HirnTumor-Forum

Autor Thema: Anaplastisches Oligoastrozytom WHO Grad III  (Gelesen 7832 mal)

Offline furi

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Anaplastisches Oligoastrozytom WHO Grad III
« am: 08. Mai 2009, 08:58:06 »
Salü Zusammen

Ich hatte vor den Ostern 2008 einen Zusammenbruch am Arbeitsplatz und wurde dann ins Spital abtransportiert. Wieder aufgewacht erklärte mir dann jemand, dass ich einen Hirntumor habe. Das ganze wurde dann an einem zweiten Spital noch einmal bestätigt und wir einigten uns nicht sofort zu operieren und abzuwarten. Nach mehreren MRI's entschieden wir uns vor den Weihnachten 2008 das "Ding" rauszunehmen.
Die OP's verlief problemlos (7Stunden) und mir wurde dann gesagt, dass sie nicht ganz alles rausbekommen haben. Ich musste dann 7 Wochen von Montag bis Freitag zur Bestrahlung und dann war es für das erste Quartal 2009 wieder einmal fertig.
Nun muss ich wieder einmal ins MRI und dann zur Besprechung. Meine Frage ist kann mir jemand die folgende Medizinsprache ein wenig übersetzen.

Danke vielmals und Gruss
furi

Anaplastisches Oligoastrozytom WHO Grad III

Insgesamt kommt ein diffus infiltrierender hirneigener pleomorpher Tumor mit erhöhter Mitoserate zur Darstellung, welcher sowohl eine astrozytäre als auch eine oligodendrogliale Tumorkomponente aufweist.
Subpial lässt sich innerhalb der oligodendroglialen Tumorkomponente eine deutliche Zunahme der Zelldichte und Pleomorphie erkennen.
Fokal einzelne Foci mit erhöhter Prolieferationsrate. Nach aktueller WHO Klassifikation ist das untersuchte Gewebe als anaplastisches Oligoastrozytom WHO Grad III einzuordnen.
 
« Letzte Änderung: 29. Juli 2010, 15:17:45 von furi »

Offline Iwana

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Re: Anaplastisches Oligoastrozytom WHO Grad III
« Antwort #1 am: 15. November 2009, 16:38:47 »
Hallo Furi
Wollte dich fragen wie es dir geht? Ist jetzt schon lange her. Hoffe es konnte jemand dir deinen Befund erklären, ich habe auch noch nicht den ganzen Wortschatz intus. Ich weiss dass Oligodendrogliale Komponente eher positiv ist. Ist jedenfalls bei mir auch drin und wird als positiv gewertet.
Hoffe es geht dir soweit gut, Gruss Iwana

Offline furi

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Re:Anaplastisches Oligoastrozytom WHO Grad III
« Antwort #2 am: 29. Juli 2010, 14:54:29 »
Sali Iwana

Besten Dank für Dein Mail. Und zuerst sage ich sorry dass es fast ein Jahr gedauert hat bis ich diese Seite wieder einmal geöffnet habe.
Mittlerweile haben schon einige Quartalsbesuche im Spital stattgefunden und alles sieht positiv aus :-)
Leider hatte ich bei den Sommerferien 2009 letztes Jahr einen epileptischen Anfall in den Ferien und dieses Jahr vor den Sommerferien.
Mittlerweile habe ich die "Aerztesprache" vereinfacht und das Geschichtchen tönt jetzt so.

Anaplastisches Oligoastrozytom WHO Grad III
Insgesamt kommt ein unklarer eindringender hirneigener vielgestaltischer Tumor mit erhöhter Vermehrungsgeschwindigkeit zur Darstellung,
welcher sowohl eine astrozytäre als auch eine oligodendrogliale Tumorkomponente aufweist.
Subpial lässt sich innerhalb der oligodendroglialen Tumorkomponente eine deutliche Zunahme der Zelldichte und Vielgestaltigkeit erkennen.
Von einem Herd ausgehend einzelne Blickpunkte mit erhöhter Proliferationsrate (gibt an wie schnell ein Tumor wächst)
Nach aktueller WHO Klassifikation ist das untersuchte Gewebe als anaplastisches Oligoastrozytom WHO Grad III einzuordnen.

Viel Grüess und für alle Toi Toi


 

Offline AlexD70

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Re:Anaplastisches Oligoastrozytom WHO Grad III
« Antwort #3 am: 27. März 2012, 12:08:52 »
Also ich habe es auch. Zu mir hiess es aber das es böse ist  :'( Was denn nun? Ich bin noch neu in der _Ärztesprache, darum entschuldigt bitte. Muss mich auch erst seit dem 02.02.12 damit rumschlagen  :'(
Positives Denken , hilft einem
das Leben zu meistern.
Man sollte stets bemüht sein
die Dinge positiv zu sehen.
Wenn dir ein Vogel auf den
Kopf kackt , denk doch einfach:
S.U.P.E.R , wie gut dass Kühe
nicht fliegen können.

Offline KaSy

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Re:Anaplastisches Oligoastrozytom WHO Grad III
« Antwort #4 am: 27. März 2012, 23:07:59 »
Hallo, AlexD70,

Du fragst eigentlich nach der Einteilung der Tumoren in WHO-Grade. WHO ist die Weltgesundheitsorganisation, die zum besseren internationalen Vergleich die vier verschiedenen Grade von Tumoren entsprechend deren Wirkungen festgelegt hat.

WHO I  gilt als gutartig, diese Tumoren sind scharf begrenzt, wachsen weder in die Umgebung und auch nicht in Blutgefäße ein und sie wachsen sehr langsam. Man kann sie beobachten, so lange sie keine Probleme bereiten. Wenn sie zu groß werden, müssen auch sie entfernt werden, da sie durch die Enge im Schädel das Gehirn verdrängen und dann doch irgendwann Schäden verursachen, bis hin zum möglichen Tod. Damit ist die Bezeichnung "gutartig" natürlich nicht mehr passend. Eine Operation kann zur vollständigen Heilung führen.

WHO II gilt noch als gutartig, aber es ist ein schnelleres Wachstum zu verzeichnen.

WHO III ist die Graduierung von "bösartigen" Tumoren. Sie sind nicht mehr scharf begrenzt, wachsen in das umliegende Gewebe, eventuell sogar in Knochen hinein und zerstören sie. Sie dringen in Blutgefäße ein. Und sie haben ein höheres oder sehr hohes Wachstumstempo durch die rasche Teilung der entarteten Zellen. Die Heilung wird als weniger aussichtsreich beschrieben, deshalb werden nach der OP weitere Therapien folgen, Bestrahlung und/oder Chemotherapie (letztere ist nicht bei allen Hirntumorarten möglich.) Die Prognosen sind in den letzten Jahren durch die Umsetzung von immer wieder neuen Forschungsergebnissen besser geworden.

WHO IV sind Tumoren, die auch noch Metastasen in anderen Organen bilden. Das ist bei Hirntumoren eher weniger der Fall. Hier wird die Heilungschance als äußerst gering beschrieben.  


Ich selbst habe zwar ein Meningeom, dessen 1. Rezidiv 1999 operiert und nachbestrahlt wurde, weil es mit dem WHO-Grad III eingestuft werden musste. Mittlerweile wurde ich noch zweimal an WHO III- Meningeomen operiert und auch nochmal bestrahlt. Diese waren aber durch die regelmäßigen MRT- Kontrollen mit Terminen beim Neurochirurgen und den Strahlentherapeuten bereits recht klein erkannt worden, wodurch sie besser beherrscht werden konnten. Ich habe auch immer wieder arbeiten können. (Zur Zeit mache ich seit der OP im Juli 2011 bis Ende 2012 Pause, weil sich noch andere "Baustellen" eine Therapie wünschen. )

Ich wünsche Dir sehr, dass Du weiterhin so gute Fortschritte machst und auch die Kontrollen nie ein erneutes Wachstum zeigen!

Gruß
KaSy
« Letzte Änderung: 27. März 2012, 23:11:02 von KaSy »
Wenn man schon im Müllkasten landet, sollte man schauen, ob er bunt angemalt ist.

Der Hirntumor hat einen geänderten und deswegen nicht weniger wertvollen Menschen aus uns gemacht!

 



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