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Autor Thema: Rezidivrate intrakranieller Meningeome...  (Gelesen 17902 mal)

Ulrich

  • Gast
Rezidivrate intrakranieller Meningeome...
« am: 17. Februar 2006, 13:42:30 »
Quelle: http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=978150562&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=978150562.pdf

Eine Dissertation aus der Neurochirurgischen Klinik der TU München (Klinikum rechts der Isar) mit 92 Seiten, die Volltext lesbar ist!

Die Studie leidet ein bißchen darunter, daß die Zahl der Patienten nicht besonders hoch ist, aber die Arbeit gibt schon ganz vernünftige Anhaltspunkte. Ich zitiere die

Zusammenfassung:

"Anhand der klinischen Daten von 150 Patienten, die vom 1.1.1990 bis zum 30.08.2002 am
Klinikum rechts der Isar an einem intrakraniellem Meningeom operiert wurden, erfolgte eine
retrospektive Analyse und statistische Auswertung. Ziel der Arbeit war es mögliche Faktoren
zu finden, die dafür verantwortlich gemacht werden können, dass es trotz erfolgreicher
Entfernung des Meningeoms zu Rezidiven kommt. Das Ausmaß der Resektion wurde nach
Simpson (1957) in die Grad I bis V eingeteilt.
Bei insgesamt 150 Patienten kam es bei 25 zu einem Rezidiv. Dies entspricht einer
Rezidivrate von 16,7%. Die in der Literatur gefundenen Angaben zu Rezidivraten variieren
zwischen 10% und 26%. Bei den meisten Studien konnte jedoch eine eindeutige Signifikanz
für die Rezidiventstehung bei inkompletter Entfernung nachgewiesen werden. Eine statistisch
eindeutige Signifikanz für ein gehäuftes auftreten von Rezidiven bei inkompletter Resektion
konnte in unserer Untersuchung nicht gefunden werden. Eine Tendenz ist allerdings
feststellbar. Aus diesen Gründen sollte, wenn möglich, bei der Resektion des Tumors ein
möglichst großer Sicherheitsabstand eingehalten werden und die durale Ansatzstelle
großzügig mitreseziert werden. Durch die Mitentfernung kleiner, außerhalb des Meningeoms
gelegener Tumorzellnester kann die Rezidivwahrscheinlichkeit gesenkt werden.
Als weitere Faktoren für eine gehäufte Rezidiventstehung konnten in unserer Untersuchung
der histologische Subtypus und der WHO Grad des Meningeoms festgestellt werden. Es fand
sich sowohl beim atypischen und fibrösen Meningeom als auch bei den WHO Graden II und
III ein statistisch signifikant erhöhtes Rezidivrisiko. Bisher wurden nur wenige Studien
veröffentlicht, bei denen der histologische Subtypus als signifikanter Faktor für eine
Rezidiventstehung gefunden werden konnte. Im Gegensatz dazu wird der WHO Grad in der
Literatur als ein prognostischer Faktor für ein erneutes Tumorwachstum beschrieben.
Folgende histopathologische Faktoren werden in der Literatur als mögliche Einflussfaktoren
für eine Rezidiventstehung beschrieben: Eine erhöhte Anzahl an Mitosen, eine
Kernunförmigkeit, eine vermehrte Zellzahl, markante Kernkörperchen, eine
Hypervaskularität, eine Infiltration von Knochen und Gehirn, papilläres Aussehen,
Hämosiderinablagerungen und Nekrosen im Tumorgewebe. Bei der von uns durchgeführten
Studie konnten als statistisch signifikante Risikofaktoren die Anzahl der Mitosen, der
Gefäßreichtum im Meningeom und Nekrosen im Tumorgewebe nachgewiesen werden. Die
Angaben in der Literatur zeigen statistisch gesichert ein erhöhtes Rezidivrisiko bei vermehrt
auftretenden Mitosen und Nekrosen. Die Hypervaskularität des Meningeoms als Risikofaktor
für ein erneutes Wachstum konnte in der vorliegenden Untersuchung erstmals statistisch
gesichert werden.
In Übereinstimmung mit der Literatur konnte in der vorliegenden Untersuchung keine
Korrelation gefunden werden zwischen dem Alter und dem Geschlecht des Patienten, sowie
dem Sitz des Tumors und dem Auftreten von Rezidiven. Auch ein signifikanter Effekt
radiologischer Faktoren und der Strahlentherapie auf die Rezidivbildung konnte weder in
unserer Untersuchung noch in der Literatur nachgewiesen werden.
In der Behandlung intrakranieller Meningeome spielt die Neurochirurgie nach wie vor die
entscheidende Rolle. Alternative Behandlungsmöglichkeiten durch Bestrahlung oder
stereotaktische Radiochirurgie sind Ausnahmefällen vorbehalten. In der Abschätzung der
Rezidiventstehung nach erfolgter Meningeomentfernung spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
Die Wichtigsten sind nach wie vor das Ausmaß der primären Tumorentfernung und
histologische Merkmale des Meningeoms. Mit Hilfe von cytogenetischen und
molekularbiologischen Untersuchungen stehen für die Zukunft aussichtsreiche Möglichkeiten
zur Verfügung um eine genauere Prognose treffen zu können.
Hinsichtlich der Schwächen der durchgeführten Untersuchung ist mit Sicherheit die geringe
Zahl der Patienten zu nennen. Um statistisch eindeutigere Aussagen machen zu können wäre
ein größeres Patientenkollektiv wünschenswert. Auch ergaben sich aufgrund des
Beobachtungszeitraumes von 12 Jahren Schwierigkeiten in der Zuteilung der Meningeome zu
einem bestimmten histologischem Subtypus, da die histologische Einteilung der Meningeome
durch die WHO Änderungen unterworfen war. Ein weiterer Schwachpunkt der Studie lag in
den stark schwankenden Nachbeobachtungszeiträumen der Patienten. Es konnte festgestellt
werden, dass viele Patienten die Neurochirurgische Amblanz am Klinikum rechts der Isar
nicht regelmäßig aufsuchten. Möglicherweise erfolgten die notwendigen
Kontrolluntersuchungen der Patienten heimatnah. Jedoch entziehen sich die Ergebnisse dieser
Kontrollen unserer Kenntnis.
Um statistisch eindeutigere Aussagen treffen zu können wäre eine bessere Nutzung klinischer
und epidemiologischer Krebsregister sinnvoll."
« Letzte Änderung: 20. Oktober 2008, 10:57:29 von Ulrich »

ulrich

  • Gast
Meningeom-Rezidive
« Antwort #1 am: 19. Februar 2006, 10:03:03 »
Hier stelle ich Artikel ein, die ich zu diesem Thema gefunden habe. Recherchiert über medline, den ganzen Text finden Sie in der nächstgelegenen Uni-Bibliothek.


Quelle: J Neurosurg 1983 Jan;58(1):51-6    
Zitat: >The recurrence of intracranial meningiomas after surgical treatment.

Autoren: Adegbite AB, Khan MI, Paine KW, Tan LK.

A study of 114 surgically treated patients with intracranial meningiomas was carried out to evaluate factors influencing recurrence. The data of the initial surgery extended over a 24-year period from January, 1956, to December, 1979. The patients ranged in age from 1 1/2 years to 82 years. Seventy-one (62.3%) were females and 43 (37.7%) were males. The surgical procedure was graded according to Simpson's classification from 1 to 5 (Grade 1 = complete excision, Grade 5 = simple decompression). In this series, 33 procedures (28.9%) were Grade 1, 55 (48.2%) were Grade 2, seven (6.1%) were Grade 3, 18 (15.8%) were Grade 4, and one (0.9%) was Grade 5. There were eight (7%) postoperative deaths. Approximately 60% of the tumors were located in the sphenoid wing (23.7%), convexity (21.1%), and parasagittally (14.9%). Histological diagnosis in 96% of the patients was transitional (42.1%), syncytial (34.2%), and fibroblastic (20.2%) meningiomas. Eight (7%) patients received postoperative radiotherapy. There was evidence of recurrence in 22 patients (19.3%). Twenty-one underwent a second surgical procedure. Using survival analysis, it was determined that 80% of the patients were free of recurrence 5 years after the initial surgery, and approximately 50% showed no recurrence 20 years after the initial surgery. Only the grade of the initial surgery had a statistically significant influence on recurrence. Sex of patients, site and histology of the tumor, and postoperative radiotherapy had no statistically significant influence on recurrence. Angioblastic and malignant meningiomas were rare (only four cases), and recurred relatively quickly.<


Quelle: J Neurosurg 1985 Jan;62(1):18-24

Zitat: >Meningioma: analysis of recurrence and progression following neurosurgical resection.

Mirimanoff RO, Dosoretz DE, Linggood RM, Ojemann RG, Martuza RL.

The rates of survival, tumor recurrence, and tumor progression were analyzed in 225 patients with meningioma who underwent surgery as the only treatment modality between 1962 and 1980. Patients were considered to have a recurrence if their studies verified a mass effect in spite of a complete surgical removal, whereas they were defined as having progression if, after a subtotal excision, there was clear radiological documentation of an increase in the size of their tumor. There were 168 females and 57 males (a ratio of 2.9:1), with a peak incidence of tumor occurrence in the fifth (23%), sixth (29%), and seventh (23%) decades of life. Anatomical locations were the convexity (21%), parasagittal area (17%), sphenoid ridge (16%), posterior fossa (14%), parasellar region (12%), olfactory groove (10%), spine (8%), and orbit (2%). The absolute 5-, 10-, and 15-year survival rates were 83%, 77%, and 69%, respectively. Following a total resection, the recurrence-free rate at 5, 10, and 15 years was 93%, 80%, and 68%, respectively, at all sites. In contrast, after a subtotal resection, the progression-free rate was only 63%, 45%, and 9% during the same period (p less than 0.0001). The probability of having a second operation following a total excision after 5, 10, and 15 years was 6%, 15%, and 20%, whereas after a subtotal excision the probability was 25%, 44%, and 84%, respectively (p less than 0.0001). Tumor sites associated with a high percentage of total excisions had a low recurrence/progression rate. For example, 96% of convexity meningiomas were removed in toto, and the recurrence/progression rate at 5 years was only 3%. Parasellar meningiomas, with a 57% total excision rate, had a 5-year probability of recurrence/progression of 19%. Only 28% of sphenoid ridge meningiomas a second resection, the probability of a third operation at 5 and 10 years was 42% and 56%, respectively. There was no difference in the recurrence/progression rates according to the patients' age or sex, or the duration of symptoms. Implications for the potential role of adjunctive medical therapy or radiation therapy for meningiomas are discussed.<


Eine neue Publikation über den Zusammenhang von Progesteron-Rezeptoren an der Oberfläche von Meningeomen und der Rezidivgefahr. Recherchiert über medline (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi).

Quelle: In Vivo 2002 Jul-Aug;16(4):265-70

Zitat: >The impact of progesterone receptor expression on relapse in the long-term clinical course of 93 benign meningiomas.

(Sinngemäß etwa: Progesteron-Rezeptoren und Rezidivgefahr: eine Langzeituntersuchung von 93 Fällen von gutartigen Meningeomen)

Strik HM, Strobelt I, Pietsch-Breitfeld B, Iglesias-Rozas JR, Will B, Meyermann R.
Institute of Brain Research, University of Tubingen. herwig.strik@med.uni-goettingen.de

BACKGROUND: Previous clinicopathological observations have pointed towards an impact of progesterone receptor (PgR) expression on the clinical course of meningiomas.

MATERIALS AND METHODS: Expression of PgR and the proliferation marker MIB-1 was assessed by immunohistochemistry in the primary tumours of 30 cases of benign, completely resected, recurrent meningiomas and compared with 63 cases of meningioma without recurrence for 14 or more years.

RESULTS: Univariate analysis showed a significantly higher risk for recurrence (odds ratio 3.533) for tumours with a low expression of PgR. A tendency for a higher risk for tumours with higher proliferation rate (odds ratio 6.889) was not significant. In 20 cases in which the primary tumour could be compared with its recurrence, no consistent changes of PgR expression were observed.

CONCLUSION: Our findings support previous studies that found an association of low or absent expression of PgR with a higher risk of recurrence. This encourages attempts at a hormonal therapy for patients with PgR-positive meningioma.<


Quelle: Journal of Clinical Oncology, Vol 21, Issue 17 (September), 2003: 3285-3295
© 2003 American Society for Clinical Oncology

Zitat: >New Classification Scheme for the Prognostic Stratification of Meningioma on the Basis of Chromosome 14 Abnormalities, Patient Age, and Tumor Histopathology

Angel Maíllo, Alberto Orfao, José María Sayagués, Pedro Díaz, Juan Antonio Gómez-Moreta, Marcelino Caballero, David Santamarta, Angel Santos-Briz, Francisco Morales, María Dolores Tabernero

From the Neurosurgery Service, Pathology Service, and Unidad de Investigación, Hospital Universitario de Salamanca; and Centro de Investigaciones del Cáncer, Cytometry General Service and Department of Medicine, University of Salamanca; Salamanca, Spain.

Address reprint requests to Angel Maíllo, MD, Servicio de Neurocirugía, Hospital Universitario de Salamanca, Paseo de San Vicente 58, 37007 Salamanca, Spain; e-mail: a_maillo@yahoo.es.

Purpose: Meningiomas are usually considered benign tumors. However, relapses occur in 10% to 20% of all patients, including both histopathologically aggressive and benign tumors. This study explored the value of numerical abnormalities for 10 different chromosomes in meningiomas for predicting relapse-free survival (RFS).

Patients and Methods: This study prospectively analyzed the frequency of numerical abnormalities of chromosomes 1, 9, 10, 11, 14, 15, 17, 22, X, and Y in 70 meningioma patients by fluorescence in situ hybridization and their relationship with disease characteristics at diagnosis and patients’ outcome.

Results: Results showed the presence of numerical abnormalities for one or more chromosomes in most patients (77%). Chromosome 22 in the whole series and chromosome Y in males were those more frequently altered, followed by chromosomes 1, 14, and X in females. Patients with abnormalities of chromosomes 1, 9, 10, 11, 14, 15, 17, the sex chromosomes, and gains of chromosome 22 were associated with adverse prognostic features, more frequent relapses, and shorter RFS. Multivariate analysis showed that tumor grade together with chromosome 14 status and age were the best combination of independent variables for predicting RFS. According to these variables, all patients with a score of two or more than two adverse prognostic factors had experienced relapse at 5 years, whereas none of those with a score of zero had experienced relapse 10 years after surgery.

Conclusion: In addition to age and histologic grade, abnormalities of chromosome 14 contribute to a better prognostic stratification of meningioma patients at diagnosis. Additional prospective studies in larger series of patients, also including larger numbers of patients who experienced relapse, are necessary to confirm the utility of the proposed predictive model. <


« Letzte Änderung: 13. August 2008, 12:51:41 von Ulrich »

Ulrich

  • Gast
Re:Rezidivrate intrakranieller Meningeome...
« Antwort #2 am: 08. Juli 2006, 11:45:50 »
In diesem Artikel wird beschrieben, dass Patienten mit einem operierten Meningeom keine erhöhte Sterblichkeit aufweisen verglichen mit dem Durchschnitt der Bevölkerung. Nachteil an der Studie: nur 92 Patienten und die Patienten wurden nur knapp 8 Jahre begleitet.

Zitat: >Operable benign meningioma patients appear to have expected survival that is equivalent to a normal United States population.

Meeting: 2004 ASCO Annual Meeting
Abstract No: 1543

Citation (=Quelle):
Journal of Clinical Oncology, 2004 ASCO Annual Meeting Proceedings (Post-Meeting Edition). Vol 22, No 14S (July 15 Supplement), 2004: 1543

Author(s):
S. Soyuer, E. L. Chang, U. Selek, M. H. Maor, F. Demonte; Erciyes University Medical Faculty, Kayseri, Turkey; M. D. Anderson Cancer Center, Houston, TX; Hacettepe University Medical Faculty, Ankara, Turkey

Abstract:
Background: To compare survival from benign meningioma undergoing resection, with the expected survival from a normal United States population.
Materials and Methods: Our patient series consisted of 92 patients with histologically verified benign meningioma (WHO grade I) operated on The University of Texas M. D. Anderson Cancer Center between March 1953 and January 2001. The median age was 48 years (range, 17- 93 years), and there was a 2.2 (63/29) preponderance of female patients. The 5 most common tumor sites in descending order was convexity, falx, sphenoid wing, cavernous sinus, and clivus. . Forty-eight patients underwent gross total resection, and 44 patients underwent subtotal resection. Forty patients underwent adjuvant (n=12) or salvage radiotherapy (n=28). The endpoints analyzed were progression-free survival (PFS) and overall survival (OS). PFS and OS rates were calculated using the Kaplan-Meier method. Overall survival curve of the study population is compared with the age, race, and sex-adjusted expected survival curve for the U.S. Population born in 1970, generated from data obtained from the U.S. Department of Health and Human Services.
Results: With a median follow-up of 7.7 years, there were 17 deaths and 44 recurrences in the study population. The 15-year PFS and OS rates for all patients were 33% and 70%, respectively. Superimposition of the the study survival data demonstrates that the age-adjusted expected survival curve for the U.S. Population born in 1970 lies within the confidence intervals for overall survival curve of the study population.
Conclusion: This finding suggests that operable meningioma patients at a single institution do not exhibit any greater risk of mortality than that which would be expected for the normal U.S. population.<

« Letzte Änderung: 09. Juni 2008, 11:16:32 von Ulrich »

Offline Ciconia

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Re:Rezidivrate intrakranieller Meningeome...
« Antwort #3 am: 19. November 2006, 17:01:47 »
Beim Meningeomsymposium in Stuttgart am 15.11.2006 wurden in verschiedenen Ausführungen deutlich höhere Rezidivraten genannt, als bisher im Forum.

Unter dem Aspekt habe ich mal gegoogelt und bisher eine Veröffentlichung der UNI Bonn gefunden:

http://home.arcor.de/hm-gerhards/download/Neurologie-Skript.pdf.

Ist eine größeres Pdf-Datei  - sucht speziell auf Seite 65.

Sinngemäß:               5 Jahre          10 Jahre      15 Jahre         nach der 1. OP

totale Resektion:          7%               20 %          32 %
subtotal (Resttumor)   37 %             55 %          91 %

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Ulrich

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Re:Rezidivrate intrakranieller Meningeome...
« Antwort #4 am: 27. Januar 2007, 12:51:15 »
Hier geht es um Parameter, die anzeigen können, wie hoch das Rezidivrisiko sein kann. Unser Mitglied >Jo< wies mich heute auf folgenden Artikel hin:

Link zu PubMed

Quelle: J Neurooncol. 2007 Jan 17; [Epub ahead of print]

ZITAT: >Recurrences of meningiomas: predictive value of pathological features and hormonal and growth factors.

Maiuri F, De Caro MD, Esposito F, Cappabianca P, Strazzullo V, Pettinato G, de Divitiis E.

Department of Neurological Sciences, Division of Neurosurgery, Universita degli Studi di Napoli Federico II, School of Medicine, Naples, Italy.

OBJECTIVE: Recurrence of apparently completely resected benign meningiomas is a rather frequent event, the mechanisms of which are still unclear. The aim of this study is to define the pathological features, proliferation indexes, growth factors and hormone receptor expression in predicting the meningioma recurrence.

METHODS: Two groups of 50 completely resected benign WHO I meningiomas, with and without recurrence respectively, have been reviewed. Tumor location, consistency, vascularity, and histological types have been considered. Immunohistological studies include mitotic index (MI), Ki-67 LI, estrogen and progesterone receptors (ER and PR), Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF), Epidermal Growth Factor (EGF), and Bcl-2. All these factors have been correlated with the recurrence.

RESULTS: The tumor recurrence was not correlated with the patient age, tumor location, consistency, vascularity and histology. There was not difference in the histological pattern between local and diffuse recurrences. M.I. and Ki-67 LI were significantly correlated with the recurrence (P<0.0001). PR negativity had a strong predictive value of recurrence (P<0.0001), whereas the ER status was not relevant. VEGF and EGF-R were not correlated with the recurrence of meningiomas, whereas the Bcl-2 protein positivity showed a tendency to the significativity (P=0.0294). The negative association between Bcl-2 and PR is an interesting finding of our study.

CONCLUSIONS: Higher MI and Ki-67 LI and PR negativity are predictive factors of recurrence of benign (WHO I) completely resected meningiomas, particularly when Bcl-2 positivity is associated.<
« Letzte Änderung: 09. Juni 2008, 11:17:16 von Ulrich »

Offline Ciconia

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Re:Rezidivrate intrakranieller Meningeome...
« Antwort #5 am: 16. Mai 2007, 12:12:04 »
Hier eine weitere Aussage zum Thema Rezidivraten:

Zitat
Rezidive (Nachwachsen):
Abhängig von der Vollständigkeit der Tumorresektion hängt das Rezidiv vom belassenen Tumorrest ab. So findet man in ca. 13% nach vollständiger und in bis zu 85% nach unvollständiger Entfernung ein erneutes Tumorwachstum. Bei bösartigen Formen oder auch multiplen Meningeomen liegt die Rezidivhäufigkeit deutlich höher.
Unabhängig von der Resezierbarkeit des Tumors besteht die Notwendigkeit einer regelmäßigen bildgebenden Nachuntersuchung, die vom Neurochirurgen mitbeurteilt werden muss. Erneute chirurgische Entfernungen nachwachsender Meningeome sind grundsätzlich möglich. In Fällen ungünstiger Lokalisationen, die erneut nur eine Teilentfernung erlauben, finden Konzepte multimodaler Therapien mit größtmöglicher operativer Entfernung und nachfolgender Radiochirurgie Anwendung.


Quelle:http://www.dgnc.de/htm/08/nav/index08_7.html
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Ulrich

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Re:Rezidivrate intrakranieller Meningeome...
« Antwort #6 am: 04. August 2008, 18:51:27 »
Hier gibt es eine ganze Reihe von Literaturstellen bzw. Links zum Thema PROGNOSE: http://www.brainlife.org/prognosis/menu.htm#Meningioma

Offline Jo

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Re: Rezidivrate intrakranieller Meningeome...
« Antwort #7 am: 24. März 2009, 20:49:47 »
Hallo,
noch ein Marker, der  Aufschluss geben kann, wie hoch die Rezidivwahrscheinlichkeit ist:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19298633?ordinalpos=1&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_DefaultReportPanel.Pubmed_RVDocSum

Gruß, Jo

Offline Jo

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Offline Jo

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Re: Rezidivrate intrakranieller Meningeome...
« Antwort #9 am: 30. Oktober 2009, 17:23:58 »
Hallo,
eine neue Studie zu Merkmalen, die ein Rezidivbildung eines Who Grad 1 Meningeoms begünstigen können:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19856217?itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_RVDocSum&ordinalpos=5

und hier:

http://meeting.ascopubs.org/cgi/content/abstract/27/15S/e13013

Gruß, Jo
« Letzte Änderung: 20. Dezember 2009, 12:15:28 von Jo »

Offline Bluebird

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Re: Rezidivrate intrakranieller Meningeome...
« Antwort #10 am: 08. Januar 2010, 18:19:38 »
Aus dem Universitätsklinikum Münster
Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie
– Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. H. Wassmann –
Rezidivverhalten und klinischer Verlauf von atypischen und malignen Meningeomen im Vergleich
zu benignen Meningeomen unter Berücksichtigung der Vollständigkeit der operativen Resektion


http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=990496481&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=990496481.pdf

Danke unserer Jo für den Hinweis.

Bluebird




« Letzte Änderung: 08. Januar 2010, 21:51:03 von Bluebird »
The best time to plant a tree was 20 years ago.
The second best time is NOW.
(Chinesisches Sprichwort)

 



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