HirnTumor-Forum

Autor Thema: Hyperthermie  (Gelesen 11333 mal)

Offline Engelchen

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Hyperthermie
« am: 19. März 2016, 10:16:03 »
Hallo liebes Forum,

lange ist es her, dass ich mich gemeldet habe...meine OP liegt nun schon über fünf Jahre zurück und trotzdem habe ich täglich mit den Folgen zu tun. Aber die meisten kennen das ja sicherlich. ----Ich habe eine Frage an alle, die mit einem Rezidiv/Rezidiven zu tun haben.

Kann mir irgendjemand sagen, ob die Hyperthermie auch bei Meningeomen angewendet wird? Gibt es Studien, Selbsterfahrungen von Patienten oder Ärzte, die sich mit der Wirkung der Hyperthermie auf Meningeomzellen auskennen?

Vielen Dank schonmal und viele Grüße vom Engelchen :)




Offline krimi

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Antw:Hyperthermie
« Antwort #1 am: 19. März 2016, 11:24:34 »
Hallo Engelchen,

wie geht es dir, dass du nach Hyperthermie fragst?

Aus eigener Erfahrung kann ich dir leider nichts sagen.
Es wäre aber eine gute Frage, die ich bei meiner nächsten Kontrolle meinen NC stellen kann.

KaSy hat unter diesem Link http://www.hirntumor.de/forum/index.php/topic,1846.msg653049.html#msg653049
eine Zusammenstellung von Kommentaren gemacht, die wir auf den Hirntumorinfotagen gehört haben.
Schau einmal, vielleicht erhältst du dort eine zufriedenstellende Antwort.

Oder du sprichst deinen NC daraufhin an.

Ich wünsche dir alles Gute und ein schönes Wochenende.
LG krimi
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http://www.hirntumor.de/forum/index.php/topic,6956.msg50233.html#msg50233

Offline Engelchen

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Antw:Hyperthermie
« Antwort #2 am: 19. März 2016, 17:22:00 »
Hallo krimi,

Danke für Deine Nachricht. Ich habe gerade Deinen Link durchstöbert, aber leider bezieht sich vieles auf Hyperthermie und Glio. Aber der Rat mit dem NC zu reden, ist gut.

Ich frage deshalb, weil ich ja ein Rezidiv habe und ich von einer Krebspatienten (Brustkrebs) gehört habe, dass bei ihr Hyperthermiebehandlungen eingesetzt werden. Da habe ich im Internet recherchiert, aber konnte nichts über Meningeome und Hyperthermie finden.

Hm, wie gehts mir??? Mein Leben und mein Körper haben sich nach der OP einfach um 100 Prozent verändert. Mit dem ganzen Drum und Dran habe ich wirklich dauernd zu tun. ----Und wenns um Gesundung und neue Behandlungsmöglichkeiten geht, dann interessiert mit Alles und ich will es genau wissen, ob diese Möglichkeit auch was für mich wäre:-)

Mal sehen, vielleicht meldet sich ja noch jemand, der mehr noch weiss....Engelchen



Offline KaSy

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Antw:Hyperthermie
« Antwort #3 am: 19. März 2016, 19:18:34 »
Liebes Engelchen,
ich habe wegen Deiner Frage nach Hyperthermie mal etwas gestöbert.
Bei den Hirntumorinformationstagen waren die vortragenden Ärzte davon weniger überzeugt bis ablehnend.
Insbesondere scheint der Unterschied zu Tumoren in anderen Bereichen der zu sein, dass das Gehirn so hohe Temperaturen nicht aushält, es scheint aber Möglichkeiten zu geben, nur den Tumor zu übererwärmen und das umgebende Gehirn zu schonen.
Es gibt Betroffene, die als zusätzliche Behandlung so etwas machen, mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen und Ergebnissen, von Hurra bis Tod.
Alle sind aber Glioblastompatienten, haben bereits längere Therapien hinter sich und suchen nun nach weiteren Möglichkeiten.

aus Erfahrungsberichten:
- "Tumorgewebe hat eine höhere Permeabilität. Das heißt, dass bei der Hyperthermie speziell der Tumor überwärmt wird. Die dadurch entstehende Hitzeschockproteine locken Immunzellen(DCs) an. Auch die Tumorgefässe sollen geschädigt werden. Chemotherapeutika kann bei Erwärmung besser eindringen. Bestrahlung wirkt besser. Die DNA-Reparatur soll gestört werden. Alles theoretisch nachvollziehbar."
- "In der Biomed-Klinik in Bad Bergzabern werden alle 2 Monate 5 Anwendungen in 10Tagen gemacht. Der stationäre Aufenthalt wird von der Kasse bezahlt."
- "Meine Freundin macht es ambulant. 3x im Monat. In einer Praxis im Schwarzwald."
- "habe mich in einer antroposophischen Klinik über Hyperthermie von einem renommierten Onkologen beraten lassen.
Er rät davon ab; habe keine positive Wirkung bei Hirntumoren. Die besagte Klinik hat das Gerät für Hyperthermie angeschafft und gute Resultate bei anderen Tumorarten. Ich vertraue dem Onkologen und verzichte deshalb auf Hyperthermie."
- "... ist nach der Hypertermiebhandlung verstorben. Zusammenhänge sind nicht diskutiert. Es ist jeder anders." 

Liebes Engelchen,
ich wünsche Dir alles Gute!
KaSy
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Offline krimi

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Antw:Hyperthermie
« Antwort #4 am: 19. März 2016, 21:39:32 »
Hallo Engelchen,

das tut mir leid, dass bei dir ein Rezidiv ist. Da geht es mir wie dir. Das Leben ist anders geworden, genau das habe ich heute Abend auch wieder bemerkt. Aber alles in allem dennoch interessant, im Rahmen der neuen Möglichkeiten.

Ich hatte mich zur Hyperthermie nur oberflächlich informiert und dabei erfahren, dass selbst bei Glioblastomen von renomierten Neurochirurgen diese Behandlung nicht empfohlen wird.

Bei Hyperthermie soll es inzwischen möglich sein nur das Tumorgewebe zu erwärmen, um es empfänglicher für die Chemo oder Bestrahlung zu machen und die Reparaturmechanismen  der DNA zu stören.
Es gibt dazu noch keine weiterbringenden Erfahrungen.

Die Erfahrungen bei anderen Krebserkrankungen sind auf einer anderen Ebene.  Die Krebsarten reagieren anders und es ist kein Gehirn in der Nähe.
Es gab bisher nur Studien und Behandlungen bei Krebsarten in Weichteilen des Körpers. Bei Hirntumoren nehmen erfahrene und verantwortungsbewusste Onkologen Abstand von dieser Therapie. Auch wird diese Behandlung nicht immer von den Krankenkassen übernommen.

Im April ist der nächste Hirntumorinfotag. Vielleicht wird dazu auch wieder Stellung genommen.

Dir alles Gute und liebe Grüße
krimi

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http://www.hirntumor.de/forum/index.php/topic,6956.msg50233.html#msg50233

Offline Engelchen

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Antw:Hyperthermie
« Antwort #5 am: 20. März 2016, 12:05:13 »
Hallo KaSy und Krimi,

Vielen Dank für Eure Antworten. KaSy super, was Du da alles zusammen getragen hast. Es scheint, dass vorrangig Gliopatienten damit behandelt wurden und andere "Krebserkrankte".
Krimi, wie  Du bereits erwähnst, scheint es bei Tumoren wie Brust, Leber oder anderen Tumoren (die nicht im Gehirn) sind, gut anzuschlagen. Mehr konnte ich im Netz auch nicht finden.

Falls einer von Euch zum Hirntumortag fährt, dann bitte mal nachhaken (falls Ihr an einen NC gelangt), warum die Hyperthermie nicht bei Meningeomen in Frage kommt. Es würde mich wirklich interessieren.

Viele Grüße vom Engelchen


Offline probastel

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Antw:Hyperthermie
« Antwort #6 am: 23. März 2016, 20:29:59 »
Hallo Engelchen!

So ein Mist, dass es Dich auch erwischt hat.
Als ich Anno Tobak beim Hirntumortreffen war hatte Hyperthermie kein gutes Standing, zumindest im Hirnbereich.
Demnach ist das Hirn so gut durchblutet und organisiert, um die dort entstehende Wärme abzutransportieren, dass man dort keine lokal begrenzte Übererhitzung hinbekommt.

Wo und hat sich bei Dir denn das Rezidiv gebildet? An der Op-Stelle oder woanders und wie groß ist es? Magst Du erzählen?

Beste Grüße
Probastel
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Antoine de Saint-Exupéry

Offline Engelchen

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Antw:Hyperthermie
« Antwort #7 am: 24. März 2016, 22:02:05 »
Hallo probastel,

mich hat es zwei Jahre nach der OP leider erwischt - genau an der Stelle, wo ich operiert wurde, also mitten im Kopf an der Hypophyse. Ich laufe bereits im dritten Jahr damit umher. Die letzte Kontrolle war vor 1,5 Jahren - die genaue Größe weiß ich nicht mehr genau, müßte ich im Bericht nachlesen. Wait und see war die Empfehlung, Bestrahlung stand auch schon im Raum. Aber die Folgen sind mir da zu riskant, denn der Sehnerv liegt in der Nähe und da ich schon nichts mehr riechen kann....

---Durch eine Bekannte bin ich halt auf die Hyperthermie gekommen und dachte mir, ich muss mich mal schlau machen. Deine Erklärung macht Sinn, aber ich verstehe dann nicht, warum die Hyperthermie dann bei Gliopatienten eingesetzt wird? ---man setzt doch in alles Hoffnung...

Viele Grüße vom Engelchen


Offline probastel

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Antw:Hyperthermie
« Antwort #8 am: 25. März 2016, 13:38:17 »
Hallo Engelchen!

Deine Bedenken bezüglich einer Bestrahlung kann ich gut verstehen und auch die Suche nach Alternativen. Nehmen wir einmal abnehmen, dass die Hyperthermie funktionieren würde, dann müsste man mit ihr genauer zielen können, als bei einer Bestrahlung, denn sonst würde man umliegendes Gewebe beeinträchtigen und hätte damit das gleiche Problem wie bei einer Bestrahlung.
Wenn ich jetzt auch noch berücksichtige das Wärmestrahlung wesentlich langweiliger ist als die Wellenlänge bei einer Bestrahlung mit Photonen oder Protonen, so ist mit Wärmestrahlung ein genaues Zielen aus physikalischen Gründen viel schwieriger.

Hyperthermie wird bei Glios eingesetzt? Auf die Schnelle habe ich keine Studie zu dem Thema gefunden, was nichts heißen mag. Ich glaube Du hast höhere Chancen das Menigiom zu ärgern, wenn Du nach einer Bestrahlung suchst, die das umliegende Gewebe am wenigsten beeinträcht.

Beste Grüße
Probastel


« Letzte Änderung: 25. März 2016, 15:16:05 von probastel »
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Antoine de Saint-Exupéry

Offline Engelchen

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Antw:Hyperthermie
« Antwort #9 am: 26. März 2016, 21:31:16 »
Hallo probastel,

es gibt keine Alternativen - das ist ja das Verrückte. Entweder Bestrahlung oder OP - beides ist für mich keine Option.

----Ich habe auch keine Studien oder irgendetwas Greifbares bzgl. Hyperthermie und Hirntumore finden können. KaSy hatte ja einiges zusammen gefasst, was hauptsächlich bei Glios der Fall war....Ich finde im Netz nur etwas zu Hyperthermie und Krebserkrankungen und da scheint man sehr gute Erfolge mit zu haben. Aber Kopf und Körper Hals abwärts sind wohl zwei ganz verschiedene Welten. Probastel, rein physikalisch hast Du recht, denn eine Bestrahlung ist halt etwas ganz anderes als eine Hyperthermiebehandlung.

Am besten ist es, wenn ich einen Fachmann dazu frage...oder gibt es hier im Form einen Arzt, der mir die Wirkungsweise der Hyperthermiebehandlung bei Meningeomen erklären kann?

Viele Grüße vom Engelchen ;)






Offline KaSy

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Antw:Hyperthermie
« Antwort #10 am: 04. April 2016, 13:25:25 »
Liebes Engelchen,
ich komme erst jetzt zum Lesen und Antworten, die Osterzeit mit den Kindern (aus drei wurden zehn) war schön und kostete auch Zeit.

Ich habe versucht herauszufinden, wo Dein Meningeom lag bzw. wo sich das Rezidiv befinden müsste. Du hattest geschrieben, dass es auf die Hypophyse gedrückt hatte.

Hat die OP es damals vollständig entfernt? Ist das Rezidiv auch dort? Warum ist eine OP keine Option (mehr) für Dich?

Was raten die Ärzte als Therapie?

Die Hyperthermie wird scheinbar von Alternativ-Ärzten für Glioblastom-Patienten als Zusatztherapie oder alleinige Therapie angeboten. Die Glioblastome wachsen als Rezidive schnell und nehmen stark an Größe zu. Sie wachsen infiltrierend, also innerhalb des Gehirngewebes und zerstören bzw. verändern die hirneigenen Zellen. Bei diesen Größen kann eine Übererwärmung des Glioblastoms womöglich wirklich irgendwelche Veränderungen im Tumor hervorrufen, die Teile des Tumors für eine Chemotherapie empfänglicher machen. Ein Teil der Zellen des Tumors wäre durch die Hyperthermie bereits vorgeschädigt und dann könnten die chemischen Mittel eine weitere Schädigung leichter erzeugen.

Der riesige Unterschied zu uns Meningeom-Patienten ist der, dass den Glioblastom-Patienten mit Rezidiven die Zeit davon läuft und zwar die Lebenszeit. Sie oder ihre Angehörigen suchen nach allen möglichen Alternativen und nutzen auch den "letzten Strohhalm", um Lebenszeit zu gewinnen. Sie wollen lieber "irgendetwas" tun, als nur einfach abzuwarten. Da ist die Hyperthermie nur eine von vielen Zusatzangeboten wie auch ketogene Ernährung (die die Lebensqualität eher nicht steigert), Methadon-Versuche, Aprikosenkerne, verschiedene Viren und viele viele andere Sachen, die irgendwem mal irgendwo geholfen haben. Es gibt jede Menge derartige gut gemeinte Ratschläge für Verzweifelte.

Ich habe das Gefühl, dass solche Kliniken ("im Schwarzwald", "Biomed-Klinik in Bad Berzabern"), die eher Privatkliniken zu sein scheinen, sich diese Verzweiflung (auch) zunutze machen und Hoffnung versprechen. Sie können sicher auch auf Erfolge verweisen, die vielfach Tumoren in anderen Körperbereichen betreffen, aber auch mitunter Hirntumoren. Ob sie die gesundheitliche Entwicklung ihrer mit Hyperthermie behandelten Glioblastom-Patienten tatsächlich auch weiterhin verfolgen? Sie können bei ihrem Therapieangebot davon ausgehen, dass es entweder hilft oder nicht und wenn es nicht hilft, dann war es für den Patienten einen Versuch wert (und die Klinik hat trotzdem Kasse gemacht).

Meningeome können bei ihrer Erstentdeckung auch sehr groß sein, aber sie sind meist operabel. Sie befinden sich nicht im Gehirn, sondern daneben und können leider die wirklich blöde Eigenschaft haben, auf wichtige Teile des Gehirns zu drücken. Die OP kann Entlastung bringen, wenn das Meningeom nicht zu lange Schäden verursacht hat.

Ich stelle mir nun vor, dass Du vermutlich ein relativ kleines Rezidiv hast, das sich in der Nähe der Hypophyse befindet. Wenn man es nun auf irgendeine Weise mit hohen Temperaturen behandelt, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass man die Hypophyse so abschirmen kann, dass sie von der Übererwärmung nicht betroffen wäre. Der Schaden, dem Du jetzt bereits mit Hormon-Medikamenten begegnest, würde nicht kleiner werden.

Das ist eben der Unterschied zu den größeren Glioblastomen, wo die hohen Temperaturen vermutlich nicht die angrenzenden gesunden Gehirnbereiche erreichen.


Wenn die Ärzte eine Bestrahlung empfohlen haben, dann solltest Du Dich mit ihnen über die neuen Verfahren beraten.

Ziemlich zielgenau sollen die Protonenbestrahlungen sein. Da es sich dabei um "schwere" Teilchen handelt, können sie auf geradem Weg in den Tumor geschickt werden und können so berechnet werden, dass sie möglichst im Tumor enden. Dieses Verfahren wird erst in einigen Kliniken in Deutschland angeboten, aber das sind renommierte Forschungskliniken ohne Privatinteresse, denen man vertrauen kann. (Ob jede Krankenkasse bereits zahlt, weiß ich nicht, aber da müsste mit den Ärzten Druck gemacht werden.) 

Die konventionellen Röntgen- bzw. Photonen-Strahlen sind (vereinfacht) Lichtwellen, die eine höhere Frequenz (und eine kurze Wellenlänge) haben, wodurch sie die umgebenden Bereiche wenig belasten, aber nicht so genau dosierbar sind. Man kann sie jedoch so ausrichten, dass sie die Hypophyse nicht treffen, sondern tangential an ihr vorbei geschickt werden. Die gesunden Zellen, die in der Umgebung getroffen werden, haben genügend Selbstheilungskräfte, um sich selbst zu reparieren. Das geht nicht sofort, deshalb wird die konventionelle Strahlentherapie mit geringen Dosen über meist 30 Arbeitstage ausgedehnt, jede einzelne Bestrahlung dauert wenige Sekunden. 

Die Gamma- und Cyberknife-Verfahren setzen auf eine einmalig hohe Strahlendosis, diese Einzeitbestrahlung dauert wesentlich länger, bis zu Stunden. Bei kleinen Meningeomen kann sie eingesetzt werden. (Da ist Probastel ein betroffener Ansprechpartner.)

Wärmestrahlung ist (wie Probastel schrieb) langwelliger, hat also eigentlich keine Chance, nur einen kleinen Teil im Kopf zu treffen.

Ich glaube, liebes Engelchen, Du solltest Dich vielleicht doch von der Hyperthermie-Hoffnung verabschieden und gemeinsam mit den Ärzten einen Weg nach vorn suchen und finden. Ich wünsche Dir dafür sehr viel Glück und Erfolg.
KaSy
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Offline Engelchen

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Antw:Hyperthermie
« Antwort #11 am: 06. April 2016, 11:06:37 »
Hallo KaSy,

vielen Dank für Deine super ausführliche Antwort. Ich habe mir auch Rat und Infos geholt und mit einer Ärztin telefoniert.

Es ist so wie Du schon schreibst und alles korrekt. Da brauche ich nichts mehr zu ergänzen.

Aber als mögliche Nebenwirkung könnte übrigens ein Ödem auftreten - keine gute Option, wenn der Hirndruck steigt und man womöglich noch ganz andere Dinge hervorruft.

Jedenfalls habe ich jetzt Ruhe bzgl. der Hyperthermie und kann andere Wege einschlagen...

Mein Rezidiv ist übrigens ca. 1cm groß...liegt mitten im Kopf nahe der Hypophyse. Übrigens ist bei der Op alles entfernt worden. Aber ob man das wirklich so genau sagen kann, weiss ich nicht. Einige Ärzte sagen, wait und see  - andere raten zur Bestrahlung. Ich habe die letzten fünf Jahre mengenweise an Ärzten gesehen, viele verschieden Meinungen bekommen, zudem falsche Diagnosen gehört, dass ich für mich entschieden, auf meine Intuition zu hören:-) - die sagt, keine OP, keine Bestrahlung.

KaSy, noch zur OP-Frage...ich möchte so etwas in meinem Leben nie!!! wieder erleben. Mein Leben, mein Körper - einfach alles, hat sich um 100% gedreht und ich habe heute noch mit vielen Einschränkungen zu tun. Täglich habe ich mit den OP-Folgen zu tun....und das sitzt alles sehr tief.

Ganz viele Grüße vom Engelchen :)

Offline KaSy

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Antw:Hyperthermie
« Antwort #12 am: 28. April 2016, 21:38:13 »
Liebes Engelchen,
ich weiß zwar jetzt, dass Du die Hyperthermie nicht mehr in Betracht ziehst, aber ich hatte ja versprochen, auf dem Hirmtumortag deswegen zu fragen.

Nach ihrem Vortrag "Komplementäre Behandlungsansätze" antwortete Frau PD Dr. med. Jutta Hübner von der Deutschen Krebsgesellschaft Berlin, AG Prävention und Integrative Medizin in der Onkologie folgendermaßen:
Es gibt Versuche mit Hyperthermie, allerdings ist der Platz dafür im Kopf begrenzt.
Es ist kein etabliertes Verfahren.
Für Elektrohyperthermie gibt es noch keine Ergebnisse, dies könnte schädlich sein.


Das bestätigt Deine Entscheidung gegen dieses Verfahren.
Ich hoffe und wünsche sehr, dass Du von irgendeiner Therapie profitieren kannst.
Liebe Grüße
KaSy
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