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Autor Thema: Medizinische Fachbegriffe von A bis Z  (Gelesen 19950 mal)

Offline krimi

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Medizinische Fachbegriffe von A bis Z
« am: 26. Juni 2016, 17:09:19 »
Liebe Forumnutzer,

mit diesem Thread „Medizinische Fachbegriffe von A bis Z“  entsteht ein Thread in dem jeder schnell  Erklärungen zu Fachbegriffen erhalten kann.
Dieser Thread wird fortlaufend ergänzt oder auch erneuert.
Sollten euch noch Begriffe einfallen oder Fehler bemerkt werden, dann informiert bitte die Moderation.

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« Letzte Änderung: 26. Juni 2016, 17:56:01 von krimi »
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Offline krimi

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Antw:Medizinische Fachbegriffe von A bis Z
« Antwort #1 am: 26. Juni 2016, 17:28:21 »
A

a.c. ante cenam - auf Rezepten: vor den Mahlzeiten, vor dem Essen

Ab. - Antibiotikum

Abduktion - Unter Abduktion versteht man die seitliche Wegführung bzw. das Abspreizen eines Körperteils von der Körpermitte oder der Längsachse einer Extremität. Die Abduktion findet in der Frontalebene statt.

ABR - Akute Belastungsreaktion.           

Absencen (franz. „Abwesenheit“) - Epileptischer Anfall mit kurzer Bewusstseinspause.
Absencen auch "kleine Anfälle" oder "Petit mal" (französisch: "kleines Übel") genannt. (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Epilepsie#Anfallsformen)

Abszess - Ein Abszess ist eine Ansammlung von Eiter in einem neu gebildeten Gewebshohlraum – so steht es in medizinischen Lehrbüchern. Eiter besteht unter anderem aus Immunzellen und Bakterien. Er entsteht meist, wenn Krankheitserreger in den Körper eingedrungen sind und sich vermehren. Das körpereigene Immunsystem bekämpft die Erreger, löst eine Entzündungsreaktion aus. Dabei entsteht Eiter, der "Zellmüll" und Abwehrzellen enthält. Bildet sich dabei ein neuer Hohlraum im Gewebe, sprechen Mediziner von einem Abszess.  (http://www.apotheken-umschau.de/abszess)

abszedierend - Ein Abszess bildend.

Acetylcholin - Wichtigster Neurotransmitter (Botenstoffe) des peripheren Nervensystems.
               
ACTH - adrenocorticotropes Hormon = Hormon der Hirnanhangsdrüse, das die Nebennierenrinde veranlasst, vermehrt Cortisol und weitere Hormone zu bilden und abzugeben, die auf die Organentwicklung und den Stoffwechsel unter anderem krampfhemmend einwirken. Der dem natürlichen ACTH weitgehend entsprechende, synthetisch hergestellte Wirkstoff Tetracosactid wird intramuskulär gespritzt. Wird bei schwer beherrschbaren Epilepsien wie dem West-Syndrom, Lennox-Gastaut, ESES, Landau-Kleffner eingesetzt. Hat erhebliche Nebenwirkungen.
               
AD - Antidepressiva (Medikamente gegen Depressionen)

Adaptation der Pupillen - Unter Adaptation (lat. adaptare „anpassen“) versteht man beim Auge dessen Anpassung an die im Gesichtsfeld vorherrschenden Leuchtdichten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Adaptation_(Auge)
               
ÄD - Ärztlicher Dienst   
             
ADD - (englisch: Attention Deficit Disorder) Bezeichnung für ADS  (Siehe dort).

Additiv - anfügend, beifügend, ergänzend, hinzufügend, zusammentuend
               
Add-on-Gabe - Zu einer bereits bestehenden Medikation ein weiteres Medikament hinzufügen, siehe auch Kombinationsbehandlung.               

adduziert/Adduktion - die seitliche Heranführung bzw. das Anlegen eines Körperteils zur Körpermitte oder der Längsachse einer Extremität hin. Die Adduktion findet in der Frontalebene statt.

ADHD - (englisch: Attention Deficit/Hyperactivity Disorder) Bezeichnung für ADHS (Siehe dort).
               
ADHS - Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom     
           
ADI - Acceptable daily intake (= Erlaubte Tagesdosis)

Adrenalin - Einer der Neurotransmitter (siehe dort) im zentralen Nervensystem in adrenergen Neuronen (Nervenzellen). Ist außerdem ein im Nebennierenmark gebildetes, bei Stress in den Blutkreislauf ausgeschüttetes Hormon; bewirkt als solches eine Steigerung der Herzfrequenz, einen Anstieg des Blutdrucks, eine Erweiterung der Bronchiolen, eine schnelle Bereitstellung von Energiereserven durch Fettabbau (Lipolyse), die Freisetzung und Biosynthese von Glucose, reguliert  die Durchblutung (Zentralisierung) und die Magen-Darm-Tätigkeit (Hemmung).   

ADS - Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom ohne auffallende Hyperaktivität   
             
AE - Antiepileptika (Medikamente gegen Epilepsie)               

AED - Automatisierter externer Defibrillator, halbautomatischer Defibrillator  (siehe Defibrillator)

AEP - Akustisch evozierte Potenziale, messbare leichte elektrische Impulse, die im Stammhirn entstehen, wenn bestimmte Arten von Schallwellen das Ohr treffen. Das Messverfahren nennt man deutsch Hirnstammaudiometrie. 
   
AES - American Epilepsy Society (amerikanischer Epilepsie-Verband)   
             
afebril - ohne Fieber               

Ag - Antigen (Siehe dort) 
             
AG - Arbeitsgemeinschaft   
             
aggraviert - verschlimmerter Krankheitszustand (auch durch andere Erkrankungen/Faktoren) 
           
agitiert - unruhig               

AGM - Allgemeine Gesundheitsmaßnahmen   

Agnosie - Damit bezeichnet man eine neuropsychologische Störung . http://flexikon.doccheck.com/de/Agnosie

Agyrie -  Es fehlen Windungen im Großhirn.   
           
AK - Antikörper  (siehe Immunglobuline)         
       
AKH - Allgemeines Krankenhaus               

akinetisch - Bewegunglos, bei einem akinetischen Anfall kann der Betroffene sich nicht bewegen.   

Akkomodation in der Augenheilkunde - Unter Akkommodation versteht man die funktionelle Nah- und Ferneinstellung des Auges durch Veränderung der Linsenkrümmung.
   
Aktionspotential - Antwort auf einen Reiz, meist ist gemeint: kurze Spannungsänderung der Membran einer Nerven- oder Muskelzelle als Ausdruck der Tätigkeit.

akut - (lateinisch: acutu = scharf, spitz). Schnell zum Ausbruch kommende Erkrankungen vergleichsweise kurzer Dauer (3 bis 14 Tage). Bei chronischen Erkrankungen die Phase eines aktiven Schubes.     
         
Akute Belastungsreaktion - (Abkürzung ABR, genauer Reaktion auf akute Belastung) ist die Folge einer extremen psychischen Belastung, für die der oder die Betroffene keine geeignete Bewältigungsstrategie besitzt.

akute symptomatische Anfälle - Siehe Gelegenheitsanfälle

5-ALA - Fluoreszenzmethode mit 5-ALA = 5-Aminolävulinsäure - Durch die Anwendung eines Farbstoffes, der sog. 5-Aminolävulinsäure werden die Tumorzellen angefärbt und können durch Fluoreszenzlicht (Blaulicht) intraoperativ dargestellt werden.  http://www.klinikum-kassel.de/index.php?parent=5679

Allgemeinveränderung (bei Epilepsie) - Im EEG sind im Bereich des gesamten Gehirns unregelmäßigere und langsamere Wellen zu sehen.

Alpha-Rhythmus - Rhythmische Folgen von Alphawellen. Diese treten im normalen Wach-EEG bei geschlossenen Augen ab einem Alter von etwa 6 Jahren über den hinteren Hirnabschnitten überwiegend auf.               

Alpha-Wellen - Im EEG Wellen mit einer Frequenz von 8 bis 12 pro Sekunde (8-12 Hz).  Ein verstärkter Anteil von Alpha-Wellen wird mit leichter Entspannung, bzw. entspannter Wachheit, bei geschlossenen Augen, assoziiert.

alternierend - Zwischen zwei Möglichkeiten wechselnd (lateinisch: alternans = abwechselnd). Z. B.  Halbseitenanfälle, die abwechselnd links oder rechts auftreten.   

ambulant - Behandlung, bei der der Patient anschließend nach Hause gehen kann, ohne über Nacht bleiben zu müssen. 
             
Aminosäuren - Aminosäuren sind die Grundbausteine der Proteine. Der menschliche Organismus besteht zu 20 Prozent aus Proteinen. Proteine, auch Eiweiße genannt, nehmen in fast allen biologischen Prozessen eine Schlüsselfunktion ein. 
http://www.aminosaeure.com/aminosaeuren/was-sind-aminosaeuren.html

AMG - Arzneimittelgesetz               

Amnesie - (griechisch: a = ohne, nicht; mnesis = Erinnerung) Erinnerungslücke, Gedächtnisstörung für zeitliche oder inhaltliche Erinnerungen.  Auslöser können sein: Unfälle (z. B. Schädel-Hirn-Trauma, Gehirnerschütterung),  Anfälle bei Epilepsie, Migräne, Meningitis, Enzephalitis, Hirnschlag, Hypoxie, Demenz, Elektrokonvulsionstherapie, Vergiftungen, Alkoholmissbrauch,  Drogen, traumatische Erlebnisse, eine sogenannte Gehirnwäsche, posthypnotische Amnesie.
retrograd (rückwirkend) = Gedächtnisverlust für den Zeitraum vor Eintreten des schädigenden Ereignisses (bzw. Anfalls). anterograd (vorwärtswirkend) = Gedächtnisverlust für eine bestimmte Zeit nach einem schädigenden Ereignis (bzw. Anfall), neue Ereignisse werden schnell wieder vergessen. kongrad = Nichterinnern an das eigentliche Ereignis (nzw. den epileptischen Anfall). transiente globale Amnesie = vorübergehende anterograde und retrograde Amnesie, zusammen mit Orientierungsstörung oder Verwirrtheit, tritt oft bei Migräne auf.

Amygdala - deutsch Mandelkern, Teil des Limbischen Systems. Zwei kleine Bereiche nahe der Mitte des Temporallappens, die für die Überprüfung und Einordnung von Umweltreizen zuständig sind. Ist u. a. zuständig fürs Angst- und Aggressionsempfinden sowie beim Menschen auch für die Entscheidung, was aufgrund der damit verbunden Emotionen ins Langzeitgedächtnis übernommen wird.

anaplastisch (Anaplasie) -  Anaplasie beschreibt einen Zustand fehlender Differenzierung bei Zellen. Die Zellen besitzen keine funktionelle Spezifität.
Tumoren, die solche Zellen aufweisen, bezeichnet man als anaplastische Tumoren.

Anämie - "Blutarmut". Die Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ist vermindert, oder aber ihr Blutfarbstoffgehalt. Siehe auch Blutbild.               

Anamnese - (griechisch: anamnêsis = Erinnerung) Kranken(vor)geschichte               

Anästhesie - völliger Verlust bzw. die vollständige Ausschaltung der Empfindungen, insbesondere der Schmerz- und Berührungsempfindung.

Zu operativen Zwecken kann eine Anästhesie sowohl als Allgemeinanästhesie ("Narkose") als auch als Lokalanästhesie (örtliche Betäubung) medikamentös herbeigeführt werden. Das zugehörige medizinische Fachgebiet heißt Anästhesiologie.

Anatomie - die beschreibende Lehre vom Aufbau bzw. der Gestalt (Morphologie) des menschlichen Körpers und seiner Gewebe (Histologie), sowie deren Entwicklung (Embryologie).
Mehr hier: http://flexikon.doccheck.com/de/Anatomie

Aneurysma - Dünnwandige Ausweitung eines Blutgefäßes, das platzen und dann zu inneren Blutungen führen kann.     
         
Anfallsherd - Siehe Fokus und multifokal       

Angelman-Syndrom - Hierbei ist das Chromosom 15 defekt. Die Folge ist eine Entwicklungsstörung u. a. des Gehirns, meist treten dabei auch epileptische Anfälle auf (Absencen, myoklonische, Grand Mal)

Angiogenese - Die Entstehung neuer Blutgefäße aus vorbestehenden Blutgefäßen.

Angiographie - Bildgebende Darstellung der Blutgefäße durch Röntgenaufnahme, nach Kontrastmittelgabe in die Blutbahn. Im Gehirn nennt man dies cerebrale Angiographie. Je nach Fragestellung ist zur Erstellung eines Befundes ergänzend ein CT und/oder MRT notwendig.       

ANS - Autonomes Nervensystem, siehe vegetatives Nervensystem               

Anschlussheilbehandlung  (AHB) - Nachbehandlung in einer Reha(bilitations)-Klinik innerhalb von 2 Wochen nach der Entlassung aus der akut stationären Behandlung in einem Krankenhaus .

ante cenam - vor dem Essen   

anterograd - vorwärtswirkend   

Antiangiogenese - ist ein Fachausdruck aus der Medizin. Wörtlich übersetzt heißt der Begriff gegen die Gefäßbildung gerichtet. Man bezeichnet damit die medikamentöse Methode, die Gefäßbildung (die Angiogenese) bei Tumor- und anderen Erkrankungen einzudämmen.

antiangiogene Wirkung - die Gefäßbildung in Tumoren hemmend

Antigene - (englisch: Antibody generating) Stoffe, an die sich Antikörper (Immunglobuline) und bestimmte Lymphozyten-Rezeptoren spezifisch binden können, wodurch normalerweise die Produktion von Antikörpern gegen das Antigen angeregt wird. Über die Antigene kann der Organismus körperfremde Substanzen erkennen, um sie gegebenenfalls unschädlich zu machen. Manchmal hält er auch körpereigene Strukturen für Antigene und bekämpft sie irrtümlich (Autoimmunreaktion)   

Antikonzeption - Empfängnisverhütung, Mittel zur Verhinderung des Eintretens einer Schwangerschaft.   
             
Antikörper - Antikörper gehören zu der plasmatischen Immunabwehr des Menschen. Sie binden an Antigene und lösen Immunantworten aus, die zu einer Zerstörung des körperfremden Materials führen. (Siehe auch Immunglobuline)

ANV - Akutes Nierenversagen 

Aorta - Hauptschlagader, die größte Ader im menschlichen Körper, führt von der linken Herzkammer aus nach einem kleinen Bogen senkrecht nach unten durch den Bauchraum bis zum Becken.   

apallisches Syndrom - ("ohne Hirnrinde"), Wachkoma, persistierender vegetativer Status (PVS). Schwere Hirnschädigung, bei der die Funktion des Großhirns erloschen ist. Das Leben wird durch die Funktionen des Hirnstamms aufrechterhalten. Die Betroffenen werden zwar wach, ihnen fehlen aber die kognitiven Funktionen, die notwendig sind, um das Bewusstsein zu erlangen. Deshalb können sie weder aktiv noch passiv in Kontakt mit der Umwelt treten.     

Aphasie - Sprach- und Sprechstörungen (Siehe auch Dysarthrie)

Aphasie-Epilepsie-Syndrom - Siehe Landau-Kleffner-Syndrom 
       
apoplektiform - (schlagartig) ohne Vorankündigung einsetzend, z. B. Schlaganfall 

Apoplex - Unter einem Apoplex bzw. einer Apoplexie versteht man die plötzliche Durchblutungsstörung eines Organs, im engeren Sinne die des Gehirns. Durch die Durchblutungsstörung kommt es zu einer Sauerstoffunterversorgung mit anschließendem Gewebsuntergang.
Ein Apoplex des Gehirns (Apoplexia cerebri) wird als Schlaganfall bezeichnet.

Apoptose - ist ein programmierter, gesteuerter Zelltod. Zellen, die nicht mehr einwandfrei funktionieren, die überschüssig oder unerwünscht sind, gehen bei der Apoptose in einem regulierten Prozess zugrunde. Dabei kann es unter anderem Tumorzellen, mit Viren infizierte Zellen oder Abwehrzellen nach einer überstandenen Infektion betreffen.
Ein Vorteil der Apoptose gegenüber der Nekrose: Es kommt nicht zu einer Entzündungsreaktion. http://www.onmeda.de/anatomie/nekrose-apoptose-21990-3.html

Apraxie - Als Apraxie bezeichnet man eine angeborene oder erworbene neurologische Bewegungsstörung, bei welcher der Patient unfähig ist, erlernte, willkürlich zielgerichtete bzw. zweckmäßige Bewegungen durchzuführen.   (http://flexikon.doccheck.com/de/Apraxie)     

Arginin - Der Name leitet sich vom lateinischen Wort argentum (Silber) ab, da die Aminosäure zuerst als Silber-Salz isoliert werden konnte. Diese Aminosäure hat den höchsten Masseanteil an Stickstoff von allen proteinogenen Aminosäuren.  https://de.wikipedia.org/wiki/Arginin

art. - arteriell (Siehe Arterie)
 
Artefakte - Artefakte sind in der Medizin technisch bedingte Störungen in einer Darstellung wie beispielsweise dem EEG oder dem MRT. Sie können beim EEG z.B. durch Zähneknirschen entstehen, beim MRT durch Implantate im Körper oder durch Bewegungen.   
   
Arteria carotis - Die gemeinsame Kopfschlagader, auch Halsschlagader genannt.
               
Arterie - Schlagader, Pulsader, Ader, die vom Herzen wegführt mit sauerstoffreichem, "frischem" Blut.
               
AS - Aminosäure (Siehe dort) 
             
AS - Angelman-Syndrom (Siehe dort)
               
AS - Aortenstenose  - Stenose in der Aorta (Siehe jeweils dort)
               
AS - Asperger-Syndrom (Siehe dort)
           
AS - Astigmatismus (Siehe dort)
         
AS - Atriales Septum (Siehe dort)

Aspartat - ein Neurotransmitter (Siehe dort)         

Asperger Syndrom - Form des Autismus (siehe dort), erstmals beschrieben von  Hans Asperger im Jahre 1944, bei der Sprachvermögen und mindestens normal hohe Intelligenz vorhanden sind.           

Astigmatismus - griechisch "(Brenn-)Punktlosigkeit", auch Stabsichtigkeit genannt, der meist eine Hornhautverkrümmung des Auges zugrunde liegt, Ursache kann aber auch eine Krümmungsanomalie der Linsenvorderfläche oder -rückfläche sein. Hierbei wird die Lichtbrechung des Auges verändert, so dass kein scharfer Brennpunkt mehr vorhanden ist, wodurch Punkte nicht mehr als solche wahrgenommen werden können, sondern strichförmig (als Stäbchen) erscheinen. Dies beeinträchtigt die Sehschärfe.   

Astrozyt(en)  (von lateinisch: astrum – Stern / Synonym: Spinnenzelle / Englisch: astrocyte) - Die Astrozyten sind Zellen der Glia des zentralen Nervensystems (Neuroglia). Von anderen Gliazellen sind Astrozyten über ihre ausgeprägten Zellfortsätze ("Strahlen") abgrenzbar.
(Siehe auch: Astrozyten: Die heimlichen Stars des Gehirns - https://www.dasgehirn.info/entdecken/glia/astrozyten-sternenfoermige-gliazellen-sind-heimliche-stars-des-gehirns-8523/)
     
asymptomatisch - (ohne Symptome) Erkrankung ohne Krankheitszeichen, wie z. B. bei stiller Feiung (Siehe dort)   
           
aszendierend - aufsteigend, z. B.  manche Arten von Eierstockentzündungen oder Harnwegsinfekt, von höher gelegenen Organen absteigende Infektionen heißen deszendierend               

Ataxie - Verschiedenartige Störungen der Bewegungskoordination.
 
Ätiologie - Fachrichtung der Medizin, die sich mit der Ursache von Krankheiten beschäftigt. (griechisch: aitia = „Ursache“, logos = „Vernunft, Lehre“)   

Atonie - Plötzlicher Verlust der normalen Muskelspannung.
         
atonische oder atonisch-astatische Anfälle - Anfälle, die sich durch den plötzlichen Verlust der normalen Muskelspannung äußern, ohne dass es vorher zu tonischen oder klonischen Verkrampfungen kam. Nicht selten kommt es jedoch zuvor zu Myoklonien (myoklonisch-astatischer Anfall). Dabei sackt der Betroffene ganz oder teilweise schlaff in sich zusammen bis hin zum Sturz. Er steht oft sofort wieder auf (atonisch-astatischer Anfall), oder knickt bloß mit den Knien ein und fängt sich wieder oder nickt nur mit dem Kopf (Nickanfälle). Siehe auch BNS.

Atriales Septum - angeborener Herzfehler, Loch in der Herzscheidewand zwischen den beiden Vorhöfen des Herzens. Es tritt in verschiedenen Formen und Schweregraden auf und kann bei leichter Ausprägung auch ohne Behandlung ausheilen.

atypisch - Der Begriff atypisch wird in der Medizin verwendet, um eine Abweichung vom Erwarteten bzw. Normalen auszudrücken. Dabei kann es sich z.B. um einen atypischen Krankheitserreger, eine atypische anatomische Struktur, einen atypischen Befund oder den atypischen Verlauf einer Erkrankung handeln.
Das Gegenteil von atypisch ist typisch. http://flexikon.doccheck.com/de/Atypisch

Aufdosieren - Schrittweise Dosissteigerung eines noch nicht ausreichend wirkenden Medikamentes bis zum Erreichen der gewünschten Wirkung (bei dem Versuch, zugleich möglichst geringe Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen).

Augäpfel - Bulbi   (siehe Bulbus)

Augenbewegungen und visuelle Aufmerksamkeit - Unter Augenbewegungen (Okulomotorik) versteht man die Gesamtheit aller motorischen Ausdrucksformen und Varianten, die den Augäpfeln (Bulbi) zur Verfügung stehen, sich bewusst oder unbewusst, willkürlich oder unwillkürlich in unterschiedliche Richtungen drehen zu können.

Augenbewegungen dienen in den meisten Varianten der Aufnahme visueller Reize.

Augenbewegungen und visuelle Aufmerksamkeit - Unter Augenbewegungen (Okulomotorik) versteht man die Gesamtheit aller motorischen Ausdrucksformen und Varianten, die den Augäpfeln (Bulbi) zur Verfügung stehen, sich bewusst oder unbewusst, willkürlich oder unwillkürlich in unterschiedliche Richtungen drehen zu können.

Augenbewegungen dienen in den meisten Varianten der Aufnahme visueller Reize.

Augenmuskeln  - äußere Augenmuskeln, innere Augenmuskeln, mimische Muskulatur im Augenbereich

Äußere Augenmuskeln -
Die äußeren Augenmuskeln bewirken die Bewegung des Auges in alle Richtungen.
https://www.techfak.uni-bielefeld.de/~ihkoesli/vab2011/07-vab2011-hk-augenbewegungen-sw.pdf

Die 6 äußeren Augenmuskeln sind in der Lage, die beiden Augäpfel gleichsinnig und synchron zu bewegen oder auf ein Blickziel zu fokussieren.
Beim Mensch unterscheidet man 4 gerade und 2 schräge äußere Augenmuskeln. Durch ihr komplexes Zusammenspiel führen die äußeren Augenmuskeln sämtliche Drehbewegungen der Augen in alle Richtungen aus. Sie sorgen dabei dafür, dass sich die Stellung der Augen zueinander in einer stabilen Beziehung befindet.
•   Musculus rectus superior  -  Skelettmuskel der äußeren Augenmuskulatur. Der Augapfel wird bei Kontraktion des Musculus rectus superior nach oben (kranial) gedreht.
•   Musculus rectus lateralis  -  Skelettmuskel der äußeren Augenmuskulatur. Der Augapfel wird bei Kontraktion des Musculus rectus lateralis nach lateral <seitlich> (Abduktion) gedreht.
•   Musculus rectus inferior  -  Skelettmuskel der äußeren Augenmuskulatur. Der Musculus rectus inferior bewirkt eine Senkung des Auges, d.h. der Augapfel wird bei Kontraktion nach unten (kaudal) gedreht.
•   Musculus rectus medialis  -  Skelettmuskel der äußeren Augenmuskulatur. Die Kontraktion des Musculus rectus medialis bewirkt eine Einwärtsdrehung (Adduktion) des Augapfels. Bei starkem Aufwärtsblick bewirkt er eine leichte Hebung (Elevation), beim Blick nach unten eine leicht Senkung (Depression).
•   Musculus obliquus superior -  Skelettmuskel der äußeren Augenmuskulatur. Der Musculus obliquus superior dreht das Auge vornehmlich nach unten, unterstützt die Abduktion des Augapfels und rotiert die obere Bulbushälfte nach innen.
•   Musculus obliquus inferior -  Skelettmuskel der äußeren Augenmuskulatur. Der Musculus obliquus inferior dreht den Augapfel vornehmlich nach oben, unterstützt die Abduktion und rotiert die obere Hälfte des Bulbus oculi auswärts.

Innere Augenmuskeln -
•    Musculus sphincter pupillae  -  ein vom vegetativen Nervensystem gesteuerter Ringmuskel des Auges, der eine Miosis bewirkt, d.h. die Pupille verengt.
•   Musculus dilatator pupillae  -  besteht aus radiären Zügen glatter Muskelzellen in der Iris, die vom vegetativen Nervensytem gesteuert werden. Er bewirkt eine Mydriasis, d.h. er erweitert die Pupille.
•   Musculus ciliaris  -  ein in jedem Auge paarig angelegter, an der Außenseite des Corpus ciliare gelegener Muskel. Er besteht aus glatter Muskulatur.

Mimische Muskulatur im Augenbereich -
•   Musculus orbicularis oculi  -  ein Muskel im Bereich der Orbitaöffnung (Aditus orbitalis), der kreisförmig das Auge umgibt und die Lidspalte einschließt.
•   Musculus corrugator supercilii  -  ein kleiner, pyramidenförmiger Muskel im Bereich der Lidspalte.
•   Musculus depressor supercilii   -  ein kleiner, zweiköpfiger Muskel im Bereich der Lidspalte.

Aura - Beginn eines komplexen fokalen Anfalls, der von dem Betroffenen bewusst erlebt wird. Eine Aura entspricht einem einfach fokalen Anfall. Sie wird als Vorbote oder Vorzeichen empfunden, tritt jedoch nicht bei allen Patienten mit komplex-fokalen Anfällen auf. Hat der Betroffene Auren, so kann er manchmal vor dem Anfallsereigniss noch rechtzeitig reagieren, z. B sich hinlegen oder andere warnen. Anzeichen können sein: Reizbarkeit, Unruhe, Schlaflosigkeit, oder Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindelgefühl oder andere Missempfindungen oder Gefühle unterschiedlichster Art. Manche Anfälle bestehen nur aus Auren, dann spricht man von einer isolierten Aura.     
         
Ausdosieren - Ein Medikament so hoch dosieren, bis die Grenze der Verträglichkeit erreicht ist. Ist bei schwer behandelbaren Epilepsien nicht selten erforderlich.

Auslöser - Bestimmte Umstände, die einen Anfall bei dafür empfindlichen Personen provozieren können. Zum Beispiel unregelmäßiger Schlaf, Alkohol, übermäßiger Stress, Lichterscheinungen (siehe Fotostimulation), Vergessen der Medikamenteneinnahme.

Ausschleichen der Medikamente - Hier mit ist ein langsames, schrittweises Absetzen gemeint, eventuell in Verbindung mit einem langsamen Aufdosieren eines anderen Medikamentes. Dies vermindert das Risiko von Entzugsanfällen.

aut-idem-Regelung - (lateinisch: oder Gleiches) Gesetzliche Vorschrift für Apotheken, bei verschriebenen Medikamenten das preiswerteste mit demselben Wirkstoff in gleicher Wirkstärke und der gleichen Darreichungsform und Packungsgröße auszuwählen, falls der verschreibende Arzt dies nicht ausdrücklich ausschließt. Setzt ein Arzt das Aut-idem-Kreuz, darf der Apotheker keinen Austausch von Original und Import vornehmen. (http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/rezepte/article/858296/aut-idem-kreuz-arzt-behaelt-rezept-oberhand.html) Ein solcher Austausch kann bei Antiepileptika problematisch sein, da Generika nicht immer exakt gleich wirken, weil ein Spielraum in der Bioverfügbarkeit des Wirkstoffes vorhanden ist.     

Autismus - Tiefgreifende Entwicklungsstörung, angeboren, beruht auf einer veränderten Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung des Gehirns. Bewirkt unter anderem schwerwiegende Probleme in der sozialen Interaktion und Kommunikation und stereotypes Verhalten bzw. stereotype Interessen. Die Gefühle und Gedanken anderer Menschen können nicht oder nur begrenzt nachvollzogen werden, dementsprechend wird auf sie nicht oder nur zum Teil angemessen reagiert. Beim Asperger Syndrom (früher autistische Psychopathie genannt) außerdem Probleme in der motorischen Koordination bei mindestens normaler Intelligenz und keiner Verzögerung in der Sprachentwicklung. Beim Kanner Syndrom (Frühkindlicher Autismus) hingegen häufig Intelligenzminderung und Sprachentwicklungsstörungen. Der High-Funktioning-Autismus entspricht dem Kanner Syndrom bei normaler Intelligenz. Atypischer Autismus unterscheidet sich vom Kanner Synrom dadurch, dass er nicht das Vollbild der Symptomatik aufweist oder erst nach dem 30. Lebensmonat die ersten Auffälligkeiten auftreten.

autistische Psychopathie - Veralteter Ausdruck für das Asperger Syndrom (Siehe Autismus).

Autoimmunreaktion - Siehe Antigene   
             
Automatismus, Automatismen - Während eines Anfalles mit meist eingeschränktem Bewusstsein automatisch, also nicht willentlich beeinflussbare, sondern unbewusst ablaufende Bewegungen, die sinnlos sind, aber geordnet erscheinen können. Z. B. Schmatzen, Mimikveränderungen, Bewegungen der Hände oder Füße, Gehen, Lachen, Weinen, Sprechen etc.

autonom - selbständig, unabhängig

AV-Dissoziation - atrioventrikulär - Auf die Vorhof-Kammer(n) des Herzens bezogen.
               
AWMF - Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (entwickelt Leitlinien für medizinische Diagnostik und Therapie).               

Axon - Nervenzellfortsatz 

azetonämisches Erbrechen - Tritt vor allem bei Kindern auf. Heftiges, anfallsartig beginnendes und dann sich verselbständigendes, "unstillbares" Erbrechen (bis zu 50mal innerhalb von 24 Std.), das durch eine sich verändernde Stoffwechsellage hervorgerufen wird. Hierbei kommt es zu einem starken Elektrolytverlust und einer Übersäuerung (Azidose), die sich durch einen auffallend säuerlichen Mundgeruch bemerkbar machen kann. Es handelt sich um einen Notfall, bei dem sofort ein Arzt hinzugezogen werden muss, denn der Zustand kann unbehandelt lebensbedrohlich werden.

Azidose - Übersäuerung des Körpers. Eine metabolische Azidose ist eine stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes und des Körpers, z. B. durch Nierenversagen, Stoffwechselentgleisung bei Diabetes (Insulinmangel), Vergiftung mit sauren Substanzen wie beispielsweise Acetylsalicylsäure (Aspirin-Wirkstoff), Durchfall.

AZV - Atemzugvolumen (Lungenfunktion)               

AZV - Allgemeinzustand






Wenn nicht anders angegeben beziehen sich die Erklärungen auf folgende Quellen: Apotheken-Umschau, Ärztezeitung bzw. Deutsches Ärzteblatt, DocCheckFlexikon, netdoktor.de, PharmaWiki, onmeda, Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch), Wikipedia.
Siehe auch http://immunologie-hamburg.de/?v=Glossar
« Letzte Änderung: 22. August 2017, 16:36:33 von krimi »
Wer einen Platz im Herzen eines Menschen hat, ist nie allein.
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Offline krimi

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Antw:Medizinische Fachbegriffe von A bis Z
« Antwort #2 am: 26. Juni 2016, 17:51:32 »
B

Bac. - Bacillus                 

Bacillus - (vom lateinischen bacillus für „Stäbchen“) ist der Name einer Gattung stäbchenförmiger, in Mehrzahl sich aktiv bewegender Bakterien.

BAK - Blutalkoholkonzentration 

Barbiturate - Barbiturate sind Arzneimittel mit beruhigenden, schlaffördernden und krampflösenden Eigenschaften. Sie wurden früher als Schlafmittel und Beruhigungsmittel verwendet, wurden aber weitgehend durch die besser verträglichen Benzodiazepine und andere Wirkstoffe ersetzt. Sie werden heute hauptsächlich noch gegen Epilepsie und Krampfzustände verwendet. (http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Barbiturate)

benigne - (lateinisch: benignus - gütig, freundlich) - Synonym für "gutartig".  Ein Krankheitsprozess ist "benigne", wenn er keine Tendenz zur aggressiven Ausbreitung bzw. Verschlimmerung zeigt. Der Begriff wird vor allem in Zusammenhang mit der Klassifikation von Tumoren verwendet und bezeichnet hier ein langsames, nicht-invasives Wachstum unter schrittweiser Verdrängung der umgebenden Strukturen.

Benzodiazepine - Medikamentengruppe, die Einfluss auf den Hirnstoffwechsel nimmt. Alle Vertreter aus der Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine unterliegen in der Bundesrepublik Deutschland der Gesetzgebung des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG). Bei regelmäßiger Einnahme besteht die Gefahr der Gewöhnung und der Abhängigkeit.

Beta-Wellen - sind ein Signal im Frequenzbereich zwischen >13 und 30 Hz. Das Auftreten von Betawellen hat verschiedene Ursachen und Bedeutungen, kommen z. B. als normale EEG-Variante, aber auch als Folge der Einwirkung bestimmter Psychopharmaka, oder im REM-Schlaf vor.

Biofeedback - Mithilfe von Biofeedback lernen Patienten, Körperfunktionen, die sonst unbewusst ablaufen, gezielt wahrzunehmen und mit der Gedankenkraft zu steuern. Durch Rückmeldung (feedback) werden Prozesse, Vorgänge und Signale im Körper (bio) wahrnehmbar gemacht. Dazu gehören beispielsweise Atemfrequenz, Herzfrequenz, Blutdruck, Gehirnströme, Hautwiderstand, Körpertemperatur oder Muskelspannung. (http://www.netdoktor.de)

BKS - Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit, siehe Blutsenkung     
           
blande - Die Erkrankung zeigt nur sehr geringe klinische Symptome.     
           
Blickrichtungsnystagmus - Siehe Nystagmus 

Blut-Hirn-Schranke - Physiologische Barriere zwischen dem Blutkreislauf und dem Zentralnervensystem. Schützt das Gehirn vor im Blut zirkulierenden Krankheitserregern, Toxinen und Botenstoffen, die herausgefiltert werden, bevor das Blut das Gehirn erreicht. Da auch viele medikamentöse Wirkstoffe die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren können, wird hierdurch die Behandlung vieler neurologischer Erkrankungen erheblich erschwert.   

Blutsenkung - Für diese Untersuchung wird das Blut in speziellen Röhrchen aufgezogen. Nach einer und – zunehmend seltener – nach zwei Stunden in aufrechter Stellung wird jeweils gemessen, auf welche Höhe sich die Blutkörperchen abgesenkt haben. Diese Strecke bezogen auf die Zeit ergibt die Blutkörperchen-Senkungs-Geschwindigkeit (BSG). Dies kann Hinweise auf verschiedene entzündliche Erkrankungen oder auch Tumore ergeben. 

Blutspiegel - Siehe Spiegel                 

Blutspiegel/Epilepsie - Der im Blut gemessene Wert kann Hinweis auf die Verstoffwechselung geben. Die oft angegebene Menge, die die "Norm" sein soll, ist der Wert, in dem Durchschnittlich eine Wirkung erzielt wurde. Aufgrund einer höheren Dosis, die jedoch vertragen wird, kann der Spiegel dementsprechend höher sein.
Es gibt aber Umstände, weshalb der Spiegel sehr niedrig ist, z.B. Einnahme von Hormonen, andere Krankheit(en) und weiteren Medikamenten.
Bei vielen Antiepileptika ist zur Behandlung der Blutspiegel irrelevant - denn es soll der Mensch, nicht der Spiegel behandelt werden

Blutvergiftung - Siehe Sepsis

Blutzucker - Als Blutzucker bezeichnet man die Konzentration von Glukose im Blut. Der Blutzuckerwert kann in mg/dl oder mmol/l angegeben werden.

BMI (Bodymassindex) - Der BMI berechnet die Körpermasse, nicht die Fettmasse. Die Fettmasse ist nur ein Teil der Körpermasse neben Muskeln, Knochen und Organen. (http://www.mybmi.de/main.php)

Bodymassindex - siehe BMI               

Broteinheit (BE) - Die Broteinheit ist eine Berechnungseinheit für den Gehalt bestimmter Kohlenhydraten in Speisen. Sie bezeichnet eine Menge von 10 bis 12 Gramm Kohlenhydrate. (http://www.navigator-medizin.de)
Synonym wird seit einiger Zeit auch der Begriff Kohlenhydrateinheit (KE, oder KHE) verwendet. (PflegeWiki)

Bulbus - Der Begriff Bulbus wird in der Anatomie zur Bezeichnung knollenförmiger Organe oder Organteile verwendet. Bulbus oculi (Augapfel)

BWS - Brustwirbelsäule       
       


Wenn nicht anders angegeben beziehen sich die Erklärungen auf folgende Quellen: Apotheken-Umschau, Ärztezeitung bzw. Deutsches Ärzteblatt, DocCheckFlexikon, netdoktor.de, PharmaWiki, onmeda, Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch), Wikipedia.
 
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« Antwort #3 am: 26. Juni 2016, 18:45:49 »
C

Ca - Karzinom (bösartiger Tumor, der von Zellen im Deckgewebe von Haut oder Schleimhaut ausgeht)
               
Ca - Kalzium                 

ca. - circa, ungefähr                 

Carbamazepin - Medikament gegen Epilepsie                 

CFE - englisch: Chronic Focal Encephalitis, siehe Rasmussen-Enzephalitis                 

CFS, CFIDS Chronic Fatigue/Immune Dysfunction Syndrome - chronisches Erschöpfungs-Syndrom (siehe auch Fatigue)     
           
Chemobrain - Chemobrain bezeichnet eine von Krebspatienten nach einer Chemotherapie empfundene kognitive Beeinträchtigung. Ein prägnanter deutscher Begriff für das Krankheitsbild existiert noch nicht, der medizinische Fachbegriff Post-chemotherapy cognitive impairment (PCCI) wird in der deutschen Literatur selten gebraucht.

Zu den Symptomen, mit denen Chemobrain-Patienten zu kämpfen haben, zählen

•   Gedächtnislücken
•   Verringerte Merkfähigkeit, Verlegen und Verlieren von Geldbörsen, Schlüsseln etc.
•   Extrem verringerte Fähigkeit, mehr als eine Aufgabe zugleich zu bewältigen
•   Probleme, mit neuen Situationen und unvorhergesehen auftretenden Belastungen umzugehen
•   Konzentrationsschwäche
•   Desorganisation
•   Verlangsamtes Denken und Entscheiden

Die manchmal kurz, oft aber auch jahrelang anhaltenden Symptome beeinträchtigen die Patienten im Berufs- und vor allem im Privatleben, da man ihre Schwierigkeiten nach offensichtlich überstandener Grunderkrankung oft nicht versteht. https://de.wikipedia.org/wiki/Chemobrain

ChE - (Cholinesterase) - Ist ein Enzym, welches die Cholin-Ester spaltet. Geben als Laborwert Aufschluss über den Verlauf von Lebererkrankungen. Referenzbereich für Messungen bei 37°C: 4.9 - 12.0 kU/l Niedrigere Werte bedeuten, dass die Leber weniger Proteine produziert. Dies kommt aber auch bei manchen gesunden Menschen vor.  http://www.gesundheits-lexikon.com/Labormedizin-Labordiagnostik/Leberdiagnostik/Cholinesterase.html

Cortex cerebri - Großhirnrinde. Die bei Betrachtung eines Gehirns dem Betrachter zugewandte, äußere Seite des Großhirns des Menschen. http://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/grosshirnrinde/5010
             
Chromatin - Siehe Chromosome   
             
Chromosome - (griechisch:chróma = Farbe, sóma = Körper, also „Farbkörper“) Strukturen in den Zellkernen der Zellen, die Gene enthalten, welche wiederum die Erbinformationen enthalten. Chromosomen bestehen aus einer Mischung aus DNA (siehe dort) und vielen Proteinen (Eiweißen). Diese verpackte Mischung nennt man auch Chromatin. Der Mensch besitzt 24 verschiedene Chromosome.

Chromosomensätze - Ein Chromosom ist ein langer, kontinuierlicher Strang aus DNA.   
             
chron. - chronisch (griechisch: chrónos = die Zeit) Sich langsam entwickelnde oder lang andauernde Erkrankungen mit einem Krankheitsverlauf von über vier Wochen. Eine Erkrankung kann chronisch sein und trotzdem eine akute Komponente haben. Einige chronische Erkrankungen, wie z. B. die Epilepsie, die Migräne oder die Multiple Sklerose, zeichnen sich durch akute Schübe (Anfälle) aus. Andere Erkrankungen, wie z.B. die Sarkoidose, gibt es in akuten und in chronischen Varianten.
                 
chronisch-progredient - Lang anhaltende oder bleibende Erkrankung, in deren Verlauf die Symptome zunehmen oder zusätzliche Symptome entstehen. Fortschreitende Erkrankung.     
           
chrono - (griechisch: chrónos = Zeit) Namenszusatz bei manchen Medikamenten in der Retardversion, Siehe retard   
             
Compliance - Die vertrauensvolle Mitarbeit des Patienten bei der ärztlichen Behandlung.                 

Corpus ciliare - ein ringförmiger Teil der mittleren Augenhaut, welcher für die Aufhängung der Linse und ihre Akkommodation verantwortlich ist. Ferner ist er an der Produktion des Kammerwassers beteiligt.

CPM - Cardio-Myopathie, Erkrankung des Herzmuskels                 

CPR - Cardiopulmonale Reanimation, Herz-Lungen-Wiederbelebung                 

CSWS - Continuous Spikes and Slow Waves during Slow Sleep", Siehe ESES.
                 
CT - Computertomografie (erzeugt ein dreidimensionales Röntgenbild in Schichtaufnahmen)
                 
CTG - Cardiotokogramm, Kardiotokografie, Herztonwehenschreibung. Überwachung der Herzfrequenz des ungeborenen Kindes im Mutterleib in Abhängigkeit von den gleichzeitig aufgezeichneten Wehen.   

Cyberknife - Das CyberKnife ist ein hochflexibler, vollwertiger Bestrahlungstherapie-Beschleuniger mit Photonen, der auf einem Roboter-Arm angebracht ist. http://www.klinikumstadtsoest.de/kliniken-und-zentren/strahlentherapie-radio-onkologie/deutsches-cyberknife-zentrum.php



Wenn nicht anders angegeben beziehen sich die Erklärungen auf folgende Quellen: Apotheken-Umschau, Ärztezeitung bzw. Deutsches Ärzteblatt, DocCheckFlexikon, netdoktor.de, PharmaWiki, onmeda, Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch), Wikipedia.
« Letzte Änderung: 18. Juli 2016, 08:51:45 von krimi »
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« Antwort #4 am: 26. Juni 2016, 18:53:12 »
D
       
d - dies (lateinisch: Tag)
                 
D - Dosis                       
                         
d. h. - das heißt           
     
da - gib (auf Rezepten)
               
Dämmeranfälle - Siehe komplex-fokal   

Debilität - allgemeine Bezeichnung für Schwäche; auch leichter Grad geistiger Behinderung. Eine Debilität kann angeboren sein oder als Folge einer schweren Krankheit oder eines Unfalls zurückbleiben.
             
Defektheilung - Besserung des Gesundheitszustandes nach zumeist schwerer Krankheit, die jedoch nicht zu einer vollständigen Wiederherstellung der Gesundheit führt. Die verbleibenden Beeinträchtigungen werden als Residuen bezeichnet.  http://www.fremdwort.de/suchen/bedeutung/defektheilung#
               
Defibrillator - Gerät zur Wiederbelebung oder Stabilisierung des Herzschlages durch starke Stromstöße   
             
Déjà-vu (französich: „schon gesehen“) - Erinnerungstäuschung . Fast jeder kennt das seltsame Gefühl, eine neue Situation schon einmal genau so erlebt zu haben: Jeder Satz unseres Gesprächspartners klingt vertraut oder eine unbekannte Umgebung erscheint altbekannt. https://www.dasgehirn.info

Delta-Wellen - weisen eine niedrige Frequenz von 0,1 bis <4 Hz auf. Sie sind typisch für die meist traumlose Tiefschlafphase
 
Dendrit - Ist ein Teil der Nervenzelle (Neuron) und aufnehmender Nervenzellfortsatz, über den Information von anderen Nervenzellen erhalten wird.

Dendritische Zellen - gehören zu den Abwehrzellen des Immunsystems. (http://www.biologie-schule.de/dendritische-zelle.php)
           
Depression - Zustand schwerer und dauerhafter seelischer Niedergeschlagenheit. Symptome können u. a. sein: Verlust der Fähigkeit zu Freude oder Trauer, Unfähigkeit, die Stimmung durch Zuspruch von außen positiv zu beeinflussen, Antriebshemmung, Denkhemmung, innere Unruhe, Schlafstörungen, Essstörungen, Schmerzen. D. können sehr unterschiedliche Ursachen haben, auch Medikamentennebenwirkung sein. In schweren Fällen ist die Suizidalität erhöht. Darum ist eine Behandlung wichtig. 

Eine Depression ist eine krankhafte psychische Störung, die durch die Hauptsymptome gedrückte Stimmung, Interesselosigkeit beziehungsweise Freudlosigkeit und Antriebsstörung (Abulie) gekennzeichnet ist.
Depression ist keine Traurigkeit, sondern ein Zustand, in dem die Empfindung aller Gefühle reduziert ist. Betroffene beschreiben dies auch mit einem "Gefühl der Gefühllosigkeit".

Depression - In der Anatomie wird der Begriff Depression auch gleichbedeutend mit "Senkung" verwendet.

Desoxyribonukleinsäure - Siehe DNA.                 

destruierend - zerstörend  Einige bösartige Tumorarten wachsen destruierend, sie vernichten das umliegende Gewebe, v. a. Knochenstrukturen, aber auch z.B. die Haut. Auch die Infektionskrankheit Lepra schädigt das Gewebe destruierend.   
             
deszendierend - absteigend, z. B. Infekt der oberen Atemwege wandert in die Lunge, eine Entzündung wandert aus dem Darm in den Blinddarm. Aufsteigende Infektionen heißen aszendierend.               

Dextrose - Traubenzucker (Siehe auch Glc )
                 
Diabetes mellitus - (aus dem Griechischen: "honigsüßer Durchfluss", deutsch: Zuckerkrankheit) -  Bezeichnung von Stoffwechselerkrankungen, die zu erhöhten Blutzuckerwerten (Hyperglykämie) führen und zahlreiche schwerwiegende Folgeerkrankungen verursachen können. Normale Blutzuckerwerte liegen nüchtern unter 100 mg/dl (Milligramm pro Deziliter), nach dem Essen (postprandial) bei maximal 140. Werte darüber sollten ärztlich abgeklärt werden. Der seltenere Typ-1-Diabetes entsteht durch einen Mangel an dem Hormon Insulin, weil die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) durch körpereigene Abwehrstoffe zerstört wurden. Beim häufigeren Typ-2-Diabetes ist die Insulinproduktion vermindert und die Körperzellen reagieren weniger empfindlich auf das produzierte Insulin. Übergewicht ist der wichtigste Risikofaktor zur Entwicklung eines Typ-II-Diabetes.   

dias - Tag                 

Differentialblutbild - Routine-Blutuntersuchung, bei der im Labor überprüft wird, welche Arten von weißen Blutkörperchen in welcher Menge im Blut vorhanden sind.                 

Differenzierung - damit bezeichnet man in Medizin und Biologie die zunehmende Spezialisierung von Zellen.

Differenzierungsgrad - wörtlich: Unterscheidung, Abweichung. Bei Krebszellen wird untersucht, wie sehr die bösartigen Zellen den gesunden Zellen des befallenen Organs ähneln. Je unähnlicher die Tumorzellen den gesunden sind, desto bösartiger wird der Krebs eingestuft. > Grading; maligne     http://www.krebshilfe.de/d.html

Dignität - Unter Dignität versteht man allgemein das biologische Verhalten von Tumoren (Neoplasien) in Bezug auf den Gesamtorganismus, konkret ihre "Wertigkeit" im Hinblick auf ihre Bösartigkeit.

Tumoren können bezüglich ihrer Dignität unterteilt werden in:
•   benigne (gutartige Tumoren)
•   Borderline-Tumoren (keine eindeutige Bestimmung der Dignität möglich)
•   Carcinoma in situ (obligate Präkanzerose, atypische Epthelien ohne invasives Wachstum)
•   semimaligne Tumoren (destruktives, invasives Wachstum, selten Metastasierung, häufig Rezidive bei unzureichender chirurgischer Entfernung)
•   maligne Tumoren (bösartige Tumoren)

Für die Einstufung des Tumor-Verhaltens gelten folgende Kriterien:
•   Wachstum (langsam, verdrängend, expansiv oder schnell, destruktiv, invasiv)
•   Abgrenzung (lokalisiert oder schlecht begrenzt)
•   Differenzierung (hoher Differenzierungsgrad oder Verlust der Differenzierung, atypische Zellen)
•   Zellveränderung (Euploidie, norme Kern-Plasma-Relation oder polymorphe, polyploide Kerne)
•   Verlauf (langandauernd, Kompressionssymptome, keine Metastasierung oder kurzer Verlauf, Rezidive nach OP, Metastasierung, letal)

Diplopie - Sehstörungen (z.B. Doppelbilder oder Gesichtsfeldeinschränkungen)  auch Hemi- und Quadrantenanopsie genannt. http://www.onmeda.de/symptome/doppeltsehen-ursachen-9890-2.html

Disposition - In der Medizin, Veranlagung, Krankheitsbereitschaft, angeborene oder erworbene Anfälligkeit des Körpers für die Ausbildung von Krankheiten.
               
Dissoziation / Dissoziieren - Psychischer Vorgang, bei dem Teile des Bewusstseins vom Rest der eigentlichen Person unwillkürlich abgespalten werden. Dabei kommt es zu einem teilweisen oder völligen Verlust von psychischen Funktionen wie des Erinnerungsvermögens, eigener Gefühle oder Empfindungen wie Schmerz, Angst, Hunger, Durst, der Wahrnehmung der eigenen Person und/oder der Umgebung sowie der Kontrolle von Körperbewegungen. Art und Ausprägung können sehr unterschiedlich sein und auch innerhalb kurzer Zeit wechseln. Ursache kann ein Trauma sein. 
               
dissoziative Anfälle - Siehe psychogene Anfälle 
               
DKFZ - Deutsches Krebsforschungszentrum
               
dl - Deziliter, ein zehntel Liter; 1 dl = 0,1 l = 100 ml
                 
DNA Desoxyribonukleinsäure (englisch: Säure = acid, daher das A, wird auch DNS abgekürzt) - Aus jeweils zwei Strängen (Doppelhelix) bestehendes Biomolekül in den Chromosomen (siehe dort), ist Trägerin der Erbinformation bei allen Lebewesen, enthält unter anderem die Gene.                 

DNA-Polymerase - Enzyme, welche die Synthese von DNA katalysieren. DNA-Polymerasen spielen eine Schlüsselrolle bei der DNA-Replikation (der Vervielfältigung des Erbinformationsträgers DNA in einer Zelle).

DNS - Siehe DNA.   
               
Doc - Doktor, Arzt     
           
Doose-Syndrom - Seltene frühkindliche myoklonisch-astatische Epilepsie. Betroffen sind meist Kinder 1/2 bis 5 Jahre. Später mildere Verlaufsform. Beginnt meist mit Fieberkrämpfen oder generalisierten Anfällen ohne Fieber, bald darauf folgen myoklonische und myoklonisch-atonische Anfälle sowie Absencen. In der Hälfte der Fälle schwerer Verlauf mit GM und Staten, Übergänge in das LGS.
               
Dopamin - Einer der Neurotransmitter (Nervenbotenstoff). Dopamin beeinflusst zahlreiche, zum Teil lebensnotwendige Stoffwechselvorgänge im Gehirn und ist unter anderem beteiligt bei der Regulierung von Empfindungen wie Glück oder Ängstlichkeit. Die Verfügbarkeit von Dopamin in verschiedenen Bereichen des Gehirns spielt eine Rolle bei der Entstehung von Psychosen, Parkinson, dem Restless-Legs-Syndrom, AD(H)S und anderen Störungen.

Dopaminerge Neuronen - Neuronen, in denen Dopamin vorkommt.
 
Doppelhelix - Siehe DNS     

Doppler-/Duplex-Sonografie  - Die Doppler- bzw. Duplex-Sonografie ist eine spezielle Ultraschall-Untersuchung, mit der die Fließgeschwindigkeit des Blutes in den Gefäßen (Arterien und Venen) gemessen wird. So lassen sich Gefäßverengungen aufdecken.
           
Dravet-Syndrom - Sehr seltene, schwere myoklonische Epilepsie im Kindesalter, beginnt meist schon zwischen dem 3. und 9. Lebensmonat mit generalisierten tonisch-klonischen Anfällen, oft halbseitig, oft bei Fieber. Später kommen Myoklonien, atypische Absencen und fokale Anfälle hinzu. Ursache sind meist spontane (nicht ererbte) Mutationen  des Natriumkanalgens SCN1A. Ungünstiger Verlauf. - Hiervon zu unterscheiden sind myoklonische Anfälle, die nicht ganz so seltene gutartige myoklonische Epilepsie im Kindesalter, welche im Alter von 4 Monaten bis 3 Jahren bei normal entwickelten Kindern auftritt, manchmal ebenfalls mit generalisierten tonisch-klonischen Anfällen, oft mit Fieberkrämpfen, jedoch meist erfolgreich mit Valproat behandelt werden kann, sowie physiologische Einschlafmyoklonien.       
         
Drop-Attack - Plötzliches Hinfallen ohne Vorwarnung wegen eines Verlustes des Muskeltonus (der Muskelspannung), ohne dass dabei das Bewusstsein verloren wird. Es handelt sich hierbei nicht um einen epileptischen Anfall oder eine Synkope.   
             
DSM-IV - Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (Diagnostisches und Statistisches Handbuch Psychischer Störungen, vierte Auflage) - Das Klassifikationssystem der American Psychiatric Association (Amerikanische Psychiatrische Vereinigung) zur Einordnung von psychischen und psychiatrischen Störungen  Ein entsprechendes Handbuch der WHO (Weltgesundheitsorganisation) ist die ICD-10 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Auflage), welche sich neben den psychisch-psychiatrischen Störungen auch mit allen anderen Krankheitsbildern befasst. Beide Werke werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert.  In beiden werden die Krankheiten nach einem speziellen Zahlen-Buchstaben-System verschlüsselt.
         
Dura Mater - äußere oder harte Hirnhaut innerhalb des Schädels und des Wirbelkanals.

dymnestische Anfälle - Anfälle mit Erinnerungstäuschungen wie Déjà-vu (Siehe dort).
     
Dysarthrie - eine erworbene neurogene Sprechstörung, die durch eine Schädigung des zentralen oder des pheripheren Nervensystems verursacht wurde. Dabei sind die Steuerung und die Ausführung von Sprechbewegungen betroffen. Dies bedeutet, dass Sprechmotorik, Sprechmelodie (Prosodie), Sprechrhythmus, Stimme und Atmung in unterschiedlichem Ausmaß beeinträchtigt sind.  Siehe weiter http://www.dbl-ev.de/kommunikation-sprache-sprechen-stimme-schlucken/stoerungen-bei-erwachsenen/stoerungsbereiche/komplexe-stoerungen/dysarthrie.html
       
dysmnestische Anfälle - Siehe fokal

Dysphagie - Schluckstörungen

Dysphonie - Stimmstörung z.B. durch eine Lähmung der Stimmbänder.

Dysplasie - In der Pathologie wird die sichtbare Missbildung oder Fehlbildung eines Organismus, Körperteils, Organs oder Gewebes als Dysplasie bezeichnet.
Das betreffende Adjektiv lautet dysplastisch.
Im Zusammenhang mit Tumoren versteht man unter einer Dysplasie die atypische (Gegenteil von typisch) Zellproliferation in einem Gewebe.

Dysrhythmie - "Unregelmäßigkeit" eines Rhythmus, z.B. der Wellen im Elektroenzephalogramm (EEG)



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« Letzte Änderung: 19. Juli 2016, 01:53:41 von krimi »
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« Antwort #5 am: 26. Juni 2016, 19:40:30 »
E

EEG - Elektroenzephalogramm = Messung und Aufzeichnung der schwachen elektrischen Impulse, welche die Nervenzellen im Gehirn erzeugen.    (siehe Fachbegriffe im EEG zu Epilepsie)   
       
Eindosieren - Das (bei einigen Medikamenten anfangs, um das Risiko für das Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen zu reduzieren, oft langsam und in sehr kleinen Schritten erfolgende) Steigern der Dosis eines neu verordneten Medikamentes bis zum Erreichen der Zieldosis. 
               
EKG - Elektrokardiogramm = Messung und Aufzeichnung der elektrischen Aktivitäten des Herzens         
       
Elektroenzephalogramm - Siehe EEG         
       
Elektrokardiogramm - Siehe EKG                 

Elevation - Damit bezeichnet man das Anheben einer Extremität (Körperteil) über einen Winkel von 90° zur Vertikalen. Die Elevation ist die Fortführung der Abduktion (seitl. Wegführung).

Embryologie - Entwicklung des Embryos.

emotional - gefühlsbetont                 

Emotionen - Gefühle

Endothel - Das Endothel besteht aus einer einzelligen Schicht von Endothelzellen, die ein sogenanntes Plattenepithel bilden und alle Blut- und Lymphgefäße innen auskleiden. Das Endothel nimmt vielfältige Aufgaben wahr und hat entscheidenden Einfluss auf den Stoffaustausch zwischen Blut und Körpergewebe.
http://symptomat.de/Endothel

entdifferenziert - siehe Grading
               
Entzugsanfälle - Anfälle, die bei plötzlichem oder zuschnellem Absetzen von Epilepsie-Medikamenten auftreten können. Das Risiko ist nicht bei allen Medikamenten- und Anfallsarten gleich groß, kann aber bis hin zum Status epilepticus reichen.
Auch bei einigen anderen Medikamenten oder Stoffen, an die der Körper gewöhnt ist, können Entzugsanfälle auftreten, so z.B. u.a. beim Entzug von Alkohol oder Drogen bei Süchtigen.     
           
Enzephalitis - (altgriechisch) Entzündung des Gehirns. Meist durch Viren verursacht, seltener durch Bakterien oder durch Pilze. Auslöser können auch Würmer, Prionen, Autoimmunerkrankungen oder Tumore sein. Bei einer Meningoenzephalitis sind auch die Hirnhäute betroffen, bei einer Enzephalomyelitis auch das Rückenmark, bei einer Panenzephalitis das gesamte Gehirngewebe, bei einer Polioenzephalitis die Nervenzellenleiber der Grauen Substanz, bei einer Leukenzephalitis die Nervenfaserverbindungen der Weißen Substanz. Der Verlauf kann akut, chronische oder latent (ohne klinische Erscheinungen) sein. Mögliche Symptome sind u. a. auch je nach Lokalisation und Schwere der Erkrankung: Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Lähmungen, Sehstörungen mit Doppelbildsehen, Sprachstörungen, Krämpfe, Bewusstlosigkeit. Komplikationen können dauerhafte Lähmungen, Sprachstörungen, geistige Behinderung oder Autismus-ähnliche Verhaltensprobleme sowie Parkinson sein. Die Hälfte der bakteriellen Hirnhautenzündungen verläuft tödlich.   
             
Enzephalomyelitis - Siehe Enzephalitis

Enzephalopathie - bedeutet Krankheit des Gehirns oder – von der Symptomatik her gesehen – Störung der Gehirnfunktion. In der Regel wird der Begriff zur Beschreibung einer diffusen und nicht einer lokalisierten Veränderung verwendet. Die Ausprägung kann sehr unterschiedlich sein und von einer nur durch spezielle neurologische Untersuchungen erfassbaren minimalen Enzephalopathie bis hin zu erheblichen Funktionsstörungen und -ausfällen mit kognitiven Störungen, Psychosen, motorischen Störungen, Zittrigkeit, Krämpfen, Demenz und Bewusstlosigkeit reichen. http://www.medicoconsult.de/Enzephalopathie/

Enzym - (Veralteter Begriff: Ferment) Ein biochemischer Katalysator, der hilft, einen Stoff zu spalten oder anderweitig zu verändern. Enzyme werden von allen lebenden Zellen und Mikroorganismen gebildet und wirken sowohl innerhalb wie außerhalb der Zellen. Die Geschwindigkeit jener Reaktionsprozesse im Körper wird durch die Einwirkung des Enzyms zum Teil um das Millionenfache erhöht. Ein Enzym besteht aus einem Protein (Eiweiß) und zum Teil außerdem aus einem zweiten Stoff (Coenzym), der organisch oder metallisch, aber kein Protein ist. Das Coenzym verändert sich durch die Reaktion, im Gegensatz zu dem Protein. Es gibt mehrere zehntausend unterschiedlicher Enzyme, die hochspezifisch arbeiten, d.h. jedes Enzym steuert eine ganz bestimmte biochemische Reaktion.
               
Epi - Epilepsie                 

epigastrische Anfälle - Siehe fokal                 

epileptische Hemiplegie - Siehe Toddsche Lähmung                 

epileptische Paralyse - Siehe Toddsche Lähmung                 

episodisch - Siehe rezidivierend
               
EPMS - Störungen im extrapyramidalmotorisches System. Ist auch eine mögliche Medikamentennebenwirkung z. B. bei Neuroleptika. Kann sich z. B. durch Schlundkrämpfe äußern.   
             
EPS - Extrapyramidalmotorisches System. - Auf den Menschen bezogenes Konzept, in dem sich alle Steuerungsvorgänge der Bewegung (Motorik) wiederfinden, die nicht über die Pyramidenbahn des pyramidalen Systems (= zuständig für die Feinmotorik und die willkürliche Motorik) verlaufen. Es gibt keine wirkliche Trennung zwischen pyramidalem und extrapyramidalem System, aber die Bezeichnung ist zum Verständnis von neurologischen Krankheitsbildern hilfreich.   
             
Ergenyl, Ergenyl Chrono - Medikament gegen Epilepsie. Wirkstoff: Valproat   
             
Ergotherapie - Aktivierungs- und Beschäftigungstherapie. Sie fördert  die Handlungsfähigkeit des Menschen. Die Behandlung erleichtert es dem Patienten, in seinem Alltag zurechtzukommen. Siehe http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/therapie/ergotherapie/was-ist-ergotherapie/
           
Erhaltungsdosis - Die Dosis eines Medikamentes, die dauerhaft beibehalten werden soll. Diese kann, wird oft erst nach einiger Zeit gefunden oder erreicht.               

erosiv - Gewebe angreifend, wie z. B. Gastritis                 

Erythrozyten - rote Blutkörperchen. Siehe Blutbild.

ESES - "Electrical Status Epilepticus During Slow Sleep" - Synonyme sind: CSWS, Tassinari-Syndrom (benannt nach dem italienischen Neurologen Carlo Alberto Tassinari, der es im Jahr 1969 erstmals beschrieb), schwere multifokale EEG-Veränderungen, besonders im tiefen Schlaf. Hierbei treten fast ununterbrochen epilepsietypische Potenziale auf, es kommt zu sogenannten "bioelektrischen Staten". Dadurch kann es zum Verlust schon erworbener sprachlicher und psychischer Fähigkeiten kommen, mit der Gefahr bleibender Entwicklungsrückstände. Oft entstehen erhebliche Verhaltensauffälligkeiten. Eine gute Behandlung des ESES ist darum sehr wichtig, aber oft schwierig. Sichtbare Anfälle fehlen in etwa 30 Prozent der Fälle, sonst oft  weniger häufig und vorwiegend im Schlaf auftretend. Beginn im 2. bis 10. Lebensjahr. Betroffen sind nicht selten Kinder mit leichter allgemeiner Entwicklungsstörung oder  Teilleistungsstörungen, die sich sich im Verlauf verstärken können. Tritt oft auf beim Pseudo-Lennox-Syndrom, enge Verwandschaft zum Landau-Kleffner-Syndrom.     

Essentiell - bedeutet "unabdingbar" oder "zum Wesen eines Dinges (= der Essenz) gehörend".
Übertragen bedeutet essentiell auch "nicht kopierbar" oder "nicht herstellbar". So können essentielle Aminosäuren oder Spurenelemente vom Körper nicht selbst produziert werden und müssen mit der Nahrung zugeführt werden.  http://flexikon.doccheck.com/de/Essentiell

etc. - et cetera (lateinisch: und so weiter)                 

Ethosuximid - Wirkstoff in einigen Medikamenten gegen Epilepsie (in Petinimid, Petnidan, Suxilep, Suxinutin)
             
ETP - epilepsietypische Potentiale - bestimmte, kurze Ausschläge in der beim EEG aufgezeichneten Kurve, die auf eine übermäßige, abnorme Erregung im Bereich der unter dem Ableitungspunkt befindlichen Hirnrinde hinweisen. Sie schaden den Gehirnzellen nicht - es sei denn, sie treten längere Zeit ununterbrochen auf, als bioelektrischer Status (ESES). Solche einzelnen Erregungen sind in der Zeit zwischen den Anfällen gemildert, so dass dabei keine erheblichen Funktionsstörungen oder Anfälle aufteten. Sie bedeuten aber eine vorhandene Anfallsbereitschaft. Mehrere Spitzen kurz hintereinander, sogenannte Polyspikes ("hochfrequente Spitzen") bedeuten meist  eine hohe Anfallsbereitschaft und treten  im EEG oft am Beginn und während eines Anfalls auf.   

Euplodie - Vervielfachung/Verringerung des gesamten Chromosomensatzes einer Zelle. http://www.enzyklo.de

Evidenz (eindeutig nachgewiesene Wirksamkeit) - ist die unmittelbare kognitive Nachvollziehbarkeit eines Zusammenhangs. In der Medizin bezeichnet Evidenz den empirisch erbrachten Nachweis des Nutzens einer diagnostischen oder therapeutischen Aktion.
             
evtl. - eventuell                 

Expression - Kurz für Genexpression. Mit Expression wird zum einen die Ausprägung der genetischen Information (Genotyp) - Gene, DNA - zum Phänotyp einer Zelle oder eines Organismus, zum anderen aber auch die Synthese von Proteinen (Proteinbiosynthese) aus genetischen Informationen bezeichnet. (http://immunologie-hamburg.de/?v=Glossar)

extern - außerhalb, draußen befindlich                 

Exterozeption - Wahrnehmung von Umweltreizen                 

Exzision (lat. excidere: (her)aushauen, -schneiden, abhauen) - Als Exzision wird in der Medizin das chirurgische Entfernen von Gewebe aus dem Körper bezeichnet. Das entsprechende Verb lautet exzidieren.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Exzision)


Wenn nicht anders angegeben beziehen sich die Erklärungen auf folgende Quellen: Apotheken-Umschau, Ärztezeitung bzw. Deutsches Ärzteblatt, DocCheckFlexikon, netdoktor.de, PharmaWiki, onmeda, Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch), Wikipedia.
Siehe auch http://immunologie-hamburg.de/?v=Glossar
« Letzte Änderung: 22. August 2017, 16:41:28 von krimi »
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Antw:Medizinische Fachbegriffe von A bis Z
« Antwort #6 am: 26. Juni 2016, 19:43:17 »
F

f, ff -  steht für folgende, bedeutet, dass ein Thema in einem Text auf der nächsten (f) bzw. über mehrere (ff), unmittelbar aufeinander folgende Seiten oder Paragraphen hinweg behandelt wird.   

Fachbegriffe im EEG zu Epilepsie - Alpha-Wellen, Beta-Wellen, Delta-Wellen, Dysrhythmie, Sharp waves, Spikes, Theta-Wellen, Verlangsamungen der Grundaktivität

Facialisparese - Lähmung der Gesichts-, Mund- oder Zungenmuskulatur
             
Fatigue - Das Fatigue-Syndrom bezeichnet ein Gefühl von anhaltender Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit. Es beeinträchtigt das Leben der Betroffenen nachhaltig und lässt sich auch durch viel Schlaf nicht beseitigen. In manchen Fällen ist Fatigue eine Begleiterscheinung chronischer Erkrankungen wie Krebs, Rheuma, Aids oder Folge außergewöhnlicher Belastungen (wie einer Chemotherapie). http://www.netdoktor.de/krankheiten/fatigue-syndrom/
Weitere Erklärungen hier: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen/fatigue-bei-krebs.html

Fatalität - (englisch: fatality), siehe Letalität                 

FE - Fahrerlaubnis                 

Ferment - Siehe Emzym   
             
Fieberkrampf - Epileptischer Anfall, der durch ansteigendes Fieber ausgelöst wird, meist zu Beginn eines fieberhaften Infektes. Häufigste Art von Gelegenheitsanfällen bei Säuglingen und Kleinkindern. Bei Dauer über 5 Minuten ist Anfallsunterbrechung erforderlich, dann handelt es sich um einen Notfall! Rettungswagen rufen, wenn kein Notfallmedikament im Haus. Telefonnummer ist in Deutschland 112. Meist ist ein Fieberkrampf ein generalisierter tonisch-klonischer Anfall von kurzer Dauer. Auch generalisierte nur klonische Anfälle, Halbseitenanfälle, selten kurze atonische oder tonische Anfälle. Öfter auch länger dauernd als Grand mal ohne Fieber, auch über 10 Minuten oder in Serien, also Statusneigung. Ein Fieberkrampf bleibt meist einmaliges Ereignis, tritt nur bei 1/3 der Fälle mehrmals auf. Ab 5 Jahren bleiben Wiederholungsanfälle selten. Nur bei ca. 3-4 % der Kinder mit Fieberkrämpfen entwickelt sich bis zum 7. Lebensjahr eine Epilepsie. Risiko bei einfachen Fieberkrämpfen nur 1,5 %. Allgemeines Epilepsie-Risiko ohne Fieberkrämpfe ca. 1%. Bei komplizierten Fieberkrämpfen (= mehrere Risikofaktoren zusammen, wie Hirnschädigung, Epilepsie in der Familie bekannt, Krämpfe schon im 1. Lebensjahr oder nach dem 4., häufige oder mehr als 15 Minuten lange Fieberkrämpfe, wochenlange epilepsietypische Aktivitäten im EEG) liegt das Risiko für eine Epilepsie bei ca. 15%.   
             
Filia - Tochtergeschwulst (siehe Metastase )               

Fließgleichgewicht - Siehe Spiegel     
 
Fluoreszenz - Als Fluoreszenz bezeichnet man das optische Phänomen bestimmter Substanzen, bei elektromagnetischer Bestrahlung ein Photon zu absorbieren und dadurch kurzzeitig im angeregten Zustand vorzuliegen. Als unmittelbare Folge der Lichtabsorption wird ein Photon niedriger Energie wieder emittiert; das ausgesandte Licht hat damit eine andere, größere Wellenlänge als das aufgenommene.

In der Medizin unterscheidet man zwischen zwei Formen der Fluoreszenz:

•   Primäre Fluoreszenz: Fähigkeit einer Substanz nach Energieeinstrahlung selbst zu leuchten

•   Sekundäre Fluoreszenz: Leuchten einer mit einem Fluoreszenzmarker gekoppelten Struktur oder Substanz oder eines mit einem   
     Fluorochrom gefärbten Gewebes in der Fluoreszenzmikroskopie. Die sekundäre Fluoreszenz wird heute auf regulärer Basis in der
     modernen Pathologie, insbesondere bei immunhistochemischen Färbungen. (flexikon.doccheck.com/de/Fluoreszenz)

FMRI (Funktionelle Kernspintomographie) - Das ist eine faszinierende Methode, mit der wir unserem Gehirn „bei der Arbeit zusehen“ können. Dabei ist die FMRI ein gesundheitlich unbedenkliches Verfahren: Es gibt keine Strahlenbelastung und Kontrastmittel wird nicht benötigt.     http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Abteilung-fuer-Neuroradiologie/de/Was_ist_Neuroradiologie_/nrad_mrt/fmri/

fMRT  (funktionelle MRT) - Hiermit lässt sich ein aktivierter Ort im Gehirn darstellen, der durch eine Tätigkeit (etwa bei einer Reizverarbeitung in der Sehrinde, oder bei einem Anfall) eine Durchblutungsänderung zeigt. Die stimulierten Areale werden dann vom Computer räumlich zugeordnet und visuell dargestellt. Wichtig für das genaue Orten epileptischer Herde oder vor einer epilepsie- oder neurochirurgischen Operation.     http://flexikon.doccheck.com/de/Funktionelle_Magnetresonanztomographie
           
fokaler Anfall, Fokus - Nur ein bestimmter, begrenzter Teil des Gehirns ist vom Anfallsgeschehen betroffen. (lateinisch: focus = Herd) Fokale Anfälle können sich sehr unterschiedlich gestalten, je nachdem wofür dieser Teil des Gehirnes jeweils zuständig ist. Einfach-fokale Anfälle reichen von Missempfindungen verschiedenster Art in beliebigen Körperteilen (sensible Anfälle) über Muskelkrämpfen in Form von Zuckungen oder Versteifungen (einfach-motorische Herdanfälle, manchmal gefolgt von Toddschen Lähmungen), Kombinationen von beiden (seonsomotorische Anfälle), versive Anfälle (Wendebewegungen von Augen, Kopf oder Oberkörper. Ipsiversiv = in Richtung des epileptischen Herdes, Adversiv = in entgegengesetzter Richtung), bis hin zu Wahrnehmungsveränderungen (sensorische Anfälle), epigastrischen Anfällen (Missempfindungen im Bauchraum, vom Magen zum Kopf aufsteigend), vegetativen Erscheinungen wie Blässe, Erröten, Schwitzen, Pupillenveränderung ( = vegetative oder autonome Anfälle) und zu Déjà-vus oder jamais-vus (dysmnestische Anfälle). Weil die epileptische Aktivität sich bei einfach-fokalen Anfällen nur auf eine bestimmte Stelle des Gehirnes beschränkt, den Fokus oder Herd, erleben Betroffene stets die gleichen Symptome, die jedoch individuell je nach Ort des Herdes sehr unterschiedlich sein können. Bei einfach-fokalen Anfällen ist das Bewusstsein nicht getrübt, der Betroffene bekommt alles mit. Siehe auch: komplex-fokal und Jackson-Anfälle.             
   
Fokus - Synonyme: Brennpunkt,  Mittelpunkt, Zentrum
Der Punkt, auf den alles gerichtet ist

fokussieren – scharf stellen. Etwas mit scharfer Aufmerksamkeit betrachten. Ein Objektiv, seine Interessen auf ein Ziel richten, fokussieren

Fotosensibilität - Empfindliche Menschen - auch  anfallsfreie, gesunde -  können bei starken Lichtreizen epileptische Anfälle bekommen. Besonders riskant sind Stroboskope in Discos, großflächige, flimmernde Hell-Dunkel-Kontraste z. B. bei Filmen oder Videospielen mit flackernden Szenen, bei Bildschirmen mit niedriger Bildwiederholungsrate und in dunkler Umgebung, rhythmischen Erscheinungen wie bei Alleedurchfahrt im Sonnenlicht, Reflexen auf Wasseroberflächen u. ä. Übermüdung senkt die Anfallsschwelle. Meist - nicht immer - findet man bei Betroffenen im EEG bei Reizung mit flackerndem Licht (Fotostimulation) epilepsietypische Potentiale.           

Fotostimulation - Siehe Fotosensibilität 
               
foudroyant - (blitzartig) schneller und zugleich sehr schwerer Krankheitsverlauf,  z. B. Schlaganfall, Lungenembolie                 
             
Frequenz - Häufigkeit, bei Wellen ist  die Anzahl der Wellenspitzen/Schwingungen in einem bestimmten Zeitraum gemeint (normalerweise pro Sekunde).   
             
frontal - vorn, am Kopf im Bereich der Stirn   
             
Frontallappen - Vorne hinter der Stirn liegender Teil des Großhirns. Unterteilung  in einen motorischen und prämotorischen Bereich (zusammen Motorcortex genannt) sowie einen präfrontalen Bereich (präfrontaler Cortex). Zuständig für Auswahl und Ausführung von Bewegungen sowie die Steuerung der dafür notwenigen kognitiven Prozesse.   
             
Frontallappenepilepsie - Fokale Epilepsie mit fokalen epileptischen Anfällen, die im Stirnlappen des Gehirns entstehen.
               
Fructose - Siehe Glc                 

Frühe infantile epileptische Enzephalopathie - Siehe Dravet-Syndrom                 

Frühkindlicher Autismus - Entspricht dem Kanner Syndrom. Siehe Autismus.   
             
fulminant - schneller und zugleich sehr schwerer Krankheitsverlauf                 

FV – Fahrverbot



Wenn nicht anders angegeben beziehen sich die Erklärungen auf folgende Quellen: Apotheken-Umschau, Ärztezeitung bzw. Deutsches Ärzteblatt, DocCheckFlexikon, netdoktor.de, PharmaWiki, onmeda, Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch), Wikipedia.
« Letzte Änderung: 19. Juli 2016, 01:56:39 von krimi »
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« Antwort #7 am: 27. Juni 2016, 19:16:16 »
G

g - Gramm

GABA - Gammaaminobuttersäure. Wichtigster hemmender Neurotransmitter im Gehirnstoffwechsel. 
               
Gammaaminobuttersäure - siehe GABA 

Gammaknife - Das Gamma Knife ist ein Bestrahlungsgerät mit 201 Strahlungsquellen, deren Strahlen alle genau auf einen Punkt ausgerichtet sind. Vergleichbar mit einem Brennglas entsteht in diesem Zentrum ein therapeutisch wirksames, nahezu kugelförmiges Strahlungsfeld. Diese Art der Strahlenkonzentration ermöglicht es, Tumorgewebe zu bestrahlen, ohne dabei das umliegende Gewebe zu schädigen. Die gesamte Strahlendosis, die nötig ist um den Tumor zu zerstören, kann in einer einzigen Sitzung appliziert werden. Diese Strahlung besteht aus kleinen Lichtteilchen, den Photonen. http://www.gkfrankfurt.de/de/behandlung/gammaknife.html

Gastritis - Eine Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhaut. Sie entsteht, wenn der Schutzmantel der Magenwand beschädigt ist oder zuviel Magensäure vorhanden ist. Die Säure des Magens kommt dann in direkten Kontakt mit der Magenschleimhaut und schädigt die Schleimhautzellen. http://www.internisten-im-netz.de/de_was-ist-gastritis_1044.html
               
GdB - Grad der Behinderung, der im Schwerbehindertenausweis dokumentiert wird.   

gegensinnig - im Gegensinn [erfolgend]
             
geistige Behinderung - Eine langfristige Behinderung in der Entwicklung der geistigen Fähigkeiten eines Menschen. Die Diagnosestellung erfordert: IQ von ca. 70 oder weniger; außerdem gleichzeitig Defizite oder Beeinträchtigungen der sozialen Anpassungsfähigkeit (= der Fähigkeit einer Person, die sozialen Normen ihres Umfelds altersgemäß zu erfüllen) in mindestens zwei der folgenden Bereiche: Kommunikation, Eigenständigkeit, häusliches Leben, soziale/zwischenmenschliche Fertigkeiten, Nutzung öffentlicher Einrichtungen, Selbstbestimmtheit, schulische Fertigkeiten, Arbeit, Freizeit, Gesundheit, Sicherheit; außerdem Beginn der Störung vor Vollendung des 18. Lebensjahres. Es gibt keine Ausschlusskriterien. Es gibt keine spezifischen Persönlichkeits- oder Verhaltensmerkmale für geistige Behinderung. Es können sowohl Sanftmütigkeit, Abhängigkeit und Passivität vorkommen als auch Aggressivität und Impulsivität. Geistig behinderte Personen sind anfällig für eine Ausnutzung durch andere, eine Beschneidung ihrer Rechte und Möglichkeiten sowie für körperliche Misshandlung und sexuellen Missbrauch.
Der Verlauf einer geistigen Behinderung ist eher variabel und von Umweltfaktoren abhängig. Die Störung ist nicht zwangsläufig lebenslang. Geeignetes Training und gute Anpassungsfähigkeit in anderen Bereichen können Beeinträchtigung so vermindern, dass die Diagnose nicht mehr gestellt werden kann.
Die möglichen Ursachen für eine geistige Behinderung sind vielfältig. Dazu gehören unter anderem: Genveränderungen, (vererbte oder spontan mutierte), (z. B. Down-Syndrom), frühe Schädigungen der Embryonalentwicklung (auch z. B. durch Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft), Probleme während der Schwangerschaft und Geburt (z. B. Mangelernährung des Fötus, Sauerstoffmangel bei der Geburt, Sauerstoff-Überdosierung im Brutkasten), Infektionen, Traumata, Vergiftungen, Mangel an Nahrung, Mangel an sozialen und sprachlichen und anderen Stimulationen (z. B. Hospitalismus), schwere psychische oder neurologische oder psychiatrische Störungen (z.B. Autismus, Epilepsie, organischer Hirnschaden) 
Es werden verschiedene Schweregrade unterschieden: Leichte geistige Behinderung
(IQ 50-55 bis ca. 70, „Debilität“), betrifft 85% der geistig behinderten Personen, der geistige Entwicklungsstand betroffener Erwachsener liegt bei ca. 15 Jahren; Mittelschwere geistige Behinderung (IQ 35-40 bis 50-55, „Imbezillität“), betrifft 10% der geistig behinderten Personen, Entwicklungsstand Erwachsener bei ca. 6 Jahren; schwere geistige Behinderung (IQ 20-25 bis 35-40, „Ausgeprägte Imbezillität“), betrifft 3-4% der geistig behinderten Personen, Entwicklungsstand Erwachsener bei ca. 6 Jahren; Schwerste geistige Behinderung (IQ unter 20 oder 25, „I d i o t i e“), betrifft nur 1-2% aller geistig behinderten Personen, bei der Mehrzahl davon liegt ein bekannter neurologischer Krankheitsfaktor zugrunde. Der Entwicklungsstand Erwachsener liegt bei 18 Monaten. 
               
Gelegenheitsanfälle - Der Begriff „Gelegenheitsanfall“ wird nicht einheitlich gebraucht. Gemeint sind entweder epileptische Anfälle, die nur bei bestimmten Gelegenheiten auftreten, (Auslöser davon sind z. B. Fieber, Alkoholentzug, Schlafentzug, akute Stoffwechselstörungen, Kopfverletzung, Flüssigkeitsmangel, Schlaganfall etc.) Dann werden sie auch provozierte oder akute symptomatische Anfälle genannt. Einen solchen Anfall kann jeder Mensch erleiden, auch ohne dass eine epileptische Erkrankung im eigentlichen Sinne vorliegt. Oder es sind Anfälle gemeint, die nur gelegentlich auftreten, zum Beispiel nur einmal pro Jahr, auch ohne dass es einen erkennbaren Anlass dafür gibt. Dann wird auch von unprovozierten Gelegenheitsanfällen gesprochen.
             
Gen - Abschnitt auf der Desoxyribonukleinsäure (DNA), der die Grundinformationen des Erbgutes enthält.   
             
generalisiert - Das ganze Gehirn betreffend. Es gibt neben den Absencen  tonische, klonische, tonisch-klonische, myoklonische und atonische generalisierte Anfälle. Man unterscheidet zwischen primär und sekundär generalisierten Anfällen. Bei primären Anfällen wie den Absencen oder dem Grand Mal ist von Anfang an das gesamte Gehirn von der epileptischen Erregung erfasst. Der Anfall beginnt plötzlich und der Betroffene ist sofort bewusstlos. Bei sekundären Anfällen breitet sich der Anfall von einem Herd ausgehend mehr oder weniger schnell auf das gesamte Gehirn aus und die Bewusstlosigkeit setzt erst mit der Generalisierung ein. 
               
Generika - Nachahmerpräparat. Ein Medikament, das dem Original eines Arzneimittels nachempfunden wurde, nachdem bei diesem der Patentschutz für den Hersteller bzw. "Erfinder" abgelaufen ist. Generika sind meist preiswerter als die Originale, weil für ihre Produzenten die Kosten für Forschung, Studien etc. entfallen.       
           
genetisch - erblich bedingt, vererbt                 

Genom - Gesamtheit aller Gene eines Organismus                 

Genomik - Erforschung der Gesamtheit aller Gene eines Organismus   
             
Glc - Glucose (deutsch Glukose), auch Dextrose genannt. (lateinisch dexter = rechts, denn gewöhnlicher Traubenzucker verdreht die Ebene linear polarisierten Lichtes nach rechts, daher der Name. - Fructose (lateinisch: fructus = Frucht), Levulose, veraltet Lävulose, verdreht sie im Gegensatz dazu nach links). Glukose gehört zu den Kohlehydraten und ist ein Einfachzucker (Monosaccharid), der in der Natur ausschließlich als Traubenzucker in der Form D-Glucose vorkommt. Synthetisch lässt sich die teils spiegelbildliche Form L-Glucose erzeugen. Glucose wird vom menschlichen Körper schneller aufgenommen als Fructose. Die roten Blutkörperchen und das Nierenmark sind zur Energiegewinnung auf Glucose angewiesen, welches in der Lage ist, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und so das Gehirn zu versorgen.                 

Gleichgewichtsorgan - Es befindet sich paarig im rechten und linken Innenohr.  http://symptomat.de/Gleichgewichtsorgan

Gleichgewichtssinn - Der Gleichgewichtssinn dient der Orientierung im dreidimensionalen Raum, der Feststellung der Körperlage im Raum einschließlich der Gliedmaßen und der Koordinierung komplexer Bewegungsabläufe.  … Der Gleichgewichtssinn beinhaltet strenggenommen eine komplexe, zusammengesetzte Sinneswahrnehmung, die nicht nur auf der Rückmeldung eines einzigen Sinnes- oder Sensororgans beruht, sondern auf den vom Gehirn verschalteten Sensormeldungen der Vestibularorgane, der in allen Muskeln, Bändern und Sehnen zahlreich vorhandenen Propriozeptoren und der Augen. Auch Höreindrücke und der Tastsinn der Haut können eine Rolle spielen und einen Beitrag leisten.
http://symptomat.de/Gleichgewichtssinn

gleichsinnig - im gleichen Sinne [erfolgend], in gleicher Art und Weise.

Medizin: Gleichsinnig zusammenwirkendes Organ;  Arzneimittel, die sich in additiver oder potenzierender Weise ergänzen   http://www.duden.de/suchen/dudenonline/gleichsinnig

Glia (Gliazellen) (von griechisch: glia - Leim, Kitt / Synonym: Gliozyt, Gliocytus / Englisch: glia, glial cell) - Die Gliazellen bilden das Stützgewebe des Nervensystems. In ihrer Gesamtheit werden sie als Glia oder Neuroglia bezeichnet.
Während in der Vergangenheit die Aufgabe der Gliazellen häufig auf Hilfs- und Stützfunktionen reduziert wurde, zeigen die Forschungen der letzten Jahre, dass Gliazellen und Neuronen eine enge funktionelle Einheit bilden, ohne die die neuronale Reizleitung und damit die Funktion des Nervensystems nicht aufrecht erhalten werden könnte.

Siehe auch:
https://www.dasgehirn.info/entdecken/glia/gliazellen-unterschaetzter-klebstoff-3637/
https://www.dasgehirn.info/entdecken/kommunikation-der-zellen/zellen-grundbausteine-des-gehirns-4819

Gliose - Vermehrung oder Neubildung von faserigen Gliazellen im zentralen Nervensystem, im Rückenmark oder im Gehirn. Gliazellen gibt es in verschiedenen Formen, sie sind wichtig für den Stoffwechsel im Nervenystem. Sie kommen um ein Vielfaches häufiger vor und sind zugleich kleiner als die normalen Nervenzellen, die Neuronen. Im menschlichen Gehirn besteht etwa die Hälfte der Masse des Gewebes aus Gliazellen, die andere Hälfte aus Neuronen. Wachsen die Gliazellen jedoch im Übermaß, so kann eine Art störendes Narbengewebe entstehen.

Glukose - siehe Glc 

Glycin - ist eine nicht essenzielle (kann vom Körper nicht selbst produziert werden) Aminosäure.

Die drei wichtigsten Funktionen von Glycin sind:

•   Bestandteil des Hämoglobinsstoffwechsels (Hämoglobin transportiert den Sauerstoff im Blut)
•   Bestandteil des Kreatinstoffwechsels (Kreatin liefert die Energie in den Muskelzellen und ist am Muskelaufbau beteiligt) und
•   Glycin ist Bestandteil des Kollagens und daher wichtig für die Hautgeneration, die Bildung der Haare und dem Aufbau von Knorpel, insbesondere Gelenkknorpel.

Ebenso wird Glycin als Bestandteil der DNA benötigt und ist Bestandteil des Glukosetoleranzfaktors (GTF). Der Glukosetoleranzfaktor ist eine körpereigene Verbindung, die an der Regulierung des Blutzuckerspiegels beteiligt ist. http://aminosäure.org/aminosaeuren/glycin/
             
GM - Grand-mal-Anfall, siehe GTKA                 

Grading (englisch to grade ‚einteilen, in eine Rangfolge ordnen‘)  - Die Bezeichnung Grading wird im Zusammenhang mit der Beurteilung eines Tumors benutzt, um den Differenzierungsgrad des Krebsgewebes anzugeben, d. h. das Ausmaß, in dem es von den normalen Geweben abweicht. Diese für Prognose und Therapie wichtige Information wird vom Pathologen geliefert, der eine Gewebsprobe (Biopsie) unter dem Mikroskop untersucht. http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/537658/Grading

Grand mal - (französisch: "großes Übel"), eigentlich veralteter Ausdruck für den generalisierten tonisch-klonischen Anfall (GTKA), der aber aufgrund seiner Kürze weiterhin oft verwendet wird. Siehe GTKA                 

Granulation (lat. granulum = Körnchen, Körnung) - Als Granulation bezeichnet man in der Dermatologie oder Chirurgie die Bildung von jungem Bindegewebe im Rahmen der Wundheilung, das stark von Kapillaren (kleinen Blutgefäßen) durchzogen ist. Durch die Vielzahl der Kapillaren erscheint die Oberfläche „körnig“ – sie ist granuliert. Daher wird das entsprechende Gewebe auch als Granulationsgewebe bezeichnet.

Granulation tritt im Rahmen der Proliferationsphase der Sekundärheilung (bei auseinander klaffenden Wundrändern und Gewebedefekt) auf und erfolgt etwa drei bis zehn Tage nach der Verletzung. Durch die Bildung von Granulationsgewebe, das vom Wundrand ins Zentrum vorwächst, bis der Defekt ausgeglichen ist, und zusätzliche Kontraktion der Wundränder kann der Wundverschluss gewährleistet werden. Anschließend erfolgt die Epithelialisierung, das heißt, die Haut bildet sich neu. Das Granulationsgewebe erfährt dann noch einige Umwandlungen, welche mit der Bildung festen Narbengewebes ihren Abschluss finden.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Granulation_(Medizin)

große Anfälle - Siehe Grand mal                 

großer Anfall - Siehe Grand mal                 

Großhirnrinde oder Cortex cerebri - Die bei Betrachtung eines Gehirns dem Betrachter zugewandte, äußere Seite des Großhirns des Menschen. http://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/grosshirnrinde/5010
Verlangsamungen der Grundaktivität - entspricht einer Verlangsamung gegenüber einer "normalen Hirnaktivität"

GTKA - generalisierter (das gesamte Gehirn umfassender) tonisch-klonischer (epileptischer) Anfall, veraltet auch "Grand Mal" oder "großer Anfall" genannt. Er geht einher mit einem Verlust des Bewusstseins, welcher einen Sturz zu Boden bewirkt, und besteht aus einer (tonischen) Phase der starren Muskelverkrampfung am ganzen Körper und einer darauf folgenden (klonischen) Phase von Muskelzuckungen. Danach folgt in aller Regel eine Phase tiefer Erschöpfung bzw. eines tiefen Schlafes. Normalerweise dauert ein solcher Anfall nicht länger als 1-3 Minuten. Ab einer Dauer von 5 Minuten spricht man von einem prolongierten Anfall, ab 5-10 Minuten von einem Status epilepticus. Ein GTKA-Status ist lebensbedrohlich, darum sollte ab einer Dauer von 5 Minuten ein Notarzt/RTW gerufen werden.

gutartige atypische Epilepsie - siehe Pseudo-Lennox-Syndrom                 

gutartige fokale Säuglingsepilepsie - siehe Watanabe-Epilepsie   
             
gutartige okzipitale Epilepsie des Kindesalters - 2.-16. Lebensjahr, betrifft meist normal entwickelte Kinder. Im EEG bei geschlossenen Augen oft typische Spitzenherde der Rolando-Epilepsien, meist beidseitig, aber auch einseitig, dann oft im Verlauf die Seite wechselnd. Bei Kleinkindern frühe und häufigere Form (Typ Panayiotopoulos), nächtliche, länger dauernde Halbseitenkrämpfe, auch Staten, übergehend in generalisierte tonisch-klonische Anfälle. Oft auch Erbrechen, Nystagmus, auch Blick- und Kopfwendung zu einer Seite. Gute Prognose, bei  1/3 nur einmaliger Anfall. Im Schulalter Anfälle oft mit Sehstörungen bis zu vorübergehend einseitigem oder völligem Sehverlust, optische Trugerscheinungen wie Blitze, Muster, Gesehenes erscheint kleiner, größer oder entfernter, oft gefolgt von Nystagmus. Danach können sie in typische  Rolando-Anfälle, komplex-fokale Anfälle, Grand mal übergehen. Seltene späte Form (ab 8 Jahre) Typ Gastaut häufigere, meist kürzere Anfälle meist tagsüber mit den Sehstörungen, danach können komplex-fokale Anfälle, Halbseitenkrämpfe, auch generalisierend auftreten. Oft migräneartige Kopfschmerzen. Ausheilung meist in Pubertät, bei auch komplex-fokalen Anfällen auch ungünstiger Verlauf möglich. Abzugrenzen von symptomatischen Okzipitallappen-Epilepsien.                 
gutartige psychomotorische Epilepsie auch "benigne Partialepilepsie mit affektiver Symptomatik" oder englisch "terror-fits" (siehe http://www.anfallskind.de/105.htm) genannt. Selten. Alter 2-9 Jahre. Plötzliche Anfälle von panischer Angst, wobei die Kinder oft schreiend Schutz suchen, davonlaufen oder sich verbergen. Manchmal orale Automatismen wie Kauen, Schmatzen, Schlucken und Spracharrest (Unfähigkeit zu sprechen). Tags und nachts. Meist nur 1-2 Minuten Dauer. - Zu unterscheiden von den nicht-epileptischen nächtlichen Angstanfällen bei Kindern: Pavor nocturnus.



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« Letzte Änderung: 18. Dezember 2016, 11:02:29 von krimi »
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« Antwort #8 am: 27. Juni 2016, 19:41:21 »
H

             
Halbseitenlähmung - siehe Hemiparese         
       
Halbwertszeit - siehe Spiegel   
             
Hämatokrit (Hct, Hkt oder Hk) - misst die Zähigkeit des Blutes. Wert, welcher den Anteil der festen, zellulären Bestandteile des Blutes bestimmt, die wiederum zu 99% aus den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) gebildet werden. Ein zu hoher Hämatokrit-Wert bedeutet ein erhöhtes Risiko für Thrombosen, Herzinfarkt, Hirnschlag, Embolie. (Siehe auch Blutbild.)

Hämoglobin (Hb) - Protein (Eiweiß) im Inneren der roten Blutkörperchen, sorgt durch hohen Eisenanteil für die rote Färbung des Blutes, transprotiert den Sauerstoff im Blut. Ein zu niedriger Hämoglobin-Wert (Hb) kann auf eine Blutarmut (Anämie) hinweisen. Siehe auch Blutbild.

hämorrhagischer Infarkt - Der hämorrhagische Infarkt ist ein Infarkt, der durch einen Gefäßverschluss entsteht und durch eine paravasale Einblutung in den nekrotischen Bezirk gekennzeichnet ist. Der Infarktbezirk ist blutig durchsetzt.

Hemianopsie oder Hemianopie (von griech. hemi „halb“, a „nicht“ und ops „sehen“) - ein durch eine Läsion der Sehbahn (sozusagen der "Nervenleitung" vom Auge zum Gehirn) hervorgerufener halbseitiger Gesichtsfeldausfall beider Augen, also eine Halbseitenblindheit, bei der die Grenze zwischen der sehenden und der nicht sehenden Hälfte des Gesichtsfeldes senkrecht verläuft. In manchen Fällen (ca.10%) ist jeweils nur ein Viertel des Feldes erblindet. Der Begriff wird nicht verwendet, wenn nur ein Auge betroffen ist.
Es gibt, je nach Lage der Sehbahnschädigung, zwei Formen: Bei der homonymen Hemianopsie ist bei beiden Augen jeweils die gleiche Seite von dem Ausfall betroffen, so dass man nur auf der linken oder der rechten Seite sehen kann, ähnlich dem Effekt, wenn man sich ein Auge zuhält. Bei der heteronymen (binasalen oder bitemporalen) Hemianopsie ist auf beiden Augen jeweils die einander gegenüberliegende Seite von dem Ausfall betroffen, so dass Patienten entweder nur die Außenbereiche ihres eigentlichen Blickfeldes sehen können, als hielten sie z.B. die Handfläche senkrecht vor ihre Nase, oder nur die inneren Bereiche, als hätten sie Scheuklappen auf.
Die Benennung der verschiedenen Formen erfolgt nach der Richtung des Gesichtsfeldverlustes, der sich entgegengesetzt zur Lage der Läsion befindet. Ein temporaler (seitlicher) Gesichtsfelddefekt entspricht also dem Ausfall der nasalen (zur Nase gewandten) Netzhaut-(Retina)-Hälften des Auges und umgekehrt. 
Hemianopsien können mit einer kleinen, zentralen Aussparung im Bereich der Macula (Gelber Fleck auf der Netzhaut des Auges, mit besonders vielen Sehzellen) einhergehen, deren Nachweis schwierig, aber wichtig ist, um zu klären, ob die Ursache im Occipitallappen des Gehirns liegt.
Von der Hemianopsie abzugrenzen ist der visuelle Neglect, bei dem keine Störung im eigentlichen Sehzentrum vorliegt, sondern eine Störung der Aufmerksamkeitszuwendung zu einer Seite, hervorgerufen durch eine Läsion im Parietallappen des Gehirns. Hierbei beachten die Patienten eine Seite ihres Gesichtsfeldes nicht, ohne dass ihnen dies bewusst wird.

Hemiatrophia cerebri - ist eine narbige Verkleinerung einer gesamten Großhirnhälfte. Als Ursache wird ein halbseitiges, entzündliches Ödem diskutiert, welches vermutlich in den Wochen vor, während oder nach der Geburt entstand.

Hemikonvulsion-Hemiplegie-Epilepsie-Syndrom (HHE-Syndrom) - Das Auftreten von Halbseitenanfällen mit jeweils nachfolgender vorübergehender Halbseitenlähmung.

Hemiparese - Lähmung einer Körperseite (Halbseitenlähmung). Ist die Seite komlett gelähmt, spricht man auch von einer Hemiplegie. Entsteht durch Schädigung des Gehirns, z. B. Schlaganfall. Betroffen ist dabei meist die gegenüberliegende Seite, da die Nervenbahnen der Hirnhälften einander auf dem Weg zum Körper kreuzen. Tritt auch als Folge einer Hemisphärektomie auf. 
               
Hemiplegie - siehe Hemiparese         
       
Hemisphärektomie - Das operative Entfernen (anatomische H.) oder Stilllegen (funktionelle H.) einer Großhirnhälfte, mit Erhalt tieferer Strukturen (Hypothalamus, Dienzephalon, Stammganglien). Die heute übliche funktionelle H. erfolgt, indem Nervenbahnen zur anderen Hälfte, welche diese negativ beeinflussen, in der Mitte des Gehirns durchtrennt werden. Außerdem werden Teile des Temporallappens und der zentralen Gehirnanteile entfernt. Kommt als epilepsiechirurgischer Eingriff in seltenen Fällen zum Einsatz bei schweren, pharmakotherapeutisch resistenten Epilesien, außerdem bei einer Rasmussen-Enzephalitis oder einem Sturge-Weber-Syndrom. Folge ist eine Hemiparese, die aber oft auch schon vorher besteht. Weitere Möglichkeit ist Dekortikation (graue Hirnsubstanz wird weggeschnitten, weiße bleibt stehen). Weitere Informationen siehe hier: http://www.epilepsie-netz.de/11d162/Aktuelle_Faelle.htm
           
Herd, Herdanfälle - siehe Fokus und multifokal   

Hertz (Hz) - Maßeinheit für die Frequenz.
             
Hippocampus (griechisch: hippos=Pferd, kampos=Seeungeheuer, Wurm) - Doppelt vorhandene Struktur in den Temporallappen, gehört zu den ältesten Teilen des Gehirns, verarbeitet sensorische Informationen und ist sehr wichtig für die Speicherung von Inhalten des Kurzzeitgedächtnisses im Langzeitgedächtnis und für die korrekte Nutzung von Langzeitgedächtnis-Inhalten wie z.B. dem Orientierungsvermögen.

Hirnblutung - Als Hirnblutung oder besser intrakranielle Blutung bezeichnet man eine venöse oder arterielle Blutung innerhalb des Schädels. Intrakranielle Blutungen können aufgrund verschiedener Ursachen entstehen und an unterschiedlichen Stellen auftreten. Oft liegen die Blutungsquellen zwischen den Hirnhäuten. Liegt der Sitz der Blutungsquelle im Gehirngewebe selbst, spricht man von einer intrazerebralen Blutung.
Durch den Bluterguss wird das Hirngewebe komprimiert/geschädigt. Es kann zu Funktionsstörungen im betroffenen Gebiet und schließlich zum Absterben des Hirngewebes (hämorrhagischer Infarkt) kommen. Desweiteren können Blutungen zu einem erhöhten intrakraniellen Druck und dadurch zum Tod führen.

Hirnhaut - Als Hirnhaut wird eine Bindegewebsschicht bezeichnet, die das Gehirn umgibt. Dabei unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Hirnhäuten. Im Wirbelkanal setzt sich die Hirnhaut als Rückenmarkshaut fort. http://symptomat.de/Hirnhaut
Hirnstammaudiometrie - siehe AEP   
             
Histamin - Hormon, u. a. beteiligt an der Entstehung von Allergien. Eosinophile Granulozyten speichern große Mengen an Histamin und schütten es bei Reizung aus. Histamin führt im Gewebe zu vermehrter Durchblutung (Rötung), erhöhter Durchlässigkeit der Gefäßwände (Schwellung) und lockt andere Immunzellen an. Erzeugt oft Juckreiz.

Histologie - die Wissenschaft von den biologischen Geweben, und damit ein Teilgebiet der Medizin und Biologie, genauer der Anatomie und der Pathologie.
Die traditionelle Histologie untersucht mikroskopische Gewebsschnitte mittels besonderer Färbetechniken. Ein wesentliches Arbeitsmittel ist das Lichtmikroskop, heute durch das höher auflösende Elektronenmikroskop ergänzt.
An Hand histologischer Schnitte lassen sich oft sehr genaue Diagnosen stellen. In der Medizin gilt deshalb das Prinzip, das jedes operativ entfernte Gewebe histologisch untersucht werden sollte. Ein histologischer Befund ist insbesondere dann gefordert, wenn es darum geht die potentielle Malignität einer Gewebsveränderung abzuklären.
               
Hochbegabung - Die kognitive Intelligenz der hochbegabten Person erreicht mindestens einen allgemeinen IQ (Intelligenzquotienten) von 130, womit er höher liegt als der von 98% seiner Altersgenossen aus dem gleichen Kulturkreis. Wird gemessen durch geschulte Personen in standardisierten Intelligenztests wie HAWIK, HAWIE, Kaufmann-ABC und andere. Selbsttests wie sie in Zeitschriften oder auf Internetseiten angeboten werden, reichen zur Diagnosestellung nicht aus. Hochbegabung kann ein Handicap sein, wenn sie nicht erkannt wird. Hochbegabung bedeutet nicht automatisch gute Leistungen bzw. Erfolg in Schule, Beruf oder sozialem Leben, sondern kann auch mit Schulversagen und Scheitern im Beruf sowie sozialen und psychologischen Problemen einhergehen. Siehe auch: Intelligenz   
             
Homöostase - Gleichgewichtszustand   

Homogen - bedeutet "gleichartig", "von gleicher Herkunft", "einheitlich" oder "einförmig". Homogene Strukturen sind aus gleichen oder ähnlichen Elementen zusammengesetzt.
Das Gegenteil von "homogen" ist heterogen oder inhomogen. http://flexikon.doccheck.com/de/Homogen

Homonym - beide Augen in gleicher Weise betreffend. Nicht das Sehen an sich ist gestört, sondern die Weiterverarbeitung der über die Augen gewonnenen Informationen im Gehirn.  (Und plötzlich aus der Spur - Seite 28)

Hormon - chemischer Botenstoff im Körper. Mit den Hormonen in der Blutbahn werden vielfältige Vorgänge im Körper gesteuert: die Gefühle, das Verhalten, der Kreislauf, die Atmung, Stoffwechsel, die Ernährung, die Körpertemperatur, der Salz- und Wasserhaushalt, das Wachstum, die geschlechtliche Entwicklung, die Fortpflanzung. Der Begriff wird nicht ganz einheitlich verwendet.

Hospitalismus - Alle negativen und schädigenden Folgen, die durch einen stationären Krankenhausaufenthalt auftreten können. Man unterscheidet zwischen psychischem und physischem Hospitalismus.

- Psychischer Hospitalismus

Als psychischer Hospitalismus werden psychische Störungsbilder bezeichnet, die im Rahmen von mangelnder Zuwendung, Kommunikation und Mitgestaltung im Rahmen eines längeren stationären Aufenthaltes auftreten.

- Physischer Hospitalismus

Darunter versteht man alle körperlichen Auswirkungen falscher Lagerung und fehlender pflegerischer Maßnahmen.

Hyperostose - krankhafte Vermehrung von Knochensubstanz. In Übermaß wird überschüssiges Knochengewebe gebildet.
http://symptomat.de/Hyperostose#Was_ist_eine_Hyperostose.3F
           
Hypertonie - krankhafte Erhöhung der Muskelspannung, kann sich in einem Muskelkrampf (Spasmus, Spastik) zeigen. (siehe auch Spastik und Rigor)     
           
Hypothalamus - Abschnitt des Zwischenhirns im Bereich der Sehnervenkreuzung. Wichtigstes Steuerzentrum des vegetativen Nervensystems.                 

Hz - Hertz, Maßeinheit für Frequenzen, benannt nach Heinrich Rudolf Hertz. 1 Hz entspricht einer Schwingung (Wellen-Höhepunkt, Ausschlag) in einer Sekunde.                 




Wenn nicht anders angegeben beziehen sich die Erklärungen auf folgende Quellen: Apotheken-Umschau, Ärztezeitung bzw. Deutsches Ärzteblatt, DocCheckFlexikon, netdoktor.de, PharmaWiki, onmeda, Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch), Wikipedia.
« Letzte Änderung: 19. Juli 2016, 01:59:37 von krimi »
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Antw:Medizinische Fachbegriffe von A bis Z
« Antwort #9 am: 27. Juni 2016, 20:00:49 »
I
                     
i. A. - im Allgemeinen             
   
i. O. - in Ordnung                 

i. S. v. - im Sinne von           
     
ICD-10 - medizinischer Diagnoseschlüssel zur Klassifizierung von Erkrankungen, zu Epilepsien siehe z. B. hier: https://www.dimdi.de/static/de/klassi/icd-10-gm/kodesuche/onlinefassungen/htmlgm2016/ http://www.dimdi.de/static/de/klassi/icd-10-gm/index.htm
 vergleiche auch: DSM-VI
               
ICQ - sogenanntes "Messenger"-Programm zum privaten Chatten (= ohne Zeitverzögerung ein schriftliches Gespräch zu zweit oder mehreren führen, mit einem speziell dafür entwickelten Programm)
               
idiopathisch - Die genaue Ursache ist unbekannt. Man vermutet bei idiopathischen Epilepsien im Gegensatz zu symptomatischen E. ein Entstehen aus körpereigenen Gründen heraus (griechisch: idios = eigen, pathein = leiden). Das heißt, die Epilepsie ist vermutlich anlagebedingt oder durch Vererbung entstanden. Die meisten idiopathischen Epilepsien des Kindesalters heilen noch vor oder während der Pubertät aus.

IGRT - Bei hochpräzisen Therapien, wie sie die IMRT-Technik ermöglicht, sind die exakte Positionierung des Patienten und die tägliche Reproduzierbarkeit der Strahlenbehandlung entscheidend für den Therapieerfolg. Daher werden vor der Therapie die Positionierung des Patienten und die Lage des Tumors kontrolliert, um sicherzustellen, dass der Tumor über den gesamten Behandlungszeitraum zielgenau behandelt wird. Diese Kontrollen erfolgen durch Verwendung von Bildgebungs-Technologien, die in die neuesten Linearbeschleuniger-Anlagen, z. B. in Form von Computertomographie (CT), integriert sind.
Man könnte sagen, dass der Linearbeschleuniger unmittelbar vor der Bestrahlung zur Kontrolle "in den Patienten hinein sieht". Diese aktuellen Bilder werden jeweils zeitnah in einem Rechner mit Bildern aus der Phase der Strahlentherapie-Planung vor Beginn der Behandlung verglichen. Bei größeren Änderungen berechnet der Computer in welcher Weise die Strahlführung korrigiert werden muss. Man spricht in diesem Gesamtzusammenhang von der "bildgeführten" oder "Image Guided" Radiotherapie (IGRT). http://www.radonc.med.tum.de/imrt
               
iktal - während des Anfalles               
 
iktogen - durch den Anfall verursacht. 
               
Iktus - Das Anfallsereignis selbst.     

Imbezillität - [von latein. imbecillus = schwach], Imbecillitas, E imbecillity, mental deficiency,  -veraltete Bezeichnung für angeborene oder früh erworbene, mittelgradige geistige Behinderung mit einem Intelligenzquotienten von 35-49. Bei Vorliegen einer Imbezillität sind Lesen und Schreiben nur schwer erlernbar, Sprache und Denken bleiben elementar und konkret, starke Emotionen sind möglich. http://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/imbezillitaet/5981
           
imho - in my humble opinion (englisch für: nach meiner bescheidenen Meinung)
               
immobilisierend - Krankheitsbilder, die die körperliche Beweglichkeit stark beeinträchtigen, z.B. Hexenschuss. Auch ärztliche Maßnahmen können immobilisierend wirken, auf Körperteile oder den ganzen Körper, um die Heilung in der anatomisch korrekten Position zu unterstützen oder weitere Schädigungen zu verhindern, wie z.B. ein Gipsverband oder ein medizinisches Korsett.   
             
Immunglobuline, international: Immunoglobulin - Bestimmte Sorte (Globuline) von Proteinen (Eiweiße), die im Körper als Reaktion auf bestimmte Stoffe (Antigene, siehe dort) gebildet werden und zum Immunsystem gehören. 

IMRT - Die Intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT) ist eine moderne Bestrahlungstechnik, die seit einigen Jahren verwendet wird. Man setzt die IMRT-Technik ein, wenn das Zielvolumen eine konkave Form aufweist oder neben dem Tumor in kurzer Distanz wichtige, kritische und strahlenempfindliche Organe lokalisiert sind. In solchen Fällen ermöglicht die IMRT eine exakte Anpassung der Dosisverteilung an das Zielvolumen, in dem sich die Krebszellen befinden – bei bestmöglicher Schonung der Risikoorgane. Damit lassen sich Nebenwirkungen der Behandlung reduzieren. In manchen Fällen erlaubt die IMRT-Technik, Tumoren mit höherer Dosis zu bestrahlen und steigert damit die Heilungschancen der Therapie.

Bei der IMRT-Technik wird der Tumor aus vielen verschiedenen Richtungen bestrahlt. Im Gegensatz zur konventionellen dreidimensionalen Bestrahlung (3D-Strahlentherapie) wird der Photonenstrahl bei der IMRT moduliert. Diese so genannte Fluenzmodulation wird vom Planungssystem berechnet, das die Überlagerung aller Felder zu der gewünschten vorgegebenen Dosisverteilung führt. http://www.radonc.med.tum.de/imrt

inhomogene Bestrahlungsintensität - inhomogen = nicht homogen - von ungleichartiger Beschaffenheit, mit ungleichen Teilen bzw. Teilfunktionen.

Mehr zum Thema: http://www.gesundheit.de/lexika/medizin-lexikon/inhomogen
               
inapparent (nicht in Erscheinung tretend) - "unauffällig" bzw. "klinisch stumm".  Der Begriff wird häufig im Zusammenhang mit pathologischen Veränderungen verwendet, die keine für den Patienten oder Arzt wahrnehmbaren, klinischen Symptome verursachen. Erkrankung ohne Krankheitszeichen.             

Infantil (von lateinisch: infans- Kind ) - bedeutet "kindlich".

Infarkt - Ein Infarkt ist ein Gewebsuntergang (Nekrose) infolge einer Sauerstoffunterversorgung (Hypoxie) durch unzureichenden Blutzufluss.

infaust - der Krankheitsverlauf erscheint hoffnungslos     
           
infiltrierend, Infiltrat, Infiltration - Das Eindringen fester oder flüssiger Substanz in Gewebe. Die dabei entstehenden Ansammlungen (Infiltrate) weisen meist auf krankhafte Prozesse hin. Die krankhafte Infiltration ist zu unterscheiden von der Infiltrationstherapie, bei der Arzneistoffe gezielt in kleine Gewebsbereiche injiziert werden. Der Begriff wird sowohl bei körpereigenen physiologischen oder pathologischen Prozessen benutzt (z.B. im ersten Fall für die Tätigkeit von Leukozythen oder im zweiten für in benachbarte Gewebe wuchernde Geschwüre), als auch beim Eindringen von fremden Stoffen, wie z.B. Viren oder Bakterien.     

Info - Information                 

injizieren - durch eine Spritze in den Körper bzw. in Gewebe einbringen                 

Insulin - (lateinisch: insula = Insel) Peptidhormon, das in den β-Zellen in den Langerhansschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es reguliert die Traubenzuckerkonzentration (Glukose) im Blut. 
               
Integration - Verarbeitung der Körperwahrnehmungen.

Auch integrativ: Die Eingliederung von Menschen in die Gesellschaft oder in bestimmte Bereiche der Gesellschaft, wie zum Beispiel die Regelschule
               
Intelligenz (lateinisch: intelligentia = Einsicht, Erkenntnisvermögen, intellegere = einsehen, verstehen) - Die geistige Fähigkeit zu lernen, seinen Verstand zu gebrauchen, sich in neuen Situationen durch Einsicht zurechtzufinden, Zusammenhänge zu erkennen, bislang unbekannte Aufgaben oder Probleme durch Denken zu lösen, Wissen zu erwerben und sinnvoll einzusetzen, zu abstrahieren, Bekanntes auf neue Situationen zu übertragen.
Die Intelligenz eines Menschen wird zwar auch durch seine genetische Veranlagung geprägt, kann sich außerdem aber auch im Laufe seines Lebens verändern und durch verschiedene innere und äußere Faktoren beeinflusst werden. (Z.B. Krankheit, Fieber, Nebenwirkungen von Medikamenten, Alkohol, Drogen etc., Müdigkeit, starker Hunger oder Durst, Schmerzen, Stress, starke Emotionen nehmen Einfluss auf momentane Werte; Erziehung, Bildung, anregende oder abstumpfende Lebensumstände, Hospitalismus etc. nehmen längerfristigen Einfluss auf die Entwickung)

Daher gilt, dass ein Mensch in einer Testung unter optimalen Bedingungen zwar seine Höchstleistung zeigen kann, sich aber auf keinen Fall schlauer machen kann als er es eigentlich ist. Andersherum kann er aber durch ungünstige Umstände schlechter abschneiden als es normalerweise der Fall wäre. Ein korrekt durchgeführter Test kann also fälschlich zu schlecht ausfallen, aber niemals fälschlich zu gut. Im Zweifel kann eine spätere Wiederholung unter besseren Bedingungen Klarheit bringen.

Die Durchführung von Intelligenztests kann unter anderem Aufschlüsse über die Entwicklung eines Kindes geben und bei der Beurteilung helfen, ob z.B. ein schwerwiegendes Epilepsie-Syndrom bereits zu negativen Auswirkungen auf seine Intelligenz geführt hat.

Der normale, durchschnittliche Intelligenzbereich eines Menschen liegt, unter geeigneten Bedingungen gemessen mit einem standardisierten, geeichten Intelligenztest, bei einem Intelligenzquotienten zwischen 85 und 115. Die meisten Menschen liegen in diesem Bereich. Ca. 16% aller Kinder einer Altersgruppe haben Werte darüber und sind somit sind überdurchschnittlich begabt; ca. 2% aller Kinder einer Altersgruppe haben Werte ab 130 aufwärts und sind hochbegabt; entsprechend liegen 16% bei Werten unter 85 und sind lernbehindert, 2% liegen bei Werten unter 70 und sind geistig behindert.

In der Neuauflage eines der wichtigsten - weil inhaltlich differenzierenden - Intelligenztests für Kinder, HAWIK-IV, haben die Autoren die Normalverteilung weiter differenziert: Hiernach gilt die Definition: unter IQ 69 Sehr niedrige Intelligenz (2,2% der Normalverteilung),  IQ 70-79 Niedrige Intelligenz (6,7% der Normalverteilung),  IQ 80-89 Unterdurchschnittliche Intelligenz (16,1% der Normalverteilung),  IQ 90-109 Durchschnittliche Intelligenz (50,0% der Normalverteilung),  IQ 110-119 Überdurchschnittliche Intelligenz (16,1% der Normalverteilung),  IQ 120-129 Hohe Intelligenz (6,7% der Normalverteilung), ab IQ 130 Sehr hohe Intelligenz (2,2% der Normalverteilung), (Manual des HAWIK IV, Petermann & Petermann). Siehe auch: geistige Behinderung, Hochbegabung.

Intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT = Intensity Modulated Radiation Therapy) – Siehe IMRT.           

intermittierend - siehe rezidivierend                 

intermolekular (lateinisch: inter = dazwischen)-  Ein Vorgang, der zwischen zwei oder mehreren verschiedenen Molekülen abläuft.                 

intern - innerhalb, innen befindlich                 

Intradural - bedeutet "innerhalb der Dura mater", die äußere oder harte Hirnhaut.

Intrakraniell - bedeutet "innerhalb des Schädels". Der Begriff wird zur Bezeichnung von Strukturen oder Prozessen verwendet, die innerhalb der Schädelhöhle, also in dem von den Schädelknochen gebildeten Hohlraum liegen.

intramolekular (lateinisch: intra = innerhalb) - Ein Vorgang, der innerhalb eines Moleküls abläuft.   
             
intramuskulär - in einen Muskel gespritzt                 

Intraoperativ - bedeutet "während eines chirurgischen Eingriffs" bzw. "während einer Operation".

Intrazerebral - "innerhalb des Gehirns (Cerebrum) gelegen".

invasiv - eindringend                 

IQ - Intelligenzquotient, in Zahlen ausgedrückte Maßeinheit der kognitiven Intelligenz eines Menschen. Näheres siehe: Intelligenz, Hochbegabung, geistige Behinderung

Inzision (lateinisch incisio ‚Einschnitt‘) - Die Inzision ist das Durchtrennen von Haut und Weichgeweben bei operativen Eingriffen[1], um ein Operationsgebiet freizulegen oder um einen pathologisch entstandenen Hohlraum (z. B. den eines Abszesses) zu eröffnen. Die Inzision soll das Operationsgebiet „übersichtlich darstellen“[1] und eine „intraoperative Erweiterungsmöglichkeit“[1] bieten.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Inzision)





Wenn nicht anders angegeben beziehen sich die Erklärungen auf folgende Quellen: Apotheken-Umschau, Ärztezeitung bzw. Deutsches Ärzteblatt, DocCheckFlexikon, netdoktor.de, PharmaWiki, onmeda, Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch), Wikipedia.
« Letzte Änderung: 24. November 2016, 14:33:34 von krimi »
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« Antwort #10 am: 27. Juni 2016, 20:06:06 »
J

Jackson-Anfälle - Der sogenannte Jackson-Marsch ist nach seinem  Erstbeschreiber, dem englischen Neurologen  John Hughlings Jackson (1835-1911) benannt. Hierbei wandert der Anfallsherd von einem bestimmten Fokus im Gehirn ausgehend durch benachbarte Regionen derselben Hirnhälfte. Entsprechend zeigen sich die Symptome (Missempfindungen oder tonische oder klonische Krämpfe) halbseitig durch den Körper wandernd. Kann auch sekundär generalisieren, als das ganze Gehirn betreffen und zu einem Bewusstseinsverlust führen.   
             
Janz-Syndrom  - Juvenile Myoklonische Epilepsie                 

Juvenile Myoklonische Epilepsie - siehe Janz-Syndrom                 




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« Antwort #11 am: 27. Juni 2016, 20:20:16 »
K
                       
Kammerflimmern - lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung ohne Pulsschlag, bei der in den Herzkammern ungeordnete Erregungen ablaufen und der Herzmuskel sich nicht mehr geordnet kontrahiert (zusammenzieht, schlägt).                 

Kanner Syndrom - Form des Autismus, (siehe dort), erstmals beschrieben von  Leo Kanner im Jahre 1943.       
         
Kardiomyopathie - Erkrankung des Herzmuskels                 

Kardiotokografie - siehe CTG   
             
Katalysator - ein Stoff, der eine chemische Reaktion startet oder beschleunigt, ohne sich dabei selbst mit zu verändern bzw. an der eigentlichen Reaktion beteiligt zu sein.
               
Kaudal - bedeutet "schwanzwärts", d.h. "zu den Füßen" oder "nach unten hin" orientiert.

ketogene Diät - spezielle, fettreiche, kohlenhydratarme, protein- und kalorienbilanzierte Diät, die unter ärztlicher Überwachung durchgeführt werden muss und Teilbereiche des Hungerstoffwechsels nachahmt. https://www.uniklinik-freiburg.de/epilepsie/therapie/ketogene-diaet.html
               
kausal, Kausalität - Meint den tatsächlichen, ursächlichen Grund eines Ereignisses.                 

kausale Behandlung - Eine kausale Behandlung versucht, die Ursache einer Erkrankung oder Behinderung zu beseitigen oder zu mildern. Bei Epilepsien ist dies in bestimmten Fällen durch einen chirurgischen Eingriff möglich.
                 
kcal - Kilokalorie. Kalorie (lateinisch: calor = Wärme) ist eine veraltete Maßeinheit für Energie, insbesondere der Wärmemenge Q, mit mehreren leicht unterschiedlichen Definitionen. Inzwischen Kalorie (lat. calor „Wärme“; Einheitenzeichen cal) ist eine alte Maßeinheit der Energie, insbesondere der Wärmemenge Q, mit mehreren leicht unterschiedlichen Definitionen. Wurde inzwischen von der internationalen Einheit Joule abgelöst (siehe kJ). Die Angabe von Kalorien ist ab 1. Januar 2010 in der EU nicht mehr zulässig. Eine Kalorie entspricht der Energie (Wärmemenge), die benötigt wird, um 1g Wasser um 1 Kelvin (bzw. Grad Celsius) zu erwärmen. Dies ist jedoch abhängig von Raumtemperatur, Luftdruck (bzw. Umgebungsdruck) und Reinheit des Wassers, darum ungenau.     
           
KE - Kohlenhydrateinheit, siehe Broteinheit                 

Keppra - Medikament gegen Epilepsie, Wirkstoff Levetiracetam                 

Kernspintomografie - Siehe MRT                 

kg - Kilogramm, tausend Gramm                               

KH - Krankenhaus                 

kJ - Kilojoule. Das Joule ist eine internationale Einheit für die physikalische Berechnung von Energie, Arbeit und Wärmemenge. Benannt nach James Prescott Joule. Ein Joule ist gleich der Energie, die benötigt wird, um über die Strecke von einem Meter die Kraft von einem Newton aufzuwenden oder um für die Dauer einer Sekunde die Leistung von einem Watt aufzubringen (das ist in etwa die Leistung des menschlichen Herzens). Ein Kilojoule ist das Tausendfache eines Joules. In Nährwertkennzeichnungen werden Kilojoule – bezogen auf 100 g, 100 ml oder 1 Portion – für die Angabe des physiologischen Brennwerts verwendet.                 

KK - Krankenkasse                 

KKH - Krankenhaus                 

kleine Anfälle - siehe Absencen                 

klinisch manifest - Die Erkrankung zeigt deutliche Symptome.                 

klinisches Bild - siehe Symptom                 

klonisch / Klonus - Hierbei kommt es zu länger aufeinanderfolgenden, rhythmischen Muskelzuckungen. Die Mehrzahl von Klonus  heißt Kloni.                 

KM - Kontrastmittel

kognitiv, Kognition - Betrifft die Fähigkeit zu denken und Informationen zu verarbeiten.
               
Kohlehydrate - Nahrungsmittelbestandteile, die u. a. als Energieträger Bedeutung haben, aber auch für verschiedene Prozesse im Körper wichtig sind. Zu den Kohlehydraten gehören die verschiedenen Zuckerarten, Stärke u. a.                 

Kohlenhydrateinheit - siehe Broteinheit
               
Koma (griechisch: tiefer Schlaf) - schwerste Form einer Bewusstseinsstörung. Ein komatöser Patient kann auch durch wiederholte, starke äußere Reize wie Schmerz nicht geweckt werden. Ursachen können sein: Schlaganfall, Schädelhirntrauma, Meningitis/Enzephalitis, epileptischer Anfall, Hirntumor, Unter- oder Überzuckerung, Sauerstoffmangel oder -Überschuss im Blut, Nierenversagen, Leberversagen, andere Stoffwechsel- oder Hormonstörungen, Vergiftungen. Die Einteilung der Komatiefe erfolgt nach klinischen Gesichtspunkten, (entsprechend der Reaktion auf bestimmte Reize). Man unterscheidet drei bis vier Grade: 1. Grad = gezielte Abwehr auf Schmerz, Pupillenbewegung intakt, Augenbewegung bei Reizung des Gleichgewichtsorgans (vestibulo-okulärer Reflex) intakt; 2. Grad = ungerichtete Abwehr auf Schmerz, ungezielte Bewegungen, Schielen nach außen: 3. Grad = keine Abwehr, nur noch Fluchtreflexe, vestibulo-okulärer Reflex fehlt, Pupillenreaktion abgeschwächt; 4. Grad = keine Schmerzreaktion, keine Pupillenreaktion, Ausfall weiterer Schutzreflexe. In der Notfallmedizin etabliert ist die Glasgow-Koma-Skala – die auch als Entscheidungshilfe z. B. für Beatmung herangezogen wird. Sie umfasst auch leichtere Bewusstseinsstörungen, ist aber für Kinder unter drei Jahren aufgrund ihrer geringeren Kommunikationsfähigkeit nur begrenzt geeignet, ebenso für demente oder sonstwie in der Kommunikation beeinträchtigte Menschen. Hierbei gilt: Schweregrad = Leicht: 14-15 Punkte ; Mittel: 9-13 Punkte ; Schwer: 3-8 Punkte. 6 Punkte = befolgt Aufforderungen. 5 Punkte = bei Ansprache konversationsfähig und orientiert, 5 Punkte = gezielte Schmerzabwehr. 4 Punkte = spontanes Öffnen der Augen, 4 Punkte = bei Ansprache konversationsfähig, aber desorientiert, 4 Punkte = ungezielte Schmerzabwehr. 3 Punkte = auf Aufforderung Öffnen der Augen, 3 Punkte = unzusammenhängende Worte, 3 Punkte =  auf Schmerzreiz Beugeabwehr (abnormale Beugung). 2 Punkte = Augen öffnen auf Schmerzreiz, 2 Punkte = unverständliche Laute, 2 Punkte = auf Schmerzreiz Strecksynergismen; 1 Punkt = Augen öffnen: keine Reaktion, 1 Punkt = keine verbale Reaktion, 1 Punkt = keine Reaktion auf Schmerzreiz. Künstliches Koma ist kein echtes Koma sondern eine gezielte, medikamentös herbeigeführte, kontrollierte Langzeitnarkose durch Verabreichung von Beruhigungs-, Schlaf-, Schmerzmitteln und/oder andere Psychopharmaka und unterschiedlicher Dosierung je nach Grund für das Herbeiführen eines künstlichen Tiefschlafes. Wachkoma siehe apallisches Syndrom. 
               
Kombinationsbehandlung - Mehrere Medikamente zusammen verabreichen. Wird notwendig, wenn eine Monotherapie nicht ausreicht, führt aber zu Wechselwirkungen und oft auch zu mehr Nebenwirkungen.   

kompensatorisch - ausgleichend

kompensatorische Therapie in der Neuropsychologie - Behandlung von Betroffenen mit Gedächtnisstörungen oder bei Betroffenen mit Gesichtsfeldeinschränkungen. (Buch: Und plötzlich aus der Spur, S. 28)

komplex - verflochten, zusammenhängend, umfassend, vielschichtig

Komplexe - Ursprünglich bezeichnet die Psychoanalyse mit "Komplexen" die Muster, die allgemein und grundlegend zwischenmenschliche Beziehungen ordnen. Die Art, wie Menschen in der Gesellschaft ihren Platz finden, wird in diesem Sinne durch komplexhafte Verhaltensmuster geregelt. Auch in neuen Situationen handeln Menschen in für sie typischen Verhaltensweisen: Sie reagieren auf Grund untereinander zusammenhängender Vorstellungen und Erinnerungen, die äußerst gefühlsbesetzt und meistens unbewusst sind. 
             
komplex-fokal - Wie fokale Anfälle, aber mit Bewusstseinsstörung. Das Bewusstsein ist hierbei oft nur zum Teil eingeschränkt, zu einem Sturz kommt es selten, aber Wahrnehmung und Reaktionen sind beeinträchtigt oder nicht mehr vorhanden. Oft kommt es zu Automatismen, d. h. der Betroffene zeigt oft sinnlose, aber auch scheinbar geordnet ablaufende Handlungen, an die er sich später meist nicht erinnern kann. Schmatzen, Kauen, Grimassen schneiden, Sprechen, Bewegen von Händen und Füßen, Gehen, sich An- oder Ausziehen oder sonstige Tätigkeiten sind möglich. Oft anschließende Verwirrung. Kann sekundär generalisieren (siehe dort).       
         
komplex-partiell - siehe komplex-fokal   

Konjunktivitis - Entzündung der Bindehaut des Auges. (Evtl. auch Nebenwirkung zu einem Medikament, u.a. Kontrastmittel.)

konkav - nach innen gewölbt

Konnektom (engl. Connectome) - Bezeichnung für die Gesamtheit der Verbindungen im Nervensystem eines Lebewesens. Oder auch Netzwerk von Nervenzellen.
             
konsumierend - auszehrende Erkrankung mit sogenannter B-Symptomatik (Fieber (> 38 °C), massiver Nachtschweiß und ungewollter Gewichtsverlust über 10%), z. B. bei bösartigen Krebsarten, Tuberkulose, Morbus Wegener, Sarkoidose   

Kontraktil - "zur Kontraktion", d.h. "zum aktiven Zusammenziehen fähig".

Kontraktilität  - So wird die Fähigkeit von Organen und Geweben bezeichnet, sich zusammenzuziehen (Kontraktion).

Kontraktion – in der Medizin: Als Kontraktion bezeichnet man das aktive Anspannen, die Verkürzung oder das Zusammenziehen einer kontraktilen Struktur, beispielweise einer Muskelzelle, eines Muskelgewebes oder eines muskulären Organs (Herz, Harnblase).
Das Gegenteil der Kontraktion ist die Relaxation.

Kontrastmittel - sind Arzneimittel, die nicht der Heilung oder Linderung von Krankheiten dienen.

Um die Differenzierung unterschiedlicher Gewebe, anatomischer Strukturen und die Unterscheidung zwischen gesunden und kranken Gewebe zu ermöglichen, müssen häufig Kontrastmittel eingesetzt werden.

Grundsätzlich kann man zwischen Kontrastmitteln unterscheiden, die bei Röntgenuntersuchungen (Röntgenkontrastmittel) und die bei der Kernspintomographie (Kernspinkontrastmittel) verwendet werden.

Bei den Röntgenkontrastmitteln kann grob in injizierbare und nicht injizierbare Kontrastmittel differenziert werden.

Injizierbare Röntgenkontrastmittel werden häufig in der Computertomographie sowie bei der Darstellung der Nieren, der Gallenwege und Gefäße eingesetzt. ... Sie enthalten Jod, dass an organische Trägermoleküle gebunden ist. Das intravenös eingebrachte Kontrastmittel wird über die Nieren wieder ausgeschieden (ca. 85% nach 24 Stunden).

Nicht injizierbare Kontrastmittel werden meistens getrunken, z. B. bei Untersuchungen des Magen-Darmtrakts oder zur Kontrastierung des Darms bei der Computertomographie.

Kernspinkontrastmittel enthalten kein Jod, sondern sind Gadolinium- oder Eisenverbindungen. Sie werden noch besser als Röntgenkontrastmittel vertragen, allergische Reaktionen oder Nebenwirkungen treten extrem selten auf.

Erkrankungen der Schilddrüse werden durch diese Kontrastmittel nicht beeinflusst. Die zu verabreichende Dosis wird an die Nierenfunktion angepasst, die Nierenfunktion wird nicht beeinträchtigt. Eine bekannte Unverträglichkeit von Röntgenkontrastmittel schränkt die Anwendung der Kernspinkontrastmittel nicht ein. (http://www.borad.de/radiologie/allgemeine-infos/)
           
Konversionsstörung (lateinisch: konversio = umwandeln) - somatoforme Störung, siehe dort.     

Koordinierung/ koordinieren - angleichen, anpassen, einstellen auf, verbinden, verknüpfen, verzahnen, abstellen auf, zusammenstellen, in Einklang bringen mit           

Kortex (Cortex) - Großhirnrinde                 

Kranial - Der Begriff kranial ist eine anatomische Richtungsbezeichnung und bedeutet "zum Kopf hin" oder "nach oben hin" orientiert.

Kraniotomie - Als Kraniotomie bezeichnet man die chirurgische Eröffnung des knöchernen Schädels. Auch Trepanation genannt. http://flexikon.doccheck.com/de/Kraniotomie

Kreatinin - Kreatinin ist ein Abbauprodukt der Säure Kreatin, die die Muskeln mit Energie versorgt. Kreatin wird in der Niere, in der Leber und in der Bauchspeicheldrüse aus den Aminosäuren Glycin und Arginin gebildet. http://www.internisten-im-netz.de/de_kreatinin_1367.html

kryptogen - Die Ursache ist bisher unbekannt. (griechisch: kryptein = verbergen)                 

KV - Krankenversicherung



Wenn nicht anders angegeben beziehen sich die Erklärungen auf folgende Quellen: Apotheken-Umschau, Ärztezeitung bzw. Deutsches Ärzteblatt, DocCheckFlexikon, netdoktor.de, PharmaWiki, onmeda, Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch), Wikipedia.
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« Antwort #12 am: 27. Juni 2016, 20:29:25 »
L

Landau-Kleffner-Syndrom - auch Aphasie-Epilepsie-Syndrom genannt. Betrifft Kinder 3.-10. Lebensjahr. Eng verwandt mit ESES (siehe dort). Besonderes Kennzeichen ist ein Verlust der Sprache in unterschiedlichem Ausmaß innerhalb von wenigen Wochen bis 1/2 Jahr, nach meist zunächst unauffälliger Entwicklung. Die allgemeine Intelligenz bleibt jedoch weitgehend erhalten, das Hörvermögen ist nicht beeinträchtigt. Sichtbare Anfälle - wie beim ESES - meist selten, sie fehlen bei 1/3 ganz.
               
latent (lateinisch: verborgen) - Die Erkrankung ist oder war im Körper bereits vorhanden, ohne bemerkt zu werden. Bei vielen Erkrankungen gibt es eine sogenannte Latenzzeit zwischen dem ursächlichen Ereignis (z. B. Ansteckung, Unfall, Sauerstoffmangel bei Geburt) und dem späteren sichtbaren Ausbruch der Erkrankung. Latente Erkrankungen können viele Jahre im Körper schlummern, auch ohne je zum Ausbruch zu kommen, latente Infektionen können aber auch unter bestimmten Bedingungen (z. B. bei einem verminderten Immunstatus, beispielsweise durch hohen Stress über lange Zeit hinweg oder durch eine immunsuppressive Therapie) klinisch manifest werden.     

lateral  - "seitlich" oder "von der Körpermitte abgewandt". Der Begriff wird in der Medizin dazu benutzt, Lageangaben zu machen, bzw. Strukturen räumlich zueinander in Beziehung zu setzen.
           
Lennox-Gastaux-Syndrom - Schwerwiegendes Epilepsie-Syndrom, das meist in der Kindheit beginnt, aber auch Erwachsene betreffen kann. Erstmals beschrieben 1945 vom Neurologen William G. Lennox in Boston.  Meist symptomatisch. Es treten immer mehrere Anfallsformen auf, auch GM und Staten. Übergang zum West-Syndrom. Die Behandlung ist schwierig und oft nicht erfolgreich. Meist bleibende Entwicklungsstörungen. 
               
Lepinal - siehe Phenobarbital                 

Lernbehinderung - im Vergleich zur Mehrheit der Menschen verringerte Intelligenz, welche daher das Lernen erschwert und/oder verlangsamt, aber nicht so stark, dass es sich um eine geistige Behinderung handelt. IQ-Wert im Bereich 70-85. Weiteres siehe: Intelligenz, geistige Behinderung

letal - tödlicher Verlauf                 

Letalität  (lateinisch: letalis = tödlich) - Tödlichkeit einer Erkrankung oder eines Giftes, errechnet aus der Anzahl der daran Verstorbenen geteilt durch die Anzahl der daran Erkrankten, bezogen auf einen bestimmten Zeitraum, zum Beispiel innerhalb eines Jahres. Kann sich durch äußere Umstände wie Gesundheitsversorgung, neue Heilverfahren etc. verändern. Auswirkungen auf die Letalität haben meist auch das Stadium, in dem eine Erkrankung diagnostiziert wird, das Alter des Betroffenen und weitere Faktoren.       

letal – letal (siehe Letalität)

Letalität - Das Verhältnis der Todesfälle durch eine bestimmte Erkrankung zur Zahl der Erkrankten.
         
Leukenzephalitis - siehe Enzephalitis
               
Leukozyten - weiße Blutkörperchen, gehören zum Immunsystem und sind zuständig für die Abwehr von Krankheitserregern und anderen Fremdstoffen im Körper.
             
Levetiracetam - Wirkstoff des Medikamentes Keppra (siehe dort)                 

Levulose -  vgl. Glc                 

LG - Liebe Grüße / Lieben Gruß                 

LGS - siehe Lennox-Gastaux-Syndrom                 

Linearbeschleuniger - Als Linearbeschleuniger bezeichnet man eine bestimmte Art von Teilchenbeschleuniger, bei dem elektrisch geladene Teilchen (meist Elektronen, aber auch andere größere Teilchen wie Protonen, Ionen, etc.) auf einer geradlinigen ("linearen") Bahn beschleunigt werden. In der Medizin werden Linearbeschleuniger in der Radiotherapie zur Behandlung von Tumoren eingesetzt.
Für Technik-Interessierte  http://www.klinikum-karlsruhe.com/medizin/medizinische-kliniken/klinik-fuer-radioonkologie-und-strahlentherapie/allgemeine-vorstellung/linearbeschleuniger/fuer-technik-freaks-wie-funktioniert-ein-linearbeschleuniger.html

Liquor - Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit                 

Liquorpunktion - siehe Lumbalpunktion

Lokalisation - Genauer Ort/Ortung eines Ereignisses, z. B. eines Anfallsgeschehens im Gehirn.     
           
long (englisch: lang) - Namenszusatz bei manchen Medikamenten in der Retardversion, siehe retard   
             
lt. - laut (im Sinne von: nach Angaben/Aussage von …)                 

Lumbalpunktion - Eine Lumbalpunktion (Liquorpunktion) bezeichnet die Entnahme einer Nervenwasserprobe aus dem Rückenmarkskanal. Sie dient zur Diagnostik verschiedener Erkrankungen und wird darüber hinaus auch zu therapeutischen Zwecken oder zum Einbringen von örtlichen Betäubungsmitteln genutzt. Dazu verwendet der Arzt eine dünne Punktionsnadel, die er auf Höhe der Lendenwirbelsäule in den Rückenmarkskanal einsticht. Aus dieser tropft das Nervenwasser in ein Probengefäß. Bei der Liquoruntersuchung untersucht der Arzt das Nervenwasser auf das Vorkommen verschiedener Zellen, zum Beispiel Blut- oder Entzündungszellen. http://www.netdoktor.de/diagnostik/lumbalpunktion/

Luminal - siehe Phenobarbital   
             
Lymphozyten - Gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und sind vor allem für die Erkennung von Fremdstoffen im Körper zuständig. Zu den Lymphozyten gehören die B-Zellen, T-Zellen und die natürlichen Killerzellen.





Wenn nicht anders angegeben beziehen sich die Erklärungen auf folgende Quellen: Apotheken-Umschau, Ärztezeitung bzw. Deutsches Ärzteblatt, DocCheckFlexikon, netdoktor.de, PharmaWiki, onmeda, Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch), Wikipedia.
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« Antwort #13 am: 27. Juni 2016, 20:44:47 »
M

maligne (von lateinisch: malignus - schlecht geartet) - bedeutet "bösartig" und bezeichnet in aller Regel die Eigenschaft von Krankheiten, in ihrer Entwicklung voranzuschreiten und dabei eine zerstörerische Wirkung auf den Gesamtorganismus zu entfalten.

Der Begriff "Malignität" hat sich vor allem in der onkologischen Diagnostik als Mittel zur Charakterisierung von Tumoren durchgesetzt.

Das Gegenteil von "maligne" ist "benigne".

Malignität  (von lateinisch: malignitas – Bösartigkeit) - die Eigenschaft einer Erkrankung, einen Organismus innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes zu zerstören. Unbehandelt führen maligne Erkrankungen zum Tod.

Mehr … http://flexikon.doccheck.com/de/Malignit%C3%A4t

manifest - deutlich erkennbar geworden, im Gegensatz zu: latent                 

Marcumar - Medikament, blutverdünnend                 

medial  - "zur Körpermitte hin orientiert", "in der Mitte gelegen" oder "die mittlere Struktur betreffend" oder im weiteren Sinne einfach "mittlere(r)". Der Begriff wird in der Medizin dazu benutzt, Lageangaben zu machen, bzw. Strukturen räumlich zueinander in Beziehung zu setzen.

Medikation - Die Behandlung mit Medikamenten                 

Medis - Kurzwort für Medikamente
                 
Membran - Synonym: Häutchen (Englisch: membrane) Als Membran bezeichnet man eine dünne Material- bzw. Gewebsschicht, die zwei Räume voneinander abtrennt.

Meningitis  - Meningitis (Hirnhautentzündung), verursacht meist durch Viren, seltener durch Bakterien, Autoimmunerkrankungen, ionisierende (radioaktive) Strahlen oder als Nebenwirkung einer medikamentösen Injektion in den Liquorraum (Raum der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit). Symptome: Hohes Fieber mit starken Kopfschmerzen.  Hinzu kommen können: Allgemeines Krankheitsgefühl, Übelkeit mit Erbrechen, verstärkte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm und Berührung, ein steifer Nacken (Meningismus), typische neurologische Symptome (positive Brudzinski-Zeichen und Kernig-Zeichen), Rückenschmerzen, Ausschläge. Kommen Symptome einer Bewusstseinsstörung (Somnolenz bis Koma) oder fokal-neurologische Störungen (z. B. Lähmungen, Sensibilitätsstörungen) hinzu, ist auch das eigentliche Gehirn betroffen (Meningoenzephalitis). Siehe auch Enzephalitis.           
     
Meningoenzephalitis - siehe Enzephalitis         
       
Merkzeichen - Die Buchstabenkürzel im Schwerbehindertenausweis, die einen Nachteilsausgleich für bestimmte, besonders einschränkende Arten von Behinderungen einräumen.
               
Metabolismus - Stoffwechsel. Aufnahme, Transport und chemische Umwandlung von Stoffen im Körper, sowie die Abgabe von Stoffwechselendprodukten an die Umgebung.   
             
Metastase (griechisch: meta = weg, stase = Ort, Stelle, Haltung) - die zusätzliche Bildung von Tumorzellen oder Infektionsherden an einem anderen Ort als dem ursprünglichen, also eine Art Wanderung, Streuung, Übersiedelung, Absiedelung. Das Ausmaß der Tendenz, Metastasen zu bilden, ist nicht bei allen Krebsarten gleich. Meist verschlechtern Metastasen die Heilungsaussichten, das gilt aber nicht für alle Tumorarten und hängt auch von der Lokalisation ab.                 

metastasierend - Metastasen bildend (siehe dort)
               
Methsuximid - Wirkstoff in Medikamenten gegen Epilepsie (Petnidan, Petinimid, Simatin, Suxilep, Suxinutin), wirkt vor allem bei Absencen, wird aber auch als Zusatztherapie bei anderen Epilepsieformen eingesetzt.
               
MfG - Mit freundlichen Grüßen                 

mg - Milligramm, ein tausendstel Gramm                 

MGMT - Das O6-Methylguanin-DNS-Methyltransferase (MGMT)-Gen codiert für ein gleichnamiges DNS-Reparaturprotein, welches Alkylgruppen von der Position O6 des Guanins der DNS entfernt (1). Die Wirkung einiger Chemotherapeutika (wie z.B. Temozolomid) beruht auf Anfügen von Alkylgruppen an diese Position O6  - Zytotoxität und Apoptose der Tumorzellen sind die Folge. Eine erhöhte MGMT-Expression und somit erhöhte DNS-Reparaturaktivität könnte demnach der Wirkung alkylierender Chemotherapeutika entgegenwirken. Die MGMT-Proteinexpression wird über den Promotor des MGMT-Gens reguliert. Eine epigenetische Stilllegung des MGMT-Gens durch Promoter-Hypermethylierung gilt als Hauptursache reduzierter MGMT-Proteinexpression und somit verringerter DNS-Reparaturaktivität.  http://www.neuropathologie.med.uni-muenchen.de/genetik/mgmt_methoden/index.html
MGMT ist ein Reparaturenzym die Tumorzellen vor dem Zelltod zu retten.

Min. - Minuten                 

Minderbegabung - auch Intelligenzminderung. Bereits in der Entwicklungsphase aufgetretene verringerte Ausprägung von Fähigkeiten, die mit der Intelligenz verknüpft sind. Sie kann sich beispielsweise äußern durch Beeinträchtigungen in den Bereichen der Kognition, der Sprache, sowie von motorischen und sozialen Fähigkeiten. Der Schweregrad wird im ICD-10 (siehe dort) weiter differenziert, beginnend mit der Lernbehinderung (IQ unter 85) bis hin zu schwersten Fällen mit einem IQ unter 20. 
           
Mittel der 1. Wahl - Das Medikament, welches erfahrungsgemäß in den meisten Fällen am wirksamsten und möglichst auch am verträglichsten bei einer bestimmten Art von Erkrankung bzw. Epilepsie ist. Dieses wird normalerweise in der Behandlungsstrategie als erstes gewählt (ausprobiert), sofern im jeweiligen Fall keine wichtigen Gründe dagegen sprechen (z. B. individuelle Unverträglichkeiten, Allergien, Wechselwirkungen zu anderen bereits eingenommenen Medikamenten).   
             
ml - Milliliter, ein tausendstel Liter; 1 ml = 1 cm"hoch3" = 1 ccm = 1 CC = 0,001 l                 
mm - Millimeter, ein tausendstel Meter                 

mmol - Millimol. Maßeinheit z. B. bei der Bestimmung einiger Blutwerte. Mol ist die Basiseinheit für Stoffmengen. Ein Mol ist die Stoffmenge eines Systems, das aus ebenso viel Einzelteilchen besteht, wie Atome in 0,012 Kilogramm des Nuklids Kohlenstoff-12 (12C) enthalten sind; sein Symbol ist „mol“.     
           
Molekül - Teilchen, das aus zwei oder mehreren Atomen besteht, welche miteinander verbunden sind.     
           
molekular - Ein die Ebene der Moleküle oder die Moleküle selbst betreffender Vorgang. Im übertragenen Sinne auch ein Vorgang, der sich auf sehr kleine Teilchen bezieht.   
             
Monotherapie - Die Behandlung mit zunächst nur einem Medikament. Hierbei ist das Risiko von Nebenwirkungen geringer als bei der gleichzeitigen Gabe mehrerer Medikamente und Wechselwirkungen werden vermieden. (Diese erfolgt meist bei vergeblichem Versuch einer Monotherapie). Bevor eine Monotherapie als erfolglos gewertet wird, dosiert man normalerweise das entsprechende Medikament bis zur höchstmöglichen Dosis aus, steigert es also so weit es noch vertretbar ist.   

Morphologie - die Lehre von der Form, Gestalt und Struktur. In der Medizin bezeichnet der Begriff die Beschreibung der äußeren Gestalt lebender Organismen oder ihrer Bestandteile.
             
MOSES - Modulares Schulungsprogramm Epilepsie, spezielles Programm in Form von Seminaren zur Schulung von Epilepsie-Patienten und ihren Angehörigen.

motorische Herdanfälle - siehe fokal 
               
MRT, Magnetresonanztomografie - Bildgebendes Verfahren, bei dem mittels eines starken Magnetfeldes in Verbindung mit elekromagnetischen Wechselfeldern im Frequenzbereich von Radiowellen die Struktur und Funktion von Körpergewebe in Schnittbildern dargestellt werden kann. Es handelt sich hierbei nicht um Röntgen- oder radioaktive Strahlen! Viele Organe können mittels  MRT besser dargestellt werden als durch ein CT. Es ist aber auch weitaus teurer. Manche Arten von Körperimplantaten sind beim MRT ein Problem.       
           
MS - Multiple Sklerose                 

MSN - sogenanntes "Messenger"-Programm zum privaten Chatten (= ohne Zeitverzögerung ein schriftliches Gespräch zu zweit oder mehreren führen, mit einem speziell dafür entwickelten Programm)

multifokal - Hierbei gibt es an mehreren, begrenzten Stellen im Gehirn Anfallsherde, die gleichzeitig oder nacheinander oder abwechselnd aktiv sind.                 

Muskeltonus - siehe Tonus   
             
Mutation, mutiert - Genveränderung, Veränderung des Erbgutes. Eine Spontanmutation wird durch eine spontane, zufällige (nicht ererbte) Genveränderung bewirkt. Mutationen können auch konkrete Ursachen haben, z. B. durch mutationsauslösende, schädigende Stoffe oder ionisierende Strahlen erzeugt sein oder durch Fehler beim Aufbau der DNA-Polymerasen entstehen. Manche Mutationen werden weitervererbt, andere nicht. Die meisten Mutationen bleiben folgenlos, da ein DNA-Abschnitt  verändert wurde, der nicht für eine genetisch relevante Information benutzt wird. Diese Mutationen werden stille oder stumme Mutationen genannt. Größere Veränderungen im Erbgut können jedoch zu nachteilhaften Veränderungen im Stoffwechsel, zu Fehlbildungen oder anderen Besonderheiten wie Erbkrankheiten führen. Manche Mutationen sind tödlich (latale Mutationen). Andererseits sind Mutationen die treibende Kraft der Evolution und können auch positive Veränderungen hervorufen, die dem Individuum zum Vorteil gereichen. 
               
Myelitis - Entzündung des Rückenmarks oder des Knochenmarks (Osteomyelitis). Kann zu einer Querschnittlähmung führen.                 

myoklonisch / Myoklonus / Myoklonien - Kurze, schockartige, oft heftige, manchmal aber auch kaum merkliche Muskelzuckungen. Sie können einzeln oder in Serien auftreten. Das Bewusstsein bleibt dabei erhalten. - Es gibt verschiedene Ursachen von Myoklonien. Viele davon haben mit Epilepsie nichts zu tun. Hiervon zu unterscheiden sind die physiologischen ("normalen") Einschlafmyoklonien, die nicht-epileptische Muskelzuckungen in der Einschlafphase sind und bei jedem Menschen, auch gesunden, vorkommen können, bei Säuglingen häufig sind und auch in Serien auftreten können. Diese können durch Aufwecken beendet werden. Myoklonien können auch Symptom von Erkrankungen wie Multipler Sklerose, Encephalitis epidemica, epidemischer Genickstarre und von Kleinhirnverletzungen sein, sowie z. B. bei Paramyoklonus multiplex oder der Hyperekplexie als eigenständiges Krankheitsbild auftreten. Die Mehrzahl von Myoklonus heißt Myokloni.     
             
myoklonisch-astatische oder myoklonisch-atonische Anfälle - siehe "atonische oder atonisch-astatische Anfälle" und siehe auch "Doose-Syndrom"                 

Myoklonische Frühenzephalopathie - Siehe Dravet-Syndrom                 





Wenn nicht anders angegeben beziehen sich die Erklärungen auf folgende Quellen: Apotheken-Umschau, Ärztezeitung bzw. Deutsches Ärzteblatt, DocCheckFlexikon, netdoktor.de, PharmaWiki, onmeda, Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch), Wikipedia.
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« Antwort #14 am: 27. Juni 2016, 20:54:02 »
N
                     
Narkose - siehe Anästhesie
         
navigierte transkranielle Magnetstimulation - siehe nTMS

Nebenwirkungsprofil - Zusammenfassung und Bewertung der Nebenwirkungen eines Medikaments.

Neglect (von lateinisch: neglegere = nicht wissen, vernachlässigen) - Damit wird in der Neurologie eine Störung der Aufmerksamkeit bezeichnet, die durch eine halbseitige Schädigung im Gehirn (Hirnläsion) hervorgerufen wird und die dadurch charakterisiert ist, dass der Betroffene eine Hälfte seiner Umgebung bzw. des eigenen Körpers nicht oder nur schlecht wahrnimmt bzw. missachtet. Es handelt sich daher um ein primär fehlendes Krankheitsbewusstsein.  Weiterlesen unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Neglect
               
Nekrose - Der Begriff Nekrose steht für einen unkoordinierten Zelltod, bei dem ein Zellverband abstirbt. Häufige Ursachen für eine Nekrose sind ein plötzlicher Sauerstoffmangel in einem Organ (z.B. beim Herzinfarkt), Bakteriengifte, Verätzungen, Verbrennungen oder mechanische Schäden. Typischerweise zieht eine Nekrose eine Entzündungsreaktion nach sich – meist wird das abgestorbene Gewebe durch Narbengewebe ersetzt. http://www.onmeda.de/anatomie/nekrose.html

nekrotisierend - Zellen sterben ab

Neoplasie - Mit dem Begriff Neoplasie oder Neoplasma bezeichnet man die Neubildung von Körpergeweben.
Klinisch wird "Neoplasie" am häufigsten als Gattungsbezeichnung für maligne Tumoren verwendet.

Nervenbotenstoff - siehe Neurotransmitter               

Neurofeedback - Das Neurofeedback (auch EEG-Feedback) ist eine Spezialrichtung des Biofeedbacks. Beim Neurofeedback werden Gehirnstromkurven (EEG-Wellen) von einem Computer in Echtzeit analysiert, nach ihren Frequenzanteilen zerlegt und auf einem Computerbildschirm dargestellt. Die auf diese Weise ermittelte Frequenzverteilung, die vom Aufmerksamkeits- bzw. Bewusstseinszustand (zum Beispiel wach, schlafend, aufmerksam, entspannt, gestresst) abhängig ist, kann für das Training (mittels Feedbacktraining) genutzt werden. Dem Probanden ist es dabei möglich, durch Rückmeldung des eigenen Hirnstrommusters eine bessere Selbstregulation zu erreichen. (Wikipedia)

Neuroleptika - Mehrzahl von Neuroleptikum  -  veraltet auch Antipsychotikum genannt. Medikament, das als psychotrope Substanz eine antipsychotische, sedierende und psychomotorische Wirkung besitzt und vor allem zur Behandlung von Psychosen eingesetzt wird, aber z. B. auch aggressionsmildernd wirken kann.   

Neuropsychologie - Das Ziel ist die Leistungen, die das Denken betreffen zu überprüfen und wenn nötig zu behandeln.

Die Neuropsychologie beschäftigt sich mit den Funktionen des Gehirns, wie dem Denkvermögen (bzw. der Intelligenz), der Aufmerksamkeit, dem Gedächtnis, dem Sprachvermögen, den motorischen Fertigkeiten usw. Untersucht werden insbesondere gestörte Funktionen infolge von Unfällen oder Erkrankungen. Darüber hinaus bietet die Neuropsychologie spezielle neuropsychologische Therapiemöglichkeiten für die Behandlung der neuropsychologischen Störungen und Beeinträchtigungen.

Wie z.B.

Visuelle Wahrnehmung (u. a. Gesichtsfeldausfälle, Agnosien)
Akustische / taktile / olfaktorische Wahrnehmung
Neglect
Räumliche Störungen
Aufmerksamkeitsstörungen
Gedächtnisstörungen
Exekutive Störungen
Störungen der Sprache (Neurolinguistik) einschließlich Rechenstörungen
Motorische Störungen
Affektive und emotionale Störungen
Verhaltensstörungen
Krankheitseinsicht und Krankheitsverarbeitung
http://www.gnp.de/_de/fs-Was-ist-Neuropsychologie.php

             
Neuron  -  Das Neuron ist eine Nervenzelle.                 
               
Neurotransmitter - biochemischer Nervenbotenstoff, molekularer Überträgerstoff, der Zellwände durchdringen kann und die Informationen von einer Nervenzelle zur anderen über die Kontaktstelle der Nervenzellen (den synaptischen Spalt hinweg) weiterleitet. Die in der Synapse (dem Nervenende) einlaufenden elektrische Impulse (Aktionspotenziale) veranlassen die Ausschüttung der chemischen Botenstoffe aus ihren Speicherorten, den synaptischen Vesikeln. Durch den Spalt hindurch wandern (diffundieren) sie zu den Rezeptoren des nachgeschalteten (postsynaptischen) Neurons. Nach ihrer Ausschüttung werden die Neurotransmitter auf verschiedene Weise wieder deaktiviert und/oder abgebaut. Häufig wird die Wirkung der Neurotransmitter noch durch weitere Stoffe (sogenannte Neuromodulatoren) moduliert. Die wichtigsten Neurotransmitter sind:

* Biogene Amine: (Acetylcholin, Katecholamine: Noradrenalin, Adrenalin, Dopamin), Serotonin, Dimethyltryptamin, Histamin (dessen biochemische Struktur ist jedoch verschieden von der anderer biogener Amine)
* Neuropeptide: (Endorphine und Enkephaline, Substanz P, Somatostatin, Insulin, Glucagon)
* Aminosäuren: (Glutaminsäure/Glutamat, Glycin, γ-Aminobuttersäure/GABA, Asparaginsäure
* Lösliche Gase: (Stickoxid, Kohlenstoffmonoxid)
               
nicht-epileptische Anfälle - Alle Arten von Anfällen, die nicht durch eine Epilepsie verursacht werden. Hierzu gehören auch, aber nicht nur die psychogenen Anfälle.
               
nm - Nanometer, ein tausendstel Mikrometer 
               
Noradrenalin - einer der Nervenbotenstoffe (Neurotransmitter) und zugleich ein Hormon. Es ist mit dem Adrenalin verwandt und wird vom Körper im Nebennierenmark ausgeschüttet. Im Blut bleibt es nur kurzzeitig verfügbar und löst dort den Fluchtreflex aus. In der Medizin wird es vor allem als Notfallmedikament zur Behandlung von Schockzuständen und Vergiftungen eingesetzt.

nTMS oder navigierte transkranielle Magnetstimulation - kartiert Hirntumoren vor der OP, um zu testen, ob Hirnbereiche für Bewegung oder Sprache betroffen sind. Die Prognose von Patienten mit hochmalignen Gliomen wird durch die nTMS-Analyse von Bewegungsarealen verbessert. http://news.doccheck.com/de/88538/hirntumor-ntms-kartierung-verbessert-prognose/   
http://www.uniklinikum-saarland.de/de/einrichtungen/kliniken_institute/neurochirurgie/patienteninfo/behandlungsschwerpunkte/spezielle_methoden_zur_praeoperativen_planung_und_zum_intraoperativen_einsatz/praeoperative_navigierte_transkranielle_magnetstimulation_ntms/

NW - Nebenwirkungen von Medikamenten   
             
Nystagmus - Augenzittern. Meist schnelle, ruckartige und unwillkürliche Augenbewegungen. Häufig als Anfallssymptom. Auch mögliche Medikamenten-Nebenwirkung, die oft als Blickrichtungsnystagmus ein Frühzeichen für eine mögliche Überdosierung ist. Hierbei tritt der Nastagmus regelmäßig beim Blick zur Seite oder nach oben oder unten auf, und zwar mit langsamer Bewegung in die eine und schnellernachfolgender in die entgegengesetzte Richtung. In extremer Endstellung tritt auch bei Gesunden oft ein Blickrichtungsnystagmus auf, der aber schnell wieder nachlässt.





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