HirnTumor-Forum

Autor Thema: Was bedeutet das?  (Gelesen 9747 mal)

birgit1511

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Was bedeutet das?
« am: 07. April 2009, 16:18:21 »
Hallo, da ich das ganze Fachgerede der Ärzte leider nicht versteh, hoffe ich hier eine Auskunft zubekommen

Meine Schwiegermutter (66J,)  liegt seit knapp 14 Tagen im Krankenhaus, auf Röntgenbildern wurde auf der Lunge was gesehen was laut Doktor " da nicht hin gehört" das selbe wiederholte sich beim Ultraschall der Leber, auch da sei was dort nicht hin gehört, danach wurden folgende Untersuchungen gemacht, CT,(auch vom Kopf) Lungenspiegelung, Leberpunktion, Szintigrafie, Bronchoskopie,
nun teilte der Arzt gestern mit, er könnte jetzt sagen das sich Metastasen, im Schädelknochen, in der Hüfte, und an der Wirbelsäule gefunden seien, aber der Muttertumor noch nicht bekannt sei, und ob die Metastasen gut oder bösartig seien wäre noch nicht bekannt,
wir alle, also die Familie fühlen uns völlig hilflos, weil kewiner weiss was das alles bedeutet, und was nun weiter passieren wird, meiner Schiegermutter geht es immer schlechter, sie kann kaum noch laufen

Offline KarlNapf

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Re: Was bedeutet das?
« Antwort #1 am: 07. April 2009, 16:33:30 »
Willkommen im Forum.

In diesem Forum sind einige Leute, die sich ganz gut auskennen, aber keine Ärzte (jedenfalls keine, die offen schreiben, sie seien welche).

Es ist zwar sehr verwunderlich, aber in seltenen Fällen tatsächlich so, daß irgendwo im Körper Metastasen gefunden werden, aber der Primärtumor (noch?) nicht bekannt ist. Das gibt es wirklich.

Ihr müßt warten, was die Ärzte sagen. Von 'außen' in einer solch unübersichtlichen Situation (Metastasen in Hirn, Lunge, Wirbelsäule) eine Aussage zu machen, ist schlicht unmöglich.
Dum spiro, spero = So lange ich atme, hoffe ich. (Cicero, ad Atticum 9,11)

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birgit1511

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Re: Was bedeutet das?
« Antwort #2 am: 14. April 2009, 15:10:31 »
Hallo, seit Ostersamstag ist meine Schwiegermutter aus dem Krankenhaus entlassen, ihr wurde gesagt das sie telefonisch Bescheid bekommt, sowie die Abschluss Diagnose feststehe,
ihr geht es von Tag zu Tag schlechter, sie kann kaum noch laufen oder aufstehen,
sie isst kaum, aber trinkt mindestens 4 liter am Tag, sie sagt der Durst höre nicht auf, sie habe das Gefühl, innerlich zu verbrennen, ihre Lippen sind völlig rauh und spröde, was können wir tun ? ist jetzt kein Arzt für sie zuständig? Ich mein solange bis das KH sich meldet? Sie hat grosse Schmerzen

Offline KarlNapf

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Re: Was bedeutet das?
« Antwort #3 am: 14. April 2009, 16:00:20 »
Wenn ich bisher aus dem Krankenhaus entlassen wurde, dann bekam ich immer einen (womöglich handgeschriebenen) "Freßzettel" in die Hand gedrückt mit einer vorläufigen Diagnose und einer Art Therapieempfehlung.

Warum das bei Deiner Mutter nicht so ist? Keine Ahnung.

Wenn sie Schmerzen hat, dann müssen diese behandelt werden. Könnt Ihr nicht den Hausarzt anrufen? Der kann sich ja - wenn man ihn darum bittet - mit der Klinik in Verbindung setzen. Oder den Arzt anrufen, der sie in die Klinik eingewiesen hat?

Der Zustand wie er jetzt ist, ist ja für Mitteleuropa kaum vorstellbar.
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birgit1511

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Re: Was bedeutet das?
« Antwort #4 am: 16. April 2009, 18:47:41 »
Hallo,
heute war nun der Hausarzt bei ihr, sie bekommt nun MST 10 und Novalgin Tropfen und ein Mittel gegen Übelkeit, ich hoffe es wird ihr nun etwas besser gehen,
mir fällt es sehr schwer damit umzugehen, weil wie verhält man sich richtig? Mitleid? ihr Kraft und Mut geben? Wie macht man das??? Offen mit ihr über ihre Krankheit reden? Sie sagt niemal Krebs sondern immer nur "das was da ist", sie hat Angst vor dem Wort allein, Fragen über Fragen....

Offline KarlNapf

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Re: Was bedeutet das?
« Antwort #5 am: 16. April 2009, 20:13:34 »
MST 10 ist ein Morphin, also ein ganz starkes Schmerzmittel. Hier ein paar Angaben zu den Nebenwirkungen, vor allem Obstipation.

Therapeutisch wird also nichts gemacht? Nur die Schmerzen bekämpft?

Und die Prognose? Wie lange soll das so gehen?

Frag doch mal den Hausarzt ganz direkt: Was würden Sie machen, wenn es um I h r e Mutter ginge?

Vielleicht solltest Du Dich einmal mit dem Gedanken an einen Platz in einem Hospiz für sie beschäftigen?
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birgit1511

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Re: Was bedeutet das?
« Antwort #6 am: 17. April 2009, 12:38:18 »
Nein, keine Therapien bis dato, halt nur Schmerzlinderung, es soll so lange andauern. bis die Enddiagnose vom KH mitgeteilt wird, eine Frage warum können die Metastasen nicht schon jetzt behandelt werden? Muss dafür erst definitiv der Primärtumor gefunden sein? Werden Metastasen in den Knochen auch mit Chemo oder Strahlen behandelt? Eine Metastase ist ja im Schädelbereich, ist es dort gefährlicher? Ach Karl   :( es tut aber gut hier zuschreiben und Antwort von dir zubekommen, Danke dafür

Offline KarlNapf

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Re: Was bedeutet das?
« Antwort #7 am: 17. April 2009, 13:05:54 »
Vor der Frage, die die psychische Seite betrifft

Zitat
Offen mit ihr über ihre Krankheit reden?

habe ich mich gestern "gedrückt". Da fällt eine Antwort schwer. Ich kenne ja Euer "Verhältnis" nicht.

'Aufdrängen' darf man niemand etwas, die Diagnose nicht, den möglichen / denkbaren / baldigen (meine Gedanken sind abstrakt, nicht auf diesen konkreten Fall bezogen) Tod nicht. Den Umgang mit diesem Thema haben wir nicht 'gelernt', da gibt es keine Regeln, eines der ganz wenigen Tabus in unserer Gesellschaft.

Offenheit ja, wenn der Wunsch danach angedeutet wird, klare Stellungnahme, wenn erwünscht, aber auch Rücksicht auf ein "Kopf-in-den-Sand-stecken". Alles andere wäre brutal. Da muss man - finde ich - als Angehöriger auch zurückstecken, selbst wenn man vieles aus der Kindheit, Jugend, Vergangenheit noch einmal gerne bespräche.

Im MSD-Manual (Das MSD Manual der Diagnostik und Therapie. Ich hab' noch die 6. deutsche Ausgabe) kommen im 294. Kapitel (Betreuung des sterbenden Patienten) eingangs folgende Überlegungen, die man ja unschwer auf einen Schwerkranken ausweiten kann (Klein-Zitat):

Die Menschen unterscheiden sich in dem, was sie für wichtig erachten, insbesondere dann, wenn sie mit dem Tod konfrontiert sind. Manche Menschen versuchen, ihr Leben abzuschließen: Sie wenden sich ihrer Familie und ihren Freunden zu, um Zeit mit ihnen zu verbringen und ihre Liebe zum Ausdruck zu bringen. Sie vollenden für sie wichtige Vorhaben und regeln Unerledigtes. Oft erlauben Zeitpunkt und Art des Todes einen befriedigenden Abschluß. Andere können den nahenden Tod nicht akzeptieren und meiden einen solchen Abschluß. Manche wollen, daß ihr Leben verlängert wird, selbst wenn sie dafür Schmerzen, ausgeprägte Verwirrung und schwere Atemstörungen in Kauf nehmen müssen. Für andere ist die lebensqualität von überragender Bedeutung: Sie würden palliative Maßnahmen anhaltender Behinderung und Kampf vorziehen.
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birgit1511

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Re: Was bedeutet das?
« Antwort #8 am: 20. April 2009, 09:12:28 »
Wir stehen denk ich mal erst am Anfang dieser Krankheit, und müssen alle, damit lernen um zugehen, dieses hilflose dabei zu zusehen wie diese Frau leidet ist schlimm, seit sie das Morfin und Novalginsulfat bekommt, seit genau 5 Tagen, geht es ihr immer schlechter, die Schmerzen seien immer noch da, sogar schlimmer, laut ihrer Aussage, sie befindet sich in einer Art Dämmerzustand, bekommt kaum noch was mit, das liegt sicher am Morfin oder? Essen tut sie kaum noch, mein Schwiegervater, versucht ihr gut zu zureden, sie müsse doch essen, darauf reagiert sie aggresiv, was sonst nie ihre Art war,

und noch immer ist keine Diagnose aus dem KH da, und wenn sie da ist, was wird dann? Kann ein Mensch der so geschwächt ist, überhaupt mit Chemo oder Strahlen behandelt werden? hält sie das aus? hinzu kommt das sie sich weigert wieder in ein KH zu müssen, wenn es sein sollte

Gruss Birgit

 



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