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Autor Thema: "Tumor" im Spinalkanal Vorstellung Naddl_2111 (Betroffene)  (Gelesen 9285 mal)

Naddl_2111

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"Tumor" im Spinalkanal Vorstellung Naddl_2111 (Betroffene)
« am: 14. Oktober 2011, 22:56:19 »
Hallo,

ich 22, habe im Juni die Diagnose bekommen, dass ich im Spinalkanal der BWS einen Tumor haben soll. Dies wurde durch einen Neurochirurgen bestätigt. Er hatte mich an dem Tag 2 Stunden lang im MRT durchgecheckt. Für mich war die Diagnose schrecklich, denn vor 2 Jahren ist auch meine Oma an Krebs gestorben. Die Untersuchung wurde auch mit Kontrastmittel durchgeführt. Dabei kam heraus, dass mein "Tumor" verkapselt sei und ich sollte die Untersuchung drei Monate später nochmal machen lassen, damit man besser sagen kann, wie man weiter vorgeht.

So jetzt war ich diese Woche Montag wieder im MRT mit der Diagnose, dass sich nichts verändert hätte...  ??? Habe den Termin bei meinem Neurochirurgen erst nächste Woche. Aber ich muss ja arbeiten gehen und hier nun mein Anliegen:

Ich arbeite in einem Supermarkt an der Kasse. Immer wenn ich ein paar Stunden gearbeitet habe, bekomme ich einen Druck in der Wirbelsäule und ein Taubheitsgefühl im BH-Verschluss-Bereich  :) und manchmal passiert es mir, dass mein rechter Arm kribbelt und ich dann das Kleingeld fallen lasse.  Anfangs ging es immer noch und es kam nicht so oft vor, aber mittlerweile habe ich täglich dieses Gefühl und auch Schmerzen, u.a auch in den Beinen und der Hüfte.

Meine Frage ist jetzt, habt ihr ein paar Tipps für mich, wie ich damit besser Arbeiten kann. Z. B. Entlastungsübungen oder so was. Ich weiß mich mehr was ich machen soll. Habe nächste Woche eine 8 Stunden Schicht an der Kasse und wenn ich daran denke könnte ich heulen...

Ich bin dankbar für jede Antwort.

Liebe Grüße Naddl
« Letzte Änderung: 15. Oktober 2011, 08:46:17 von fips2 »

Offline fips2

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Re:"Tumor" im Spinalkanal Vorstellung Naddl_2111 (Betroffene)
« Antwort #1 am: 15. Oktober 2011, 09:00:18 »
Hallo Naddl
Willkommen im Forum.

Für deinen Tumor hast du ja wirklich den kontroproduktivesten Job, den man sich vorstellen kann.
Meine Frau War auch bei einem großen Discounter beschäftigt und da kann man durchaus nachvollziehen, was eine Kassiererin so über den Tag rum hebt. Das sehen die Meisten gar nicht, bzw. können sich das gar nicht vorstellen. Aber 20 Tonnen Ware, da zähl ich mal die Getränkekisten nicht mit, die hinten im Lager rein kommen müssen vorn an der Kasse wieder raus. Alles muss über die Kasse. Und wer hebts zwangsläufig rum?
Die meisten Kunden denken: Was hat die nen schönen Job. Sitzt den ganzen Tag an der Kasse und braucht nicht rum zu rennen.
Von wegen.

Ich würde mich an deiner Stelle sofort krank schreiben lassen. Ein vernünftiger Hausarzt macht das auch bei der Diagnose.

Ratschläge kann man da wenig geben wie du deine Arbeit an der Kasse umgestalten kannst, damit es Rückenschonender geht. Du kannst eigentlich nur auf einen verständnisvollen Chef rechnen, der dir Arbeiten gibt, welche nicht so auf die Wirbelsäule gehen. Aber solche Arbeiten sind im Supermarkt nun mal rar gesäät.

Ich würde möglichst schnell versuchen den verkapselten Tumor los zu werden, da du ja massive Probleme hast. Besser wird es wohl nicht werden.
Positiv ist aber, dass er verkapselt ist und nicht wächst.
Ein guter Wirbelsäulen-Neurochirurg, wird den Tumor sicher entfernen können und dir dann Entlastung bescheren.
Gerade was solche OPs angeht, wird das BW- Krankenhaus in Koblenz und die Uni Mainz, sowie Würzburg schon öfters genannt. Vielleicht solltest du da mal "anklopfen" und fragen was sie für Möglichkeiten sehen.

Gruß und gute Befunde
Fips2 
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Offline probastel

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Re:"Tumor" im Spinalkanal Vorstellung Naddl_2111 (Betroffene)
« Antwort #2 am: 15. Oktober 2011, 12:23:42 »
Hallo Nadl!

Es ist schön, dass Du uns gefunden hast, doch es ist traurig, dass Du uns überhaupt suchen musstest.

Es tut mir leid zu lesen, dass Deine Großmutter vor zwei Jahren ihrem Krebsleiden erlegen ist. Doch auch wenn Du einen Tumor im Spinalkanal hast bedeutet es noch lange nicht, dass Du auch Krebs hast.

Du hast mehrere Anzeichen genannt, die Dich beruhigen können:
1. Die Ärzte lassen sich nach der ersten Diagnose 3 Monate Zeit für eine weitere Untersuchung. Dies deutet darauf hin, dass sie diesen Tumor für relativ "harmlos" halten.
2. Der Tumor ist gekapselt. Das heißt er dringt nicht in das umliegende Gewebe ein, sondern verdrängt es nur.
3. Ist der Tumor offenbar in den letzten 3 Monaten nicht gewachsen, was auch sehr positiv ist.

Du solltest totzdem Deinen Ärzte über Deinen aktuellen Zustand und die Beeinträchtigungen bei Deiner Arbeit umfassend informieren. Die Nerven in der Wirbelsäule sind recht empfindlich was Quetschungen betrifft, so daß man im Zweifel nicht warten sollte bis Dein rechter Arm dauerhaft beeinträchtigt ist. Je eher der Tumor verschwindet, desto geringer sind die Schädigungen des Rückenmarks.

Solltest Du noch Fragen haben oder einfach Dir nur etwas von der Seele reden wollen, wir sind immer für Dich da.

Beste Grüße

Probastel
Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren!

Antoine de Saint-Exupéry

Offline KaSy

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Re:"Tumor" im Spinalkanal Vorstellung Naddl_2111 (Betroffene)
« Antwort #3 am: 15. Oktober 2011, 23:56:28 »
Liebe Nadl,
ich würde mich fips2 anschließen, der Dir gesagt hat, dass Du Dich krankschreiben lassen solltest.

Wenn Du bereits in der kommenden Woche das Gespräch mit dem Neurochirurgen hast, solltest Du ihm Deine Beschwerden deutlich schildern - Seit wann hast Du diese Beschwerden? Nach welcher Zeit kommen diese Symptome und wie lange halten sie an? Kommen sie nur unter Arbeitsbedingungen oder auch zu anderen Zeiten? Bei welchen Situationen oder Belastungen?

Es wäre wirklich ernsthaft eine OP in Betracht zu ziehen, ehe die Nervenschädigungen dauerhaft werden. Es ist dann nämlich zu erwarten, dass es trotz erfolgreicher OP länger dauert, ehe sich Dein Arm (also die Nerven darin) an ihre Aufgabe erinnern.

Es ist nicht ganz vergleichbar, aber meine Schwägerin hat sehr lange mit solchen manchmal auftretenden Taubheitsgefühlen in der rechten Hand gewartet, bis die Hand ganz taub wurde bzw. nervtötend (im wahrsten Sinne dieses Wortes) kribbelte. Es war "lediglich" ein Karpaltunnelsyndrom. Aber sie hat jetzt mehrere Wochen nach der erfolgreichen OP noch immer nicht das volle Gefühl in der Hand.

Wenn Du allerdings weiter arbeiten möchtest oder auch zu Hause diese Beschwerden auftreten, wenn es bis zur OP noch dauert, dann nutze Deine eigenen Einschätzungen. Wenn Du weißt, dass Du z.B. 2,5 Stunden problemlos arbeiten kannst, mach nach 2 Stunden 10min Pause. Steh auf, bewege Dich, tu der Wirbelsäule etwas Gutes (bücken, hinhocken, nach rechts/links beugen. Katzenbuckel - Pferderücken, ...) damit Deine Nerven die Chance erhalten, ihre Arbeit auch weiter gut zu erledigen. Lass Dir solche Übungen vom Hausarzt zeigen, denn diese sorgen dafür, dass die Bandscheiben sich besser mit Flüssigkeit füllen. Ausreichend regelmäßig trinken hilft auch dem Rücken. Schwimmen sollte auch gut sein, aber eher Rückenschwimmen. Vielleicht gibt es bei Euch über die Krankenkasse (oder ohne) Wassergymnastik.

Nimm die Sache ernst, es sind bei Dir keine normalen Rückenschmerzen. diese genannten Möglichkeiten sind als Übergangshilfen gedacht. Der Tumor sollte raus, und wie Probastel schrieb, bietet er sich gut dafür an - sagen wir hier als Laien. Vertrau Deinem Neurochirurgen!

Liebe Grüße
KaSy

Wenn man schon im Müllkasten landet, sollte man schauen, ob er bunt angemalt ist.

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