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Autor Thema: Kontrollinterv. MRT u Augenarzt bei Hypophysenadenom Vorst. Catangel  (Gelesen 6460 mal)

Offline Catangel

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Guten Tag, bin neu hier, seid bitte daher nachsichtig mit mir ;)

Bei mir wurde im Juli ein Hypophsenmakroadenom entdeckt, welches noch nicht am Sehnerv ist (0,8x1,2cm)
Gestern wurde ein Kontroll MRT gemacht und heute der Kontroll Augenarztbesuch mit Visustest und Gesichtsfeldmessung. Ergebnis zum Glück ok, keine Anzeichen von Wachstum und die Augen sind auch in Ordnung.

Jetzt meine Frage: In welchen Intervallen sollte die Gesichtsfeldmessung erfolgen? Was sind Eure Erfahrungen? Meine Augenärztin hätte gerne eine Prüfung alle 3 Monate, was ich persönlich als etwas zu viel einschätze. Danke vorab für Eure Infos.




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« Letzte Änderung: 10. Dezember 2014, 21:39:15 von fips2 »
Es kommt nicht darauf an, woher der Wind weht, sondern wie Du die Segel setzt!

Offline Stella67

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Re:Kontrollintervall MRT und Augenarzt bei Hypophysenadenom
« Antwort #1 am: 10. Dezember 2014, 21:20:01 »
Hallo und willkommen Catangel,

ich würde sagen: lieber zu oft als zu selten. Auch sollte man natürlich den ärztlichen Empfehlungen folgen. Allerdings würde ich dazu nicht unbedingt den Augenarzt fragen, sondern den behandelnden Arzt (Endokrinologe oder wer auch immer etwas mehr Erfahrung mit Hypophysenadenomen und ihrem Wachstum hat). Bestimmt kannst Du diesen Arzt dazu überreden, die Intervalle zu verlängern.

Zum Vergleich: Ich gehe z.Zt. halbjährlich zum Augenarzt und jährlich zum MRT, es ist allerdings auch seit Jahren nichts gewachsen. Anfangs bin ich öfter gegangen, wollte das aber auch selbst so. Dann hab ich noch alle 3 bis 4 Monate Blutabnahme wegen leicht erhöhtem Prolaktin durch das Adenom.

Ist Deins hormoninaktiv? (falls die Frage jetzt nicht zu neugierig ist)

LG
Stella

Offline Pem34

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Re:Kontrollinterv. MRT u Augenarzt bei Hypophysenadenom Vorst. Catangel
« Antwort #2 am: 10. Dezember 2014, 22:50:51 »
Hallo,

ich persönlich finde dieses Intervall von 3 Monaten nicht zu oft. Der Sehnerv ist - wenn einmal über einen längeren Zeitraum gequetscht - kaputt. Und wenn er richtig kaputt ist, dann ist das irreparabel (wie Rückenmark). Von daher: Lieber einmal mehr als zu wenig, damit man auch die kleinsten Anzeichen von Verschlechterung bemerken würde und eingreifen kann.

Alles Gute
Pem

Offline KaSy

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Re:Kontrollinterv. MRT u Augenarzt bei Hypophysenadenom Vorst. Catangel
« Antwort #3 am: 11. Dezember 2014, 15:17:03 »
Hallo, Catangel,

ich möchte etwas zu den Intervallen der Gesichtsfeldmessungen schreiben.

Meine Tumoren hatten allerdings nichts mit dem Sehnerven zu tun.
Jedoch bin ich seit 1980 wegen eines Glaukoms in ständigen augenärztlicher Behandlung und kenne mich dadurch etwas aus.
 
Ein Glaukom (auch als "grüner Star" bekannt) ist eine Augenerkrankung, bei der durch verschiedene Ursachen nach und nach die lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut im Augapfel ("Zapfen" für die Farben und "Stäbchen" für Hell-Dunkel) absterben, so dass sie keine Lichtreize mehr aufnehmen können.

Eine Ursache dafür ist, dass die Flüssigkeitsregulation im Auge gestört ist, wodurch ein zu hoher Druck im Inneren des Augapfels entsteht. Diesem höheren Druck halten die Zellen der Netzhaut auf sehr lange Dauer nicht stand und "gehen kaputt".

Nun können diese Zellen kein Licht mehr aufnehmen, es auch nicht in den Sehnerv weiterleiten und logischerweise kommt keine Licht-Information im Gehirn an.

Dieser Vorgang geschieht sehr langsam und vom Betroffenen unbemerkt, da das Auge über äußerst viele derartiger Zellen in der Netzhaut verfügt. Wenn nach und nach einzelne Zellen ihre "Tätigkeit" einstellen, wird dieser "Defekt" ausgeglichen, indem sich einerseits die Augen hin- und herbewegen und andererseits das Gehirn die "Fehlstelle" "überschreibt", so wie es auch den "blinden Fleck" überschreibt. (Der "blinde Fleck" ist die Stelle im Auge, wo der Sehnerv das Auge verlässt. Dort können sich nicht gleichzeitig auch Licht-Sinneszellen befinden. Man kann also an dieser Stelle kein Licht "empfangen", merkt davon aber nichts.)

Im Gesichtsfeld kann der Augenarzt erkennen, von welchen Netzhautzellen (eigentlich Gebieten der Netzhaut) Lichtreize im Gehirn ankommen. 
Im Vergleich der Gesichtsfelder, die in regelmäßigen zeitlichen Abständen entstanden sind, können Veränderungen festgestellt werden.

- Im Normalfall ist ein 1-Jahres-Abstand dafür ausreichend. Das gilt auch für ein (meist mit Augentropfen) gut eingestelltes Glaukom.

- Bei Unregelmäßigkeiten, die zur Vermutung von Gesichtsfeldausfällen führen, sind kürzere Abstände erforderlich, damit rechtzeitig reagiert werden kann.
Das trifft beim Glaukom zu, wenn die Krankheit gerade erst erkannt und mit der Behandlung begonnen wurde.
Das trifft aber auch zu, wenn - wie bei Dir - die Ursache innerhalb des Gehirns liegt. Hier hat der Augenarzt keinerlei Chance, den Tumorverlauf zu sehen und kann also auch nicht den zeitlichen Ablauf einschätzen. Er erwartet, dass durch den Tumor ein irreparabler (!) Schaden am Sehnerv entstehen wird, weiß aber nicht, wann das geschehen wird. Er hat als Ausgangs-Gesichtsfeld ein völlig normales gesundes Bild. Es kann sein, dass innerhalb der nächsten Monate der Tumor tatsächlich an Größe so weit zunimmt, dass er sich dem Sehnerv nähert und beginnt, ihn zu zerstören. Du bemerkst das nicht. Das MRT-Bild kann es vermuten. Dein Gesichtsfeld würde in dem Fall erste Ausfälle zeigen, die dem Augenarzt auffallen. Sie sind ein sehr wichtiges Zeichen dafür, die Tumorentfernung baldmöglich in Betracht zu ziehen. Es geht um Dein Augenlicht! Das sollte für Dich Grund genug sein, die Gesichtsfelduntersuchung, die weder weh tut noch Geld kostet, alle drei Monate durchzuführen.

KaSy
Wenn man schon im Müllkasten landet, sollte man schauen, ob er bunt angemalt ist.

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Offline Catangel

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Re:Kontrollinterv. MRT u Augenarzt bei Hypophysenadenom Vorst. Catangel
« Antwort #4 am: 11. Dezember 2014, 15:29:11 »
Hallo,
ich danke Euch für die Antworten. Ich werde sowieso einen Kontrolltermin in der Uniklinik bei den Neurochirurgen machen und dann das nochmal besprechen, ich bin davon ausgegangen, dass die Gesichtsfeldmessung 1-2x im Jahr gemacht wird, nicht häufiger. Ich finde diesen Test sehr anstrengend für die Augen und kann das somit nur morgens vor der Arbeit machen, halte das aber auch natürlich auch für wichtig. Meine grosse Angst ist, dass ich irgendwann nich mehr Auto fahren kann oder meinen Beruf nicht mehr ausüben kann, je nachdem was passiert. Ich habe vermutlich ein hormoninaktives Adenom, es ist aber nicht auszuschliessen, dass es doch ein Prolaktinom ist. Neurochirurgen in 2 unterschiedlichen Kliniken und die Endokrinologen sind sich nicht sicher. Die letzten Prolaktinmessungen waren moderat erhöht, lediglich ein Wert zwischen 40-60 (normal ist ja bis 23). Trotzdem hatte ich schon eine Galaktorrhoe. Seit 6 Wochen nehme ich 2x pro woche 1/2 Tabl. Dostinex 0,5mg. Die Galaktorrhoe ist  momentan weg. Anfangs war alles ok, seit 4 Wochen habe ich aber ständig Kopfschmerzen, mal mehr mal weniger schlimm. Da ich aber die Hoffnung habe, dass Dostinex den Tumor verkleinert, mache ich weiter. Eine OP ist derzeit nicht angezeigt lt. den Chirurgen.
Wir werden sehen, ich befasse mich sehr intensiv mit dem ganzen Thema, damit das ganze etwas einfacher für mich wird.
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Offline Mayfield

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Re:Kontrollinterv. MRT u Augenarzt bei Hypophysenadenom Vorst. Catangel
« Antwort #5 am: 06. Februar 2015, 20:37:47 »
Guten Tag,

nicht immer gleich operieren. Es gibt auch ein gamma-knife, welches mir sehr geholfen hat.

Viel Glück

 



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