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Autor Thema: Hoher Blutzucker ist ungünstig für Glioblastom-Patienten  (Gelesen 72 mal)

Offline Johanna Teig

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Hoher Blutzucker ist ungünstig für Glioblastom-Patienten
« am: 19. September 2022, 02:18:46 »
Zu diesem Ergebnis kam schon 2015 eine Studie. Für diese Studie der Universität Toronto
wurden retrospektiv Daten von Patienten, die mit Bestrahlung und Temozolomid behandelt
wurden, ausgewertet:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4498235/

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Einfluss des Blutzuckerspiegels auf die Überlebenszeit von mit Temozolomid und Strahlentherapie behandelten Patienten

Vorliegende Daten legen den Schluss nahe, dass bei Glioblastomen (GBM) hohe Blutzuckerwerte mit ungünstigerem Behandlungserfolg
verbunden sind. Das Ziel dieser Studie ist es, eine Verbindung zwischen dem Blutzuckerspiegel während
Temozolomid-Therapie (TMZ) sowie Bestrahlung (RT) und der Gesamtüberlebenszeit bei erstmals mit GBM diagnostizierten Patienten zu bestätigen. Diese Studie schloss zwischen 2004 und 2011 mit RT und TMZ behandelte GBM-Patienten ein. [...]
Die nach Zeit gewichteten mittleren (TWM) Blutzuckerwerte und Kortison-Gabe wurden vom Beginn der RT bis 4 Wochen nach
Ende der RT dokumentiert. Mittels univariater und multivariater Varianzanalyse wurde der Zusammenhang zwischen dem TWM Zuckerspiegel
sowie anderer prognostischer Faktoren und der Gesamtüberlebenszeit analysiert. Insgesamt wurden 393 Patienten über einen medianen
Zeitraum von 14 Monaten untersucht.
[...]
Für Patienten mit TWM Blutzucker kleiner oder gleich 6.3 mmol/l bzw. in der Gruppe mit TWM Blutzucker darüber war die mediane Überlebenszeit 16 bzw. 13 Monate.   
Die univariate Analyse ergab, dass der TWM Blutzuckerwert, TWM Kortisongabe, Alter, komplette Resektion und Allgemeinzustand mit der Gesamtüberlebenszeit verknüpft waren.
(Anm.: In der univariaten statistischen Analyse betrachtet man Einflussfaktoren nur einzeln, in der multivariaten Analyse werden auch mögliche Abhängigkeiten dieser berücksichtigt.)
Die multivariate Analyse zeigte TWM Blutzuckerwert, TWM Kortisongabe, Alter und komplette Resektion als Variablen mit unabhängiger Aussagefähigkeit.
[...]
Diese Studie zeigt und bestätigt, dass der Blutzuckerspiegel eine (von anderen Faktoren) unabhängige Vorhersagekraft für die Überlebenszeit in mit RT und TMZ behandelten Patienten ist.

(meine Übersetzung, gekürzt)

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Die Idee, GBM-Patienten einfach blutzuckersenkende Medikamente zu verordnen, wurde auch schon - kontrovers - diskutiert. Antwortet bitte auf diesen Beitrag, wenn ich dazu etwas schreiben soll.

Man muss allerdings sagen, dass dies wohl nicht auf Glioblastome beschränkt ist. Der deutsche Nobelpreisträger Otto von Warburg beschrieb schon in den 30er Jahren seine Beobachtung, dass und wie Krebszellen ihren Energiebedarf ausschließlich durch Glukose decken. Er schloss daraus auf die Ursachen von Tumoren. Lt. Wikipedia gilt das zwar als überholt, aber ich denke, es ist sicherlich ein Faktor, wie obiger Artikel nahelegt.

LG,

Johanna
« Letzte Änderung: 19. September 2022, 02:46:32 von Johanna Teig »

Offline KaSy

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Antw:Hoher Blutzucker ist ungünstig für Glioblastom-Patienten
« Antwort #1 am: 20. September 2022, 01:11:18 »
Hallo, Johanna Teig,
Kennst Du die Therapie, die das COC-Institut in London (und irgendwo in den USA) auch als Ferntherapie für Glioblastompatienten anbietet?
Ich habe davon mehrfach aus dem Forum der DHH erfahren.
Betroffene wenden sich dorthin, ihre Daten werden ausgewertet und ihnen wird eine Therapie aus vier Medikamenten mit der individuell passenden Dosierung vorgeschlagen. Es sind Off-label-Medikamente, die für andere Krankheiten bereits zugelassen sind. In ihrer Zusammen- und Wechselwirkung sollen sie eine alleinige oder auch zu den Standardtherapien ergänzende Wirkung gegen Glioblastome haben. Es gab eine nicht sehr große Gruppe, bei der eine Studie erfolgreich war. Nun wenden sich so einige Betroffene dorthin, weil sie es sofort begleitend beginnen wollen oder es als "letzten Strohhalm" sehen.
Diese Medikamente sind:
der Cholesterinsenker Ator-Vastatin
das Wurmmittel Mebendazol
das der Malaria vorbeugende Doxycyclin
das gegen Diabetes wirkende Metformin

Gerade Metformin bestätigt bereits in der Anwendung mit anderen Mitteln gemeinsam (!) das, was Du geschrieben hast.
Die Wirkung ist natürlich individuell unterschiedlich, je nach Datenlage und Vorbefunden.

Zur Ernährung der Krebszellen aus Zucker gibt es durchaus Forschungen und verständliche Erklärungen. Ernährt man sich völlig zuckerfrei, also auch ohne Kohlenhydrate, dann "bauen sich die Krebszellen" aus den Bestandteilen der Proteine und Fette "selbst das zusammen", was sie zu ihrer Teilung und damit zum Wachstum des Tumors benötigen.

Weniger Zucker ist gesund, aber der völlige Verzicht auf Kohlenhydrate schadet gerade Krebspatienten, da sie nicht selten durch eine Chemotherapie oder auch allein durch die Krebserkrankung an Gewicht verlieren. Dieses braucht aber ein Körper, der nicht gesund ist, es aber wieder werden möchte.

Die o.g. Therapie ähnelt der von Halatsch erfundenen CUSP9 bzw. CUSP9v3-Therapie (Suche nutzen), bei der er Glioblastompatienten nach und nach neun Off-label-Medikamente erst in der halben und später bei guter Verträglichkeit in der vollen Dosis gab. Ein Chemotherapeutikum ist dabei.

Bei beiden Therapien besteht das Problem, dass es einen Arzt geben muss, der die Verschreibung der Medikamente und auch die Kontrolle des Patienten übernimmt. COC macht das aus der Ferne per Internet. Halatsch ist nun in der Schweiz tätig, es hat sicher seine Gründe. Will man diese Medikamente allein finanzieren, wird es teuer. Aber ganz ohne Arzt hätte ich Bedenken. Allerdings - wenn es um "den letzten Strohhalm" bei diesem so schnell tödlichem Verlauf geht, dann gehen die Menschen vielleicht jegliches Risiko ein.

Beste Grüße
KaSy
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Offline Johanna Teig

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Antw:Hoher Blutzucker ist ungünstig für Glioblastom-Patienten
« Antwort #2 am: 20. September 2022, 15:11:52 »
Hallo KaSy,

ich dachte nicht, dass das so ein kontroverser Beitrag ist.

Um zum Thema Ernährung zurückzukommen, für einen gesunden Blutzuckerspiegel
werden ja im Allgemeinen Lebensmittel mit niedrigem glykämischen Index empfohlen.

Den weitreichenden Verzicht auf Kohlenhydrate gibt es bei der ketogenen Ernährung
und selbst da nicht zu 100%. Davon habe ich aber nicht gesprochen.

Ich schaue gleich, ob es zu dieser COC-Therapie im Forum schon etwas gibt.

LG,

Johanna

 



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