HirnTumor-Forum

Autor Thema: Metastase von Lungenkrebs  (Gelesen 22766 mal)

destiny

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Metastase von Lungenkrebs
« am: 24. September 2006, 22:12:18 »
Hallo Zusammen,

weiß gar nicht so genau, wie ich anfangen soll, da ich zum einen noch ziemlich geschockt bin, zum anderen aber hier so viele Hoffnung machende Berichte gelesen habe.

Ich hoffe, Ihr könnt mir weiter helfen. Bei meiner Mutter (65) wurde am Donnerstagabend ganz überraschend ein Hirntumor festgestellt. Sie hat seit gut 2,5 Jahren anfallartige Kopfschmerzattacken, die meistens nachts auftreten im Abstand von 2 - 5 Tagen. Das wurde aber zuerst auf einen Bandscheibenvorfall im Halswirbelsäulenbereich geschoben. Doch nach der OP wurden die Kopfschmerzen auch nicht besser. Vor ca. 3 Wochen fing sie an, sich zu verändern. Sie war ständig müde, unkonzentriert, die Stimme schleppender, vergaß viele Sachen. Wir hielten es für Nebenwirkungen von Tabletten, die sie aufgrund einer Magenschleimhautentzündung nehmen musste. Donnerstagmorgen war es dann noch schlimmer und hinzu kam ein leicht herunterhängender Mundwinkel links.

Der Hausarzt schickte sie mit Verdacht auf Schlaganfall zum Neurologen, der sie dann weiter zum Röntgen mit Kontrastmittel schickte. Dabei wurde im Kopf ein 4 cm großer Tumor entdeckt. Der Röntgenarzt schrieb als Diagnose "Glioblastom", was uns natürlich zusätzlich total geschockt hat.

Sie wurde noch am gleichen Abend ins Klinikum Aachen gebracht. Freitag wurde dort dann eine Kernspintomographie gemacht und der OP-Termin schon für morgen früh angesetzt.

Die Ärztin im Klinikum sagte nach der Kernspin, sie würde davon ausgehen, dass es ein Menigeom sei - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit. Ganz sicher könne man das jedoch erst nach der OP sagen, wenn der histologische Bericht da sei, was ca. 1 Woche dauert.

Wir sind natürlich fix und fertig und vollkommen überrollt worden von den Ereignissen der letzten Tage.

Meine Frage an Euch ist jetzt: Welcher Diagnose soll ich glauben bzw. kann es sein, dass die Ärztin in Aachen uns nicht die Wahrheit sagt? Dieses Glioblastom hängt mir furchtbar nach und macht mir eine unheimliche Angst. Bei einem Menigeom dagegen scheinen die Chancen ja ganz gut zu stehen - obwohl natürlich auch hier die Angst im Nacken sitzt, dass bei der OP morgen irgendwas schiefgeht :-(

Für Anregungen und Antworten wäre ich total dankbar, denn ich weiß nicht, wo ich sonst fragen kann. Hinzu kommt nämlich, dass ich seit 16 Jahren unter Panikattacken leide und für mich schon die weite Fahrt nach Aachen ein Disaster ist. Ich war zwar jetzt 2x dort, aber habe nie einen Arzt angetroffen und es auch immer nur 1,5 Stunden dort ausgehalten.

Liebe Grüße
Helga
« Letzte Änderung: 10. Oktober 2006, 11:03:38 von Ulrich »

Offline Ciconia

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Re:Glioblastom oder Menigeom?
« Antwort #1 am: 25. September 2006, 09:35:13 »
Hallo Helga,

während der OP wird etwas Tumormasse eingereicht für einen sogenannten Schnellschnitt. Dann kann eine erste Aussage darüber gemacht werden, um welchen Tumor es sich handelt. Fragt danach.

Ansonsten dauert es tatsächlich ca. eine Woche bis zur endgültigen Histologie. Dies ist sicher eine ungewisse Zeit, die wir aber alle durchleben mußten.

Zitat
Die Ärztin im Klinikum sagte nach der Kernspin, sie würde davon ausgehen, dass es ein Menigeom sei - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit.

Das hört doch schon sehr positiv an!

Alles Gute für die OP deiner Mutter!

LG
Ciconia
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destiny

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Re:Glioblastom oder Menigeom?
« Antwort #2 am: 25. September 2006, 11:54:45 »
Hallo Ciconia,

herzlichen Dank für Deine schnelle Antwort und die guten Wünsche.

Sicherlich hast Du recht und wir werden einfach warten müssen.
Es ist halt nur so verunsichernd, wenn der Röntgenarzt so eine negative Diagnose drauf schreibt, die Ärztin in AC uns dann aber doch Hoffnung in Aussicht stellt.

Das alles kam auch so überraschend, dass wir keine Zeit hatten, Informationen einzuholen oder eine zweite Meinung.

Gott sei Dank gibt es dieses Forum, wo man wenigstens mal nachlesen kann, wie es nach einer solchen OP weiter geht und was man beachten sollte. Das ist wirklich toll und hilft schon ein ganzes Stück weiter.

Dir auch alles Liebe und Gute.

Lieben Gruß
Helga

Sarabande

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Re:Glioblastom oder Menigeom?
« Antwort #3 am: 26. September 2006, 22:16:42 »
Hi Helga

Unserer Erfahrung nach neigen Röntgenärtzte zu übertreibung.  Wir haben nach mehreren böse Erfahrungen gelernt, deren Umschlagen ungeöffnet zum Neurologen zu nehmen.  Was die  vermuten, sind letztendlich nur Vermutungen.  OFT FALSCH!!  Versuch erstmal an das positiv zu glauben, so schwer wie es eben ist.  

Ich druck euch die Daumen,

Liebe Grüße,

Sarabande

destiny

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Glioblastom oder Menigeom?
« Antwort #4 am: 27. September 2006, 14:44:20 »
Hallo,

ich danke Euch vielmals für Eure Antworten!!!

Meine Mutter ist Montag operiert worden und hat die OP auch gut überstanden. Sie läuft sogar schon wieder durch die Gegend  :)

Leider aber hat uns der Oberarzt, der sie operiert hat, gestern mitgeteilt, dass es weder ein Meningeom gewesen sein soll, noch ein Glioblastom.
Er drückte sich wie folgt aus: "etwas, wie eine Metastase"  :'(

Sie wollen meine Ma jetzt auf den Kopf stellen und suchen, wo ein "eventueller" Primärtumor sitzt. Ich zweifle mittlerweile an allem, obwohl ich wirklich der Überzeugung war, sie ist dort bei Spezialisten und in guten Händen!

Okay, ich kenne mich mit der ganzen Sache ja nicht so aus, aber ein "eventueller"??? Ich meine, es MUSS doch einen Tumor geben, sonst hätte es die Metastase nicht gegeben, oder liege ich da so falsch?

Aber anscheinend sind sie sich selbst bei der Aussage "Metastase" nicht ganz sicher - oder aber sie wollen uns die Wahrheit nur Stückchen für Stückchen beibringen. Zu meiner Schwester meinte er noch, das "Ding sei schleimig gewesen". Habt Ihr schon mal so was gehört?

Wir versuchen, jetzt erstmal so ruhig wie möglich zu bleiben und uns nicht gleich das Schlimmste auszumalen, bevor wir nicht irgendwann mal eine endgültige Diagnose haben, aber das ist verdammt schwer. Vermutlich brauche ich das Euch nicht zu erzählen, denn Ihr hab diese leidvolle Erfahrung sicher auch schon gemacht.

Vielen Dank auch für die lieben Wünsche und das Daumendrücken!
Tut gut!

Lieben Gruß
Helga


Offline Jo

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Re:Glioblastom oder Menigeom?
« Antwort #5 am: 27. September 2006, 16:38:35 »
Hallo Helga,
ich hatte vor meiner Op die Aussage: " Es könnte sich um ein Meningeom, eine Metastase oder eine andere Art von Tumor handeln"....

Da meine Mutter ein Glio 4 hat, wollte der Radiologe wohl vorsichtig sein mit seinen Prognosen.
Es war ein Meningeom Grad 1. Die Neurochirurgen sagten das auch gleich, nach der Op.  Sicherheit hatte ich aber erst eine Woche später. Ein Arzt meinte einmal, dass kleine Meningeome  manchmal wie Metastasen aussehen können.

Für mich war die Histologie natürlich ein Geschenk.
Ich  wünsche euch  auch bald eine "gute" Nachricht.
Gruß: Jo
« Letzte Änderung: 28. September 2006, 15:19:48 von Jo »

destiny

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Re:Glioblastom oder Menigeom?
« Antwort #6 am: 28. September 2006, 12:32:14 »
Hallo Jo,

vielen Dank für Deine Antwort. Sie hat mir wieder ein wenig Ruhe gebracht. Hast sicher recht: Es kann alles sein und wir müssen abwarten und dann schauen, was auf uns zukommt und wie wir damit zurecht kommen.

Die Ärztin in der Klinik meinte wohl gestern zu meiner Schwester, dass es immer noch ein Meningeom sein könnte oder eine Metastase oder irgendwas anderes. Also entweder tendieren die auch nach Schnellschnitt noch zu keiner Richtung oder meine Schwester und meine Mutter verstehen die Infos nicht richtig - oder aber die Ärzte selbst sind sich nicht einig.

Eines meiner größten Probleme ist, dass ich bisher keinen Arzt gesprochen habe. Ich habe seit 16 Jahren mit Panikattacken zu tun und bin daher stark eingeschränkt. Ich kann nur spontan versuchen, ins Klinikum zu fahren und hoffe, dass es dann auch klappt und ich keine Attacke kriege und umdrehen muss. Von daher bin ich auf die Infos von Mutter und Schwester angewiesen, die aber ganz anders an das Thema ran gehen und sich überhaupt nicht informiert haben. Ich habe hier so viele Infos gesammelt, wie in meinen Kopf rein ging und das hilft mir auch ein wenig, das alles zu begreifen und zu verarbeiten.

Notfalls muss ich halt wirklich auf den Arztbericht warten, wo ja dann schwarz auf weiß drin steht, was es ist und ich dann mit Sicherheit die Diagnose kenne.

Meine Mutter musste heute schon in die Nuklear-Abteilung, wo alle Knochen, wie sie es nannte, fotografiert wurden. Kann mir nicht denken, dass die das direkt so machen, ohne den begründeten Verdacht zu haben, dass es wirklich eine Metastase ist  :-\

Ich hoffe, Dir geht es gut und wünsche Dir nur das Beste!

Liebe Grüße
Helga

 

Offline Jo

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Re:Glioblastom oder Meningeom?
« Antwort #7 am: 28. September 2006, 15:41:42 »
Liebe Helga,
versuch vielleicht dein weiteres Informationsbedürfniss noch einwenig zurückzuhalten, bis ihr die Histologie habt.
Es nützt wenig, jetzt schon mal prophylaktisch sozusagen alle Möglichkeiten anzudenken...du machst dich verrückt dabei und eine Angstattacke würde da schon fast jeden Gesunden ereilen.
Die Op ist vorbei und gut überstanden. Weitere Planung ist erst möglich, wenn ihr Klarheit habt.
Es hilft deiner Mama sicher, wenn du gut informiert bist....aber es hilft nicht, wenn du dich von deinen Sorgen auffressen lässt.
Pass auch einwenig auf, wieviel Information du verkraftest.
Frau übernimmt sich in solchen Situationen gerne mal.
Ich spreche aus eigener Erfahrung, Gruß: Jo

destiny

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Weder - noch ... Es ist ein Melanom
« Antwort #8 am: 29. September 2006, 13:01:40 »
Liebe Jo,

Du hast absolut recht, mit dem, was Du schreibst und ich danke Dir für Deine Antwort.

Wir haben gerade den Befund bekommen: malignes Melanom   :'(

Wo der Primärtumor sitzt, weiß man noch nicht. Auch nicht, wie viele Metastasen er schon gestreut hat.

Kann im Moment nicht klar denken; muss erst mal schauen.

Vielen Dank auf jeden Fall für Eure Hilfe hier!

Ich wünsche Euch alles Liebe,

Helga

Sarabande

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Re:Glioblastom oder Meningeom?
« Antwort #9 am: 29. September 2006, 13:09:13 »
Liebe Helga

Der Dirigent Sir Roger Norrington wurde vor ungefähr 14 Jahren für bösartiges Melanom operiert.  Die Ärzte sagten damals, nur noch höchstens 6 Monate.  Heute ist er topp fit, dirigiert besser dann je, ist super gut darauf und freut sich entsprechend.  Gib die Hoffnung nicht auf!!

Liebe Grüße,

Sarabande

Ulrich

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Re:Weder - noch ... Es ist ein Melanom
« Antwort #10 am: 29. September 2006, 13:55:03 »
Wir haben gerade den Befund bekommen: malignes Melanom   :'(

Wo der Primärtumor sitzt, weiß man noch nicht.

Ist das Melanom nicht der Primärtumor?

destiny

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Re:Glioblastom oder Meningeom?
« Antwort #11 am: 29. September 2006, 14:24:07 »
Wenn ich es richtig verstanden habe, ist die Metastase ein Ableger eines Melanoms. Aber das müssen sie erst finden.    :'(

Ulrich

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Re:Weder - noch ... Es ist ein Melanom
« Antwort #12 am: 29. September 2006, 15:33:19 »
Wir haben gerade den Befund bekommen: malignes Melanom   :'(

Also noch einmal: Ein malignes Melanom ist ein bösartiger Hautkrebs. Auch Hautkrebs kann streuen, kann Tochtergeschwülste bilden. Ob außer dem Melanom noch ein zweiter (Primär-)tumor da ist, wer weiß?

Oder meinst Du, die Stelle auf der Haut hat man noch nicht gefunden?

http://www.melanom.de/
http://www.netdoktor.de/krankheiten/fakta/hautkrebs_melanom.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Malignes_Melanom

destiny

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Re:Metastase von Melanom?
« Antwort #13 am: 29. September 2006, 16:29:24 »
Hallo Ulrich,

ja, genau: Das Melanom auf der Haut wurde noch nicht gefunden.
Durch den histologischen Bericht der Metastase weiß man aber, dass die Metastase von einem Melanom auf der Haut stammen soll.

Sorry, wenn ich mich irgendwie blöd ausdrücke. Bin nur ziemlich durch den Wind, denn die Infos, die ich bisher dazu gefunden habe, sind vernichtend schlecht.

destiny

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Re:Metastase von Melanom?
« Antwort #14 am: 09. Oktober 2006, 18:24:07 »
Hallo Zusammen,

die Ereignisse überschlagen sich momentan  :(
Wir haben jetzt wieder eine neue Diagnose: jetzt geht man davon aus, dass es sich um ein kleinzelliges Bronchialkarzinom handelt. Auf der Lunge wurde wohl beim CT etwas gefunden, weitere Metastasen an der Nebenniere und an den Lymphknoten um die Trachea.
Der Abschlussbericht des Pathologen von der Metastase sagt aus, dass es sich um die Metastase eines neuroendokrinen Karzinoms handelt - und das wiederum spräche für ein kleinzelliges Bronchialkarzinom.

Sie haben uns deutlich zu verstehen gegeben, dass es keine Heilung gibt  :'(
Meine Ma bekommt jetzt erst mal seit heute Bestrahlungen für den kompletten Kopf (als Vorsichtsmaßnahme, weil ja dort die Metastase entnommen wurde).

Ab Mittwoch bekommt sie dann die erste Chemo, die aber nur rein palliativ ist.

Ich will Euch nicht damit zumüllen, wie es uns geht, denn das wisst Ihr ja leider alle selbst aus bitterer Erfahrung.

Ich bin ja auch jetzt quasi hier nicht mehr im richtigen Forum, da es ja nun Lungenkrebs ist, aber ich habe da noch ein paar Fragen wegen der Kopf-OP, wo Ihr mir vielleicht helfen könntet?

Meine Ma wurde Freitagmittag entlassen - und hat keine Tabletten (also Cortison) mitbekommen! Die Entfernung der Metastase ist heute erst 2 Wochen her. Da muss man aber doch normalerweise noch Cortison nehmen, oder?

Außerdem ist ihre Stimme ganz rau, das kann aber doch nicht 1,5 Wochen danach noch mit der OP zu tun haben, oder liegt das auch am Cortison, das sie bis Freitag noch genommen hat.

Sie war auch bis einschließlich Samstag total aufgedreht, konnte nicht schlafen, und hat ein taubes Gefühl am Kopf auf der Seite, auf der operiert wurde. Ist das normal?

Wünsche Euch alles, alles Liebe und Gute, viel Kraft und Zuversicht und wesentlich mehr Glück, als wir es haben.

Lieben Gruß
destiny

 



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