HirnTumor-Forum

Autor Thema: Hörtraining – Wer hat Erfahrung?  (Gelesen 19043 mal)

Offline brigitteb58

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Hörtraining – Wer hat Erfahrung?
« am: 11. März 2008, 15:03:57 »
Hallo!

Hat jemand schon mal probiert sein Gehör durch ein Hörtraining zu verbessern?

Meine Überlegung ist die folgende:
Durch das AN wird der Hörnerv meistens gequetscht. Häufig besteht nach der Operation ja noch ein Resthörvermögen; d.h. der Nerv ist teilweise noch erhalten. Könnten diese verbleibenden Teile des Nervs nicht in irgendeiner Weise angeregt werden entweder nach zu wachsen, oder in der Funktion optimiert werden?

Ähnlich ist das doch wohl auch nach der Bestrahlung; durch Schwellung des Gewebes wird der Hörnerv noch stärker gequetscht. Ist es möglich nach der Abschwellung den Hörnerv wieder zu aktivieren?  

Meine Fragen:
1.   Ist es möglich den geschädigten Hörnerv wieder zu aktivieren?
2.   Gibt es dazu Trainingsprogramme?
3.   Helfen dabei Medikamente?
4.   Gibt es jemanden, der das schon ausprobiert hat?
5.   Kann man vorbeugend schon etwas machen?


Ich bin auf eure Antworten gespannt!
Ciao
Brigitte


Christa

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Re:Hörtraining – Wer hat Erfahrung?
« Antwort #1 am: 11. März 2008, 16:19:10 »
Liebe Brigitte,
am besten schaust du dich mal nach einer logopädischen Praxis um. Zu den dort angebotenen Trainingsprogrammen gehören  immer  auch Probleme mit dem Gehör bzw. Hörvermögen-

Offline jura

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Re:Hörtraining – Wer hat Erfahrung?
« Antwort #2 am: 12. März 2008, 08:26:25 »
Hallo Brigitte,

das ist eine super interessante Frage.
Seit einiger Zeit bin ich auf der Suche nach Informationen zu diesem Thema.
Mein Sohn will davon nichts wissen. Sein Gehör ist kaputt und fertig.
Das will ich so aber nicht akzeptieren.
Immer wieder höre und lese ich, dass sich Nerven erholen können.

Hier im Forum habe ich in der Rubrik "Presseveröffentlichungen" einen interessanten Artikel von suomi gelesen: "Spiegel online: Selbstheilungskräfte des Gehirns"

In dem Artikel geht es zwar nicht um Hörtraining, sondern allgemein um zerstörte Nerven+Training.
Warum sollte das nicht auch bei geschädigten Hörnerven funktionieren!?
Der Tipp mit dem Logopäden ist sehr gut.
Vielleicht hat schon jemand Erfahrungen gemacht.

Ich bin auch für alle Tipps und Erfahrungsberichte dankbar.

Liebe Grüße,
Julia

Offline brigitteb58

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Re:Hörtraining – Wer hat Erfahrung?
« Antwort #3 am: 12. März 2008, 22:55:41 »
Liebe Julia!
Danke für den Hinweis auf den Artikel. Es ist wirklich interessant was da über die ungenutzten Fähigkeiten und Elastizität unseres Gehirns steht. Das macht Mut.

Ich habe ja demnächst meinen Termin beim Neurochirurgen und werde nachfragen, was er meint, ob und wie der Gehörnerv sich erholen kann, wie und ob das Gehör trainiert werden kann.

Mit Deinem Sohn mach Dir mal keine Sorgen! Vielleicht findet sein Gehirn selbst einen Weg, den Schaden auszugleichen. Er ist ja noch recht jung.
Mein Mann hat an einem Auge, nach einem Unfall als 18jähriger, eine vernarbte Netzhaut im Zentrum des schärfsten Sehens. Beim Sehtest erkennt er mit diesem Auge nichts. Er hat nie ein spezielles Sehtraining gemacht, und trotzdem verfehlt er bei seiner Arbeit als Hufschmied nie einen Hufnagel.  Das Gehirn hat es geschafft, ihm durch die Verarbeitung anderer Informationen räumliches Sehen zu ermöglichen.
Ähnliches könnte mit dem Hörvermögen Deines Sohnes vielleicht auch geschehen?!
Und falls Dein Sohn später doch mal noch ein Hörtraining nötig hätte, ist es ja laut obigem Artikel nie zu spät.  

Ich suche auf jeden Fall weiterhin nach Informationen bezüglich Hörtraining und hoffe auch auf Tipps und Erfahrungsberichte anderer.

Liebe Grüße
Brigitte

Offline brigitteb58

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Re:Hörtraining – Wer hat Erfahrung?
« Antwort #4 am: 13. April 2008, 14:49:28 »
Hie meine weitern Gedanken:

Das was ich bisher “mein Hörproblem” nannte, müsste ab jetzt eigentlich die „Entdeckung, dass ich ein Gehör habe“ heißen.

Ich gehe chronologisch mir meinen Erklärungen vor:
Im Sommer 2007 stellte ich fest, dass es bei mir ein Hörproblem gab. Manchmal reagierte ich einfach nicht, wenn mich jemand ansprach, andere Male erkannte ich alltägliche Geräusche nicht wieder (als unsere italienische Mokkamaschine blubberte, weil der Kaffee fertig war, fragte ich meinen Mann, was denn das für eine Riesenfliege sei, die man da hört….) Ich vermutete einen Pfropf im Ohr zu haben und ging zum Ohrenarzt.

Als beim Hörtest herauskam, dass eine Schwerhörigkeit des rechten Ohres in den höheren Frequenzbereichen vorlag, war ich sehr erstaunt. Ich hatte nicht gemerkt, dass ein Ohr wesentlich besser funktionierte als das andere.
Mein Gehör hatte bisher immer funktioniert und ich hatte mir nie dazu Gedanken gemacht.

Nach diesem Test fing ich an mich zu interessieren wie das Ohr aufgebaut ist und was beim Hörvorgang passiert. Ich las, dass die menschliche Stimme sich in Bereichen von 500Htz bis 2000Htz befindet. Meine Schwerhörigkeit beschränkte sich auf Frequenzen über 1500Htz; da hätten die Probleme ja kaum auffallen dürfen.  

Stattdessen verstärkten sich die Probleme, d.h. ich wurde geräuschempfindlicher und hatte Probleme Gesprächen zu folgen, wenn mehrere Personen zusammen waren. Ich machte nochmals einen Hörtest, der aber gleich ausfiel.
Und dann kam die Diagnose des AN, die mich für etwa einen Monat in jeder Sicht total aus dem Gleichgewicht brachte.

Ich begann in AN-Foren zu lesen (sowohl im deutschen als auch im italienischen). Ich las über die Hörschwierigkeiten der anderen, die fast immer schwerwiegender waren als die meinen. Ich las Ratschläge, wie etwa, mich so zu stellen, dass sich die anderen Personen auf der Seite des guten Ohres befanden, oder im Restaurant mich so zu setzen, dass niemand auf der Seite des geschädigten Ohres sitzt. Ich merkte, dass es viele Möglichkeiten gab das Problem auszugleichen. Vor allem aber musste ich anfangen, mein Problem zu akzeptieren.

Beim Lesen der verschiedenen Geschichten von Neurinom-Besitzern merkte ich, dass ich von allem was ich weiter vor hatte wirklich überzeugt sein musste und dass ich nicht klein beigeben durfte. Und auch mein Hörproblem wollte ich nicht mehr als besiegelt hinzunehmen.

Ich habe bisher zwar nur ein kleines Hörproblem, will aber nicht der weiteren Zerstörung des Hörnervs zusehen, ohne zu mindest etwas probiert zu haben.

So entstand die Idee des Hörtrainings.
Ich suchte und suche immer noch im Internet. Und im folgenden die ersten Ergebnisse Gedanken dazu:
1.   Sowohl mit meinem Knie (beschädigter Meniskus und gerissenes Kreuzband) als auch mit meinem Rücken (Bandscheibenvorfall und Artrose) habe ich die Erfahrung gemacht, dass unser Körper sehr große Möglichkeiten hat Schäden auszugleichen. Durch das richtige Training von Rücken und Knie und der Einnahme von Lebertran habe ich mit dem Knie überhaupt keine Schwierigkeiten mehr und auch mit meinem Rücken bin ich zufrieden. Warum sollte es da nicht auch Möglichkeiten geben, den Gehörschaden auszugleichen?
2.   Ich habe interessante Informationen gefunden, in denen beschrieben wird, dass Rechtshänder fast immer auch das rechte Ohr zum Hören von gesprochenem benutzen und das linke Ohr mehr zum Musikhören. Mehr zu diesem Thema:  http://www.hoertraining.net/ .
3.   Weiterhin habe ich gelesen, dass beim Hörvorgang auch Störgeräusche gefiltert werden. Mein Eindruck ist der, dass seit meine Schwerhörigkeit rechts im Sommer 2007 anfing, mein linkes Ohr ausgleichen wollte, alle Arbeit allein übernehmen wollte, damit aber seine Filterfunktion aufgab. Das erklärt die Schwierigkeiten in lauter Umgebung. Ich möchte dem Teil des Gehirns, der für die Verarbeitung der Hörinformationen zuständig ist, klarmachen, dass das rechte Ohr durchaus noch fähig ist zu arbeiten!
4.   Leider merke ich erst jetzt, in dem Moment, in dem ich ein bisschen meines Gehörs verliere, was das doch für eine wunderbare Gabe ist! Und ich schäme mich ein bisschen, dass es erst das AN gebraucht hat, um das zu merken. Deshalb möchte ich für seine größtmögliche Erhaltung kämpfen.  
5.   Während ich meine Überlegungen machte, wurde mir auch klar, dass es einen Unterschied gibt zwischen Hören, Zuhören und Wahrnehmen. Hören ist der mechanische Vorgang, den das Ohr vollbringt; und mit dem vom Neurinom geschädigten Nerv kann an diesem Vorgang wohl nicht viel gedreht werden. Aber Zuhören und Wahrnehmen, verstanden als komplexe Vorgänge, an denen auch die Hirnrinde beteiligt ist, kann man sicherlich in irgendeiner Weide trainieren. Zwei Beispiele, die das zeigen : die Münze, die auf den Boden fällt lässt alle hellhörig werden; nach jahrelanger Erfahrung mit Pferden höre ich beim ersten Schritt des Pferdes, ob ein Hufeisen locker ist, während die anderen noch nichts bemerken.
6.   In letzter Zeit bin ich viel empfänglicher für Geräusche: Ich höre bewusst den Vögeln zu, wie herrlich (Danke Neurinom)! Auch die Stille ist hörbar! Das Geräusch des Windes…. Ich höre mit viel mehr Bewusstsein.
7.   Manchmal bekomme ich die ersten Worte meines Mannes nicht mit, wenn er mit mir spricht. Deshalb habe ich ihn gebeten, mich erst mit Namen anzusprechen, sodass ich das „Gehör einschalte“, dann habe ich keine Verständigungsprobleme mehr.
8.   Man könnte das Gehör als ganzes mit einem Computer vergleichen. Die Ohren mit den Nerven gehören zur Hardware, die einen kleinen defekt hat. Ich suche nun die entsprechende Software, die es ermöglicht den Fehler auszugleichen. Ob ich sie finde? Ich werde auf jeden Fall auf dem eingeschlagenen Weg weiter machen, da ich schon einige unerwartete schöne Entdeckungen darauf gemacht habe (z.B. der Gesang der Vögel).
9.   Interessante Internetseiten:  
http://www.hoergeraete-siemens.de/de/04-produkte/_resources/pdf/beethoven_2000.pdf
http://www.hoertraining.net/
http://www.audiva.de/                                                
http://ciad-audioproducts.com/downloads/geers-koll-2002.pdf                         http://www.tomatishoertraining.at/tomaitis_hoerstudio_klagenfurt.html
http://www.tomatis.lu/                      
http://www.lerntherapie-kuehlmann.de/de/angebot/Foerderung-Detail.php                 http://www.hoertraining.org/index.html

Soweit mal meine bisherigen Überlegungen. Die nächsten Schritte die ich machen werde sind: Ich werde nochmals meinen Ohrenarzt aufsuchen und nach Gehörtraining fragen; ich werde zur Logopädin und zum Hörgerätetechniker gehen und mich auch bei ihnen erkundigen.
Ich berichte dann wieder von meinen Nachforschungen.
Brigitte  
   
 

Offline Ciconia

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Re:Hörtraining – Wer hat Erfahrung?
« Antwort #5 am: 13. April 2008, 15:57:06 »
Das hört sich alles super an. Die Frage ist nur, wird es die KK bezahlen? Mein Mann leidet unter starkem Tinnitus und wollte etwas Ähnliches (Hörtraining mit Gesang an der Uni Heidelberg) machen. Leider wurde das abgelehnt und es ist recht teuer bei Selbstzahlung. Da zahlt die KK lieber nochmals eine komplette Reha für meinen Mann im Juni in einer Tinnitusspezialklinik. Das ist der ganz normale Wahnsinn - die Reha ist viel teuerer, ist aber gelistet und wird desahalb bezahlt. Zur Erinnerung, ich bin die Patientin mit dem KHBW-Tumor. Mein Mann hat Tinnitus als Folge jahrelanger Arbeit im Lärm.

LG
Ciconia

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Flummi

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Re:Hörtraining – Wer hat Erfahrung?
« Antwort #6 am: 13. April 2008, 18:02:27 »
hallo,
ich finde die ganze Debatte ziemlich spannend, zumal ich momentan aufgrund bilateraler ANs gezwungen bin, mich intensiver mit dem Thema Hören oder nicht Hören zu beschäftigen.

Nach meiner ersten OP auf der rechten Seite verlor ich ca. 90% des Hörvermögens...ich hatte einen sehr starken Tinitus der sich bei Stress verschlimmerte und die Tonart änderte...ausserdem hatte ich eine so genannte Hyperakusis. D.h. in größeren, leicht halligen Räumen mit mehreren Leuten hörte sich selbst Flüstern für mich so an, als ob ich angebrüllt würde.  Im Rahmen eines Hirnleistungstraining bei einer Ergotherapeutin (darüber kriegt man das nämlich bezahlt, bei Neuropsychologen nicht) haben wir ein selbst entworfenes Training gemacht um diese Hyperakusis in den Griff zu kriegen, weil ich doch gerade im Rahmen meiner Ausbildung im Unterricht arge Probleme hatte damit. Nach ca. einem Jahr Ergotherapie war das Problem zwar nicht behoben, aber doch deutlich besser. Ebenso verhielt sich das mit dem Tinitus.

Interessant ist ausserdem...jetzt viereinhalb Jahre nach der ersten OP wurde erneut ein Hörtest gemacht und siehe da...Hörverlust 65% es scheint als ob so ein Nerv doch begrenzt in der Lage ist sich zu erholen. Damals hiess es: "tut mir leid, der Nerv ist tot und alles was sie scheinbar noch hören ist durch Knochenleitung übertragen"
Naja auch Ärzte können sich irren...
;D

Allen noch einen schönen Abend,
Lieben Gruß Tini

Offline Cira

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Re:Hörtraining – Wer hat Erfahrung?
« Antwort #7 am: 13. April 2008, 18:48:04 »

Hallo,


ich bin ja seit 1991 schwerhörig,dazu tinnitus, ständig schwankendes gehör, mal bischen besser, mal ganz schlecht,oft wechselte das hören, verstehen ,mehrmal am tag all die jahre,,,

jetzt habe ich seit dem 28 feb. ein C.implantat...weil  beide ohren immer schlechter wuden,. rechts dann an taubheit gerzend,also fast null, selbst mit hörgrät war nix mehr möglich zu verstehen,links hochgradig schwerhörig...
dieses implantat habe ich rechts bekommen, dies geht aber nur, wenn der nerv noch in ordnung ist,das war bei mir,auf beiden seiten der nerv okay...
also,trotz intakten hörnerv war,bin ich taub...
vier wochen nach der op bekam ich dann den sprachprozessor(halt  das teil am kopf und hinter dem ohr)weil erst nuss die schwellung weg sein, das magnet am kopf hält sonst nicht...
ich MUSS jetzt jeden tag hörtrain. machen,noch klingt alles verzerrt,hallend mit echo und schrill klirrender nachall...
so,du hast deinen nerv geschädigt,ich glaube nicht,das da hörtrain. was nutzt, wie gesagt,ich bin taub und trozdem jetzt hörend, aber nur, weil der nerv vollkommen okay ist...
viell. solltes du dich an speziellen kliniken,solche die CIs op ausfühen mal wenden und nachfragen...das wäre einmal ...zb. bochum elisabeth klinik, MHH hannover,würzburg gibt es auch eine...denke das du da mehr in erfahrung bringen kanns,die kennen sich da ja ganz anders aus mit dem gehör,als "ganz normale" HNO abteilungen.....


gruß Cira

Ulrich

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Re:Hörtraining – Wer hat Erfahrung?
« Antwort #8 am: 13. April 2008, 19:12:24 »
Links dazu

http://www.dcig.de/

http://www.hcig.de/

http://de.wikipedia.org/wiki/Cochleaimplantat

http://www.marcus-haas.de/ci/ci.html

Suchbegriffe: cochlea implantat, cochlea implant, cochleaimplantat, cochlea-implantat

Offline Cira

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Re:Hörtraining – Wer hat Erfahrung?
« Antwort #9 am: 13. April 2008, 19:34:33 »

ups da war ulrich schneller, wollte auch gerad was an adressen eingeben, die ersten beiden,wirkl. sehr gute foren...


gruß Cira

Flummi

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Re:Hörtraining – Wer hat Erfahrung?
« Antwort #10 am: 13. April 2008, 21:35:33 »
Liebe Cira, lieber Ulrich

Vielen dank für die Tips...eine Hörnervtestung steht bei mir noch aus...war in Hamburg in der CI- Ambulanz zum Vorgespräch. Die Chancen sind zumindest rechts nicht so gut, weil der Nerv wohl zu stark geschädigt ist. Es gibt eine Untersuchung (AEP), die testet mittels Elektrode hinterm Ohr, ob der Nerv elektrische Potenziale sendet wenn er stimuliert wird und dort habe ich seit der ersten OP quasi eine Nulllinie.
100% Gewissheit gibt aber der Promontoriumstest.

Links werden wir sehen, wie die OP verläuft, das Hörvermögen zu erhalten steht natürlich an erster Stelle.

Offline Cira

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Re:Hörtraining – Wer hat Erfahrung?
« Antwort #11 am: 13. April 2008, 21:56:13 »

  hallo,

na dann bist du ja an der richtigen stelle mit der CI-Ambulanz...
meine hörnerven wurden auch elekt. gemessen,elektrode ins ohr,war nett :'(
ich hatte ja gehofft, das mein,wenn auch minimal restgehör mir erhalten bleibt,bei der CI op, aber, nein, 100% taub...nun hoffe ich,das mir wenigstens nicht auch noch so nach und nach der rest von linken ohr verloren geht..ich komme mir schon vor,wie einersatzteillager...irgenwann werde ich sicher auf den sondermüll entsorgt werden :o.


liebe grüße Cira

Offline brigitteb58

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Re:Hörtraining – Wer hat Erfahrung?
« Antwort #12 am: 30. April 2008, 22:05:24 »
Hallo!

Nachdem ich bisher viel nachgedacht, gelesen und mich informiert habe, werde ich jetzt auch aktiv.

Als erstes habe ich mich mit dem ausgedruckten Text, in dem ich meine ganzen Überlegungen niedergeschrieben hatte, zur Logopädin begeben.
Als erstes meinte sie, ich sollte mich nochmals an meinen Ohrenarzt wenden, der würde gegebenenfalls Behandlungen bei ihr verschreiben. Ansonsten meinte sie ich könnte mit einer anderen Person zusammen Übungen machen, bei der die andere Person in verschiedenen Lautstärken und Tonhöhen mit verdecktem Gesicht mit mir spricht und ich muss das gesagte dann wiederholen.
Die andere Sache über die wir sprachen war die Sache mit dem Ohropax. Schon seit einiger Zeit war mir die Idee gekommen das gesunde Ohr mit Ohropax zu verschließen, um das schlechtere Ohr zur Arbeit zu zwingen. Nur nachdem ich auch schon einiges über den Tinnitus gelesen hatte und inzwischen auch weiß, dass Hören ein ganz komplizierter Vorgang ist, hatte ich Angst einfach so ´rum zu experimentieren. Die Logopädin meinte, es könnte durchaus eine Möglichkeit sein, mit Ohropax zu experimentieren. Es bestünde für  mich keine Gefahr zum Beispiel einen Tinnitus zu provozieren.
Zuhause habe ich angefangen auszuprobieren. Zuerst die Experimente mit Ohropax:
Die ersten 15min mit nur dem geschädigten Ohr in Aktion fühlte ich mich das erste Mal  total taub. Dann hörte ich die Vögel wieder zwitschern, ich verstand die anderen wieder, wenn sie mit mir sprachen und nach und nach gewöhnte ich mich regelrecht daran. Die ersten Tage benutze ich Ohropax zweimal am Tag jeweils eine Stunde. Dann merkte ich, dass es besser war zwei Stunden am Stück das gute Ohr abzudichten. Ich wähle meistens Zeitpunkte aus, zu denen ich mich in der freien Natur befinde mit wenig Krach und hauptsächlich natürlichen Geräuschen. Ich hatte dann auch die dumme Idee mit verstopftem guten Ohr zur Gymnastik zu gehen, ein Raum mit Hintergrundsmusik und vielen Leuten. In dieser Stunde habe ich wirklich nicht viel mitgekriegt. Nachher war mir auch klar, dass es für das geschädigte Ohr wirklich zu viel ist, wenn es filtern und gleichzeitig hören soll.
Nachdem ich auch mehrmals von der guten Wirkung von klassischer Musik auf das Gehör gelesen habe, wollte ich auch das ausprobieren. Früher war mein Lieblingskomponist von klassischer Musik immer Beethoven. Komischerweise habe ich im Moment keine Lust Beethoven zu hören, da er mir im Augenblick zu gewaltig erscheint. Mein Gefühl sagt mir, dass etwas weniger mächtige Musik mir jetzt besser täte. Deshalb habe ich mir Mozart ausgewählt (bei der Tomatis-Methode wird ja auch hauptsächlich Mozart gehört). Das erste Mal hörte ich die Ouvertüre der „Zauberflöte“ mit verschlossenem guten Ohr. Ich stellte fest, dass ich die hohen Töne von Flöte und Geige wirklich schlecht höre. Deshalb gehe ich jetzt folgender Maßen vor: Ich höre die entsprechenden Stücke erst mit beiden Ohren, dann nur mit dem geschädigten, sodass das schlechte Ohr „weiß“ was es hören soll.
Als weiters habe ich festgestellt, dass alles auch von meiner Tagesform abhängt. Ich habe Tage an denen höre ich recht gut und dann gibt es regelrecht taube Tage. Ein bisschen hängt das sicher mit Müdigkeit zusammen. An Tagen an denen ich mich müde fühle höre ich auch schlechter. Wovon das sonst noch abhängen könnte habe ich noch nicht herausgekriegt.
Es ist schwierig zu sagen, ob diese Experimente Erfolg haben oder nicht. Ich bilde mir zumindest ein, dass meine allgemeine Geräuschempfindlichkeit etwas nachgelassen hat. Und ich bilde mir auch ein, dass die Filterfunktion der Ohren wieder besser ist.

Dann habe ich mir auch die Sache mit dem verdeckten Sprechen überlegt. Das ist doch dieselbe Situation wie am Telefon. Ich halte nach wie vor den Telefonhörer an mein rechtes (= betroffenes) Ohr. Beim Telefonieren habe ich keine Schwierigkeiten. Mir wird der Eindruck immer stärker, dass es eine Sache der Konzentration ist. Beim Telefonieren weiß ich von Anfang an, dass ich zuhören muss und habe deshalb keine Schwierigkeiten. Die Probleme fangen an, wenn mich jemand unerwartet anspricht; die ersten Worte verstehe ich dann meistens nicht. Mir ist der Vergleich eines Gerätes in Modus „stand by“ gekommen. Bevor ich gesprochenes verstehe muss mein Gehör aus dem „Stand by“-Modus aktiviert werden. Bevor meine Hörschwierigkeiten anfingen kannte ich diese Probleme nicht. Und jetzt kann es einen Satz lang dauern, bis ich auf verstehen umgeschaltet habe. Kann mir das jemand erklären?
Außerdem habe ich den Eindruck, dass es mir schwerer fällt die italienische Sprache zu verstehen, die ja nicht meine Muttersprache ist, obwohl ich schon 20 Jahre in Italien lebe und mir in manchen Lebensbereichen die deutsche Sprache schon fast zur Fremdsprache geworden ist.

Des weiteren habe ich nochmals meinen Ohrenarzt aufgesucht. Da er mich gebeten hatte ihn über Neuigkeiten zu informieren bin ich nach meinem Termin beim Neurochirurgen ohne Anmeldung vorbeigegangen. Nachdem ich ihn informiert hatte, dass ich auf jeden Fall die nächste MRT abwarten soll und wenn sich kein Wachstum des ANs zeigt erstmal gar nichts weiter unternehmen soll, war er so begeistert, dass dann das Sprechen über mein Gehör in Vergessenheit geriet. Ich habe aber auch ihm den ausgedruckten Text mit den Gedanken zu meinem Hörproblem gegeben und habe schon einen neuen Termin ausgemacht.

Und dann war ich noch beim Hörgeräteakustiker, bei dem ich den ersten Hörtest gemacht hatte. Auch er hat meinen Text bekommen. Er rat mir auch nochmals den Ohrenarzt aufzusuchen und nach einem Hörgerät zu fragen. Der Akustiker meinte nämlich, es gäbe durchaus Hörgeräte die mir helfen könnten. Weiter meinte er, dass es wichtig wäre etwas zu unternehmen, denn das Gehör (hier die am Hören beteiligte Hirnrinde) könne durchaus vergessen, dass das rechte Ohr auch hohe Frequenzen hören kann, sodass ich, wenn ich erst später mit einem Hörgerät beginne regelrecht wieder lernen müsste hohe Frequenzen mit diesem Ohr wahrzunehmen. Des weiteren meinte er, dass das Hören im Moment für mich sicherlich recht ermüdend sei und ein Teil meiner momentan festgestellten Mattigkeit durchaus daher rühren könnte.

Ich habe noch weitere interessante Internetseiten gefunden:
http://www.hoertraining-speth.de/
http://www.tomatis.lu/
http://www.tomatis.at/frames/hoerkur.html
http://www.tomatis.de/
http://www.tomatis-hoertraining.at/tomatis_tomatis_tomatis_tomatis.html

Meine nächsten Schritte werden der Gang zum Ohrenarzt sein und ich werde mich mit dem Tomatis-Hörtrainig befassen. Kennt das jemand?

Noch eine weitere Frage: welche Erfahrungen haben andere AN-Besitzer  in Bezug auf Hörgerät gemacht?

Ciao
Brigitte

             
 

Offline Karsten64

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Antw:Hörtraining – Wer hat Erfahrung? Hörobic Hörtraining
« Antwort #13 am: 08. April 2016, 10:23:40 »
Es gibt auch ein gutes Hörtraining für zu Hause. Hörobic Online-Hörtraining ist ein webbasiertes Übungsprogramm
Man kann es praktisch immer und überall nutzen. Die Übungen  sind optisch sehr schön aufbereitet und
und man kann das Hören gut trainieren. Soweit mir bekannt ist wird es in Phoneatrieschen Kliniken, Akustikfachgeschäften und Logopädischen Praxen undtherapiebegleitend eingesetzt. Hauptsächlich zur Tinnitusbehandlung, bei Hörempfindlichkeiten und bei der Anpassung von Hörgeräten . Das Hörobic Online-Hörtraining geeignet sich aber gut als Hörtraining für zu Hause oder eben mal zwischendurch Es macht Spass und richtet sich an alle Altersklassen. Vielleicht einfach mal Hörobic ausprobieren.

Offline jura

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Antw:Hörtraining – Wer hat Erfahrung?
« Antwort #14 am: 05. Oktober 2022, 17:40:02 »
Hallo zusammen,

schon sehr lange habe ich hier nicht mehr geschrieben.

Als mein Sohn 16 Jahre alt war, wurde sein Akustikusneurinom mit dem Cyberknife erfolgreich bestrahlt.
Heute ist er 31 Jahre alt, hat inzwischen Politikwissenschaften und Journalismus studiert.
Es geht ihm also sehr gut! :)
Regelmäßig lässt er ein MRT machen.

Eine Sache ist aber geblieben und belastend:
Auf dem betroffenen Ohr ist er so gut wie taub.
Vor ein paar Tagen hat er mir erzählt, dass es schwierige Situationen gibt, wie etwa im Straßenverkehr oder größere Veranstaltungen. Da fühlt er sich durch das einseitige Hören sehr überfordert.

Jetzt zu meiner Frage:
Gibt es inzwischen Abhilfe, z.B durch neuentwickelte Hörgeräte? Vor 15 Jahren gab es leider nichts.

Hat da jemand Erahrung und kann darüber berichten?

Das wäre toll und würde mich sehr freuen!

Liebe Grüße
Julia
« Letzte Änderung: 05. Oktober 2022, 17:47:04 von jura »

 



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