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Autor Thema: Wie ensteht Glioblastom?  (Gelesen 929 mal)

Offline martina42

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Wie ensteht Glioblastom?
« am: 28. Oktober 2022, 16:43:10 »
Hallo,ich möchte gerne wissen,ob man die Zeitpunkt des Glioblastom -Wachstum festellen kann?

Offline Johanna Teig

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Antw:Wie ensteht Glioblastom?
« Antwort #1 am: 09. Januar 2023, 01:17:14 »
Hallo Martina,

dein Beitrag wurde oft angeklickt, aber niemand hat geantwortet. Es ist auch nicht
ganz klar, ob du wissen willst, warum sich der Tumor bildet oder es darum geht, wie man im Nachhinein
einen Anhaltspunkt dafür finden kann, ab wann sich der Tumor gebildet hat, oder beides?

Zu Letzterem würde ich sagen: Da sind die Beschwerden der beste Anhaltspunkt. Schwindel, Sprachstörungen
oder vorher nicht vorhandene Kopfschmerzen könnten da ein Hinweis sein.

Zur Ursachenforschung: Das ist eine traurige Geschichte. Ich habe dazu von 2001 bis 2004 in der Rubrik
Risikofaktoren viel geschrieben. Ich selbst habe ein Astroblastom, das ist ein Tumor, der erst jetzt mit der
häufiger durchgeführten molekulargenetischen Diagnostik häufiger diagnostiziert wird.

Dabei wäre das Thema Risikofaktoren in erster Linie für Astrozytom- und Glioblastom-Patienten relevant,
weil man da eine genügend große Gruppe an Betroffenen hätte.

Ich hoffe, es geht dir gut!

LG Johanna

Ich finde es ganz schlimm, dass sich die Forschung trotz der relativ hohen Patientenzahlen wenig für dieses
Thema interessiert.

Offline KaSy

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Antw:Wie ensteht Glioblastom?
« Antwort #2 am: 09. Januar 2023, 11:45:02 »
Hallo, Johanna und Martina42,

Wenn ein Glioblastom entsteht, also die ersten Tumorzellen bildet, dann kann es noch gar keine Symptome auslösen.
Diese ersten Zellen, die sich spontan  bilden, können vom körpereigenen Immunsystem erkannt und "vernichtet" werden. Vielleicht aber auch nicht, wenn bestimmte genetische Voraussetzungen oder Umweltbedingungen "stärker" sind.
Dann würden sich diese Zellen teilen und nach vielen Zellteilungsvorgängen ("Mitosen") wäre der Tumor erst so groß, dass er Symptome auslösen könnte.

Das hängt dann davon ab, an welcher Stelle im.Körper sich dieser Tumor gebildet hat.
Ist es einer der Glioblastomarten, dann hat er sich im Gehirn entwickelt. Auch dort gibt es viele Möglichkeiten, wo er sich befindet und in der Nähe welcher Funktionsbereiche er wächst.

Er kann lange keine Symotome erzeugen, wenn es sich um wenig relevante Hirnregionen handelt. Dann kann er sehr groß werden, bevor der Betroffene es bemerkt.

Er kann auch mit einer kleineren Größe auffallen, wenn er in der Nähe wichtiger Bereiche entstand, z.B. das Sehen, das Gedächtnis, die Bewegungen o.ä. beeinträchtigt.
Dann kann es aber immer noch sein, dass bei älteren Personen die Ursache z.B. für das schlechtere Sehen  gar nicht im Kopf gesucht wird, sondern eine altersbedingte Sehschwäche akzeptiert wird und die Person zum Optiker geht und sich eine Brille anschafft.
Das gilt auch für Erinnerungslücken, die ein Betroffener meint, immer schon ab und zu gehabt zu haben, denn wenn er es anderen beschreibt, dann sagen sie rasch: "Das habe ich auch."

Wenn es tatsächlich zu Kopfschmerzen kommt,  dann ist der Tumor bereits so groß, dass sich um ihn ein Ödem gebildet hat (durch das Immunsystem), wodurch der Hirndruck steigt und diese Kopfschmerzen erzeugt. Aber selbst das führt nicht jeden sofort auf den richtigen Weg der Diagnose eines Hirntumors. Es gibt so viele Arten von Kopfschmerzen und wer schon häufiger welche hatte, geht deswegen nicht gleich zum Arzt, sondern nimmt die Tabletten, die ihm sonst auch geholfen haben.

Hirntumoren äußern sich entweder spät oder durch derart unterschiedliche Symptome, die nicht zuerst auf Hirntumoren schließen lassen. Dazu sind es einfach zu wenige Erstbetroffene. Mit etwa 3500 Glioblastom-Erkrankten (in der BRD) pro Jahr gehört dieser Hirntumor zu den seltenen Erkrankungen. Hinzu kommt, dass viele davon ihr erstes Jahr nicht überleben. Manche schaffen zwei, drei Jahre, wenige zehn oder mehr Jahre. Und sie werden in verschiedenen Kliniken betreut. Die Gesamttherapie aus OP, Bestrahlung, Chemotherapie, evtl. Tumortherapiefeldern (TTF) und mehreren weiteren ergänzenden Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln und Methoden (Sport, Entspannung, Heilpraktiker, Osteopathie,  Psychotherapie, ...) wird von verschiedenen Ärzten oder Therapeuten betreut oder teilweise nicht mehr.

Risikofaktoren sind bisher nicht gefunden worden, aber Vergleiche der Tumorzellen von nur kurz und sehr lange Überlebenden führten zu der Erkenntnis der genetischen Unterschiede der Tumorzellen. Daraufhin wurden verschiedene Chemotherapien und weitere Medikamentenkombinationen gezielt entwickelt ubd auch Versuche mit Immuntherapien begonnen. Die mitunter jahrelangen Nebenwirkungen müssen dabei beachtet und berücksichtigt werden.

Es bleibt sehr schwierig, gegen diesen "tödlichen Feind" anzukomnen,  es scheint derzeit sogar unmöglich.

Genauso unmöglich ist es, den Zeitpunkt und das Risiko für die "Erstentstehung" eines Tumors, speziell des Glioblastoms, zu finden.

Selbst bei den häufigen Krebsarten wie Brustkrebs, Lungenkrebs sind die Ursachen nicht eindeutig. Menschen mit erblicher Vorbelastung bekommen keinen Brustkrebs, andere ohne diesen Risikofaktor leiden plötzlich darunter. "Kettenraucher" können vom Lungenkrebs verschont bleiben, konsequente Nichtraucher bekommen ihn.
Bei diesen häufiger vorkommenden Krebsarten gibt es Möglichkeiten der Heilung, nicht für jeden. Aber wann diese Tumoren zuerst entstanden sind, darüber ist auch noch nichts bekannt, was die Menscheit vor Krebs schützen kann.

Ich hoffe und wünsche, dass es allen hier Betroffenen so gut wie möglich geht!
KaSy
Wenn man schon im Müllkasten landet, sollte man schauen, ob er bunt angemalt ist.

Der Hirntumor hat einen geänderten und deswegen nicht weniger wertvollen Menschen aus uns gemacht!

 



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