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Autor Thema: Nervenentzündung in einer Gesichtshälfte (postherpetische Neuralgie)  (Gelesen 19872 mal)

Offline Löwenzahn

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hallo ihr Lieben,
ich bräuchte mal wieder euren Rat.
Im Oktober letzten Jahres hatte ich eine Gürtelrose. Ich meine , dass ich seit dort sehr mit dem herpes Virus belastet bin und immer mal wieder mit einer Gesichtsneuralgie kämpfen musste. Jetzt schon zum dritten mal. Doch dieses Mal habe ich schwere Schmerattacken im rechten Ober- und Unterkieferbereich habe, die auch ins Kiefergelenk sehr ausstrahlen.
Ganz schlimm ist es nachts, weil ich mehrfach daran aufwache und warten muss bis es wieder besser wird bevor ich weiterschlafen kann.
Wenn ich rechts etwas kauen muss, kann es auch losgehen.
Jetzt bin ich diese Woche mal krank geschrieben und soll Schmerzmittel nehmen, die bis jetzt noch nicht angeschlagen haben. Das geht mir ziemlich auf die Psyche, weil die Schmerzen unerträglich sind.
Am Freitag soll ich mich beim Neurologen vorstellen. Kennt hier im Forum jemand diese Symtomatik?
LG Löwenzahn
« Letzte Änderung: 16. Februar 2011, 10:38:53 von KarlNapf »

fips2

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Re:Nervenentzündung in einer Gesichtshälfte
« Antwort #1 am: 15. Februar 2011, 15:19:24 »
Hallo Löwenzahn.
Aus deinem Profil ist leider nicht ersichtbar von wo du bist.
ich würde dir Raten einen Neurologen oder Schmerzambulanz aufzusuchen welche sich mit trigemino-autonomen Schmerzen (also vom Trigeminus ausgehend oder zusammenhängend) auskennt. Das können nicht viele Neurologen, da es ein sehr spezielles Gebiet ist und komplexe Zusammenhänge mit evtl andren Erkrankungen, also ein sekundärer (von einer andren Erkrankung ausgehender) Trigeminusschmerz vorliegen kann.
Beschreibe dem Arzt möglichst genau wie der Schmerz sich äußert und führe genau Buch wann und wie lang er auftritt.

Wenn du mir dein Einzugsgebiet nennst nenn ich dir einen Arzt oder Klinik wo du dich, in deiner Nähe hinwenden kannst.
Das Problem ist, dass bei Nervenschmerzen keine herkömmlichen Schmerzmittel wie Novalgin Diclofenac  oder Aspirin helfen, weil die Ursache anders gelagert ist. Sogar Opiate sind da nur sehr bedingt wirksam. Du machst ja grade die Erfahrung dass dies bei dir anscheinend der Fall ist. Das muss man anders anpacken und dazu brauchst du einen Spezialisten dafür.

Lass dich um Himmels willen jetzt auch nicht vorschnell auf das Ziehen von Zähnen oder Durchtrennen des Trigeminus ein, bevor du nicht mit einem solchen Arzt gesprochen hast. Die Erfahrung zeigt öfters, dass diese Rettungsversuche kläglich scheitern und der Schmerz weiter bestehen bleibt.
Endergebnis Zahn  unnötig verloren oder Trigemminus durchtrennt, mit allen Folgen, ohne einen Erfolg zu haben

Gruß Fips2

Offline KarlNapf

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Re:Nervenentzündung in einer Gesichtshälfte
« Antwort #2 am: 16. Februar 2011, 09:20:16 »
Postzosterische Neuralgie (oder postherpetische Neuralgie) ist eine schlimme Sache. Die Schmerzmittel (z. B. Lyrica®) haben heftige Nebenwirkungen. Sie setzen im Gehirn an und blockieren die Rezeptoren. Aber verändern tun sie da ja nichts. Die Wirkung nimmt allmählich ab, die Dosierung muß gesteigert werden... Eventuell hilft Akupunktur.

Es gibt spezielle Schmerzambulanzen, wie Fips ja schon schrieb.
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Offline Löwenzahn

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Re:Nervenentzündung in einer Gesichtshälfte
« Antwort #3 am: 16. Februar 2011, 10:26:51 »
Hallo Fips 2 und KarlNapf,
heute morgen konnte ich meinen Termin beim Neurologen vorziehen, weil ich es vor allem nachts nicht mehr aushalten kann. Ich bin völlig am Ende, habe kaum geschlafen. Etwas Warmes essen oder trinken kann ich gar nicht mehr.
Jetzt habe ich das Medikament Gabapentin-Teva 300mg verschrieben bekommen. Habe mit erschrecken gelesen, dass es auch bei Epilepsie verschrieben wird. Heute abend soll ich anfangen und die Dosis innerhalb 3 Tage auf 3 Tabletten pro Tag steigern.
Einerseits würde ich im Moment alles nehmen, nur dass ich diese Attacken los werde und nachts mal wieder schlafen kann, andererseits habe ich Angst vor den Nebenwirkungen. Vielleicht sitze ich einfach mal kurz hin und heule mich aus.
Löwenzahn

Offline KarlNapf

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Re:Nervenentzündung in einer Gesichtshälfte
« Antwort #4 am: 16. Februar 2011, 10:36:10 »
Hier

http://www.medknowledge.de/neu/2004/IV-2004-36-lyrica.htm

kannst Du lesen, dass das von mir erwähnte Lyrica® für Epilepsie und periphere Neuropathien eingesetzt wird

Zitat
Pregabalin (Lyrica®) ist chemisch mit dem Antiepileptikum Gabapentin (Neurontin®) verwandt.

Wenn's hilft ist es recht, aber ob es auf die Dauer eine Lösung bringt, das mußt Du erst ausprobieren.
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Offline Löwenzahn

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Re:Nervenentzündung in einer Gesichtshälfte (postherpetische Neuralgie)
« Antwort #5 am: 17. Februar 2011, 19:14:57 »
Hallo ihr Lieben,
da bin ich wieder mal, nach einem total ereignsreichen Tag.
Nachdem ich von meinem Neurologen wegen meiner Nervenentzündung unter Medikamente gesetzt wurde, konnte ich gar nicht mehr richtig orten, ob es mir besser oder schlechter ging. Fakt war, dass die heftigen Schmerzattacken nicht mehr kamen. Übrig blieb ein Dauerschmerz, der zu ertragen war. Dafür war ich hundsmüde, total neben mir und im Gesicht war ich aufgequollen und rotfleckig.
Trotzdem habe ich bis heute morgen um halb6 durchgeschlafen und bin dann nach nachlassen der Medis wieder an heftigen Schmerzen aufgewacht. Geträumt habe ich, dass ich mir alle Zähne rechts selbst herausgerissen habe und dann wäre es mir besser gegangen.
Nachdem ich wieder nichts frühstücken konnte, (habe jetzt schon 3 Kg abgenommen) dachte ich inspiriert durch meinen Traum, ich gehe jetzt einfach mal zu meiner Zahnärztin.
Sie fand einen toten Backenzahn mit 3 verfaulten Nerven untendran. Sie sagte dass die dann Gase bilden, die meine Schmerzen verursachen könnten. Nach der Prozedur der Nerven ziehen und den Zahn versorgen ging es mir 5 Std. später schon viel besser. Allerdings habe ich jetzt heute abend hohes Fieber bekommen. Mal gucken ob es morgen wieder weg ist, sonst stehe ich bei allen wieder auf der Matte. Heute nacht schlafe ich ohne Schmerzmittel und Lyricas. Juhuu.
LG eine überglückliche Löwenzahn

fips2

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Re:Nervenentzündung in einer Gesichtshälfte (postherpetische Neuralgie)
« Antwort #6 am: 17. Februar 2011, 19:48:52 »
Na dann wollen wir mal hoffen, dass der Zahn wirklich des Übels Wurzel war, im wahrsten Sinne des Wortes.

Nichts ist unmöglich. Deshalb vorerst mal eine vorsichtige Entschuldigung von mir, wenn ich dich vielleicht unbegründet vorm Zahnarzt gewarnt habe.
War halt ein unglückliches Zusammentreffen mehrerer Umstände, welche Auslöser deiner Schmerzen sein konnten.
Wie gesagt. Ich habe schon des Öfteren erlebt, dass Zähne unbegründet gezogen wurden bei Gesichtsschmerzen.
Aber bei dir war das dann wohl offensichtlich, dass er raus musste und du hast Glücklicherweise gleich einen Treffer gehabt.
Wirst wohl Antibiotika nehmen müssen, wenn er nicht schon in den Nervenkanal AB eingefüllt hat.
Hat sie den Zahn offen gelassen oder eine Notfüllung rein gemacht?

Bei mir war das auch mal. Da wurde dann der Zahn ein paar Tage offen gelassen und ich sollte mit saugenden  Mundbewegungen den Dreck und Eiter aus dem Zahn heraus lutschen. Danach wurde dann erst eine Plombe rein gesetzt. Mein Zahnarzt erklärte mir es so, dass ein Verschließen, aus seiner Sicht ungünstig wäre, weil sich dann wieder ein Überdruck bilden könnte, der aber beim offenen Zahn entweichen könne, bis der Nerv abgeheilt ist.

Gute Besserung weiterhin.

Gruß Fips2

Offline Löwenzahn

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Re:Nervenentzündung in einer Gesichtshälfte (postherpetische Neuralgie)
« Antwort #7 am: 18. Februar 2011, 02:44:39 »
Hallo fips2,
danke für deine guten Wünsche.
Zu deiner vorsichtigen Entschuldigung, kein Problem. Ich glaube ich habe dich schon richtig verstanden. Ich bin auch nicht für vorschnelles Handeln. Bin auch eher zum Zahnarzt, um die Möglichkeit von Zahnproblemen auszuschließen. Dass sie so schnell fündig wird, habe ich selbst nicht vorher geglaubt.
Also bei mir wurde der Zahn ja drinnen gelassen und von oben in die drei Nervenkanäle durch die Krone hinunter gebort. Nachdem die kaputten Nerven mit irgendwelchen Nadeln entfernt waren, hat sie anibiotisches entzündungshemmendes Medikament mit einer Spritze in die Nervenkanäle gefüllt, und dann provisorisch geschlossen. Ich muss jetzt am Montag nochmal kommen zum nachschauen. Da macht sie es nochmal auf und dann wieder zu. Erst in 14 Tagen, wenn Ruhe wäre, macht sie es endgültig wieder zu.
Heute nacht konnte ich super schlafen und habe kein Fieber mehr. Gegen Morgen nahm ich eine 400 Ibuprofen gegen die örtlichen Schmerzen von der Behandlung (was sie mir auch vorher empfohlen hatte) und habe mal herzhaft gefrühstückt.
So gegnug zu diesem grausligen Thema.
LG Löwenzahn

 



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