HirnTumor-Forum

Autor Thema: Citalopram - Erfahrungen?  (Gelesen 53542 mal)

Offline Bea

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Citalopram - Erfahrungen?
« am: 08. November 2013, 13:38:25 »
Hallo zusammen,

nachdem ich hier die Suchfunktion bemüht habe, weiß ich, dass es einige gibt, die das Medikament Citalopram einnehmen oder wenigsten mal eingenommen haben.

Über ein paar Rückmeldungen bezüglich Grund und Wirkungen würde ich mich sehr freuen. Gerne auch per pn, wenn es lieber ist.

Herzliche Grüße und lieben Dank vorab,
Bea

Offline enie_ledam

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Re:Citalopram - Erfahrungen?
« Antwort #1 am: 08. November 2013, 13:51:53 »
Hi,

ich nehme momentan 10mg - das ist eig zu wenig. Ab und zu denke ich es hilft aber wenn es ein ganz scheiß tag ist denke ich nicht.  ???

Normalerweise muss man 20mg nehmen. Ich nehme es in der hoffnung das mein Antrieb etwas gesteigert wird und meine Stimmung stabiler wird. Da ich die letzten 3 Wochen jeden tag außer haus termine hatte kann ich nicht gut sagen ob das da schon klappt - ich denke aber schon!

ich vertrage keinen starken Kaffee mehr. Ich dachte ich bekomme einen Anfall weil es sich angefühlt hatte als ob mir einer an meinen Kopf einen Schlag gegeben hat. Ich trinke nur noch 1 milden Kaffee am Tag. Aber es kann auch vom Schilddrüsenhormon kommen. (Falls du das auch hast weißt du ja wovon es kommen kann) Und ich habe seit ca. 4 Wochen keinen Hunger mehr. Das ist klar von diesem Medikament. Ich esse nur wenn mein Magen krampft oder ich nach 15 Stunden nach dem letzten essen mal hunger bekomme. Auch nach Anstrengung bekomme ich keinen Hunger. Hatte gehofft das es nach 2 Wochen weggeht aber scheinbar macht mein Körper das nicht. Die anderen NW vom Keppra sind auch nicht weg geangen.
Ich denke es ist gut wenn du (nahen) Angehörigen sagst das du daas nimmst das die aufpassen falls du komisch wirst damit du das Medikament wieder ausschleichst!
'Ich habe jetzt nichts das mich so stark stört das ich sage oh nein ich muss aufhören aber habe auch mit meinem Mann Rücksprache gehaten.

lg enie
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Offline Bea

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Re:Citalopram - Erfahrungen?
« Antwort #2 am: 08. November 2013, 14:23:34 »
Vielen Dank für Deine prompte und offene Antwort.

Mein Arzt erklärte mir, dass die Nebenwirkungen nach ca. 14 Tagen abnehmen sollten. Eigentlich (Magen-Darm und Kopfschmerzen) schon früher.

Die Dauer sollte ca. 1/2 Jahr sein, da man in den ersten Wochen angeblich noch nicht gleich eine Wirkung erkennt und die täglichen Umstände ja auch immer unterschiedlich sind.

Da sich der Stoffwechsel ggf. verändert, könnte es kurzfristig zu Heißhunger kommen. Nun beschreibst Du, wenn ich es richtig verstanden habe, eher Appetitlosigkeit.

Ich bekam das Medikament bisher nur vorgeschlagen. Warum auch immer, ich bin diesbezüglich sehr skeptisch. habe aber keine objektiven Argumente für diese Skepsis.

LG,
Bea

meike

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Re:Citalopram - Erfahrungen?
« Antwort #3 am: 09. November 2013, 15:04:06 »
Hallo Bea,

ich habe vor vier Jahren Citalopram 20mg eingenommen.
Zu dem Zeitpunkt wusste ich von meinem cerebralen Untermieter
nocht nichts, rutschte allerdings wie aus heiterem Himmel  in eine
amtliche Depression. (Kam Freitagnachmittags vom Dienst und heulte
bis Dienstagmorgen ununterbrochen durch, ohne einen Grund angeben zu können.)

Meine Hausärztin verschrieb mir das Medikament, und ziemlich schnell ging es mir
wieder richtig gut. Drei Monate später war ich allerdings 15 Kilo schwerer. :(
Eine Weile dachte ich: "Okay, lieber fett und glücklich, als dünn und depressiv."
Aber dann wurd's mir zu bunt und ich setzte es langsam wieder ab.
Seit dem hatte ich nie wieder eine Depression.

Falls Du noch weitere Fragen hast, nur zu!  ;)
Liebe Grüße,
Meike

Offline enie_ledam

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Re:Citalopram - Erfahrungen?
« Antwort #4 am: 17. November 2013, 21:29:18 »
das Wird bei Depressionen und Angststörungen sehr gerne verschrieben, das war mal DAS Medikament in Deutschland (ja, man könnte denken es wären harmlose smartie's wenn man das so sieht)

Ich nehme die jetzt aktuell schon 5-6 Wochen aber immer noch kein hunger. Ich wundere mich an manchen Tagen wenn ich "viel" esse. Noch halte ich mein Gewicht. Ich habe die Idee, dass man Medikamente entweder verträgt oder nicht. Beim Keppra sind die NW auch nicht weggegangen. Ich vertrage es einfach nicht, genauso wie Aspirin bei mir keinerlei Wirkung zeigen. Ärzte sagen so viel aber im Nachhinein ist es dann doch nicht so (Hatte ich mit meiner Pille und dann abgesetzt und alles war wieder gut innerhalb von 2 Tagen war vorher 6 Monate nicht ok war). Zum Glück bekommt man die Erfahrungen erst wenn man chronisch krank ist mit der Zeit...

Ich weiß noch das ich immer tot traurig war und kleine Ereignisse gereicht haben um tief im Matsch zustecken - emotional. Das ist komplett weg. Meine Stimmung ist stabil - nicht gut aber stabil. Ich hatte sogar das Erlebnis das mich etwas gefreut hat im inneren nicht nur Oberflächlich, das habe ich seit 2 Jahren ??? nicht mehr so richtig gehabt.

Hast du gesagt das du traurig bist?
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Offline Bea

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Re:Citalopram - Erfahrungen?
« Antwort #5 am: 20. November 2013, 12:43:05 »
Hallo zusammen,

nein, enie, ich war nicht wirklich traurig. Eher leicht deprimiert ohne einen Grund zu erkennen.

Meine Situation sehe ich und ich weiß auch sehr genau was mir zu schaffen macht. Da ist einmal der realistische Blick um das, was geht und dann ist da die Tatsache, dass ich es beruflich nie wieder auf einen grünen Zweig bringe. Selbst wenn ich es wollte.

Das Medikament sehe ich nicht als ein Allheilmittel. Ich habe für mich die Hoffnung, dass es mir einfach zeigt wie es auch anders gehen kann und mir hilft über diesen Weg zu kommen. Vielleicht hilft auch der Glaube daran und ich schaffe es tatsächlich auch bald wieder ohne. Aber ein paar positive Dinge, die ich selbst in Angriff nehme und erledigen kann, die brauche ich. Und alleine schaffe ich es nicht. Das habe ich über ein Jahr versucht.

An Nebenwirkungen hatte ich ein paar Tage über wenige Stunden Magengrummeln und einen leichten Kopfdruck.

Nun war ich für mich persönlich immer eine Gegnerin dieser Medikamente da ich glaubte, es ist eine reine Einstellungssache. Nun nehme ich es mal in Anspruch.... Die Zeit wird zeigen ob der Versuch klug war.

Liebe Grüße und für Euch alle alles erdenklich Gute auf Euren Wegen,
Bea

Offline KaSy

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Re:Citalopram - Erfahrungen?
« Antwort #6 am: 20. November 2013, 16:13:42 »
Liebe Bea,

ich war nach meiner zweiten WHO III - OP + Bestrahlung ziemlich sicher, dass ich die AD-Medis, die der Neurologe mir damals (im J. 2000) als "so schön wirkend" verschrieb, (anstatt als Psychotherapeut, der er auch war, mit mir zu reden) nur für einige Wochen brauchte oder bestenfalls Monate. Die Nebenwirkungen haben mir nicht gepasst, also wurde mehrfach auf andere AD-Medis umgestellt. Irgendwie kam ich damit generell nicht klar, weil ich damit nicht klarkommen wollte.

Ich bin dann nach etwa drei Jahren zu einem gerade eröffneten Fitnessstudio gegangen und habe zeitgleich die Medis ausgeschlichen. Der Sport wirkte besser als die AD-Medis, was meine jugendlichen Kinder auch erfreut äußerten.

Später hat mich die 3. OP psychisch doch "erledigt". Ich bekam von meiner HÄ wieder AD-Medis, später setzte die neue Neurologin die Therapie fort. Ich war immer noch nicht willens, mich auf derartige Medis einzulassen und startete, als es mir recht gut ging, einen Absetzversuch. Mit Absicherung durch die Neurologin, den Psychotherapeuten und die Hausärztin.
 
Und ich fiel voll auf die "Schnauze". Erstmalig musste ich wegen der Psyche (!) krankgeschrieben werden. Und das dauerte verdammte 6 Wochen! Ich wollte niemanden sehen, mit niemandem reden, ich verstand mich selbst nicht, konnte es anderen nicht erklären.

Mein (gerade erst neuer) Chef z.B. glaubte, ich hätte Angst vor der Schule und den Kindern. Aber so war das nicht. Ich hatte Angst vor allem. Oder so. Ich kann das heute auch noch nicht erklären.

Irgendwann kapierte ich, dass die OPs etwas im/am Kopf gemacht haben, was die Psyche nicht mitmachen wollte. So kann es womöglich zu einem Ungleichgewicht der wirkenden Stoffe im Hirn gekommen sein.

Ich versuche es jetzt nicht mehr, die AD abzusetzen. Aber ich habe versucht, sie in der Dosis zu verringern, als es mir richtig gut ging. Danach ging es mir gar nicht mehr gut. Also bin ich rasch zurück auf die bisherige Dosis gegangen.


Das muss bei Dir nicht so sein.

Es könnte auch so sein, wie Du zunächst hoffst.

Als Lehrerin habe ich einen 11-jährigen Schüler mit ADHS erleben können, dem das Ritalin so sehr geholfen hat, seine zuvor nicht gekannten Möglichkeiten zu erkennen. Sein Verhalten und die Leistungen wurden ziemlich schnell besser. So wusste er, was er eigentlich konnte.
Leider setzten Eltern, Ärztin und er das Ritalin wegen der Nebenwirkungen während der gesamten Sommerferien ab und er erreichte danach diese Wirksamkeit leider nicht mehr. Über viele Jahre. Nach seinem Schulabschluss fand er die für ihn passende richtige Ausbildungsstelle. Ihm hatte also dieser kurze, erfolgreiche Versuch geholfen, sich nicht aufzugeben.

Es gibt ergebnisreiche Forschungen, um bei Medikamenten aller Art bei Erhaltung oder Verbesserung der Wirksamkeit die Nebenwirkungen zu verringern.
Das haben wir auf dem Würzburger HT-Tag speziell für Anti-Epi-Medikamente erfahren.
Es lohnt, immer mal wieder nachzufragen, ob neue Medis auf den Markt gekommen sind, die für Dich besser geeignet sind (wenn man sie länger oder immer nehmen muss.)  

Ich wünsche Dir alles Gute mit oder auch ohne Medikamente.

Deine KaSy


Nachtrag:
"Traurig" (enie_ledam) und "depressiv" (Bea) sind für einen persönlich nicht so leicht zu unterscheiden, es kann also durchaus sein, dass Ihr Beide das Gleiche meint.
« Letzte Änderung: 20. November 2013, 16:16:06 von KaSy »
Wenn man schon im Müllkasten landet, sollte man schauen, ob er bunt angemalt ist.

Der Hirntumor hat einen geänderten und deswegen nicht weniger wertvollen Menschen aus uns gemacht!

Offline Iwana

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Re:Citalopram - Erfahrungen?
« Antwort #7 am: 20. November 2013, 17:47:17 »
Hallo zusammen
Ich habe ja einmal auf einer Depressionsabteilung gearbeitet, nicht mal für Fachleute ist es einfach herauszufinden ob jemand eine Depression hat. Aber im Endeffekt spielt das auch keine Rolle solange man irgendetwas findet was hilft damit es diesem Individuum (jeder ist anders!) besser geht. Der eine braucht Ruhe und Schlaf, der andere Geselligkeit der Gruppe, dem dritten helfen die Medikamente, oder Sport, oder Meditation, komplementäre Anwendungen... gutes Essen...Freunde... die Liste ist endlos, das Schwierigste ist, in der endlosen Liste das für sich Richtige herauszufinden und dann auch umsetzen zu können.

Aber es stimmt schon wie Kasy sagt wenn man Depressionen hat, helfen manchmal nur noch Medikamente da das Gleichgewicht bei den Botenstoffen im Hirn einfach durch irgendetwas gestört wurde.
Ich habe es oft erlebt und darauf gehofft und mich gefreut auf die ersten Anzeichen vom "Auftauchen" aus der Depression und dann das komplette verändern der Menschen die nicht mehr depressiv sind, ihre Ausstrahlung, wie sie ihr Leben wieder angehen können, zuerst in kleinen Schritten, dann mit mehr Elan.
Es war eine schöne Arbeit, sie dabei zu begleiten.

Manchmal aber helfen die Medikamente nicht, oder das erste Präparat nicht, oder schlussendlich gar keines, dann beginnt ein steiniger Weg der ganz viel Kraft braucht... und die richtige professionelle Begleitung natürlich neben dem persönlichen Umfeld dass niemand ersetzen kann.
Gruss Iwana

Offline enie_ledam

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Re:Citalopram - Erfahrungen?
« Antwort #8 am: 22. November 2013, 14:50:20 »
das hast du super geschrieben Iwana!
diese endlose Liste ist so blöd.

Ich lasse mich z.B. sehr von anderen Beeinflußen, z.B. sagen alle Sport hilft gegen Depression, bei mir hilft es 0, ich bin jetzt sogar so weit, das ich Fitness aus meinen Interessen streiche. Ich kann mich einfach nicht aufraffen. Ich spiele wieder Volleyball das habe ich früher meine ganze jugend über gespielt, oder sollte ich besser Schulzeit sagen  ;D und ich lerne Geige damit ich nicht nur Keyboard spielen kann. Zusätzlcih gehe ich 1x Woche schwimmen und das reicht an feste Aktivitäten. snowboarden oder ab und zu klettern geht natürlich auch :)

unter traurig versteh ich ein immer gleichbleibende  :( stimmung. durch die Tabletten behalte ich das Level und rutsche nicht ab und zu noch weiter runter, sodass ich nur auf der couch liege.

Ich dneke auch mann muss die tabletten akzeptieren. ich habe das nie bei Keppra und hab die auch nicht gut eingenommen. meine schilddrüsentabletten muss ich für immer nehmen - da sehe ich auch den sinn obwohl ich noch gar nichts von der unterfunktion zu spüren bekam aber die schlucke ich ohne murren.
ich hoffe du findest auch ganz schnell dinge die dir helfen! viell auch vorsichtshalber ein psychologen suchen, du hast ja 5 probestunden, falls es sich bis dahin gebessert hat musst du nicht hin und falls nicht kann der dir helfen!

ich finde man kann sich da auch schlecht dran erinnern wie es mit depression ist, nur in dem moment kann ich das gut verstehen an einem tag wo es mir besser geht vverstehe ich gar nicht meine gedanken zu einem thema

lg enie
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Offline frauypsilon

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Re:Citalopram - Erfahrungen?
« Antwort #9 am: 22. November 2013, 18:31:47 »
Liebe Enie,

ich glaube, das geht uns allen so. Niemand nimmt die Medis gerne, aber manche Dinge müssen einfach sein. Ich versuche ja auch gerade, gemeinsam mit der Ärztin mit einem AD meine Schmerzen in den Griff zu kriegen. Ich wollte nie was täglich nehmen, was lt. Beipackzettel so viele Nebenwirkungen hat. Es ist einen Versuch wert, wenn es dabei hilft, die Lebensqualität zu verbessern.

Ich habe auch schon Medis abgelehnt, wo ich dachte, da ist der Arzt zu schnell mit bei der Hand, ist ja einfacher, als sich die Mühe zu machen, mit dem Patienten genauer zu sprechen, aber manches ist einfach für eine Zeit wichtig und hilft uns.

Mir hilft Sport auch nicht gut bei meinen Schmerzen und manche laufen sich den Schmerz einfach so weg. Was dem einen gut tut, tut nicht unbedingt dem anderen gut. Ich habe gelernt und lerne noch, achtsam mit mir und meinem Körper umzugehen und einfach auf ihn zu hören - so blöd sich das anhört, aber es hilft mir. Mein Körper setzt Grenzen, die ich akzeptieren muss, z.b. jetzt nach der OP, wo ich gern schon viel fiter wäre, andererseits kann ich aber an bestimmten Stellen meine Grenzen erweitern, indem ich bestimmte Sachen wie die Konzentration etc. trainiere.

Ich glaube, jeder kann seinen Weg finden und auch du wirst deinen finden, du bist ja schon ein ganzes Stück weiter auf diesem unterwegs, wenn ich so deine Beiträge lese. 

lg
frauypsilon
"Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende..." (Oscar Wilde)

Offline KaSy

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Re:Citalopram - Erfahrungen?
« Antwort #10 am: 22. November 2013, 23:21:11 »
Hallo, Ihr,
bei mir verbessert der Sport die Stimmung auch nur kurzzeitig, 10 min nach Beginn bis kurz vor dem Ende. Früher hat er besser gewirkt. Aber er gehört zu meinem Lebensplan, weil er mich wenigstens körperlich fit hält, den Gleichgewichtssinn schult, mir ein besseres Körpergefühl gibt, Ausdauer und Kraft erhält oder ein wenig verbessert und gemeinsam mit gesunder Ernährung dazu beiträgt, dem Masseerhaltungssatz ;) (Was mein Körper an Masse erst mal hat, das gibt er nicht wieder her. ;)) ein Schnippchen zu schlagen.

Was bei mir die Stimmung verbessert, ist, anderen etwas Gutes zu tun und meine Kinder und Enkel zu besuchen. (Meine Enkelin Klara, die vor 7 Wochen 2 Jahre wurde, telefonierte heute schon richtig mit mir, unfassbar.)
Ich lebe enorm auf, wenn ich den Seniorinnen vorlese.
Und in Würzburg tat es mir gut, anderen Betroffenen oder Angehörigen Rat geben zu können.
Nun strebe ich an, ähnlich in einer Selbsthilfegruppe (die hoffentlich zu Stande kommt) zu wirken, ohne dass ich mich dadurch zu sehr runterziehen lasse. Aber für den Fall habe ich die Angebote zweier Psychotherapeuten.
Ich glaube auch, soweit zu sein, ein wenig Mathe-Nachhilfe im "Studienkreis" geben zu können.
Und Vorlesen in "meiner" Grundschule schwebt mir auch vor ... 

Was Du, liebe enie_ledam, bereits alles wieder bzw. neu machst, da kann ich nur den Hut ziehen. Naja, ich war auch mal jünger und habe nach den HT-OP alles wieder gemacht und noch mehr und war glücklicher als zuvor.

Liebe Frauypsilon, ich bin jetzt gut zwei Jahre nach der letzten OP und Bestrahlung und bemerke langsam eine Wiederherstellung. Sei noch nicht ungeduldig. Es dauert. Aber es wird!

Und es ist tatsächlich so, dass uns manchmal Medis ein wenig oder auch viel dabei helfen, unser Leben wieder leben zu können; zu merken, was tatsächlich noch in uns steckt, auch wenn es sich noch irgendwo versteckt hat.

Geduld und Mut - das brauchen wir - und ein Stück Hilfe für eine gewisse Zeit.


(Diese Worte vom "Kämpfen bis zum Ende", die in den Medien immer so heroisch klingen, ... na ja, sollen uns andere so sehen.)
Wir wollen doch einfach nur wieder leben und arbeiten können, auch mit irgendwelchen OP-Folgen.)


Ups - Bea, Deine "simple" Frage nach Citalopram wächst sich zu einem Antidepressions- und  Nach-HT-OP-Leben - Thread aus. Aber warum nicht ...

KaSy
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Offline enie_ledam

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Re:Citalopram - Erfahrungen?
« Antwort #11 am: 24. November 2013, 17:48:11 »
Es gibt auch Lebensmittel die Antideressiv wirken.
z.B.: Mandeln und andere Nüsse und Schokolade bzw Kakao das kann man auch Probieren aber man soll kein Johanneskraut einnehmen wenn man AD nimmt bzw. auch bei z.B. Keppra!
Man kann nicht alles mit seinen Willen erreichen, aber man sollte wollen was man erreichen kann.

 



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