HirnTumor-Forum

Autor Thema: Meine Krankengeschichte ENESA Kleinhirnbrückenwinkeltumor  (Gelesen 58019 mal)

Offline TinaF

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Antw:Meine Krankengeschichte ENESA Kleinhirnbrückenwinkeltumor
« Antwort #120 am: 03. Februar 2017, 11:40:49 »
Liebe Enesa,

es tut mir leid, dass dir deine Kopfschmerzen so zu schaffen machen. Aber als ich deinen Beitrag gelesen habe, kam mir eine Idee. Du hast geschrieben, dass du tagsüber ständig kaust, ohne es kontrollieren zu können. Vielleicht machst du das auch nachts (knirschen, pressen). Das kann zu gnadenlosen Verspannungen führen, die wiederum absolut fiese Kopfschmerzen auslösen können. Ich kann da gerade ein Liedchen davon singen...

Bei mir stellte es der Zahnarzt fest, weil er "Knirschspuren" an meinen Zähnen entdeckte. Damit ich meine Zähne nicht dauerhaft kaputt mache, trage ich nachts eine Schiene. Nicht so angenehm, aber ich habe mich gut daran gewöhnt. Trotzdem bin ich vor Monaten eines Morgens aufgewacht und hatte starke Schmerzen im Kiefergelenk. Ich konnte gar nicht mehr zubeißen. Mittlerweile bekomme ich gezielte Physiotherapie und langsam aber sicher stelle ich Verbesserungen fest.

Natürlich muss das bei dir nicht sein, aber es könnte. Bei Verspannungen wird oft an der Schulter- und Nackenmuskulatur gearbeitet, aber um die Kaumuskulatur kümmert man sich kaum. Klingt ja irgendwie auch total komisch. Ist aber nicht komisch, sondern sehr schmerzhaft. Die Physiotherapietermine habe ich vom Zahnarzt verordnet bekommen. Vielleicht wäre das auch für dich ein Weg.

Meine OP ist auch über sieben Jahre her und auch bei mir werden die Kopfschmerzen, die ich phasenweise gar nicht mehr hatte, zunehmend schlimmer. Manchmal kann ich meine Augen nicht mehr schmerzfrei bewegen. Das macht einen fertig, das verursacht Angst, braucht man alles nicht. Aber ich denke, es ist gut, dass du hier darüber geschrieben hast, das ist ein erster Schritt.

Ich wünsche dir gute Besserung und dass dir bald geholfen wird.

LG TinaF
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Offline Enesa

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Antw:Meine Krankengeschichte ENESA Kleinhirnbrückenwinkeltumor
« Antwort #121 am: 09. Februar 2019, 08:59:46 »
Hallo ihr Lieben...
Sandra...Werner...KaySi...Krimi...Danke dass ihr mir geschrieben habt...
Eigentlich ist es unverzeihlich ...dass ich mich echt rar gemacht habe...
Zumal es so schön ist von euch zu hören(sandra)....zu lesen.
Ich hoffe sehr das es euch "gut geht.
Ich habe so viel Energie in die Arbeit gesteckt...dass ich meine Gesundheit...mich und meine Familie echt über alle maßen überstrapaziert habe...
Oh ja ich war für meine Familie da...und für die Arbeit...
Aber die Wochenenden waren fast alle überwiegend gleich...ich liegend mit Schmerzen...zu nichts in der Lage.
Meine Familie hat immer wieder auf mich eingeredet...dass es dich so nicht weiter geht...
Mich so mit Tabletten vollzustopfen ,auf Arbeit gehen...und daheim wie gewohnt "zu viel"selbst zu wollen...zu tun.
Auf der Arbeit hat sich so einiges geändert ...meine Chefin ist nur noch als Vertretung...und für mich hieß das gleichzeitig nicht mehr so "behütet"zu sein...
Das letzte Jahr war ehrlich gesagt kräftemäßig einfach nur schlimm...aber dennoch war ich jeden Tag da...
Jetzt bin ich daheim...Bandscheibenvorfall der hws.
Rehaantrag ist gestellt...athrose in beiden Schultern...tennisarm...Fersensporn...um nur das jetzige aufzuzählen...hab aber noch einige Untersuchungen vor mir...
Und wenn ich nicht meine hausärztin endlich verlassen hätte(Die hatte ich genau so lang wie meine Erkrankung...also seit 2o10...)
Bin zu meinem ehemaligen Hausarzt vor der Erkrankung zurück...und was soll ich sagen....der kümmert sich endlich mal um mich...um meine Schmerzen...mrt Bandscheibenvofall hab ich ihm zu verdanken...und den Rest auch das dass endlich mal festgestellt wurde...
Die Kopfschmerzen sind echt schlimm...mal mehr mal weniger...und bin wohl imun gegen Tabletten geworden...zumindest helfen die selten...
Hab es mit den Tabletten in den letzten Jahren echt übertrieben um einfach zu funktionieren...
Jetzt hab ich viel Zeit nachzudenken ...
Und nachdem mir meine ehemalige Chefin und Freundin nahe gelegt hat,das es so nicht weiter gehen kann ,lass ich mich jetzt endlich auch auf eine Reha ein...
Es war für mich undenkbar auf der Arbeit zu fehlen...aber ich kann ehrlich gesagt nicht mehr...
Ihr Lieben...ich werde mich jetzt öfter melden...schon um zu erfahren wie es euch ergangen ist.
Eure privaten Mitteilungen hab ich selbstverständlich gelesen und mich sehr gefreut das ihr mir geschrieben habt obwohl ich mich so rar gemacht hab...
Tut mir leid...ich dachte ich melde mich erst einmal im Forum ...ich Grüsse euch alle ganz herzlich.
Psst auf euch und euren lieben auf...glg enesa

Offline krimi

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Antw:Meine Krankengeschichte ENESA Kleinhirnbrückenwinkeltumor
« Antwort #122 am: 09. Februar 2019, 09:52:50 »
Liebe Enesa,

schön von dir zu hören. Weniger schön ist, dass du über deine Arbeit dich vernachlässigt, dich vergessen hast.
Mit deiner Einsicht ändert sich das ja nun.

Es ist so wichtig Ärzte zu haben die uns und unsere Probleme ernst nehmen und helfen. Und das liegt nicht am Budget der Ärzte, sondern an ihrem Interesse an dem Menschen der zu ihnen kommt.
Aber wie dein Bericht zeigt gibt es sie noch, die Ärzte die wissen, dass hinter der Krankheit ein Mensch ist.

Ich wünsche dir von Herzen, dass du durch entsprechende Behandlungen und durch die Reha wieder zu Kräften kommst.

Alles Liebe und ganz viele Grüße von
krimi.
Wer einen Platz im Herzen eines Menschen hat, ist nie allein.

Offline KaSy

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Antw:Meine Krankengeschichte ENESA Kleinhirnbrückenwinkeltumor
« Antwort #123 am: 09. Februar 2019, 15:18:50 »
Liebe Enesa,
ich kann Dich wirklich sehr gut verstehen, dass Du Deine Arbeit als so wichtig erachtest. Genau das habe ich auch getan. Allerdings habe ich immer eine gute Hausärztin (jetzt die 2.) gehabt, die mich im Ernstfall "aus dem Rennen nahm".

Als ich "aus gesundheitlichen Gründen" in den Ruhestand versetzt wurde, fehlte mir die Arbeit so sehr. Aber als ich nach einem und anderthalb Jahren darüber nachdachte, spürte ich, wie "Panik" in mir aufstieg ...
Ich hatte gelernt, auf meinen Körper zu hören.
Organisch.
Die Psyche trauert immer noch, wenn auch etwas weniger, aber 31 Jahre im geliebten Beruf lassen sich nicht löschen.

Denke gut nach, ob Du kürzer oder vielleicht gar nicht mehr arbeiten gehen wirst, wenn Du wieder "hergestellt" bist.

Ich habe hier oft empfohlen, erst dann wieder arbeiten zu gehen, wenn man nicht danach fix und fertig auf die Couch fällt, nur um sich danach wieder in die Arbeit zu stürzen.

Du hast es jetzt erlebt und bestätigt - es leidet die Familie, die Freizeit, die Erholung, die eigene Gesundheit und letztendlich auch die Qualität der Arbeit.

Überlege Dir gut, wo Deine Prioritäten später sein sollen.

Ja, es ist "einfacher", dem durch die Arbeit vorgegebenen Rhythmus des Tages zu folgen.

Weniger Arbeitszeit tut es auch.

Ohne Arbeit gibt es viele Möglichkeiten, sich anders zu beschäftigen, für die eigene Freude, für andere Menschen. Man muss das Passende für sich finden und das muss nicht leicht sein.

Nutze auch die Gelegenheit in der Reha, um mit anderen Leuten zu sprechen, was es für andere Möglichkeiten gibt, die sie nutzen.
Einige Angebote gibt es dort sowieso.

Ich habe es allerdings selbst so erlebt, dass ich nahezu alles, was in der Reha angeboten wurde, toll fand, aber zu Hause verblasste das. Ich suchte und fand dennoch Weniges, das ich aber wirklich gern mache und durchziehe.

Jetzt konzentriere Dich auf Deine Gesundheit und die Akzeptanz Deiner Einschränkungen.

Ich hoffe sehr, dass Du von den Tabletten wegkommst!

Alles Gute!
KaSy
Wenn man schon im Müllkasten landet, sollte man schauen, ob er bunt angemalt ist.

Der Hirntumor hat einen geänderten und deswegen nicht weniger wertvollen Menschen aus uns gemacht!

Offline TinaF

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Antw:Meine Krankengeschichte ENESA Kleinhirnbrückenwinkeltumor
« Antwort #124 am: 09. Februar 2019, 16:10:29 »
Liebe Enesa,

schön, wieder von dir zu lesen, auch wenn es gar nicht schön ist, wie es dir zwischenzeitlich ergangen ist.

Bei mir war es anders, ich habe mir das Ende meiner Berufstätigkeit regelrecht herbeigesehnt, weil ich ganz genau gespürt habe, dass mir der Job mit all den Nebenschauplätzen nicht gut tut und meine sehr angeschlagene Gesundheit noch weiter ruiniert. Nicht mehr arbeiten zu müssen, bedeutete für mich, mein bisschen Kraft auf mich und meine Familie konzentrieren zu können und nicht alles in den Job stecken zu müssen, so dass ich nach dem Arbeitstag regelmäßig ein Totalausfall war.

Ich wünsche dir sehr, dass die Reha hilft und du von den Tabletten loskommst.

Alles Gute für dich!

LG TinaF
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Offline Bluebird

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Antw:Meine Krankengeschichte ENESA Kleinhirnbrückenwinkeltumor
« Antwort #125 am: 10. Februar 2019, 12:51:28 »
Hallo Enesa,

ich bin auch nur noch sehr selten hier in diesem Forum. Nun las ich von Deiner aktuellen Situation und ich begreife, in welcher Klemme Du Dich befindest. Nimm die Reha in Anspruch und dann kannst Du gemeinsam mit den Ärzten abwägen, wie es weitergehen soll.
Mein Berufsleben war mir auch immer sehr wichtig, wichtiger als mein Privatleben.  Ich wollte sogar nach einer befristeten Erwerbsminderung erneut ins Berufsleben einsteigen, was mein Arzt jedoch rigoros ablehnte. Ich wurde nach dem zweiten Antrag direkt auf Dauer frühverrentet. Obwohl ich inzwischen neue Interessen und Hobbies habe, mich stark mache für Dinge, die mir am Herzen liegen, trauere ich dem Berufsleben selbst Jahre später nach. Vielleicht würde ich heute nicht mehr den Antrag auf Rente stellen, doch das lässt sich mit zeitlichem Abstand und mehr Ruhe im Leben leicht sagen. Ich weiß, wie sehr eine Nervenentzündung schmerzt, ich weiß, wie sehr man mit einem HWS-Bandscheibenvorfall eingeschränkt ist, weil ich selbst betroffen bin.


Warte ab, wie es Dir in der Reha und nachher geht. Immer einen Schritt nach dem anderen.

Alles Gute
Bluebird

« Letzte Änderung: 10. Februar 2019, 12:54:20 von Bluebird »
The best time to plant a tree was 20 years ago.
The second best time is NOW.
(Chinesisches Sprichwort)

Offline Enesa

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Antw:Meine Krankengeschichte ENESA Kleinhirnbrückenwinkeltumor
« Antwort #126 am: 10. Februar 2019, 15:52:46 »
Hallo ihr Lieben...Lieben dank für eure Antworten...eure Erfahrungen...
Tatsächlich “sehe  ich mich“ in vielen Situazionen von denen ihr berichtet ...
Solange ich arbeiten bin...musste ich mir “nur Gedanken darüber machen jeden einzelnen Tag durchzuhalten..
Jetzt muss ich mir eingestehen dass ich nicht mehr kann...
Der Rehaantrag ist zeitgleich ein Rentenantrag ..so hab ichs im
Schreiben der krankenkasse erhalten...
Meine ehemalige Hausärztin ist auf mich garnicht richtig eingegangen...hat meine jahrelangen schmerzen mit tabletten und physio (nach der Arbeit..)abgeschmettert...
Direkt ein  mrt von  meinem jetztigen Arzt bestätigte meine schmerzen..Mein Hausarzt meinte ich solle mich damit abfinden das es so nicht weiter geht...womit er zu 100%recht hat.
Ich habe mich nur noch zur Arbeit geschleppt...um da zu sein...jetzt haben mir sogar meine Kollegen nahe gelegt das es so nicht weiter geht...jahrelang sie mir “halfen und arbeit erledigten“die mir körperlich zu viel war..
Jetzt warte ich die reha ab...und wünsche mir eigentlich nur meine baustellen in griff zu bekommen...ein tag schmerzfrei wäre schon schön...
Ich bin immer eine kämpferin gewesen...und ich werde mich auch jetzt hängen lassen...
Vor allem fange ich jetzt an ,an mich zu denken...
Danke für euren Mut machenden Worte....glg enesa...und passt auf euch auf

Offline Bluebird

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Antw:Meine Krankengeschichte ENESA Kleinhirnbrückenwinkeltumor
« Antwort #127 am: 11. Februar 2019, 16:38:56 »
Hallo Enesa,

viele von uns haben diese Phasen durchgemacht: bloß nichts anmerken lassen, immer Stärke zeigen, immer perfekt sein am Arbeitsplatz. Irgendwann mussten wir einsehen, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Sich nur noch quälen unter Schmerzen und mit dauernden Erschöpfungszuständen, das kann es nicht sein. Bei mir kam der Wendepunkt, als die Luft raus war und zwar wirklich, mir blieb im Büro auf einmal die Luft weg, ich zitterte am ganzen Körper. Schluss, es reicht.
Und an diesem Punkt bist Du jetzt.  Du willst Dich nicht hängen lassen, das verstehe ich. Dennoch solltest Du jetzt und in der Reha versuchen abzuschalten und Dir Wohltaten in Form von Therapien dort gönnen. Du hast es Dir verdient.

LG
Bluebird
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Offline ines1999

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Antw:Meine Krankengeschichte ENESA Kleinhirnbrückenwinkeltumor
« Antwort #128 am: 11. Februar 2019, 18:50:10 »
Liebe Enesa  :)
Ich bin so froh, von dir wieder was zu lesen!
Ich lese zur Zeit nicht mehr täglich mit. Zum Glück hast du mir eine PN geschrieben!
Da es mir gerade besser geht und ich ja auch nicht mehr arbeiten darf und kann.
Muss ich mich nach
neue schöne Hobby's oder arbeiten kümmern. Die mir gerade die Zeit rauben und sehr gut tun.

Enesa es gibt auch ein Leben ohne arbeiten zu müssen. Ich habe es auch nur sehr schwer
verstehen wollen, doch nach meiner Op 2015 mit anschließender halbseitigen Lähmung musste
ich nachgeben. Doch auch ich kämpfte nach der Op 18 Monate weiter um wieder in meinen
Beruf weiter arbeiten zu können. Aber das schafte ich leider nicht. Jetzt bin ich mit meiner Erwerbsminderungsrente zufrieden
und kann mich um mich kümmern und alle Therapien, die ich heute noch mache in Ruhe
machen ohne Stress und Hecktig.
Liebe Enesa nehm dir jetzt die Zeit um dir die Ruhe zu gönnen, die du dir verdient hast.
Genieße die Reha!
Ganz liebe Grüße
Sandra
Wer nur zurückschaut, kann nicht sehen, was auf ihn zukommt. -Konfuzius-

Auch aus Steine, die in den Weg gelegt werden kann man Schönes bauen. -Johann Wolfgang von Goethe-

 



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