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Autor Thema: Schnellschnittdiagnostik  (Gelesen 4903 mal)

Offline Bluebird

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Schnellschnittdiagnostik
« am: 16. Mai 2010, 21:17:32 »

Zitat
Schnellschnittdiagnostik im Institut für Pathologie
"Schnellschnitte" sind Schnellverfahren der feingeweblichen Diagnostik, die in weniger als 30 Minuten zu einer Begutachtung führen, während der Zeitbedarf für die übliche histologische Diagnostik ca. 1-2 Tage beträgt. Eingesetzt wird das Verfahren im Verlaufe von Operationen, wenn deren Fortgang von der feingeweblichen Diagnose abhängt, wobei es i.d.R. um Krebs geht. Entsprechend richtet der Operateur beim Schnellschnitt typischerweise eine der folgenden Fragen an den Pathologen:
•Ist der schon vor der OP bekannte und zu entfernende Tumor gut- oder bösartig?
•Nach der Tumorentfernung: Habe ich den Tumor vollständig entfernt, oder sind Reste    im Körper verblieben?
•Bei Metastasen (Absiedelungen): Stammen sie vom bekannten (operierten) Tumor oder von einem weiteren (unbekannten) Tumor?
•Bei Organentnahme für Transplantation: Ist das Organ tumorfrei?
Nach Entnahme der Gewebeprobe wird sie auf dem schnellsten Wege (per Bote oder Taxi) ins Pathologische Institut gebracht. Dort dauert die histotechnische Aufarbeitung und Begutachtung einer einzelnen Probe ca. 20 Minuten (bei mehreren Proben entspr. länger). Seinen Befund gibt der Pathologe per Telefon sofort an den OP durch.
Anders als in der üblichen Histologie, wo man mit formalin-fixiertem, paraffin-eingebetteten Gewebe arbeitet, erfolgen Schnellschnitte an nativem, nicht eingebetteten Material. Im Schnellschnittlabor wird die Gewebeprobe zunächst vom Pathologen zugeschnitten und anschließend von MTAs histotechnisch präpariert (Auffrieren der Probe und Schneiden am Kryostaten, Aufziehen der Schnitte auf Objektträger und Schnellfärbung mit der histologischen Standardfärbung HE).
Die folgende Beurteilung durch den Pathologen stellt an sein Können höhere Ansprüche als die übliche histologische Diagnostik, da ihm nur eine Färbung (HE) zur Verfügung steht (weitere würden zu lange dauern) und diese zudem qualitativ schlechter ist als in der Routine. Erschwerend wirken sich weiter aus die reduzierte Anzahl der Schnittte sowie deren Qualität. Trotzdem erreicht ein erfahrerer Pathologe in der Schnelldiagnostik eine Trefferquote von weit über 90 %. ff.


http://www.pathologie.uni-wuerzburg.de/diagnostik/schnellschnitt/


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