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Autor Thema: Anaplastisches Astrozytom (Grad 3), zu 90% entfernt  (Gelesen 12266 mal)

Offline Steppenwolf

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Re:Anaplastisches Astrozytom (Grad 3), zu 90% entfernt
« Antwort #15 am: 01. Mai 2013, 06:55:16 »
@ KaSy:  auch dir vielen Dank. :) 

By the way: ich war in den vergangengen zwei Jahren häufiger hier als du wahrscheinlich denkst. Von"vergessen" kann wirklich keine Rede sein.

Hier noch ein hübsches Gedicht von Hermann Hesse, soweit ich weiß ist er kurze Zeit später leider gestorben. Ich wünsche euch einen sorgenfreien und sonnigen 1. Mai! Toi toi toi!  :)

Knarren eines geknickten Astes

Splittrig geknickter Ast,
Hangend schon Jahr um Jahr,
Trocken knarrt er im Wind sein Lied,
Ohne Laub ohne Rinde,

Kahl, fahl, zu langen Lebens,
Zu langen Sterbens müd.
Hart klingt und zäh sein Gesang,
Klingt trotzig, klingt heimlich bang
Noch einen Sommer,
Noch einen Winter lang.

Offline Steppenwolf

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Re:Anaplastisches Astrozytom (Grad 3), zu 90% entfernt
« Antwort #16 am: 08. Mai 2013, 08:51:36 »
Kurzes Update:

Gestern MRT-Untersuchung. Nach der kleinen Therapieanpassung war das Ergebnis wieder gut. Im Vergleich zum Vorjahr sind die konstrastmittelaufnehmenden Tumorherde zwar doppelt so groß, aber im Vergleich zu den letzten, turbulenten Wochen und Monaten ist erstmal wieder ein Stillstand zu verzeichnen.

Viel Glück an alle! :)

Offline Steppenwolf

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Antw:Anaplastisches Astrozytom (Grad 3), zu 90% entfernt
« Antwort #17 am: 19. April 2018, 16:09:37 »
Oha, die erste Nachricht nach gut 5 Jahren. Bei mir ist alles top! Dr. Dresemann 4 president. Mittlerweile ist auch eine 15 Monate alte Tochter da. Kann gerne so weiter laufen.

Noch einen Hinweis an die ganz Verzweifelten möchte ich mir noch erlauben, wenn ich darf. Im Netz findet man zu 99% Berichte von Menschen, denen es gerade ganz schlecht geht. Die Leute, denen es gut geht leben ihr Leben und von denen liest man dann nichts. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Alles Gute und bleibt gesund chronisch krank und munter!
« Letzte Änderung: 19. April 2018, 16:12:13 von Steppenwolf »

Offline KaSy

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Antw:Anaplastisches Astrozytom (Grad 3), zu 90% entfernt
« Antwort #18 am: 19. April 2018, 18:19:58 »
Wow, Steppenwolf,
Glückwunsch zur kleinen Steppenwölfin, die sicher all Eure Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Ich glaube, dass Kinder und Enkelkinder das beste Hobby sind, um die Tumorangstgedanken in fröhlichen Optimismus umzuwandeln und nur dann an Kontrollen und Therapien zu denken, wenn es wirklich sein muss.

Ich hatte bereits drei Kinder, als die Tumordiagnose kam und sich leider zu oft wiederholte. Aber die Kinder sind damit groß geworden. Sie haben gelernt, dass man Probleme angehen sollte, um sie aus der Welt zu schaffen. Und mittlerweile ist unsere Familie um drei Partner und fünf wunderbare Enkelkinder größer geworden, die derart viel Freude bereiten, es ist einfach sehr schön!

Ich wünsche Dir ganz besonders, dass Du die Kleine voll und ganz genießen kannst - in all Deinen und ihren Lebenslagen. (Wenn kleine Kinder sich stoßen, ist ihr Kummer so viel größer als unsere Tumorsorgen.)

Alles Beste!
KaSy
Wenn man schon im Müllkasten landet, sollte man schauen, ob er bunt angemalt ist.

Der Hirntumor hat einen geänderten und deswegen nicht weniger wertvollen Menschen aus uns gemacht!

Offline Steppenwolf

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Antw:Anaplastisches Astrozytom (Grad 3), zu 90% entfernt
« Antwort #19 am: 25. April 2018, 12:34:04 »
Vielen Dank! Dir bzw. Euch auch alles Gute! Sind denn alle "Kinder" und Enkel gut zu erreichen oder leben die weit weg?

Meine Tochter ist ein Traum, total lieb. Macht aber trotzdem eine ganze Menge Arbeit, meine Frau hat eine Vollzeitstelle und ich arbeite halbtags, so dass ich eher in Richtung Hausmann gehe. Die letzten Jahre habe ich auch Teilzeit gearbeitet und mir eine Menge Hobbies angehäuft, beispielsweise E-Bass spielen. (https://de.wikipedia.org/wiki/Rocksmith) Insofern war es schon eine gehörige Umstellung, aber gewollt.

Ich stimme dir zu, dass man als Betroffener und Angehöriger durch so eine Krankheit eine ganze Menge lernen kann und die Prioritäten klarer werden. Wieviel Energie manche Menschen darauf verwenden, mit anderen mitzuhalten ist unglaublich. Sei es der SUV, der zweite oder dritte Urlaub im Jahr, das neueste smartphone oder die teure (aber asozial hergestellte) Kleidung. Sobald man nicht mithalten kann, fühlt man sich "arm" und wird wahrscheinlich noch depressiv.

Christoph Schlingensief hat in seinem Buch in etwa geschrieben, dass er das Gefühl hat, die Welt gehe ihn nichts mehr an. Es sei nicht mehr "seine Welt" und er fühle sich schon etwas getrennt von ihr. So fühle ich mich auch manchmal. Besonders wenn mal wieder allzu deutlich ist, dass die Menschheit den Zeitpunkt zu verpassen scheint, globale Probleme gemeinsam anzugehen. Die ganzen Gräben, sei es Hautfarbe, Glaube, Geschlecht, Nationalität halte ich für so unfassbar irrational. Ich schweife ab.       

Wie gut es mir geht erkenne ich übrigens daran, wenn mich Kleinigkeiten im Alltag nerven oder wütend machen. Da denke ich mir dann: hey, eigentlich hast du die emotionale Bindung zu solch unwichtigem Kram doch schon längst hinter dir gelassen! Dann muss mich immer wieder erden und mir die Krankheit in Erinnerung rufen. Vor den Kontrollen habe ich auch gar keine Angst mehr, was vielleicht mit Verdrängung zu tun hat. Aber besser ein klein wenig verdrängen als jeden Tag in Angst vor einer größtenteils spekulativen Situation zu leben, finde ich.   

Liebe Grüße!
« Letzte Änderung: 25. April 2018, 12:36:03 von Steppenwolf »

 



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