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Autor Thema: Wachstumsrate von Meningeomen  (Gelesen 17695 mal)

Ulrich

  • Gast
Wachstumsrate von Meningeomen
« am: 27. April 2005, 10:44:32 »
Den Hinweis auf diese Literaturstelle verdanke ich Prof. Tatagiba, der sie am 23.4.05 beim 16. Hirntumor-Informationstag der Deutschen Hirntumorhilfe in Stuttgart erwähnte.

Quelle: http://www.thieme-connect.com/ejournals/abstract/zblneurochir/doi/10.1055/s-2004-836225

Zitat: >Zentralbl Neurochir 2005; 66: 17-23


Volumetrische Analyse der Wachstumsrate von intrakraniellen Meningeomen nach subtotaler Tumorresektion

 
M. Nakamura1, F. Roser1, J. Michel1, C. Jacobs1, M. Samii1,2

1 Department of Neurosurgery, Nordstadt Hospital Hannover, Germany
2 International Neuroscience Institute, Hannover, Germany


Zusammenfassung

Fragestellung: Intrakranielle Meningeome werden meistens als langsam wachsende Tumore angesehen. Die Wachstumsraten dieser Tumore sind jedoch nur in wenigen Arbeiten bestimmt worden. Ziel dieser Studie ist es, die Wachstumsrate von intrakraniellen Meningeomen nach subtotaler Tumorresektion zu untersuchen und den Zusammenhang mit dem radiologischen und histologischen Erscheinungsbild näher zu analysieren. Die Ergebnisse werden mit unseren vorherigen Untersuchungen an inzidentellen Meningeomen verglichen [14]. Methode: Bei 36 Patienten nach subtotaler Entfernung eines intrakraniellen Meningeoms wurden die Kranken- und Ambulanzakten sowie die relevante neuroradiologische Bildgebung retrospektiv ausgewertet. Die Tumorwachstumsraten wurden durch Berechnung der absoluten und relativen jährlichen Tumorvolumenzunahme und der Tumorvolumenverdopplungszeit bestimmt.

Ergebnisse: Bei 33 Patienten mit histologisch verifiziertem Grad 1 Meningeom (WHO) betrug die durchschnittliche jährliche absolute Tumorwachstumsrate 1,51 cm3/Jahr, die mediane jährliche relative Tumorwachstumsrate betrug 14,18 %/Jahr, die mediane Tumorvolumenverdopplungszeit lag bei 5,228 Jahren. Signifikant höhere relative Wachstumsraten wurden bei jüngeren Patienten beobachtet. Die medianen jährlichen relativen Wachstumsraten waren bei Tumoren mit Kalzifizierung signifikant niedriger als bei Tumoren ohne Kalkeinlagerung. Auch Tumore mit hypo- oder isointensem T2-Signal im MRT hatten eine niedrigere Wachstumsrate verglichen mit Tumoren mit hyperintensem Signalverhalten. Es bestand kein signifikanter Unterschied bei den Tumorwachstumsraten zwischen Männern und Frauen. Die histologische Untersuchung ergab 22 Meningeome vom meningotheliomatösem Subtyp, 8 fibröse und 3 psammomatöse Meningeome. Der Vergleich der Wachstumsraten unter den Subtypen ergab jedoch keinen signifikanten Unterschied. Bei 3 atypischen Meningeomen (WHO grade 2) war die absolute and relative Tumorwachstumsrate signifikant höher und die Tumorvolumenverdopplungszeit kürzer.

Schlussfolgerung: Die Mehrzahl der intrakraniellen Meningeome sind langsam wachsende Tumore, wobei jedoch die Tumorwachstumsraten eine große Variabilität auch unter benignen Grad 1 Meningeomen aufweisen können. Ähnlich wie in unserer früheren Studie an inzidentellen Meningeomen, scheint auch bei Meningeomen nach subtotaler Resektion das Patientenalter als prädiktiver Faktor eine Rolle zu spielen. Das Geschlecht hatte keinen Einfluss auf die Tumorwachstumsrate. Radiologische Merkmale wie Kalzifizierung oder T2-Signalintensität im MRT können zusätzliche Informationen über das zu erwartende Wachstumsverhalten geben. Engmaschige klinische und radiologische Nachtuntersuchungen sind bei jungen Patienten mit Tumoren ohne Kalzifizierung und hyperintenser T2-Signalintensität nach subtotaler Tumorresektion empfohlen, da bei dieser Patientengruppe ein höheres Wachtumspotenzial besteht.<




Meningeom - natürlicher Verlauf - Tumorwachstumsrate - subtotale Resektion

« Letzte Änderung: 01. November 2008, 16:11:53 von Ulrich »

Ulrich

  • Gast
Re:Wachstumsrate von Meningeomen
« Antwort #1 am: 04. August 2008, 15:23:07 »
Seit Jahr und Tag weise ich darauf hin, dass bei Kontroll-MRTs von einem nicht-operierten Meningeom nicht die „Fläche“ des Meningeoms bedeutsam ist, sondern das Volumen. Jetzt habe ich endlich auch darüber einen Artikel gefunden. Growth rate of non-operated meningiomas. = Wachstumsgeschwindigkeit von nicht-operierten Meningeomen.

In der Zusammenfasung steht (Zitat): Conclusions: The mean volumetric growth rate was significantly greater than the planimetric growth rate, suggesting that volumetric measurement conveys more information and is superior in assessing tumor growth. This information could have clinical value in determining the frequency of follow-up imaging and the urgency of surgical intervention.

Etwa: Das Volumenwachstum war deutlich größer als das Flächenwachstum, daraus kann man schließen, dass die Messung des Volumens mehr Informationen liefert und überlegen ist, wenn es um die Bestimmung des Tumorwachstums (oder: Wachstumsgeschwindigkeit) geht. Die Volumenzunahme könnte von klinischer Bedeutung sein, wenn es darum geht, die Zeitabstände von nachfolgenden Kontrolluntersuchungen und die Notwendigkeit eines chirurgischen Eingriffs zu bestimmen.

Die erste Seite des Artikels kann man hier lesen: http://www.springerlink.com/content/a01r8w6v63q81v41/fulltext.pdf?page=1
« Letzte Änderung: 01. November 2008, 16:13:14 von Ulrich »

Offline KarlNapf

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Re: Wachstumsrate von Meningeomen
« Antwort #2 am: 18. November 2008, 11:40:23 »
Hier fand ich einen Artikel mit dem etwas komplizierten Titel Predicting the Probability of Meningioma Recurrence in the Preoperative and Early Postoperative Period: A Multivariate Analysis in the Midterm Follow-Up

Hier geht es um die Vorhersage der Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs oder des Neuauftretens eines Meningeoms. Der Artikel ist VOLLTEXT lesbar.
Dum spiro, spero = So lange ich atme, hoffe ich. (Cicero, ad Atticum 9,11)

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