahn gespritzt. Eine Messeinheit und ein angeschlossener Computer berechnen Bilder aus der Strahlung, die der Körper in den einzelnen Regionen wieder abgibt: Je nach Stoffwechselaktivität reichern sich die Substanzen unterschiedlich stark in verschiedenen Körperregionen an. Tumoren und Metastasen haben oft einen anderen Energiestoffwechsel als gesundes Gewebe: Unterschiede lassen sich auf den PET-Bildern daher gut erkennen. https://www.krebsinformationsdienst.de/untersuchung/pet.php

             
Petit mal - siehe Absencen 
               
phasenhaft - siehe rezidivierend   
             
Phenhydan - Medikament gegen Epilepsie. Wirkstoff: Phenytoin. Auch zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen verwendet.

Phenobarbital - Wirkstoff von Epilepsie-Medikamenten. Barbiturat. Handelsnamen: Luminal, Lepinal                 

Phenytoin - Wirkstoff in Medikament gegen Epilepsie (Phenhydan). Wird auch zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen verwendet.

Photonen - Als Photon wird eine Lichtportion bezeichnet, die durch eine elementare Anregung eines elektromagnetischen Feldes entsteht.  http://flexikon.doccheck.com/de/Photon

physikalische Therapie - wie Massagen, Fango, Wannenbäder

physiologisch - die normalen Vorgänge des Körpers betreffend 
         
Physiotherapie (Krankengymnastik) - Ziel die größtmögliche Bewegungs- und Funktionsfähigkeit wiederherzustellen. 
   
physisch - den Körper betreffend                 

PM - Private Mitteilung                 

PN - Private Nachricht                 

PNS - peripheres Nervensystem, siehe dort
               
Polioenzephalitis - siehe Enzephalitis           

poliploide - bedeutet „mit mehr als zwei vollständigen Chromosomensätzen“.

polymorph - bedeutet vielgestaltig
     
postiktale Parese - siehe Toddsche Lähmung 
               
Potentiale - siehe ETP                 

Potenzierend
•   erhöhen, eskalieren, heraufsetzen, steigern, vergrößern, vermehren, verschärfen, verstärken, vervielfachen
•   ansteigen, sich erhöhen, größer/stärker werden, steigen, sich steigern, sich vergrößern, sich vermehren, sich verschärfen, sich verstärken, sich vervielfachen, wachsen, zunehmen
•   (Mathematik) in eine Potenz erheben, [mehrfach] mit sich selbst multiplizieren

Präoperativ - "vor einem chirurgischen Eingriff" bzw. "vor einer Operation".

Pregabalin - Wirkstoff in neu in Deutschland zugelassem Medikament (Name: Lyrica) gegen Epilepsie. Zusatzmedikament bei fokalen (Herd-)Epilepsien bei Erwachsenen. Wird auch bei neuropathischem (durch Nervenschädigungen verursachtem) Schmerz eingesetzt.
               
primärer auditorischer Cortex - Die erste Verarbeitungsstation in der Großhirnrinde für auditive Informationen – also das Hören. https://www.dasgehirn.info/glossar/primaerer-auditorischer-cortex

Primidon - Wirkstoff von Medikamenten gegen Epilepsie (Handelsnamen: Liskantin, Mylepsinum) 
               
PRM - Primidom, siehe dort                 

Prodromi - siehe Aura                 

Prof - Professor                 

Prognose - Beurteilung des wahrscheinlichen Verlaufes.                 

Prograf auch Advagraf - Immunsuppressivum, Wirkstoff: Tacrolimus. Medikament zur Verringerung der Immunabwehr. Wird bei Transplantationen eingesetzt.

progredient - fortschreitend, sich nach und nach verschlimmernd 
               
progressiv - fortschreitend, sich nach und nach verschlimmernd     
           
prolongiert (verlängert) - überdurchschnittlich lange Krankheits- oder Symptomdauer, z.B. eine prolongierte Aura bei Migräne, bei der neurologische Symptome zwischen einer Stunde und einer Woche andauern bzw. eine prolongierte Migräneattacke, die länger als 48 Stunden dauert.   

Promotor - Ein Promotor ist ein Abschnitt auf der DNA, der die Expression eines Gens reguliert.  In der Onkologie werden als Promotoren unspezifische oder spezifische Faktoren bezeichnet, die die Wirkung eines Karzinogens steigern, ohne jedoch selbst karzinogen zu sein.

Propriozeptoren - Propriozeptoren gewährleisten die Wahrnehmung der Stellung und Bewegung des Körpers im Raum. Durch sie gelangen Informationen über Muskelspannung, Muskellänge, Gelenkstellung und Bewegung zum Kleinhirn und zum Cortex wo diese unbewusst verarbeitet werden. Zu den Propriozeptoren zählen die Muskelspindel, das Golgi-Sehnenorgan, das Ruffini- und und das Vater-Pacini-Körperchen.

Die Muskelspindeln sind Dehnungsrezeptoren in der Muskulatur. Sie sind für die Messung der Muskellänge und der Veränderungsgeschwindigkeit der Muskellänge verantwortlich. Sie sind in der Muskulatur der Extremitäten, insbesondere in den kleinen Hand- und Fußmuskeln sehr zahlreich vorhanden. Dies ermöglicht vor allem die differenzierte Greiffunktion der Hand. Die Ruffini- und Vater-Pacini-Körperchen befinden sich in den Gelenkkapseln. Sie informieren über die Stellung der Gelenke und deren Bewegungen. Die Golgi-Sehnenorgane befinden sich in den Sehnen. Sie werden bei Muskelkontraktion bzw. Muskeldehnung erregt. http://www.enzyklo.de/Begriff/Propriozeptor  und http://de.wikipedia.org/wiki/Propriozeptor

Protonentherapie - ist eine Form der Strahlentherapie. Mit ihr können Ärzte bestimmte bösartige Tumoren sehr gezielt und damit relativ nebenwirkungsarm bestrahlen.
Die mit positiv geladenen Wasserstoff-Kernen arbeitende Methode ermöglicht es, auch tief im Innern des Körpers liegende Tumoren sehr zielgenau zu bestrahlen. Dies hat den Vorteil, dass das umliegende gesunde Gewebe von der schädigenden Strahlenwirkung weitgehend verschont bleibt, was die unerwünschten Nebenwirkungen reduziert. http://www.apotheken-umschau.de/Protonentherapie

           
Propriozeption - Wahrnehmung von Reizen aus dem Körperinneren   
             
Propulsiv-Petit-mal - siehe West-Syndrom                 

Proteine - Eiweiße 

protrahiert - (in die Länge gezogen) z. B. Verschleppung einer Infektionserkrankung (z.B. Bronchitis) bei unzureichender Behandlung. Auch eine zu lange dauernde Geburt, bei der das Baby gefährdet ist (mehr als 18 Stunden bei der ersten, mehr als 12 Stunden bei folgenden Geburten). In der Pharmakologie benutzt man den Begriff, um Arzneimitteleigenschaften wie Freisetzung, Wirkdauer oder Ausscheidung zu beschreiben.
               
provozierte Anfälle - siehe Gelegenheitsanfälle
               
pseudo-epileptische Anfälle - Anfälle, die wie epileptische Anfälle erscheinen, aber keine sind. "Pseudo" bedeutet normalerweise nicht, dass die Anfälle nur vorgetäuscht werden! Siehe auch psychogene Anfälle.   
             
Pseudo-Lennox-Syndrom - Auch gutartige atypische Epilepsie genannt, weil meist Ausheilung im Laufe der Pubertät. Aber meist trotzdem Rückstände in  psychomotorischer- und Sprachentwicklung.  Anfälle und EEG-Befunde  oft ähnlich dem Lennox-Gastaut-S., daher der Name.  Selten, Beginn im 2. bis 7. Lebensjahr, trifft meist normal entwickelte Kinder, oder solche mit leichten Entwickungs- oder Teilleistungsstörungen, vereinzelt auch solche mit Hirnschäden. EEG ist immer schwer multifokal verändert, besonders im Schlaf. Ungewöhnliche Vielfalt von Anfallserscheinungen mit unterschiedlichem Schwerpunkt: Rolando-Anfälle, generalisierte tonisch-klonische Anfälle, atypische Absencen , myoklonische Anfälle, atonisch-astatische Anfälle und atonische Nickanfälle, Neigung zu Anfallsstaten. Diese und ununterbrochene generalisierte epilepsietypische Aktivität im Schlaf (siehe ESES) können bleibende Entwicklungsstörungen zur Folge haben. Behandlung darum wichtig, aber oft schwierig. 
               
psychisch - die Seele betreffend   
             
psychogen - durch die Seele verursacht   
             
psychogene Anfälle - Seelisch bedingte Anfälle, die epileptischen Anfällen stark ähneln, aber nicht-epileptisch sind. Psychogene Anfälle sind in den meisten Fällen nicht simuliert und auch nicht von den Betroffenen beeinflussbar! Darum nennt man sie auch dissoziative Anfälle. Dies beschreibt den Vorgang im Gehirn, bei dem sich motorische bzw. Bewusstseins-Funktionen in einem von der eigentlichen Person abgespaltenen – „dissoziierten“ – Bereich ereignen. Dissoziative Anfälle können ausschließlich, aber auch neben bzw. gemeinsam mit epileptischen Anfällen auftreten. Die Unterscheidung ist schwierig. Die sicherste Methode besteht in der gleichzeitigen Videoaufzeichnung eines Anfalls und des EEGs, der sogenannten simultanen Doppelbildaufzeichnung, so dass Anfallsverlauf und gleichzeitige etwaige EEG-Auffälligkeiten, die während eines epileptischen Anfalles immer zu beobachten sind, miteinander verglichen werden können.           
     
psychomotorische Anfälle - siehe komplex-fokal       
         
psychosomatische Störung - tatsächliche körperliche Krankheitszeichen oder Erkrankungen, die auf psychischen Faktoren beruhen oder durch diese verstärkt werden. Anders als bei den somatoformen Störungen sind hier die körperlichen Symptome durch einen organischen Befund nachweisbar.

PTT (Partielle Thromboplastinzeit) - Der PTT ist ein Test, mit dem der Arzt einen Teil der Blutgerinnung prüft.

PVS - persistierender vegetativer Status, siehe apallisches Syndrom                 

Pyknolepsie, pyknoleptische Absencen, pyknoleptischer Petit-mal - Absenceepilepsie des Kindesalters mit gehäuft auftretenden Anfällen (pyknos= dicht),  es sind bis zu 100 u. mehr Anfälle pro Tag möglich.




Wenn nicht anders angegeben beziehen sich die Erklärungen auf folgende Quellen: Apotheken-Umschau, Ärztezeitung bzw. Deutsches Ärzteblatt, DocCheckFlexikon, netdoktor.de, PharmaWiki, onmeda, Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch), Wikipedia.
« Letzte Änderung: 20. Juli 2016, 00:21:06 von krimi »
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« Antwort #17 am: 27. Juni 2016, 21:38:27 »
Q

Quick - Der Quick-Wert dient zur Erfassung von Störungen der Blutgerinnung.

Qualitätskontrolle - Kontrolle der Zuverlässigkeit der im klinischen Labor durchgeführten Untersuchungen, umfasst alle Maßnahmen zur Erstellung präziser und richtiger Ergebnisse für die medizinische Diagnostik und Therapie.




Wenn nicht anders angegeben beziehen sich die Erklärungen auf folgende Quellen: Apotheken-Umschau, Ärztezeitung bzw. Deutsches Ärzteblatt, DocCheckFlexikon, netdoktor.de, PharmaWiki, onmeda, Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch), Wikipedia.
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« Antwort #18 am: 27. Juni 2016, 21:52:10 »
R

Radiär - bedeutet "strahlenförmig" bzw. "ausstrahlend".

Radiologie - ein medizinisches Fachgebiet, das alle Bereiche der Bildgebung zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken umfasst.
Während in der medizinischen Bildgebung früher in erster Linie Röntgenstrahlung und für sie empfindliche Filme zum Einsatz kamen - daher die Fachbezeichnung, gehören zur Radiologie heutzutage mehrere verschiedene Bildgebungsverfahren wie Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder Ultraschall (US).
Der entsprechende Facharzt für Radiologie wird als Radiologe bezeichnet.

Rasmussen-Enzephalitis - auch Rasmussen Syndrom oder englisch Chronic Focal Encephalitis (CFE) genannt. Nach Theodore Rasmussen benannte, sehr seltene Entzündung von Teilen der Großhirnrinde, dem sogenannten cerebralen Cortex. Von einem kleinen Bereich aus fortschreitend, betrifft meist nur eine Hirnhälfte. Führt zum Verlust von Nervenzellen mit Narbenbildung und schließlich zu schweren Behinderungen. Betrifft meist Kinder, aber manchmal auch Jugendliche und Erwachsene. Erste Symptome meist fokale Anfälle, später auch neurologische Defizite wie Hemiparesen, Sehstörungen (Hemianopsie), Sprachstörungen und kognitive Störungen. Behandlung mit Medikamenten meist nicht erfolgreich, oft erfolgt darum eine Hemisphärektomie.
                 
Reduktionsdiät - Diät mit dem Ziel, das Körpergewicht zu verringern.
               
Referenzbereich - Zum Vergleich herangezogener Laborwerte-Bereich, innerhalb dessen die Werte der meisten gesunden Menschen liegen. Ein hiervon abweichendes Ergebnis kann auf einen krankhaften Vorgang hindeuten, kann aber unter Umständen durchaus auch für die jeweilige Person völlig normal sein.  Die Werte müssen also vom Arzt immer interpretiert werden und sind nicht automatisch allein für sich stehend bereits aussagekräftig.
                     
Reha, Rehabilitation - Wiedereingliederung, zum Beispiel in den Beruf oder in das soziale Leben bzw. Wiederherstellung oder Förderung der Möglichkeiten zur Teilhabe an der Gesellschaft.   
Mögliche Therapien - Physiotherapie, Ergotherapie, Sprachtherapie, Neuropsychologie, Restitutive Therapie, Kompensatorische Therapie, Sporttherapie, Physikalische Therapie. (s. entsprechende Erklärungen)
             
Relaxation lateinisch: relaxare - entspannen - die Entspannung bzw. Erschlaffung einer kontraktilen Struktur, beispielweise einer Muskelzelle, eines Muskelgewebes oder eines muskulären Organs (Herz, Harnblase).
In der Anästhesie versteht man unter Relaxation die prä- oder intraoperative Muskelentspannung durch Gabe von Muskelrelaxanzien.
In der Radiologie beschreibt der Begriff Relaxation die Entwicklung der Magnetisierung in transversaler und longitudinaler Richtung bei der Kernspintomografie.

Remission - Besserung oder Milderung einer Erkrankung, zeitweise oder dauerhaft, jedoch keine Heilung. Von spontaner Remission spricht man, wenn die Besserung unerwartet eintritt, ohne dass eine medizinische Behandlung die Ursache dafür war. Als komplette Remission bezeichnet man einen Zustand, in dem über einen bestimmten Zeitraum hinweg (z. B. ein halbes Jahr) keinerlei Krankheitszeichen mehr feststellbar sind. Partielle Remission oder Teilremission nennt man in der Onkologie die Verkleinerung eines Tumors.               
 
remittierend - Besserung des Krankheitszustandes oder Heilung                 

Residualepilepsie - siehe symptomatische Epilepsie                 

Residuen - Unter Residuen versteht man in der Medizin meist Beschwerden, die nach Ausheilung einer Erkrankung zurückbleiben. https://befunddolmetscher.de/koerperliche-untersuchung/kopf/2238/Residuen
             
Resorption  (lateinisch: resorbere = aufsaugen) - Die Aufnahme von Stoffen in den Körper, vor allem beim Vorgang der Verdauung, aber auch z. B. über die Haut, sowie die Rück-Aufnahme von Stoffen aus dem Harn ins Blut. International spricht man von Absorption und Reabsorption.     

restitutiv - wiederherstellend

restuitive Therapie - in der Neuropsychologie - stimulierendes und aktivierendes Training der Rektionsschnelligkeit am Computer.
           
retard (lateinisch: retardare = verzögern) - Medikamente in spezieller Zubereitung, bei der der Wirkstoff langsamer über einen längeren Zeitraum hinweg, verzögert oder mit stetig abnehmender Geschwindigkeit freigesetzt wird, um die zeitliche Verteilung des  Medikamentenspiegels im Blut gezielter zu beeinflussen bzw. diesen gleichmäßiger zu gestalten. Außerdem müssen normalerweise nur kurzzeitig wirkende Medikamente in der Retardversion seltener eingenommen werden, was die Compliance erhöhen kann.
               
retardiert / Retardierung / Retardation (lateinisch: retardare = verzögern) - körperlich, geistig und/oder seelisch verzögerte oder verminderte Entwicklung eines Menschen verglichen mit dem des Durchschnitts seiner Altersgenossen, z. B. aufgrund von Behinderungen oder Erkrankungen.
               
retrograd - rückwirkend                 

Rezeptoren (lateinisch recipere = aufnehmen, empfangen) - verschiedenartige, spezialisierte Körperzellen, die im Körper Signale von Botenstoffen erkennen und übertragen. Die verschiedenen Rezeptor-Arten sind jeweils auf bestimmte Signale spezialisiert und funktionieren in übertragenem Sinne ähnlich dem Prinzip eines Schlosses, in das nur eine bestimmte Schlüsselart passt.
             
Rezidiv (lateinisch: recidere = zurückfallen) - Rückfall, Wiederauftreten einer Krankheit nach einer Phase der Besserung
               
rezidivierend (wiederholt auftretend) - man unterscheidet folgende Formen: episodisch, phasenhaft, intermittierend  = wiederkehrend mit zwischendurch vollständiger Genesung (Remission), z. B. Fieber; schubförmig = nach Phasen des Stillstandes folgen immer wieder Phasen der Verschlimmerung, z. B. Multiple Sklerose; zyklisch, rhythmisch, periodisch = in bestimmten Abständen wiederkehrend, z. B. Fieberschübe bei Malaria                 

rhythmisch - siehe rezidivierend     
           
Rigor (lateinisch: Starrheit) - krankhafte Muskelstarre (Hypertonus). Durch eine Fehlsteuerung im zentralen Nervensystem werden gleichzeitig die Muskeln und ihre Gegenspieler aktiviert. (Agonisten-Antagonisten-Koaktivierung)     
           
Rolando-Epilepsie - auch Benigne Epilepsie des Kindesalters mit zentrotemporalen Spikes genannt. Benannt nach dem Italiener Luigi Rolando (1773-1831), der sie erstmals beschrieb. Gutartige Herdepilepsie, gute Prognose, heilt meist bis zur Pubertät aus. Häufigste Form einer Epilepsie im Kindesalter (unter diesen 15-20%). Betrifft 1 von 1000 Kindern im Alter von 2 bis 14 Jahren, meist 4-8 Jahre. Vermehrt betroffen sind Kinder mit Teilleistungsschwächen, motorischen Koordinations- oder Aufmerksamkeitsstörungen. Manchmal gehen Fieberkkrämpfe voraus. Bei Kleinkindern überwiegend sekundär generalisierte tonisch-klonische Anfälle, auch Halbseitenkrämpfe. Im Schulalter vorwiegend Missempfindungen, wie Kribbeln, Taubheitsgefühle in Mund und Gesicht, oft nachfolgende einseitige muskuläre Verspannungen und Zuckungen, oft am Mundwinkel beginnend, auch Würgen, Lallen, vermehrter Speichelfluß und minutenlange  Unfähigkeit zu sprechen trotz erhaltenen Bewusstseins. Häufig Überschneidungen von Rolando-Epilepsien mit verwandten selteneren altersabhängigen idiopathischen Herdepilepsieformen, die auch „Epilepsien aus dem rolandischen Formenkreis“ genannt werden, besonders der Epilepsie mit okzipitalen Herden, dem Pseudo-Lennox-Syndrom, dem ESES und dem Landau-Kleffner-Syndrom.
               
RTW - Rettungswagen                 

Rückenmark - Der Teil des zentralen Nervensystems (ZNS), der innerhalb des Wirbelkanals verläuft. Ist von denselben Häuten umgeben wie das Gehirn.                                 




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« Antwort #19 am: 27. Juni 2016, 22:18:51 »
S
           
Saccharide - siehe Kohlehydrate 
               
Schädelhirntrauma (SHT) - Wirkt eine Gewalt direkt auf den Kopf ein, dann kann ein Schädelhirntrauma (SHT) entstehen. Trauma bedeutet eine körperliche Verletzung durch Gewalteinwirkung, steht aber auch für eine seelische Erschütterung. Bei einem Schädel-Hirn-Trauma werden der Schädelknochen und das Gehirn verletzt. http://www.apotheken-umschau.de/Schaedelhirntrauma

Schläfenlappenanfälle - siehe komplex-fokal                 

schubförmig - siehe rezidivierend

Schwerionen - Die Schwerionentherapie ist eine Form externer Strahlentherapie und erreicht für besonders strahlenresistente Tumorformen größere Heilungschancen als andere Therapien. Der Tumor wird mit einem Strahl aus z.B. Kohlenstoff-Ionen bestrahlt, um die veränderten Zellen abzutöten.
               
sedierend / Sedierung / Sedation (lateinisch: sedare = sinken lassen) - beruhigend, Ruhigstellung. Beruhigende Medikamente nennt man Sedativa. Sie werden in der Anästhesie aber auch bei nervöser Unruhe eingesetzt, die als Symptom von Erkrankungen sowie körperlichen oder psychischen Störungen oder als Nebenwirkung von anderen Medikamenten auftreten kann.       

Sehstörungen - siehe Diplopie
         
Sek. - Sekunden                 

Sellaregion - Sella heißt Sattel. Die Sellaregion ist ein Knochen-Bereich unten innen am Schädel. Dieser Bereich ist wie ein Sattel geformt.
In der Sellaregion liegt eine Drüse, die wichtige Botenstoffe für den Körper bildet. Man nennt diese Drüse Hirnanhangsdrüse.

sensible Anfälle - siehe fokal                 

sensomotorische Anfälle - siehe fokal             
   
sensorische Anfälle - siehe fokal   
             
Sepsis - Blutvergiftung. Folge einer außer Kontrolle geratenen Infektion aufgrund eines Versagen des Immunsystems. Seit 1992 definiert als "Systemisches inflammatorisches Response-Syndrom (SIRS) mit einer nachgewiesenen Infektion". Lebensbedrohlich, 30-50% der Betroffenen sterben trotz Intensivtherapie. Symptome sind bei nachgewiesener Infektion (mindestens zwei der folgenden): Körpertemperatur > 38 °C oder < 36 °C; Herzfrequenz > 90/min; Atemfrequenz > 20/min oder Hyperventilation; Leukozytose (> 12.000 weiße Blutkörperchen/mm3) oder Leukopenie (< 4.000/mm3) oder > 10 % unreife neutrophile Granulozyten im Differentialblutbild. Eine schwere Sepsis zeigt zusätzlich mindestens eines der folgenden Symptome: Hirnschädigung (Enzephalopathie): eingeschränkte Vigilanz (Wachheit, Aufmerksamkeit), Desorientiertheit, Unruhe, Delirium; Abfall der Blutplättchen (Thrombozytopenie): innerhalb von 24 Stunden Abfall der Thrombozyten um mehr als 30 % oder Thrombozytenzahl < 100.000/mm3 bei Ausschluss einer Erkrankung des Immunsystems oder einer akuten Blutung; starker Blutdruckabfall (systolischer arterieller Blutdruck < 90 mmHg oder mittlerer arterieller Blutdruck < 70 mmHg über mind. 1 Stunde trotz Zufuhr von Blutkonserven, keine anderen Schockursachen) (= Septischer Schock); Sauerstoffmangel (Hypoxie) trotz Sauerstoffverabreichung, bei Ausschluss einer kardialen oder pulmonalen Vorerkrankung; akutes Nierenversagen; Metabolische Azidose (Übersäuerung des Blutes und des Körpers).

septisch - eine Blutvergiftung bildend 
             
Serotonin - einer der Neurotransmitter (Nervenbotenstoffe) und zugleich ein Hormon. Er spielt eine Rolle bei der Steurung vielfältiger Vorgänge im menschlichen Körper, unter anderem reguliert es (auch unter der Beteiligung anderer Stoffe) die Stimmung, die Weite von Blutgefäßen und die Blutgerinnung, die Verdauung, den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Körpertemperatur, die Sensorik, die Schmerzempfindung und -verarbeitung, den Appetit, das Sexualverhalten, die Hormonsekretion. Störungen im Serotoninhaushalt sind unter anderem beteiligt an der Entstehung von Depressionen, Migräne und manchen Tumorarten.
               
Serumspiegel - siehe Spiegel           

Sharp waves - etwas breitere scharfe Wellen (anderer Ausdruck "steile Wellen"), Dauer etwa 70 - 200 Millisekunden.

SHT - Schädelhirntrauma

Sinus sagitalis  superior - intraduraler venöser Blutleiter des Gehirns. http://flexikon.doccheck.com/de/Sinus_sagittalis_superior

SIRS - Systemisches inflammatorisches Response-Syndrom, siehe Sepsis                 

sklerosierend - verhärtend                 

SMEI - schwere myoklonische Epilepsie im Kindesalter, siehe Dravet-Syndrom                 

sog. - sogenannte
                 
somatisches Nervensytem - Der Anteil des Nervensystems, der im Gegensatz zum vegetativen nervensystem für die bewusste Wahrnehmung von Umweltreizen und Reizen aus dem Körperinneren, für die bewusste oder willkürliche Steuerung motorischer Funktionen sowie für die bewusste Nachrichtenverarbeitung (Integration) zuständig ist.     
           
somatoforme Störungen - Störungen, bei denen es bei körperlich gesunden Menschen durch seelische Belastungen zu Beschwerden und Krankheitszeichen kommt, die wie körperliche Krankheiten aussehen. Auch Konversionsstörung genannt. Siehe auch Dissoziation. Anders als bei den psychosomatischen Störungen sind hier die körperlichen Symptome nicht durch einen organischen Befund nachweisbar.           
     
somnolent - schläfrig, aber leicht weckbar                 

Sopor - tiefer Schlaf, nur durch starke Reize (z.B. Schmerz) weckbar
               
Spasmus - siehe Spastik                 

Spastik (griechisch: spasmos = Krampf, latinisiert: Spasmus, deutsche Mehrzahl: Spasmen) - Spastik bzw. Spastizität bedeutet eine krankhaft erhöhte Eigenspannung (Verkrampfung) der Skelettmuskulatur (Hypertonus), die immer auf einer Schädigung des Gehirns oder des Rückenmarks beruht. Die Spannung wird bei Spastiken umso höher, je schneller der Muskel passiv gedehnt wird (im Gegensatz zum Rigor, der geschwindigkeitsunabhängig ist).
               
SPECT (Single Photon Emission Computed Tomography) - Bildgebendes Verfahren, bei dem Schnittbilder des Körpers erzeugt werden. Ähnlich wie bei der PET wird die Verteilung einer leicht radioaktiv markierten Substanz im Körper beobachtet, um Stoffwechselabläufe diagnostisch untersuchen zu können.
                 
spezifisch - besonders kennzeichnend oder charakteristisch oder wirksam für einen ganz bestimmten Sachverhalt oder eine bestimmte typische Person oder Situation   
             
Spiegel - Die Konzentration eines Medikamentenwirkstoffes im Blut. Seine Kontrolle (durch Blutentnahme) erleichtert bei vielen Epilepsie-Medikamenten die ärztliche Überprüfung der Dosierung, ist aber nicht bei allen Medikamenten sinnvoll und hilfreich. Der höchste Wert der Konzentration, die Spiegelspitze, wird meist einige Stunden nach der Einnahme des Medikamentes erreicht, da es zunächst rasch aus dem Darm aufgenommen wird. Danach sinkt der Spiegel durch Abbauprozesse im Körper allmählich wieder ab. Der Spiegel kann verlässlich erst bestimmt werden, wenn das Fließgleichgewicht erreicht ist (englisch: steady state), also die Zufuhr und der Abbau des Medikamentes so ausgeglichen sind, dass ein einigermaßen konstanter Pegel im Blut erreicht wird. Wie lange dies dauert, hängt vor allem von der Halbwertzeit des Medikamentes ab. Diese bezeichnet die Zeitdauer, die es benötigt, bis die Hälfte eines vom Körper aufgenommenen Wirkstoffes wieder abgebaut oder ausgeschieden wurde, welche je nach Medikament sehr unterschiedlich ist. Das Fließgleichgewicht wird meist ungefähr nach dem Fünffachen der Halbwertszeit eines Medikamentes erreicht.                 

Spinalnerven - Aus dem Rückenmark (lateinisch: Medulla spinalis) entspringende Nerven, gehören zum peripheren Nervensystem (PNS).               

Spikes - sind scharfe und kurze Ausschläge im EEG, von weniger als 0,07 Sekunde, Dauer (20 bis 70 Millisekunden)

Sporttherapie - Kraft (Muskelaufbau), Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit verbessern

Sprachtherapie - Sprach- und Sprechstörungen (Aphasie oder Dysarthrie), Stimmstörungen (Dysphonie), Schluckstörungen (Dysphagie) und auch Lähmungen der Gesichts-, Mund- und Zungenmuskulatur (Facialisparese) werden behandelt.
 
SPZ - Sozialpädiatrisches Zentrum (Städtische Einrichtung mit Amtsärzten und Heilpädagogen etc. zur ambulanten Untersuchung und therapeutischen Behandlung von Säuglingen und Kindern bzw. Beratung ihrer Eltern) 
               
stationär ( lateinisch: statio = Stillstehen) - Aufnahme/Behandlung über mindestens eine Nacht hinweg in einer Einrichtung wie z. B. einem Krankenhaus oder einem Pflegeheim.   
             
Status, Status epilepticus - Normalerweise dauern epileptische Anfälle je nach Art Bruchteile von Sekunden bis wenige Minuten. Wenn sie ungewöhnlich lange dauern oder so schnell aufeinander folgen, daß der Betroffene sich zwischenzeitlich nicht davon erholt, nennt man dies Status (lateinisch: Zustand). Jede Anfallsform kann auch als Status auftreten und dabei viele Minuten, Stunden oder sogar Tage dauern. Häufigste Ursache von Staten ist das plötzliche Weglassen antiepileptischer Medikamente. Staten müssen immer so schnell wie möglich ärztlich behandelt werden,  weil sie dauerhafte Schäden verursachen können. Mit einem Status epilepticus ist der Grand-mal-Status gemeint. Dieser ist lebensbedrohlich.     
           
Std. - Stunden                 

Stenose - Verengung eines hohlen Körperorgans, z. B. von einem Blutgefäß, Wirbelkanal, Darm etc.

stenosierend - einengend, verengend

Stereotaxie - "Verfahren zur räumlich gezielten, exakten Steuerung von Bestrahlungen oder Eingriffen."
(S. 36; A-B-C der Fachbegriffe und Fremdwörter in der Krebsmedizin; Herausgeber: Krebsinformationsdienst Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg; 3. überarbeitete Auflage 6 / 2004)

"Neurochirurgisches Verfahren, das zu Diagnose- und Behandlungszwecken eingesetzt wird. Dabei wird der Kopf des Patienten in einem Stereotaxierahmen befestigt. ..."
(S. 96; Krebswörterbuch; Blauer Ratgeber 041 der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Krebsgesellschaft; Erklärung von Fachausdrücken; Stand 10 / 2014; ISSN 0946-4816)

Stereotaxie in der Neurochirurgie
Als Stereotaxie bezeichnet man Behandlungsmethoden, bei denen durch bildgesteuerte (Röntgen/Durchleuchtung, CT, MRT) und computerassistierte Zielführungssysteme eine genaue  Lokalisationskontrolle möglich ist, so dass eine sehr exakte Bestrahlung (stereotaktische Radiotherapie) oder Operation (stereotaktische Hirnoperation) erfolgen kann.
http://flexikon.doccheck.com/de/Stereotaxie

Stereotaxierahmen - Metallrahmen, der unter Lokalanästhesie am Kopf befestigt wird. Wesentlich für die Genauigkeit der Zielfindung bei stereotaktischer Probeentnahme, stereotaktisch geführter Operation oder Bestrahlung.
               
Stille Feiung - Immunantwort des Körpers bei einer symptomlosen (asymptomatischen, inapparenten oder stummen) Infektion mit einem Krankheitserreger. Der Betroffene wird aufgrund einer Abwehrreaktion seines Immunsystems gegen die Erreger der Infektionskrankheit immun, ohne Krankheitszeichen zu entwickeln. Natürlicher Vorgang, der ähnlich einer Impfung abläuft.
               
Stimuli - Reize                 

Stoffwechsel - siehe Metabolismus                 

subakut - Krankheit mit klinisch weniger heftiger Symptomatik als akut, mit einer Dauer von zwei bis vier Wochen.   
             
subchronisch - Im Prinzip chronische Erkrankung, aber mit geringer ausgebildeter Symptomatik                 

subklinisch - Die Erkrankung zeigt nur sehr geringe, nicht offensichtliche, nur unterschwellig auftretende klinische Symptome.     
           
SUDEP (englisch: Sudden Unexpected/Unexplained Death in Epilepsy) - Plötzlicher unerwarteter und ungeklärterTod bei Epilepsie, nicht als direkte Folge eines Anfall-Status und unter sonst normalen Umständen, ohne sonstige Erkrankung, die den Tod erklären könnte. Risiko für Erwachsene 1/500 -1000 pro Jahr und Betroffenem, bei Kindern deutlich geringer (ca. 0,2 / 1000 pro Jahr). Vorkommen meist nachts und im Schlaf, auch ohne Zeichen eines Anfallsereignisses. Risikofaktoren u.a.: Alter zw.15 - 40 Jahre, symptomatische Epilepsie, männl., längere Epilepsiedauer,  häufige Grand mal-Anfälle, auch komplex-fokale Anfälle, Alkoholmissbrauch, niedriger Medikamentenspiegel, plötzliches Absetzen der Medikamente, schlechte Compliance. Ursache unklar, diskutiert wird u.a. Versagen des autonomen Nervensystems keine Aufrechterhaltung des Herzschlags.
                 
Suizid - Freitod, das absichtliche Beenden des eigenen Lebens.                 

suizidal, Suizidalität - Auch Lebensmüdigkeit genannt.  Seelischer Zustand, in dem Gedanken, Phantasien, Impulse und Handlungen sich darauf richten, gezielt den eigenen Tod herbeizuführen. Psychiatrische Behandlung ist in einem solchen Fall unbedingt erforderlich.   
             
Sulcus - Hirnfurche zwischen Hirnwindungen, besonders ausgeprägt auch zwischen den Hirnlappen, Mehrzahl Sulci                 
Sultiam             
     
Symptom (griechisch: symptoma = Begleiterscheinung, syn = zusammen, pipto = fallen, ptoma = Fall) - Zeichen oder Merkmal, das auf eine Erkrankung oder Verletzung hinweist. Die Gesamtheit der verschiedenen gemeinsam auftretenden Symptome nennt man das klinische Bild oder die Symptomatik.   
             
symptomatische Behandlung - Eine symptomatische Behandlung versucht, die Symptome zu beseitigen oder zu verbessern, also bei Epilepsien die Anfälle zu vermindern, wenn eine kausale Behandlung mit Beseitigung der Ursachen nicht möglich ist.
                 
symptomatische Epilepsie - Ursachen symptomatischer Epilepsien sind Wirkungen oder Nachwirkungen von Hirnschädigungen, z. B. durch Hirnverletzungen, Krankheiten,  hirnorganische Fehlbildungen. Diese sind oft, aber nicht immer im MRT nachweisbar.
               
Syndrom - Erkrankung mit bestimmtem Merkmalsmuster. Bei Epilepsien werden die Syndrome u. a. unterteilt nach den unterschiedlichen Anfallsarten, Erkrankungsalter, Auslöser, Ursache und Verlauf.   
             
synchron - gleichzeitig (ablaufend).

Synkope - Ohnmachtsanfall durch Kreislaufschwäche, z. B. bei niedrigem Blutdruck oder Erschrecken)         
       
Synonym - anderes Wort mit gleicher Bedeutung                 

Synthese - Herstellung   
             
Szintigrafie / Szintigramm - Bildgebende Darstellung, bei der eine leicht radioaktiv markierte Substanz in den Körper eingebracht wird, der sich in den Gewebeteilen, die aufgenommen werden sollen, anreichert. Die Strahlenbelastung ist hierbei meist geringer als bei einer normalen Röntgenaufnahme.





Wenn nicht anders angegeben beziehen sich die Erklärungen auf folgende Quellen: Apotheken-Umschau, Ärztezeitung bzw. Deutsches Ärzteblatt, DocCheckFlexikon, netdoktor.de, PharmaWiki, onmeda, Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch), Wikipedia.
« Letzte Änderung: 02. Oktober 2017, 01:36:04 von krimi »
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« Antwort #20 am: 27. Juni 2016, 22:30:17 »
T

taktil - Oberflächensensibilität - die Wahrnehmung von Reizen über in der Haut liegende Rezeptoren. Diese Rezeptoren werden in Mechano-, Thermo- und Schmerzrezeptoren unterteilt, mit deren Hilfe Druck, Berührung und Vibrationen, sowie Temperatur und Schmerz wahrgenommen werden können. http://de.wikipedia.org/wiki/Taktil

tardiv - langsamer oder verzögerter Eintritt der Erkrankung, z.B. Spätdyskinesien, die lange Zeit nach der Gabe von Neuroleptika auftreten können.           

Target (englisch für „Ziel“) (Biologie) - ist ein Biomolekül, an das ein Wirkstoff binden kann. Der Wirkstoff entfaltet genau dadurch seine Wirkung. Wirkstoffe können beispielsweise Arzneistoffe sein, so dass Targets eine wichtige Rolle in der Arzneimittelforschung spielen.   https://de.wikipedia.org/wiki/Target_(Biologie)
   
Tassinari-Syndrom - siehe ESES 
               
teilstationär - Eine Behandlung oder Aufnahme in einer Einrichtung bzw. Klinik über einen längeren Zeitraum hinweg, bei der der Patient jedoch zwischenzeitlich nach Hause entlassen wird, z. B. jede Nacht oder jedes Wochenende. Beispielsweise bei Versorgung/Betreuung in einer Tagesklinik.   
 
temporal - zur Schläfe hin gelegen
             
Temporallappen - Schläfenlappen des Gehirnes, unten und seitlich liegender Teil des Großhirns. Enthält den primären auditorischen Cortex, (wichtig für das Hörvermögen), das Wernicke-Sprachzentrum (wichtig für das Sprachverständnis) und wichtige Strukturen für das Gedächtnis.                 

Temporallappenanfälle - siehe komplex-fokal 
               
terror-fits - Siehe gutartige psychomotorische Epilepsie 
               
therapeutische Breite - Der Spielraum zwischen Unter- und Überdosierung bei der Dosierung eines Medikamentes, der zur Verfügung steht zur Erzielung der gewünschten Wirkung bei möglichst niedriger Nebenwirkung.   

therapiefraktär, therapieresistent - Die Erkrankung ist mit den normalerweise angewendeten Methoden nicht oder nicht mehr behandelbar oder nicht ausreichend beeinflussbar. In manchen Fällen besteht dann noch Hoffnung auf Hilfe durch seltener angewendete, aber oft auch besonders aufwendige oder riskante Methoden. Das ist aber durchaus nicht immer der Fall. Beim Vorliegen einer Epilepsie beispielsweise sind die gewöhnlichen Methoden eine Behandlung durch antiepileptisch wirkende Medikamente. Hiermit kann ca. 70% der Patienten geholfen werden. Unter ganz bestimmten Voraussetzungen kann im Falle einer Therapieresistenz ein epilepsiechirurgischer Eingriff eine Linderung des Anfallsgeschehens oder gar Anfallsfreiheit herbeiführen. Vielen anderen therapieresitenten Patienten kann jedoch leider nicht auf diese Weise geholfen werden. Viele Patienten mit einer therapieresistenten Epilepsie müssen lernen, mit ihrer Erkrankung zu leben.

Theta-Wellen - sind ein Signal im Frequenzbereich zwischen 4 und <8 Hz. Sie treten vermehrt bei Schläfrigkeit und in den leichten Schlafphasen auf. Im Wachzustand sind sie bei Kleinkindern natürlich, bei Erwachsenen können sie auf eine Hirnfunktionsstörung oder eine Hirnläsion hinweisen.
             
Toddsche Lähmung - Die Toddsche Lähmung (oder Toddsche Parese oder epileptische Hemiplegie oder epileptische Paralyse oder postiktale Parese) ist eine vorübergehende Lähmung, die manchmal im Anschluss an fokale epileptische Anfälle mit fokal motorischen Komponenten oder sensiblen Symptomen oder auch nach generalisierten Anfällen (Grand Mal) auftritt. Sie ist benannt nach ihrem Erstbeschreiber, dem Arzt Robert Bentley Todd (1809-1860). Es handelt sich dabei um vorübergehende Lähmungen eines Armes oder Beines oder auch einer ganzen Körperseite oder auch andere neurologische Ausfälle wie z.B. Aphasie (Sprachstörung) oder Gesichtsfeldausfall. Die Ursache ist nicht geklärt, man vermutet eine neuronale Erschöpfung aufgrund der erhöhten metabolischen Aktivität des entladenden Fokus oder eine erhöhte Hemmung in der Herdregion. Sie dauert bei Kindern meist nur wenige Minuten, kann mit zunehmendem Alter aber länger anhalten. Bei alten Menschen manchmal bis zu mehrere Tage. Aber sie ist auf jeden Fall reversibel, geht also immer nach einer Weile wieder weg.
Abgrenzen muss man sie zu einem ischämischen Schlaganfall (Hirninfarkt) durch Durchblutungsstörungen im Gehirn, der im Gegensatz zu der Toddschen Lähmung bekanntlich gefährlich ist und sofort behandelt werden muss.                 

Toddsche Parese - siehe Toddsche Lähmung
                 
tonisch - Bei tonischen Anfällen verkrampfen die Muskeln steif. Gefährlich können sie werden, wenn Betroffene dabei plötzlich unkontrolliert und ungeschützt stürzen und sich dadurch manchmal auch schwere Verletzungen zuziehen. Darum tragen Betroffene zum Teil einen den Kopf schützenden Helm. 
               
tonisch-klonisch - Hier geht ein tonischer in ein klonischen Anfall über. D. h. bei dem Betroffenen treten zuerst steife Verkrampfungen der Muskeln auf und danach längerdauernde, rhythmische Muskelzuckungen. Dies kommt vor allem bei einem Grand Mal vor (siehe dort). 
               
Tonus - Die natürliche Muskelspannung, welche der Körper im Wachzustand ständig aufrecht erhält. 
               
Topamax - Medikament gegen Epilepsie mit dem Wirkstoff Topiramat. Wird beim Lennox-Gastaut-Syndrom und bei Erwachsenen und Jugendlichen als Zusatzmedikament bei fokalen und generalisierten Anfällen eingesetzt. Auch für die Prophylaxe von Migräne-Anfällen verwendet.

topografisch – in der Medizin: die Lage der Organe oder bestimmter Gewebestrukturen zueinander, topografische Anatomie, siehe Anatomie, Makroskopische Anatomie (Die Maskroskopische Anatomie beschäftigt sich mit dem Aufbau des Menschen, von Tieren oder Pflanzen, und zwar mit allen Dingen, die man mit dem bloßen Auge sehen kann.

topografische Anantomie (von griechisch: topos – Ort) - eine Methodik der Anatomie, welche die Strukturen des Körpers nach ihren räumlichen Lagebeziehungen zueinander beschreibt.

Durch die Kenntnis der Topografie des menschlichen Körpers lernt der Arzt, welche Organe oder Leitungsbahnen in welcher Schicht anzutreffen sind und welche Strukturen ihm in ihrer Nachbarschaft begegnen. Die topografische Anatomie vermittelt somit eine räumliche Vorstellung des menschlichen Körpers.

Die Anatomie kann weiter in Teilgebiete untergliedert werden, die sich genauer mit verschiedenen Aspekten des menschlichen Körpers beschäftigen, z.B.

•   Makroskopische Anatomie: Grobstruktur des Körpers
•   Mikroskopische Anatomie: Feinstruktur der Gewebe (Histologie)
•   Embryologie: Entwicklung des Embryos
•   Neuroanatomie: Aufbau des Nervensystems
•   Zellanatomie: Aufbau der Zelle und Zellorganellen

Mehr hier: http://flexikon.doccheck.com/de/Topografische_Anatomie
https://de.wikipedia.org/wiki/Anatomie#Makroskopische_Anatomie

Torsion -Torsion in der Biologie: wie in der Medizin die Verdrehung eines Organes.
         
Toxin - Für den Körper eines Lebewesens giftig wirkende organische Substanz.     

Tracer - Ein Tracer (engl. trace = Spur) ist eine künstliche, oft radioaktiv markierte körpereigene oder körperfremde Substanz, die nach Einbringung in den lebenden Körper am Stoffwechsel teilnimmt und darüber unterschiedlichste Untersuchungen ermöglicht oder erleichtert. Wegen der minimalen Stoffmenge werden dabei die Körperfunktionen nicht gestört.
           
transitorisch - vorübergehende Störung

translatorisch - Bewegungen, welche geradlinig ablaufen und ein Fortschreiten des bewegten Körpers bewirken.
               
Tremor (lateinisch: tremere = zittern) - Unterschiedlich starkes oder schnelles Zittern von Körperteilen durch unwillkürliche, streng rhythmische und sich wiederholende Kontraktionen von Muskelgruppen als Gegenspieler zueinander. Ein Tremor kommt auch natürlich vor (z. B. beim Frieren) und muss nicht krankhaft sein. Er tritt aber u. a. auch als Symptom verschiedener neurologischer Störungen auf und kann Medikamentennebenwirkung sein.   

Trepanation - Siehe Kraniotomie

TSH - ist ein in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) produziertes Hormon. Der Wert verrät, ob die Schilddrüse in ausreichendem Maß Hormone produziert und ob eine Schilddrüsenunterfunktion oder -überfunktion vorliegt. http://www.apotheken-umschau.de/laborwerte/tsh

Tumor - Der Begriff „Tumor" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Geschwulst" oder „Anschwellung". Ganz allgemein bezeichnet das Wort Tumor eine Zunahme des Volumens eines Gewebes - unabhängig davon, wie sie zustande gekommen ist. Eine Schwellung der Hautoberfläche bei einer Entzündung nennen Mediziner also ebenfalls „Tumor". Im engeren Sinne beschreibt der Begriff Tumor körpereigene Zellen, die sich selbstständig vermehren und immer weiter wachsen. http://www.internisten-im-netz.de/de_was-ist-ein-tumor-_1230.html




Wenn nicht anders angegeben beziehen sich die Erklärungen auf folgende Quellen: Apotheken-Umschau, Ärztezeitung bzw. Deutsches Ärzteblatt, DocCheckFlexikon, netdoktor.de, PharmaWiki, onmeda, Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch), Wikipedia.
« Letzte Änderung: 20. Juli 2016, 00:26:18 von krimi »
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« Antwort #21 am: 27. Juni 2016, 22:35:55 »
U   
     
u.a. - unter anderem, und anderen                 

u.s.w. - und so weiter                 

u.U. - unter Umständen                 
                 
überdurchschnittliche Begabung - entspricht einem IQ zwischen 115 und 129. Siehe auch: Intelligenz, Hochbegabung
                 
ulzerierend - Geschwüre bildend                 

unprovozierte Gelegenheitsanfälle - siehe Gelegenheitsanfälle 
                               
unspezifische Auffälligkeiten - gemeint ist, dass der der Arzt eine Veränderung beobachtet hat, ohne diese aber einer bestimmten Diagnose zuordnen zu können                 




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« Antwort #22 am: 27. Juni 2016, 22:44:30 »
V
     
v. - von                 

v.a. - vor allem                 

V a. - Verdacht auf 
               
Vagusnervstimulator - kleiner Impulsgeber, der unterhalb des linken Schlüsselbeines eingepflanzt wird und über eine Elektrode am Hals den Nervus vagus, den 10. Hirnnerven, mit leichten elektrischen Impulsen reizt. Dies kann vor allem bei fokalen Epilepsien das Anfallsgeschehen positiv beeinflussen. Ausführliche Infos siehe z. B. hier: http://www.uniklinik-freiburg.de/epilepsie/live/therapie/vagusnervstimulator.html   
             
Valproat - Wirkstoff von Medikamenten gegen Epilepsie (Handelsnamen: Ergenyl, Orfiril)   
             
Valproinsäure - siehe Valproat 
               
vegetatives Nervensystem - auch autonomes Nervensystem (ANS). Steuert im Gegensatz zum somatischen Nervensystem biologisch festliegende, automatisch ablaufende Anpassungs- und Regulationsvorgänge im Körper, wie Blutdruck, Herzschlag, Atmung etc.       
           
Vene - Ader, die zum Herzen zurück führt mit sauerstoffarmem, "verbrauchtem" Blut   
             
Ventrikel - Teile eines Organs, die einen Hohlraum bilden: Ventriculus cerebri = Gehirnkammer, Hirnventrikel; Ventriculus cordis = Herzkammer; Ventriculus laryngis = seitliche Ausbuchtungen in dem Hohlraum, den der Kehlkopf bildet. Im Gehirn gibt es vier Ventrikel: zwei Seitenventrikel (laterale Ventrikel) im Großhirn, die wiederum unterteilt sind in: Vorderhorn (Cornu anterius), Mittelteil (Pars centralis, Cella media), Hinterhorn (Cornu posterius) und Unterhorn (Cornu inferius); der Dritte Ventrikel (Ventriculus tertius) liegt in dem Zwischenhirn genannten Bereich im Zentrum des Gehirns; der Vierte Ventrikel (Ventriculus quartus) liegt ganz unten in der Mitte in dem Teil des Gehirns, der Rautenhirn genannt wird. Alle vier Ventrikel sind miteinander verbunden und mit Hirnflüssigkeit, dem sogenannten Liquor, gefüllt. 

Verlangsamungen der Grundaktivität - entspricht einer Verlangsamung gegenüber einer "normalen Hirnaktivität"
               
versive Anfälle - siehe fokal                 

Vestibularapparat - siehe Gleichgewichtsorgan.

vgl. - vergleiche                 

vglw. - vergleichsweise                 

Virulenz  (lateinisch: virulentus = voller Gift) - Das Maß der Fähigkeit eines Krankheitserregers, eine Krankheit auszulösen.
Leicht virulent = viele Erreger werden dafür benötigt, hoch virulent = wenige Erreger sind hierfür erforderlich.     
         
visuell - "das Sehen betreffend" bzw. "die optische Wahrnehmung betreffend".

visuelle Aufmerksamkeit - siehe Augenbewegungen

vllt. - vielleicht                                 

VNS - Vagusnervstimulator, siehe dort oder vegetatives Nervensystem, siehe dort.                 

VPA - Valproat, siehe dort                 




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« Letzte Änderung: 20. Juli 2016, 00:59:56 von krimi »
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« Antwort #23 am: 27. Juni 2016, 22:48:04 »
W

Wachkoma - siehe apallisches Syndrom     
           
Watanabe-Epilepsie - Auch gutartige fokale Säuglingsepilepsie genannt. Seltene, oft ererbte Epilepsieform mit einfach- und komplex-fokalen sowie sekundär generalisierten Anfällen, die bei Babys im Alter von 2-24 Monaten auftreten kann und meist nach wenigen Monaten ausheilt. Meist ist keine oder nur kurzzeitige Behandlung erforderlich. 
               
Wechselwirkungen - Gegenseitiges Beeinflussen von gleichzeitig oder zeitlich kurz hintereinander eingenommenen Medikamenten. Entscheidend beim zeitlichen Abstand ist, wie lange der Abbau der einzelnen Medikamente im Körper benötigt und wie schnell der Wirkstoff des anderen vom Körper aufgenommen wird. Das kann sehr unterschiedlich sein. Nicht alle Medikamente beeinflussen einander, manche aber so sehr, dass dies gefährliche Auswirkungen haben kann.   
             
Wendeanfälle - siehe fokal     
                           
West-Syndrom - benannt nach dem Erstbeschreiber William James West, auch Propulsiv-Petit mal, BNS-Anfallsleiden ("Blitz-Nick-Salaam"-Anfälle), maligne Säuglingsepilepsie, infantile Spasmen genannt. Schwere, meist durch oft angeborene Schädigungen oder Entwicklungsstörungen des Gehirns verursachte Epilepsieform des Kindesalters. Diese Epilepsieform ist schwer behandelbar und nimmt oft einen schweren Verlauf, zum Teil leider auch tödlich. In etwa der Hälfte der Fälle geht das West-Syndrom später in ein Lennox-Gastaut-Syndrom über. Oft bleiben die betroffenen Kinder erheblich in ihrer Entwicklung zurück.   
                         
WW - Wechselwirkungen von Medikamenten                                 




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Antw:Medizinische Fachbegriffe von A bis Z
« Antwort #24 am: 27. Juni 2016, 22:49:30 »
X       

Xerophthalmie - Augenerkrankung durch Vitamin-A-Mangel

Xerosis - Austrocknung von Gewebe




Wenn nicht anders angegeben beziehen sich die Erklärungen auf folgende Quellen: Apotheken-Umschau, Ärztezeitung bzw. Deutsches Ärzteblatt, DocCheckFlexikon, netdoktor.de, PharmaWiki, onmeda, Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch), Wikipedia.
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Antw:Medizinische Fachbegriffe von A bis Z
« Antwort #25 am: 27. Juni 2016, 22:50:12 »
Y       





Wenn nicht anders angegeben beziehen sich die Erklärungen auf folgende Quellen: Apotheken-Umschau, Ärztezeitung bzw. Deutsches Ärzteblatt, DocCheckFlexikon, netdoktor.de, PharmaWiki, onmeda, Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch), Wikipedia.
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Antw:Medizinische Fachbegriffe von A bis Z
« Antwort #26 am: 27. Juni 2016, 22:54:08 »
Z

z.B. - zum Beispiel                 

Z.n. - "Zustand nach". Z. B. Zustand nach Operation, Zustand nach Mammakarzinom, Zustand nach Stoma-Rückverlegung, Zustand nach Reanimation etc.
               
Zelltod - siehe Apoptose und Nekrose

zentrales Nervensystem (ZNS) - Gehirn und Rückenmark. Das zentrale Nervensystem wird durch Knochen und die Blut-Hirn-Schranke vor schädigenden äußeren Einflüssen geschützt. Der Teil des Nervensystems, der außerhalb des Gehirns und Rückenmarks liegt, bildet im Gegensatz dazu das periphere Nervensystem. Die Unterscheidung bezieht sich auf die Lage, macht aber aus medizinischer/anatomischer/funktionaler Sicht nur begrenzt Sinn.           
     
zentralisierend - Bei einer Schockreaktion aufgrund großer Blutverluste zentralisiert der Blutkreislauf als Folge des Blutdruckabfalls: Er konzentriert sich auf die Versorgung der lebenswichtigen Organe wie Herz und Gehirn. Sichtbares Zeichen ist die Blässe der Haut.   
             
Zieldosis - Die Dosis, die beim Eindosieren eines Medikamentes angestrebt wird, weil sie erfahrungsgemäß die beste Wirkung bei möglichst geringer Nebenwirkung verspricht. Manchmal wird eine zunächst hohe Zieldosis, die zum Eintritt der Wirkung notwendig war, nach einer Zeit der Eingewöhnung vorsichtig wieder etwas reduziert, um mögliche Nebenwirkungen zu vermindern.                 

ZNS - zentrales Nervensystem, siehe dort.                 

Zusatztherapie - siehe Kombinationsbehandlung                 

zyklisch - siehe rezidivierend

Zytoplasmafortsätze - der gesamte lebende Inhalt einer Zelle




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