HirnTumor-Forum

Autor Thema: Sprachst. n Op Tumor i Frontlappen rs-- Vorstellung Rayah (Betroffene)  (Gelesen 15573 mal)

Offline Rayah

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Hallo,
Ich bin 43 und vor vier Wochen  hatte ich während des Autofahrens einen Jackson Anfall.Gott sei dank war ich gerade in einem Kreisverkehr und habe niemanden in Gefahr gebracht und konnte auch geistig alles mitverfolgen ausser das ich zuerst rechtsseitig die Kontrolle über die rechte dann über die linke arm/ Gesichts Hälfte  verlor ... Nach 4 min war alles wieder vorbei.
Aus angst vor einem angekündigten Schlaganfall bin ich sofort zum Krankenhaus ,wo ich nach erster Diagnose verdacht auf ein Emphysem mit der Diagnose Tumor im rechten Frontallappen 30mmx40mmx30mm konfrontiert wurde.
Ich lebe auf Mallorca und  habe auch Glück mit den Ärzten Dr. Olabe junior und senior....aber es sind so viele fragen offen ....man liest ja auch selber im internet etc.......
Am Mittwoch bin ich nun 7 stunden operiert worden und man konnte den Tumor komplett entfernen da er sich klar von gesundem Zellgewebe unter schwarzlicht (fluoreszierendes Kontrastmittel)abgrenzte...jetzt warte ich auf die Pathologie Ergebnisse.
Gestern am Sonntag durfte ich schon nach hause...mit einer naht am kopf einmal von der Schädeldecke bis runter zum rechten Ohr .
Gedanken sind klar aber die Sprache ,,es ist anstrengend flüssig zu reden und manchmal will einfach gar nichts rauskommen ....es fängt an mit einem komischen Gefühl der Muskulatur unterm Kinn ,und hört sich manchmal lallend dann klar aber abgehackt an ...auch der schluck Reflex ist etwas verzögert was mit sich bring das meine Aussprache etwas feuchter ausfällt......und emotional bin ich extrem am Wässer gebaut (ähnlich wie Überempfindlichkeit  in der Schwangerschaft)oder raste total aus wegen Nichtigkeiten.......liegt das sprach Zentrum nicht links? Bitte ,ich hoffe das mir jemand durch eigene  oder medizinischem Fachwissen weiter helfen kann.
Ich wünsche allen hier alles liebe und danke euch für die ganzen offenen Beiträge hier.
***
 
Überschrift editiert ---. Thema verschoben da Tumorart noch nicht bekannt. Mod
« Letzte Änderung: 23. März 2015, 09:52:16 von fips2 »

fips2

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Hallo Rayah.
Willkommen im Forum.

Ich habe mir erlaubt deine Überschrift als Newcommer zu editeren und den Thread vorerst in einen allgemeinen Bereich zu schieben.
Sobald dein Tumor bekannt ist wird dein Thread entsprechend eingeordnet.

Ein Emphysem Ist keine wirkliche Diagnose des Tumors, sondern nur die Bezeichnung einer Aufblähung im Körper. Im Umgangssprachlichen ist der Begriff "Raumforderung" eher verständlich. Dieser Begriff wird verwendet, wenn die Art der Raumforderung noch nicht bekannt ist.

Haben die Ärzte bei der OP noch keine Tumorart angegeben?
Wird eine Histologie ( Bestimmung derTumorart und  Einstufung der Agresivität anhand  der Wachstumsrate) gemacht? Diese Untersuchung in der Tumorpathologie braucht etwas Zeit, da dein Tumor mit der weltweiten Tumordatenbank abgeglichen wird.

Was ja toll ist, ist die Vollentfernung der Raumforderung. Das ist schon ein großer Schritt in Richtung Genesung und positiver Erfolgsaussicht.

Mit deiner Wesensveränderung ist das schon möglich, dass Veränderungen auftreten. Der Frontallappen ist stark für Gemüt und Wesen des Menschen zuständig. Ich würde versuchen möglichst schnell eine Reha/ AHB zu bekommen und dort auf psycholgische Unterstützung bitten. Da dir ja selbst die Veränderungen bewusst geworden sind, kann auch eine entsprechende Therapie gute Erfolge bringen, dein Wesen wieder zu stabilisieren.
Dass du im Moment am Boden bist ist ja schon verständlich. Es war halt kein Blinddarm der operiert wurde. Da verliert man sicher etwas Vertauen in seinen Körper und hat Ängste. Lass dir professionelle Hilfe zukommen, dann wird das schon wieder.


LG u IgB
Fips2
« Letzte Änderung: 23. März 2015, 12:36:59 von fips2 »

Offline TinaF

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Hallo Rayah,

auch von mir ein herzliches Willkommen in unserem Forum. Ich hoffe, dass du dich hier wohl fühlst und Antworten auf deine Fragen erhältst.

Ich hatte auch einen Tumor im Frontallappen, allerdings links, bei mir war es ein Meningeom mit einer Größe von ca. 5 cm im Durchmesser. Es konnte vollständig entfernt werden, sämtliche Kontroll-MRT seit über fünf Jahren fielen sehr gut aus.

Gut, dass du die OP bereits hinter dir hast und noch besser, dass der Tumor vollständig entfernt werden konnte.

Deine OP, die lange Narkose, die enorme nervliche Anspannung, all die Ängste waren kein Spaziergang. Es braucht einiges an Zeit und Geduld, bis es wieder in etwa so ist wie früher. Ich persönlich - aber das ist jetzt meine Meinung - würde zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht so sehr darauf achten, wo was im Hirn liegt. Deine OP ist noch nicht mal eine Woche her, vieles wird sich in den nächsten Tagen und Wochen und Monaten bessern, du musst erstmal den Eingriff physisch und psychisch verarbeiten. Ich will damit sagen, dass deine Tränen nicht gleich auf eine Wesensänderung hinweisen müssen. Tränen sind nach so einer Diagnose, nach so einer OP, absolut keine Schande, es braucht Zeit, bis man das alles einigermaßen verarbeitet hat.

Ich habe beispielsweise nach der OP die seltsamsten Gerüche wahrgenommen und alles, was ich gegessen habe, schmeckte irgendwie nach Chemie, grässlich. Nach ein paar Tagen gab sich das wieder und am vierten postoperativen Tag waren die Gerüche verschwunden und das Essen schmeckte wieder (sogar das im Krankenhaus ;D).

Anderes Beispiel: Ich konnte zwar reden und ganz klar denken, aber ich konnte nicht lesen. Die einfachsten Sätze haben mein armes Hirn vollkommen überfordert. Es reichte nicht mal für eine Zeitschrift und dabei bin ich eine ausgesprochene Leseratte. Aber auch das Verstehen des Gelesenen kam recht schnell wieder, allerdings kann ich heute nicht mehr so lange lesen wie früher. Nach ca. 30 bis 40 Minuten merke ich, dass ich nicht mehr weiß, was ich gelesen habe. Dann muss ich den letzten Satz noch mal lesen, dann den letzten Absatz und dann weiß ich, jetzt ist es Zeit, das Buch zuzuklappen. :( Bis zu einem gewissen Grad lässt sich das aber trainieren und an guten Tagen, schaffe ich auch mal ein bisschen mehr.

Ich weiß nicht, ob du auf Mallorca die Möglichkeit einer Anschlussheilbehandlung oder Reha hast. Wenn nicht, dann solltest du dich nach ambulanten Therapien umsehen, Psychotherapie, Ergotherapie, Physiotherapie, das Angebot ist groß, du musst halt sehen, wo die Defizite sind.

Aber zunächst drücke ich dir die Daumen für den histologischen Befund, davon wird vieles abhängen.

Alles Gute für dich!

LG TinaF
Es passiert nichts umsonst, es hat alles seinen Sinn!

Offline Rayah

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Es hilft mir schon extrem das ich hier einfach mal fragen kann und das ich so schnell ein feedback bekomme das freut mich besonders...morgen bekomme ich das ergebniss aus der pathologie und werd dann sehen was die naechsten schritte sind .... Um reha sowie darauffolgende therapien muss ich mich hier in spanien selber kümmern .....doch trotz allem seh ich die dinge positiv und nehm alles ersteinmal als chance endlich in vielen anderen bereichen meines lebens die augen auf zu machen ...ich gebe bericht soweit ich weiss was sich da oben eingenistet hat.....liebe grüsse aus mallorca

Offline KaSy

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Guten Abend, Rayah,
auch ich möchte Dich hier aus diesem leider unschönen Anlass begrüßen und freue mich, dass die Diagnose schnell gestellt und auch zügig ein OP-Termin realisiert werden konnte, bei dem eine vollständige Entfernung des Tumors gelang.

Deine Aufenthaltsdauer im Krankenhaus war sehr kurz und schnell musstest Du Dich wieder mit dem Alltag befassen.
Zu schnell.
Du bzw. Dein Kopf hatte noch gar keine Gelegenheit, sich irgendwie mit dem auseinanderzusetzen, was da eigentlich geschehen ist. So schnell kommt die Psyche mit derart gravierenden Eingriffen und Änderungen nicht klar.
Und dann musst Du auf einmal wieder ganz normal Frühstück machen, einkaufen, das Bett machen, Dich um die Wohnung kümmern ...
"Ganz normal" geht einfach noch nicht! Denn Du bist aus dem "Normalzustand" mächtig herausgeschüttelt worden.  
Da ist es überhaupt kein Wunder, wenn Dein Inneres sagt, ja regelrecht schreit, dass Du doch nicht einfach so NORMAL weitermachen kannst. Das braucht Zeit.
Viel Zeit.
Rechne in Monaten, auch wenn Du lange vorher schon sehr viele Dinge wieder "ganz normal" erledigen kannst.

Ich selbst habe seit 1995 zwei OP im Frontalbereich hinter mir und es wurden weitere drei Tumoren an den Schläfen entfernt. Ich musste lernen, dass die Psyche das nicht so gut verkraftet. Jedesmal war sehr viel Geduld erforderlich und fast jedes Mal wurde meine monatelange Geduld mit einer sehr guten Wiederherstellung meiner Arbeitsfähigkeit "belohnt". Die schönen Anzeichen des "Aufwachens aus dieser Katastrophe" waren die Entdeckung kleiner netter Dinge am Wegesrand, die Bemerkung der funkelnden Sterne, die Freude am eigenen Lächeln, die Lust am Leben - ein neues, anderes Glück.


Liebe Grüße
KaSy
« Letzte Änderung: 24. März 2015, 11:23:38 von KaSy »
Wenn man schon im Müllkasten landet, sollte man schauen, ob er bunt angemalt ist.

Der Hirntumor hat einen geänderten und deswegen nicht weniger wertvollen Menschen aus uns gemacht!

Offline krimi

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Hallo Rayah,

auch von mir ein Willkommen in unserer Mitte.

Meine VorschreiberInnen haben schon so viel gesagt, dem kann ich nur zustimmen. Vor allem, dass du Zeit brauchst um zu verarbeiten.

Der epil. Anfall während der Autofahrt ist schon sehr beängstigend. War das dein erster Anfall?
Ich hatte ein Konvexitätsmeningeom (Konvexität ist die Schädelkrümmung vom Oberkopf zur Seite) links.
Zwischen Sprachzentrum und Motorik gelegen. Die ersten Anzeichen für den Tumor waren epil. Anfälle. Ich wurde Anfang 2011 operiert. Ein paar Tage nach der OP konnte ich längere Zeit nicht sprechen. Das hat sich gegeben, bis auf gelegentliche Sprachaussetzer.

Das Sprachzentrum liegt links, da hast du Recht. Aber auch auf der rechten Seite gibt es Areale im Gehirn, die mit der Sprache zu tun haben. In der rechten Hirnhälfte sind eher Analyse und Erzeugung des Sprachrhythmus, der Betonung und der emotionale Aspekt von Sprache lokalisiert.

Lass deinem Gehirn Zeit sich zu beruhigen. Dann wird sich vieles wieder geben.

Ich weiß nicht wie das in Spanien sprich Mallorca geregelt ist. In Deutschland darf man als frisch am Gehirn Operierter drei Monate kein Auto fahren. Und sollte sich ein epileptischer Anfall  wiederholen, dann sogar ein Jahr nicht unter Anfallsfreiheit.

Ich hoffe du hast mittlerweile gute Ergebnisse erhalten.

Alles Gute und eine gute Erholung wünscht dir
krimi
« Letzte Änderung: 29. März 2015, 11:37:30 von krimi »
Wer einen Platz im Herzen eines Menschen hat, ist nie allein.
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http://www.hirntumor.de/forum/index.php/topic,6956.msg50233.html#msg50233

 



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