HirnTumor-Forum

Autor Thema: Kliniksuche Neurochirurgen in/um Hamburg  (Gelesen 52013 mal)

fips2

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Re:Neurochirurgen in/um Hamburg
« Antwort #30 am: 16. März 2008, 16:46:35 »
Hallo Bluebird.
Der Chirurg meiner Frau hat bei der Beratung keinerlei Panik gemacht.
Er sagte von vorn herein,dass bei ihr eigentlich noch Zeit besteht bis zur Dringlichkeit.Nur die Vor und Nachteile hat er klipp und klar dargelegt.Entscheiden muss der Patient selbst.

Er hat auch keinerlei Druck ausgeübt oder gedrängt.Im Gegenteil er  bremste sogar noch als meine Frau sich spontan für den schnellsten Termin bewarb.Er war sehr überrascht und meinte sie solle erst mal ne Nacht darüber schlafen und sich dann noch mal telefonisch melden um den Eingriff zu bestätigen.

Ich will hier genau so wenig Panik verbreiten sondern wollte nur den Hinweis des Mitbedenkens geben.

Gruß Fips2

Offline rosalie

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Re:Neurochirurgen in/um Hamburg
« Antwort #31 am: 16. März 2008, 22:07:40 »
Hallo an Jo, fips2, Bluebird und sina,

ich habe mit Aufmerksamkeit Eure vorherigen Kommentare gelesen und entnehme daraus, daß man sich hier doch Gedanken macht und bin dankbar für diese Diskussion und die verschiedenen Aspekte.

Am Donnerstag werde ich noch den Gesprächstermin im Gamma Knife in Anspruch nehmen und anschließend schnell und zügig entscheiden, was ich mache. Ich überlege in den letzten Tagen sehr viel und meine Tendenz geht stark in Richtung OP, denn ich hätte bei zu langem Warten auch Angst und Bedenken, daß das Meningeom zu weit an den Sinus heranwächst. Lieber möchte ich auf Nummer Sicher gehen, ehe die OP noch komplizierter werden könnte.

Ganz sicher weiß ich, daß ich zum jetzigen Zeitpunkt Angst habe vor diesem Eingriff, aber wiederum denke ich mir: Was bleibt mir anderes übrig? Warte ich noch länger, wird die seelische Belastung zu groß, denn ich weiß nicht, wie lange ich das aushalte. Solch eine Belastung schwächt ja auch den Körper.

Selbst wenn man halbjährlich per Kernspin kontrollieren und erstmal alles im grünen Bereich bleiben würde, könnte es sich evtl. noch eine Zeit lang hinziehen - ich werde dann noch älter sein und die Risiken der OP evtl.  dann noch größer. Und, wie schon von mir erwähnt, weiß ich nicht, wie lange Prof. Samii noch selbst operiert, denn ich möchte mich auf jeden Fall von ihm der Sicherheit wegen operieren lassen.

Sicher, wenn man Pech hat, kann immer was passieren, aber es gäbe mir auf jeden Fall ein besseres Gefühl, wenn er die OP ausführt.

Läge das Meningeom in einem gefahrloseren Gebiet, würde ich mir natürlich noch Zeit lassen,  denn es gibt ja Meningeome, die noch größer als meines sind und trotzdem keine Gefahr darstellen, vorausgesetzt, man ist beschwerdefrei.

Und die Tatsache, daß bei mir eine leichte Verdrängung der angrenzenden Hirnfurchen besteht, stimmt mich ebenso bedenklich, was immer es auch bedeuten mag (habe dies bisher leider vergessen, die Ärzte zu fragen).

Also, Ihr Lieben, danke nochmals herzlich - es ist schön, daß man sich hier nicht alleingelassen fühlt. Mir hilft dieses Forum sehr bei der Bewältigung meines Problems.

Auf jeden Fall werde ich berichten, wie es bei mir weitergeht und was der Arzt im Gamma Knife zu meinem Fall sagt.

Ganz liebe Grüße
rosalie

Offline sina

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Re:Neurochirurgen in/um Hamburg
« Antwort #32 am: 16. März 2008, 22:41:55 »
hi rosalie,

das ist eine gut entscheidung!!! dr. samii ist letztes jahr 70 jahre geworden, wenn man ihn allerdings sieht dann schätzt man ihn auf ende 50 jahre ein.


vor der op brauchst du keine angst haben, ist zwar einfach so gesagt, aber es ist so. ich selber hatte auch furchtbare angst davor, nur man braucht diese nicht zu haben.

man ist nach einer op sofort wieder fit, hatte keine schmerzen am kopf und kann 2 tage später wieder laufen und alles machen. natürlich mit etwas schonung. geht alles noch nicht so schnell....aber du bist der gleiche mensch ohne dieses menigeom!!!!

frei von dem balast. ich habe mein menigeom immer "mein kleinen freund genannt" habe wochen vor der op mal ein paar mehr gläser sekt getrunken um "diesen freund" los zu werden , aber dies funktionierte nicht. es klingt bescheuert, aber keiner meiner familie konnte mich verstehen, was für ängste ich hatte. damit lebt man alleine

nach der operation wurde dann gefeiert. gleich eine woche später.

glaube mir du fühlst dich viel bereiter wenn du den tumor nicht mehr hast, halte dir dies vor augen, die op hilft dir dabei  du musst keine angst davor haben. gehirnop sind besser körperlich zu verkraften als alle anderen op.

man muss sogar keine reha  besuchen. wenn man gerne will dann schon, aber ich habe auch keine besucht. 1 monat später war ich schon wieder arbeiten.

wünsche dir viel erfolg und bericht vom gama knife zentrum.

gruss
Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.(Lucius Annaeus Seneca)

Am 22.11.1995 wurde mir mein neues Leben geschenkt und dafür bin ich sehr sehr dankbar

Offline Bluebird

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Re:Neurochirurgen in/um Hamburg
« Antwort #33 am: 16. März 2008, 22:55:43 »
Hallo Sina, hallo Rosalie!

Niemand wird Dich wegen Deiner " Sektlaune " vor der OP für bescheuert halten. Ich weiss nicht, wie ich mich vor so einem lebenswichtigen Eingriff verhalten würde. Ich bin eine ganze Zeit nach der Diagnose ziemlich neben der Spur gewesen. Das ist doch völlig verständlich, auch wenn viele sagen, ist ja " nur " ein gutartiger Tumor.

Ich finde diese angeregte Diskussion mit den unterschiedlichen Standpunkten ebenfalls  sehr interessant.  Jedes Argument hat seine Berechtigung, ist abzuwägen.
Es ist Dein Kopf, Rosalie!
Eine gutes Beratungsgespräch im Gamma Knife Zentrum wünsche ich Dir, bis dahin
an alle hier
Gute Nacht und liebe Grüße
Birgit
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Offline rosalie

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Re:Neurochirurgen in/um Hamburg
« Antwort #34 am: 16. März 2008, 23:01:09 »
Hallo sina,

ich bin ganz Deiner Meinung, daß jeder Patient anders ist und sich den Arzt seines Vertrauens aussucht. Für mich kommt im Falle einer OP nur Prof. Samii in Frage, weil ich Vertrauen zu ihm und seiner Klinik habe.

Unsere Fälle ähneln sich, was das Falxmeningeom zum Sinus anbetrifft, wobei es bei Dir ja noch viel akuter war. Umso mehr bestätigt sich die Kompetenz von Prof. Samii, weil er die OP bei Dir so gut hinbekommen hat.

Eine Gute Nacht wünsche ich Dir -
ich berichte wieder!

LG rosalie

Offline rosalie

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Re:Neurochirurgen in/um Hamburg
« Antwort #35 am: 16. März 2008, 23:20:01 »
Hallo sina und Bluebird,

lese gerade, daß Ihr mir während meines letzten Beitrages auch geschrieben habt...

Danke nochmal für´s Mutmachen und Eure lieben Wünsche! Werde aufgrund dessen gleich auch schon etwas entspannter schlafen   :).

Nun wünsche auch ich Euch eine gute Nacht - ich melde mich in Kürze wieder und berichte!

Herzliche Grüße
rosalie  


fips2

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Re:Neurochirurgen in/um Hamburg
« Antwort #36 am: 17. März 2008, 07:57:10 »


man muss sogar keine reha  besuchen. wenn man gerne will dann schon, aber ich habe auch keine besucht. 1 monat später war ich schon wieder arbeiten.


gruss

Hallo Sina
Es freut mich für dich,dass du deine OP so gut verkraftet hast bis jetzt und wünsche dir,dass es weitehin so gut läuft.

Zur Reha kann ich nur,anders als du,Jedem raten sie in Anspruch zu nehmen.

Ich meine mich erinnern zu können,dass du noch recht jung bist.Da verkraftet der Körper einen solche OP besser als ein Mensch im mittleren oder etwas gehobenen Alter.
Dann arbeitest du auch, glaub ich, im familieneigenen Betrieb,wie du erwähnt hast.
Da kann man damit andres umgehen.Wenn dann mal der Schädel brummt, kann man mal eben Pause machen und weitermachen wenns wieder besser ist.

Man sollte bedenken,wenn man Familie und Kids hat,dass der Alltag seeehr schnell eingekehrt und dann rächt es sich irgendwann, die "Kraft und Seelentanke" AHB nicht mitgenommen zu haben.

Wer hier im Forum aufmerksam liest stellt diesen Fehler des AHB-Verzichts öfters fest und dass Patienten dies im Nachhinein eingestehen und bereuten,darauf verzichtet zu haben.
Die fühlten sich auch gleich nach der OP stark genug zum Bäumeausreißen.
Die Handycaps,wenn auch nur Kleine(Schwindel,Kopfschmerz,Gedächtnislücken) kommen und das Trauma der OP,sowie die seelische Belastung der Ungewissheit vor der OP und der Umgang mit den Nachuntersuchungen muss verarbeitet und erlernt bzw.vorbereitet werden.Beim Einen früher ,beim Andren später.Eine Hirn- op ist wie einen starke Gehirnerschütterung oder ein voller KO für einen Boxer.Ohne geringe Blessuren geht es nicht ab.Auch beim besten Chirurgen nicht.

Wer wieder arbeiten geht muss seinen Mann/Frau stehen wenn er/sie da ist.Da wird nicht gefragt ob man noch Probleme hat oder nicht.Anwesend ist anwesend.Punkt.Mehr juckt den Arbeitgeber nicht.

Nicht umsonst steht von Gesetzwegen jedem Tumorpatieneten einen AHB nach jeder OP zu.
Da haben die deutsche HTH und die deutsche Krebshilfe nicht aus Spass an der Freude dafür gekämpft und durchgesetzt.Das ist mit ein Grund warum ich solchen Ratschlägen, wie du sie gibst, entschieden entgegentrete.Ohne dich jetzt angreifen zu wollen.Aber das verwässert alle Anstrengungen die für die Betroffenen getan wurden.Solche Leistungen sind schneller wieder gestrichen wie erkämpft.
Link hierzu: http://www.mc600.de/forum/index.php?board=63;action=display;threadid=2613

Gut. Ich habe absolutes Verständnis dafür,wenn einen Mutter lange krank war und von der Familie getrennt war,dass sie nicht unbedingt ein großes Interesse an einer AHB hat.Sie will nur noch Heim.
Hier ist es aber möglich Kompromisse mit den Rehaeinrichtungen einzugehen.
Ein guter Sozialberater der Klinik wird sich hier auch intensiv um Lösungen bemühen.
Man glaubt nicht was alles geht, wenn der Arzt einen medizinische Notwendigkeit bestätigt.
Da wird sogar für die Kids eine Tagesbetreuung in der Klinik organisiert,damit die Mutter keinen Trennungsschmerz hat.Oder die AHB findet ambulant oder heimatnah statt.

Zumindest hatte meine Frau diese Erfahrung sammeln dürfen in ihrer Klinik.
 
Aber glaub mir.
Meine Frau hatte vor Jahren diesen Fehler,bei einer andren schweren Erkrankung auch mal gemacht und bereut ihn heute bitter. Weil sie das seelische Päckchen 20 Jahre unnötig mit sich rum trug.Das wurde dann alles in der letzten AHB endlich aufgearbeitet.

Jeder soll selbst entscheiden was er tut.Nur hinterher jammern bringt dann nix.Da ist der Zug abgefahren von den Kostenträgern her sowiso.

Gruß Fips2

« Letzte Änderung: 17. März 2008, 11:09:04 von fips2 »

Offline Bluebird

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Re:Neurochirurgen in/um Hamburg
« Antwort #37 am: 17. März 2008, 12:31:28 »

Liebe Rosalie,

ich habe eine Frage, die ich bisher vergessen hatte zu stellen. Du lebst jetzt schon nahezu 8 Jahre mit der Diagnose. Hattest Du im Laufe der Zeit Beschwerden, hat sich etwas an Deinem Befinden geändert?

Ich schließe mich hinsichtlich der Anschluss-Reha der Meinung fips an.  Wenn auch nach der OP keine Defizite vorhanden sind, so braucht der (nicht mehr ganz junge) Körper doch eine gewisse Zeit zur Regeneration. Auch die Psyche muss den Eingriff verarbeiten, da tuen die Gespräche in der Reha gut.

LG
Birgit
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Offline rosalie

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Re:Neurochirurgen in/um Hamburg
« Antwort #38 am: 17. März 2008, 12:48:19 »
Hallo fips2,

ich kann gut verstehen und nachvollziehen, was Du vorhin geschrieben hast. Meines Erachtens sollte man auch die Möglichkeit nutzen, eine Reha zu machen, wenn sie glücklicherweise gegeben ist...

Ich denke, sina versteht Deine Worte auch richtig, sie ist noch jung und hat anscheinend bis jetzt wohl keine Probleme nach ihrer OP gehabt. Sicherlich wollte sie mir auch Mut machen, daß eine OP auch gut zu ver
kraften sein  k a n n  wie es wohl in ihrem Fall ist. Bin auch sehr froh, daß sie mir bezügl. ihrer OP im INI berichten und mir einige Informationen weitergeben konnte, weil ich ja im Falle meiner OP mich dort hin begeben möchte. So weiß ich wenigstens in etwa, was mich dort erwartet, wobei natürlich jeder Patient und jeder Fall anders ist. Das ist ja das Schöne, daß man sich hier in diesem Forum austauschen und somit auch Hilfe erfahren kann.

Als ich sinas Bericht gestern abend las, war mir für mich persönlich klar, daß ich eine Reha in jedem Fall auch in Anspruch nehmen werde, obwohl ich nicht mehr berufstätig bin und einen lieben Mann habe, der inzwischen auch pensioniert ist und mich daher zuhause unterstützen könnte.

Aber auch das heißt nichts, denn ich weiß sehr wohl, wie es ist, wenn man nach einer OP wieder zuhause ist. Denn dann holt einen schnell wieder der Alltag ein und gerade als Frau meint man dann oft, daß man wieder im Haushalt mitmischen kann. Hatte vor 2 Jahren eine Gallenblasen-OP und selbst da braucht man Disziplin, daß man sich noch etwas schont, nicht gleich wieder schwer hebt etc.  

Außerdem bin ich nicht mehr die Jüngste, obwohl ich im allgemeinen noch ziemlich fit bin. Aber trotzdem besteht hier die Gefahr, daß man sich viel langsamer von der OP erholt.

Die Psyche spielt mit Sicherheit auch eine große Rolle, eine Reha zu machen, damit man das Ganze aufarbeiten kann.

Und für Berufstätige ist eine Reha erst recht erforderlich, daß man wieder fit und erholt in den  den Berufsalltag zurückkehren kann.

Ich danke Dir, daß Du nochmal ausführlich auf das Thema eingegangen bist, damit die Leute hier gut inpuncto Reha gut informiert sind und diese auch möglichst für sich in Anspruch nehmen. Auch das gehört zur Gesundheitsvorsorge.

Für Deine Frau hoffe ich, daß sie gesund bleibt - ihr Beispiel zeigt, daß eine Reha wichtig sein kann.

LG rosalie

fips2

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Re:Neurochirurgen in/um Hamburg
« Antwort #39 am: 17. März 2008, 12:59:30 »
Hi rosalie
Danke für die lieben Wünsche für meine Frau.Werds ihr ausrichten.

Eine sehr gute Entscheidung von dir die AHB in Anspruch zu nehmen.
Da ihr ja beide Rentner seid, nutzt die Zeit der Reha für eine gemeinsame Kur, sofern das vom Kostenträger her möglich ist.Es gibt ja die Möglichkeit eines Kururlaubes.Dein Mann hat bestimmt auch das ein oder andre Wehwehchen und der Streß der Angst geht auch an uns Angehörigen nicht spurlos vorbei.
Dein Mann bekommt dann die Anwendungen von der KK gezahlt und für die Unterkunft sorgt er selbst,bekommt aber einen Zuschuss  von 15€/Tag von der KK.
Evtl. erfolgt die Unterkunft deines Mannes, im Idealfall, in der selben Klinik  in der du auch bist.

Ich wünsch dir einen gute Genesung und guten Verlauf der OP.
IGB Fips2
« Letzte Änderung: 17. März 2008, 13:58:57 von fips2 »

Offline rosalie

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Re:Neurochirurgen in/um Hamburg
« Antwort #40 am: 17. März 2008, 14:23:53 »
Hallo liebe Bluebird,

während ich vorhin fips2 antwortete, hattest Du mir geschrieben...

Also, wie von mir schon berichtet, wurde im Rahmen meiner Angiom-Kernspin-Kontrolle das Meningeom vor 8 Jahren entdeckt, aber mehr so nebenbei von den Radiologen erwähnt. Und auch in den Untersuchungsberichten an meinen Hausarzt wurde nicht in Erwägung gezogen, mir Rat beim Neurochirurgen diesbezügl. zu holen. Auf gut Deutsch gesagt, bestand erstmal kein Handlungsbedarf, weil es 7 mm groß war, bis dahin wohl noch günstig lag und jahrelang auch keine Anstalten machte, zu wachsen.

Ich hatte bei den Untersuchungen auch das Gefühl, daß man mehr Augenmerk auf das Angiom richtete, das Meningeom spielte erstmal mehr eine Nebenrolle.

Anfang 2007 hatte ich dann am späten Nachmittag während des Einkaufens im Supermarkt plötzlich eine Sehstörung, sah also im rechten Gesichtsfeld bogen- und halbkreisförmige goldene Zacken, die flimmerten. Nanu, dachte ich mir, was ist das denn? Da der Supermarkt kurz zuvor umgebaut hatte und ich davor an einem Regal mit gleißendem Licht stand, hatte ich es zuerstmal darauf geschoben. Als ich dann durch die Kasse war, war dieses Phänomen auch wieder verschwunden - außer, daß mir ein wenig schwindlig war. Das war aber kurz danach auch wieder vorbei.

Erstmal hatte ich die Sache abgehakt. Am Abend und 3 Stunden später, ging das mit dem Zackensehen schon wieder los. Ich ging ins Bad, schaute in den Spiegel und und stellte fest, daß ich mein linkes Auge völlig klar sah, während das rechte diffus verschwommen war, zeitweise sogar wie ausradiert. Das fand ich dann unheimlich und berichtete meinem Mann darüber.

Wir sind dann vorsichtshalber in die Notambulanz unserer Klinik  gefahren, weil ich Angst hatte, evtl. Zeichen eines Schlaganfalls zu haben. Wobei ich erwähnen muß, daß ich nie in meinem Leben geraucht habe, nicht unbedingt díck bin, niedrigen bis normalen Blutdruck habe, gute Cholesterin- und Blutzuckerwerte - also alles in allem kein Risikopatient für Schlaganfall...

In der Klinik war man natürlich vorsichtig - ich berichtete über mein Angiom und Meningeom - und es wurde u. a. sofort ein CT gemacht. Entwarnung: Kein Schlaganfall. Da ich hin und wieder Migräne habe, wurde mir erklärt, daß dieses Zackensehen eine typische Migräneaura ist (typisches Wahrnehmen der Zacken ähnl. einer alten Burgmauer). Da ich aber zu dem Zeitpunkt keine Kopfschmerzen hatte, wurde ich darüber aufgeklärt, daß man die auch nicht unbedingt haben muß, aber trotzdem eine Migräneaura bestehen kann.

Zur Sicherheit sollte ich noch eine Nacht dableiben, weil am nächsten Morgen schon früh noch ein Kernspin, ein EEG und ein Ultraschall der Halsschlagadern gemacht werden sollte. Ich kam noch an einen Tropf, der aber keine Lyse war, sondern reine Flüssigket, Elektrolyte o. ä. Als ich dann in meinem Zimmer lag, bekam ich später tatsächlich noch starke Kopfschmerzen, vom Hinterkopf aus. Ich bat die Krankenschwester um Pfefferminzöl (nicht lachen, ich bin so eine "Naturtante" ) und rieb mir Nacken, Stirn u. Schläfen damit ein - es half! Habe häufig mit verspannter HWS zu tun..

Kernspin, Ultraschall der Halsschlagadern am nächten Morgen waren ok., EEG aber nicht. Lt. Oberarzt dieser Neurologie hätte das EEG auf Anzeichen einer fokalen Epilepsie hingedeutet. Ich fiel aus allen Wolken, denn damit hatte ich bisher in meinem Leben noch nie was zu tun. Zur Sicherheit sollte ich noch 3 Tage in der Klinik bleiben, weil mir ab sofort Keppra 500 - morgens und abends - verabreicht wurde, gegen Epilepsie.
Die Dinger machten furchtbar müde, kam mir jedesmal vor, wie nach einer Holzhammernarkose. Nach 3 Tagen wurde ich entlassen mit der Option, mich beim Neurologen vorzustellen, daß ich hin und wieder ein Kontroll-EEG gemacht bekomme und außerdem sollte ich das Keppra 1 Jahr lang vorerst nehmen.

Mir wurde dann außerdem gesagt, daß das vorhandene Meningeom zeitweise auf irgendwas drücken könnte und diese fokale Epilepsie oder die Bereitschaft dazu auslösen könnte. Plötzlich redete man nicht mehr von Migräneaura, sondern, daß das, was ich da rechts wahrgenommen hätte, mit meinem Meningeom links zu tun haben könnte - es findet ja immer was entgegengesetzt statt.

Wegen meines venösen Angioms wurde dort noch Panik gemacht - ich sollte unbedingt bei Prof. Forsting in der Uniklinik Essen, der eine Koryphäe sein soll, bezügl. meines Angioms mit allen verfügbaren Unterlagen und Berichten dort zu einem Gespräch vorstellig werden, mit der Option, evtl. eine Embolisierung des Angioms vorzunehmen. Zur Information: Das Angiom sitzt rechts.

Auf meine Frage: Warum - das Ding habe ich schon von Geburt an, wurde zufällig entdeckt, ohne jemals Beschwerden gehabt zu haben, wurde mir geantwortet: Das könnte ja mal platzen. Alle Ärzte einschl. der Neurologen haben das bisher widerlegt - venöse Angiome machten sowas in der Regel nicht. Zwei Neurologen haben mir das auch bis jetzt bestätigt, daß dieses Ding mir nie was machen wird, es sei denn, es würde ein erheblicher Druck im Kopf ausgelöst - Pressen -  hoher Blutdruck o. ä.

Nun ja, Prof. Forsting hat sich alle Unterlagen genau durchgesehen, einen persönl. Gesprächs-Termin habe ich da erstmal nicht bekommen. Die Unterlagen wurden mir zurückgeschickt und mir mitgeteilt, daß vom Angiom keine Gefahr ausgeht und auch nichts gemacht werden muß. Gott sei Dank!

Nun zurück zum Meningeom:
Mein Neurologe hat mir weiterhin erstmal Keppra verordnet, zwischendurch wurden immer wieder Kontroll-EEGs gemacht, die vollständig in Ordnung waren. Es konnte natürlich daran liegen, daß ich das Keppra zu dieser Zeit noch nahm. ..

Seit Oktober letzten Jahres, ich fragte, ob ich die Keppra nicht mal versuchsweise absetzen kann, erklärte sich mein Neurologe damit einverstanden, da er inzwischen auch seine Zweifel hatte, ob ich überhaupt etwas mit Epilepsie zu tun habe. Gesagt, getan, ich nehme es seither nicht mehr und meine inzwischen 3 x erfolgten EEGs ohne Keppra waren in Ordnung. Ich hoffe, daß es so bleibt.

Tja, weil mein Meningeom von anfangs 7 mm größtes Maß vor Jahren inzwischen innerhalb eines Jahres von 1,7 cm auf 2 cm und von 0,9 mm auf 1,2 cm,  also jeweils um 3 mm gewachsen ist, außerdem die Tendenz hat, zum Sinus zu wachsen, sagte mir erst jetzt Ende Dezember 07 bei der letzten Untersuchung ein  Radiologe, daß es viell. besser ist, es zum jetzigen Zeitpunkt herauszuoperieren, da es noch günstig liegt. Es hätte die Tendenz zum Wachsen und es könnte gefährlich werden, wenn es zu nahe an den Sinus herankommt. Auch schon meines Alters wegen sollte ich lieber die OP nicht zulange herausschieben.

Das hatte mir vorher noch niemand gesagt,  muß aber sagen, daß die untersuchenden Radiologen in dem Institut immer wechseln, dieser Radiologe ist schon länger dort, hatte aber noch nicht mit meinen Aufnahmen bisher zu tun.

Dann ging dieser Bericht an den Neurologen - und so kam die ganze Sache bezügl. Meningeom ins Rollen...

Mein Gott, das war jetzt aber ein langer Bericht - tut mir leid, kürzer ging es nicht...

LG
rosalie

Offline Birgit2008

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Re:Neurochirurgen in/um Hamburg
« Antwort #41 am: 17. März 2008, 14:24:38 »
Hallo ihr alle,

bezüglich der Reha kann ich nur beipflichten, man sollte sie
wirklich in Anspruch nehmen, da man es später bitter bereut.
Ebenso die Wiedereingliederung in den Beruf.
Die Möglichkeit langsam wieder einzusteigen ist Gold wert.

Die Frage mit der Kostenübernahme kann auch gestaffelt
geregelt werden.

Da ich auch das Problem habe zum Operateur unbedingtes
Vertrauen fühlen zu müssen und auch die erforderliche
Menschlichkeit unbedingt haben muß, ist man mir in der
Klinik entgegen gekommen.
Man schlug mir vor nur den OP.-Tag als privat laufen zu
lassen, so dass ich von Herrn Prof. Dr. Klug operiert werden
konnte, alles andere lief über die KK, alle Untersuchungen-
auch die konventionelle Angiographie usw.
Das wurde dann mit den Kosten des normalen Kostensatzes
verrechnet, so dass ich nur die Differenz dieses OP-Tages
privat bezahlen mußte.

So werde ich es auch wieder machen, ich sitze ja auch wieder
in der "Warteschleife".

Zeigt sich Wachtstumstendenz OP. und sonst abwarten bis
zur nächsten MRT Kontrolle.

Mir hilft es schon, dass ich damit nicht allein bin und wenn die
anderen es schaffen damit zu leben, dann schaffe ich es auch
und drücke allen weiterhin die Daumen . damit sie auch auf
die eine oder andere Weise gut damit leben können.


Alles Gute und viel Glück
B.

Offline rosalie

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Re:Neurochirurgen in/um Hamburg
« Antwort #42 am: 17. März 2008, 14:26:58 »
Danke, lieber fips2, für die guten Wünsche und Tipps - ich kann beides gut gebrauchen!

Ich werde natürlich berichten und informieren, wie es mit mir weitergeht..

Herzl. Grüße
rosalie

fips2

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Re:Neurochirurgen in/um Hamburg
« Antwort #43 am: 17. März 2008, 14:39:49 »
Danke, lieber fips,
für die guten Wünsche und Tipps


Hihihi
Reimt sich sogar
 ;D
« Letzte Änderung: 17. März 2008, 14:40:17 von fips2 »

Offline rosalie

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Re:Neurochirurgen in/um Hamburg
« Antwort #44 am: 17. März 2008, 15:10:21 »
Lustig - fällt mir jetzt erst auf!   :D

"Nicht verzweifeln, fragt den Fips,
der hat immer gute Tipps"

 



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