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Autor Thema: Neu hier Kavernom-OP Folgen Vorst. paprika49 (Betroffene)  (Gelesen 3684 mal)

Offline paprika49

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Hallo,
auch ich bin neu hier.
Ich habe schon einiges gelesen und fühle mich hier zum ersten Mal verstanden.

Auch ich hadere ganz schön mit den Folgen meiner OP. Vor 1,5 Jahren bin ich an einem Kavernom operiert worden.
Seit einem Jahr arbeite ich wieder (erst in der Wiedereingliederung). Ich arbeite als Lehrerin 5.-10. Klasse und habe große Schwierigkeiten wieder zu arbeiten.
Deshalb habe ich vor kurzem meine Stunden reduziert, aber es fällt mir vieles noch immer schwer.

Ich habe noch täglich große Probleme mit Schwindel. Es fällt mir unheimlich schwer Treppen zu steigen, besser gesagt sie wieder herunter zu gehen. (Besonders zwischen jeder Menge Schülern.) Und es fällt mir auch schwer in den Freistunden einkaufen zu gehen, was früher ein Witz war.

Ich habe auch immer wieder Probleme wenn ich länger unterrichte und es unruhig zugeht...
Manchmal komme ich heim und könnte einfach nur heulen...

Hier sind so viele Berichte die mir zeigen ich stehe nicht ganz alleine da. Das macht mir wieder Mut und ich würde mich total darüber freuen mit dem ein oder anderen zu schreiben.


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« Letzte Änderung: 06. März 2015, 08:38:41 von fips2 »

Offline Pedro

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Re:Neu hier
« Antwort #1 am: 05. März 2015, 22:12:47 »
Hallo Paprika49,

Willkommen im Forum.
Ich kann dich durchaus gut verstehen - die Beeinträchtigungen, die wir von einer OP davontragen werden von unserem Umfeld oft nicht ausreichend wahrgenommen und wir tun uns schwer darauf aufmerksam zu machen. So ist es mir zumindest ergangen ...

Lass mich bitte kurz von meiner Geschichte erzählen. Einer Kavernom OP musste ich mich 2001 unterziehen und ich kehrte ziemlich rasch in meinen Job in der IT-Branche zurück. Mit der Diagnose eines atypischen Meningeom wurde ich dann 2008 konfrontiert und es folgten OP's und Bestrahlungen. Aber erst im vergangenen Jahr habe ich mir eingestanden, dass mir der berufliche Stress und Lärm zuviel wird ...

Zu dem von dir beschriebenen Schwindelgefühl möchte ich dich gerne fragen was die Neurologie dazu sagt. Konnte das Kavernom entfernt werden und ist das MRT unauffällig? In diesem Fall stoßt man bei manchen Fachärzten mit Beschwerden leider auf taube Ohren aber davon dürfen wir uns keinesfalls entmutigen lassen. Ich bin mir sicher, dass du in diesem Thread auch von anderen Betroffenen noch hilfreiche Anregungen bekommen wirst und wünsche dir alles Gute für den weiteren Verlauf.

LG Pedro


Offline krimi

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Re:Neu hier
« Antwort #2 am: 05. März 2015, 23:58:42 »
Hallo Paprika,

herzlich Willkommen in diesem Forum. Es tut mir echt leid, dass du noch an den Folgen der OP des Kavernom leiden musst.
Meine Schwägerin hatte vor vielen Jahren auch eine Kavernom-OP. Sie stand auf Messersschneide, hat die OP gut überstanden und hat sich im Laufe der Jahre gut erholt. Die kognitiven Probleme sind zum Teil geblieben. Die Belastbarkeit in ihrem Geschäft hat sie ganz gut im Griff.

Ich selbst wurde 2011 an einem Konvexitätsmeningeom operiert. Die Beeinträchtigungen die du beschreibst kenne ich selbst sehr gut. Ich war als Schulsekretärin tätig und kämpfte mit dem tägl. Schulalltag (natürlich auf anderer Ebene als du). Aber Stress, Lärm, wenn einige Kollegen/innen fast gleichzeitig etwas von mir wollten und dann dazu noch die Kinder, schnell stieß ich an meine Grenzen. Druck – wenn Termine anstanden – verursachte mir oft das Gefühl eines black out. Ich hörte und verstand doch nicht.
Ich verstehe dich da gut.

Jetzt ist deine OP 1,5 Jahre her. Du hast auch noch gute Chancen, dass sich dein Beschwerdebild noch zum Guten verändert.
Es gibt hier auch positive Berichte. Diese sind leider seltener als die negativen Berichte. Warum? Die User die keine Beschwerden mehr haben, schreiben hier recht wenig.

Ich möchte dir einfach Mut machen die Zeit noch für dich arbeiten zu lassen.
Hattest du nach der OP eine Anschlussheilbehandlung? Vielleicht kann dein Neurologe dir auch noch etwas an Therapien vermitteln, die dir weiterhelfen.

Alles Gute und liebe Grüße
krimi
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Offline KaSy

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Re:Neu hier Kavernom-OP Folgen Vorst. paprika49 (Betroffene)
« Antwort #3 am: 08. März 2015, 23:14:34 »
Guten Abend, Paprika,
ich gehöre zu den Meningeom(WHO III)-Betroffenen, wurde mehrfach operiert und zweimal bestrahlt.
Ich habe seit der Erstdiagnose 1995 noch bis 2011 als Lehrerin (Ma/Phy) arbeiten können, was allerdings nach jeder OP bzw. OP+Bestrahlung schwieriger wurde.
Am schwersten allerdings fiel es mir, den Beruf aufgeben zu müssen, weil ich der Belastung nach der letzten OP dann doch nicht mehr gewachsen war.

Ich schreibe Dir, weil ich aus Deinen Zeilen nicht entnehmen konnte, ob Du einen Schwerbehindertenausweis hast. Ich habe nach meiner 2. OP einen solchen beantragt, da ich gelesen hatte, dass Lehrer/innen ab einem Grad der Behinderung von 50 (GdB 50) drei Ermäßigungsstunden erhalten, wenn sie dies beantragen. Bei höherem GdB kann es vier oder fünf Ermäßigungsstunden geben. Schwerbehinderte haben auch mehr als es ohnehin üblich sein sollte das Recht auf Gespräche mit dem Arbeitgeber (Schulleiter) über die Ermöglichung der Ausübung der Arbeit trotz der Einschränkungen durch die Schwerbehinderung. Es sollte im Schulamt einen Vertrauensmenschen (-mann/-frau) für Schwerbehinderte geben, an den Du Dich ohnehin wenden solltest. Schließlich warst Du ja auch "langzeiterkrankt" und auch für diesen Personenkreis ist diese Person zuständig (... bei Dir gewesen).

Ich selbst habe im Laufe meiner Erkrankung die Ermäßigungsstunden schätzen gelernt und auch regelmäßig sorgfältig mit meinem Schulleiter abgesprochen, was für mich hilfreich wäre. Dabei geht es natürlich nicht darum, wegen der Schwerbehinderung besser gestellt zu sein als andere, aber man soll auch nicht unter Belastungen leiden, die moderat abgestellt werden könnten.

Ich wünsche Dir, dass Du Wege findest, diesen schönen Beruf noch lange und gern ausüben zu können.

KaSy
Wenn man schon im Müllkasten landet, sollte man schauen, ob er bunt angemalt ist.

Der Hirntumor hat einen geänderten und deswegen nicht weniger wertvollen Menschen aus uns gemacht!

Offline zon

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Re:Neu hier Kavernom-OP Folgen Vorst. paprika49 (Betroffene)
« Antwort #4 am: 30. März 2015, 11:08:46 »
guten morgen paprika

ich kann Dir gut nachfühlen wie du Dich fühlst. ich selber hatte nov. 2012 cavernom OP { im Hirnstam}

Kämpfe tgl. mit den Folgen. und für Aussenstehende ist das schwer nachzuvollziehen.

suche seither oft auch nach Menschen die es mit mir teilen können. ist aber schwer.

alles gute für Dich
Echt Freunde versuchen nicht Dich sofort hochzuziehen, wenn es Dir schlecht geht. Sie setzen sich zu Dir.

 



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