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Autor Thema: Warnung vor zu häufigen MRTs: Gadolinium kumuliert möglicherweise im Gehirn  (Gelesen 6519 mal)

Offline thueringer

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ich weiß wir haben ja alle keine Wahl, aber es gibt neue Erkenntnisse hinsichtlich Kontrastmitteln:


Warnung vor zu häufigen MRTs: Kontrastmittel Gadolinium kumuliert möglicherweise im Gehirn
Dr. Jürgen Sartorius

Noch ist nicht bewiesen, dass Gadolinium-Ablagerungen im Gehirn zu Gesundheitsschäden führen. Aber das Metall, seit Jahrzehnten Bestandteil von Kontrastmitteln für die bildgebende Diagnostik im Rahmen von Magnetresonanztomographien (MRT), kann sich laut japanischen Forschern im Gehirn ablagern. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat eine Prüfung dieser eventuellen Risiken durch Gadolinium eingeleitet.

Der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN) rät nun, Gadolinium enthaltende Kontrastmittel vorerst nur bei unvermeidbaren Untersuchungen einzusetzen [1]. Das Herz etwa lasse sich auch mit einer Myokardszintigraphie oder Ultraschall untersuchen, empfiehlt Prof. Dr. Detlef Moka, Facharzt für Nuklearmedizin in Essen und Vorstandsvorsitzender des BDN.

Auswirkungen bei Patienten nach vier oder mehr Kontrast-MRTs

Eine Forschergruppe um Dr. Tomonori Kanda, Department of Diagnostic Radiology des Hyogo Cancer Center, Akashi, Japan, hatte die Signale in unverstärkten T1-gewichteten Magnetresonanz-Untersuchungen (MRT) im Nucleus dentatus, einer Struktur im Kleinhirn, und dem Globus pallidus im Striatum mit anderen Regionen des Gehirns ins Verhältnis gesetzt.
 
Betroffen waren Patienten mit vier oder mehr Kontrast-MRT. Das Risiko steigt offenbar mit der Anzahl der Untersuchungen. Prof. Dr. Detlef Moka
 

Sie fanden hochsignifikante Korrelationen zwischen den Signalstärken in diesen beiden Hirnregionen und der Anzahl von vorausgegangenen MRT-Untersuchungen mit Gadolinium-gestützten Kontrastmitteln (p < 0,001 für beide). Dabei untersuchten sie 381 Patienten, davon allein 19 bzw. 16 mit mindestens 6 MRTs mit bzw. ohne Verwendung Gadolinium-haltiger Kontrastmittel.

„Betroffen waren Patienten mit vier oder mehr Kontrast-MRT“, berichtet Moka. „Das Risiko steigt offenbar mit der Anzahl der Untersuchungen.“ Mehrfachuntersuchungen, die wegen des fehlenden Strahlenrisikos bei der MRT bislang als unbedenklich eingestuft werden, sollten Patienten daher nach Möglichkeit vermeiden. „Man kann nur hoffen, dass weitere Forschungen keine Ergebnisse zeigen, die dazu führen, auf Gadolinium-haltige Kontrastmittel verzichten zu müssen. Das wäre für viele unserer Patienten, die an Tumoren oder entzündlichen Erkrankungen leiden, eine schlechte Nachricht“, bemerkt der Experte weiter.

Komplexiertes Gadolinium wird normalerweise rasch ausgeschieden

Gadolinium liegt in den zugelassenen Kontrastmitteln als Chelat-Komplexe vor und ist unter Berücksichtigung der Kontraindikationen im Allgemeinen gut verträglich. Gesunde Nieren scheiden das Mittel nach kurzer Zeit aus. „Wenn Gadolinium bei Patienten mit Nierenschwäche länger im Körper bleibt, kann es sich allerdings in Haut und Organen ablagern und eine schwere Bindegewebserkrankung, die Nephrogene Systemische Fibrose, auslösen“, erläutert Moka. Diese Kontrastmittel dürfen deshalb bei Patienten mit erheblich eingeschränkter Nierenfunktion nicht mehr eingesetzt werden.

Nach den Ergebnissen der japanischen Studie wäre es vorstellbar, dass sich Gadolinium-Ionen aus ihrem Chelat-Komplex lösen und in bestimmten Hirnstrukturen anlagern könnten. Ob es dadurch zu einer Schädigung kommt, konnte in der Studie jedoch nicht festgestellt werden. Es gibt deshalb derzeit keine darauf bezogenen Einschränkungen in der Verwendung von Gadolinium-haltigen Kontrastmitteln. „Bis neue Ergebnisse vorliegen, sind wir Ärzte jedoch aufgerufen, vor jeder Untersuchung noch gewissenhafter als bisher zu prüfen, ob die Verwendung eines Kontrastmittels mit Gadolinium erforderlich ist“, konstatiert Moka.

Zur bildgebenden Untersuchung des Herzens gibt es praktikable Alternativen
 
Man kann nur hoffen, dass weitere Forschungen keine Ergebnisse zeigen, die dazu führen würden, auf Gadolinium-haltige Kontrastmittel verzichten zu müssen. Prof. Dr. Detlef Moka
 
Vorerst verzichtbar ist nach Einschätzung des BDN insbesondere das Herz-MRT. Mit der Untersuchung lassen sich Durchblutungsstörungen aufzeigen, es lässt sich die Pumpleistung des Herzens prüfen oder nach einem Infarkt feststellen, welche Teile des Herzmuskels ohne ausreichende Blutversorgung sind. „Für alle diese Aspekte steht uns mit der Myokardszintigraphie eine alternative Untersuchungsmethode zur Verfügung, die ebenso zuverlässig wie sicher ist“, erläutert Moka.

„Die Myokardszintigraphie kam in den vergangenen Jahrzehnten viele Millionen Mal bei der Diagnostik der koronaren Herzerkrankung zum Einsatz“, betont er. Obwohl in begrenztem Umfang Radioaktivität freigesetzt wird, ist diese Technik für die Patienten ungefährlich. „Es wurde bisher kein einziger Fall gefunden, bei dem ein Patient durch die radioaktive Substanz Nebenwirkungen erlitten hat oder Spätfolgen aufgetreten sind. Für die Überprüfung der Pumpleistung des Herzmuskels kommt wahlweise auch Ultraschall in Frage.“

Offline Bluebird

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Danke. Hier noch die entsprechende Quellenangabe zum vorigen Text.

http://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4904568
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Offline thueringer

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Danke. Hier noch die entsprechende Quellenangabe zum vorigen Text.

http://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4904568

man muss dann aber bei Medscape angemeldet sein, sonst kann man ihn nicht lesen.

Offline Bluebird

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Wenn Du eine andere Quelle benennen kannst, wo der Text frei zugänglich ist, bitte ergänzen.
Eine Quellenangabe sollte grundsätzlich benannt werden, wenn Inhalte zitiert werden.



Off Topic: schön, wieder etwas von Dir zu lesen.
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Offline fam-bauer

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Bitte in der Mediathek ARD Sendung Plusminus vom 4.7. Beitrag : MRT Kontrastmittel ansehen !!

Offline Smarty

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Offline KaSy

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Tut mir Leid, ich bekomme das nicht hin.
Kann jemand bitte zusammenfassen, was dazu gesagt wurde.

Ich selbst hatte etwa 40 cMRT, also Kopf-MRT, und meine, dass ich keine Schäden DAVON habe.

Aber dennoch interessiert es mich, was an NEUEN Erkenntnissen mitgeteilt wurde.

KaSy
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Offline krimi

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Hallo zusammen,

am 05.07.2018 hatte ich meine Verlaufskontrolle und sprach die NC auch auf die Befürchtung an, dass durch die Kontrastmittelgabe und die häufigen MRTs das Gehirn Schäden davontragen könne.
Sie erklärte mir, dass lineare Studien keinen Beleg dafür aufweisen, dass das Gehirn Schäden davon oder dadurch erleidet.

LG krimi
Wer einen Platz im Herzen eines Menschen hat, ist nie allein.
______________

http://www.hirntumor.de/forum/index.php/topic,6956.msg50233.html#msg50233

Offline KaSy

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Hallo, liebe "Freunde"  >:( des MRT

Nun ist ja bereits viel Zeit vergangen seit den Warnungen vor zu häufiger Gabe des Kontrastmittels (KM) Gadolinum bei MRTs.

Es gab auch bereits Äußerungen von Fachleuten, die deutlich machten, dass ein Tumor im Kopf sehr viel mehr Schaden anrichten kann als das KM, das zum Erkennen des Tumors erforderlich ist.

Allerdings habe ich gelesen, dass es Radiologiepraxen gibt, die das KM bereits vor dem Beginn des MRT geben und nicht erst, wenn die Vergleichsaufnahmen mit KM beginnen.
Ich kenne das seit 34 Jahren nur so, dass das KM nur für die letzten MRT-Aufnahmen gegeben wird, also nur für 5 min (früher ca. 10 min).

Ohne den Kreatininwert (für die Nieren) wird seit ca. 2012 kein MRT durchgeführt. Ich hoffe, dass das überall so ist.

Das man danach dazu aufgefordert wird, sehr viel zu trinken, damit das KM über die Nieren ausgeschieden werden kann, ist hoffentlich auch überall so.

Auf MRTs verzichten oder die eigentlich erforderlichen Zeitabstände sehr zu verlängern, kann das Risiko erhöhen, ein Rezidiv oder dessen Wachstum zu spät zu bemerken. Es gibt auch die Möglichkeit, MRTs im Wechsel mit und ohne KM durchführen zu lassen. Erfahrene Neurochirurgen können damit zwischendurch umgehen.

KaSy
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Offline TinaF

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Hallo KaSy und alle anderen,

bei mir wird das KM auch erst wenige Minuten vor Ende des MRT gegeben, nur der Zugang liegt von Anfang an. Allerdings wurde bei mir noch nie der Kreatinin-Wert vor dem MRT bestimmt, jedenfalls nicht bei den ambulanten MRT. Bei den stationären wurde im Rahmen des KH-Aufenthaltes immer wieder Blut abgenommen, so dass ich davon ausgehe, dass auch dieser Wert bestimmt wurde.

Bei mir stand Anfang des Jahres ein MRT mit jodhaltigem Kontrastmittel zur Kontrolle der Nieren im Raum, da hätte ich einen aktuellen Kreatinin-Wert mitbringen müssen. Das MRT wurde letztendlich nicht gemacht, aber das ist eine andere Geschichte.

LG TinaF
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Offline cindra

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Aaalso,
Das Kontrastmittel wird bei mir auch immer erst kurz vor Schluß gegeben.
Aktuelle Blutwerte musste ich früher mal mitbringen, seit ein paar Jahren aber nicht mehr.
Und dass das Kontrastmittel nicht unumstritten ist, habe ich jetzt erst das erste Mal in der Uni gehört.

LG Andrea
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Offline KaSy

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Liebe Betroffene,

Ich habe hier die Aussage eines Arztes, der im Forum der DHH schreibt und die ich deswegen nicht wörtlich zitieren darf:

Jedem Radiologen ist bekannt, dass Gadolinium Nierenschäden hervorrufen kann.
Deshalb wird  vor einer MRT mit einem Kontrastmittel ein Kreatinin- oder GFR*-Wert gefordert.
Ob und welche Folgen Ablagerungen des Kontrastmittels im Gewebe des Nervensystems haben, ist nicht so klar.
Wenn eine MRT vorteilhafter ist, wenn es mit Kontrastmittel durchgeführt wird, dann sollte der Betroffene dem zustimmen.
Bei Meningeomen, Entzündungen und Gliomen ist die Aussagekraft einer MRT mit Kontrastmittel meist deutlich höher als ohne.
Wenn im Klinikum Bad Berka jemand kein Kontrastmittel möchte und die Ärzte das für sinnvoll halten, wird vor der MRT mit dem/r Betroffenen darüber gesprochen.

* "Die Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) ist eine Messgröße zur Beurteilung der insgesamten Funktionsleistung der Nieren. Neben der Durchführung einer Kreatinin-Clearance Untersuchung zur Abschätzung der GFR kann diese aber auch mittels der MDRD-Berechnungsmethode aus dem Kreatininwert im Blut approximativ kalkuliert werden."
(aus dem "Öffentlichen Gesundheitsportal Österreichs" im Internet)


Eigene Ergänzungen:

In "meiner" Radiologiepraxis wird kein Kontrastmittel gegeben, wenn der Kreatininwert nicht vorliegt. Dieser darf allerdings drei Monate "alt" sein. Ich lasse diesen Laborwert bei meiner Hausärztin bestimmen. Das Blut wird in ein Labor geschickt und die Werte sind am Folgetag da.
Weil ich bereits seit vielen Jahren und wiederholt  Hirntumoren bzw. Rezidive habe und auch schon jenseits der 60 bin, lässt meine Hausärztin gleich etwas mehr Blut abnehmen, um viele weitere Laborwerte bestimmen zu lassen. Damit "überwacht" sie meinen Gesundheitszustand.

Ich habe von anderen erfahren, dass sich ihre Hausärzte mitunter weigern, den Kreatininwert für die MRT zu bestimmen. Sie gehen davon aus, dass der Radiologe, der diesen Wert braucht, auch dafür zuständig ist, diesen Wert zu bestimmen. Das hat eine gewisse Logik, spricht aber eigentlich gegen die Fürsorge durch den eigenen Hausarzt.
Außerdem müsste die Radiologiepraxis in der Lage sein, diesen Laborwert zu bestimmen. Das kann möglich sein, es kann aber bis zu einer Stunde dauern, bis dieser Wert vorliegt. Dadurch verlängert sich die Zeit für die MRT-Untersuchung deutlich.
Für uns Hirntumorbetroffene und unsere Angehörigen wäre diese zeitliche Verlängerung psychisch noch viel belastender, aber wem sage ich das ...


Mein Rat:

Vereinbart mit Euren Hausärzten, dass sie den Kreatinin-Wert für die MRT-Untersuchung bestimmen und bringt ihn zum MRT-Termin mit (oder lasst ihn in die Radiologie-Praxis faxen).
Es dient Eurer Sicherheit!
Sprecht (eventuell) die Radiologen auf die mögliche Schädigung der Nieren durch das Kontrastmittel an.
Eigentlich geht es nur um "vorgeschädigte" Nieren. Aber die meisten von uns wissen nicht, ob ihre Nieren vorgeschädigt sind. Der Radiologe kann das schon gar nicht wissen.
Nicht umsonst sollte der Kreatininwert nicht älter als drei Monate sein. Das bedeutet doch, dass sich bereits innerhalb von etwa drei Monaten eine Schädigung der Nieren herausstellen kann. Das kann durch Medikamente, aber auch durch andere Faktoren geschehen. Eine Dialyse zusätzlich zum Hirntumor muss ja wohl nicht sein, wenn man es durch die Laborbestimmung vermeiden kann.

Beste Grüße
KaSy
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