HirnTumor-Forum

Autor Thema: Darmspiegelung bei Epilepsie  (Gelesen 478 mal)

Offline ines1999

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Darmspiegelung bei Epilepsie
« am: 11. August 2021, 20:57:55 »
Hallo miteinander😊
Ich habe mal eine Frage. Ich habe seit 2006 einen Hirntumor und auch Epilepsie. Die Epilepsie ist seit 2014 mit Medikamente (Vimpat und Levetiracetam) gut eingestellt.
Mir geht es sehr gut!
Jetzt zu  meiner Frage:
Bei mir sollte eine Darmspiegelung gemacht werden, da ich jetzt 50 Jahre bin und eine Familiäre genetische Erkrankung vorliegt.
Mein Arzt rät mir wegen der Koloskopie in die Klinik zu gehen, da meine Antikonvulsiva (Medikamente) eine kurze Halbwertszeit besitzen.
Dort soll am Abend und am Morgen vor der Koloskopie meine Medikamente parenteral verabreicht werden.
Jetzt wollte ich mal hören wie ihr das macht und was für Erfahrungen ihr habt?
Liebe Grüße Sandra
Wer nur zurückschaut, kann nicht sehen, was auf ihn zukommt. -Konfuzius-

Auch aus Steine, die in den Weg gelegt werden kann man Schönes bauen. -Johann Wolfgang von Goethe-

Offline KaSy

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Antw:Darmspiegelung bei Epilepsie
« Antwort #1 am: 12. August 2021, 00:56:24 »
Liebe Sandra,
meine letzte Koloskopie hatte ich, bevor ich wegen epileptischer Anfälle Levetiracetam (2 x 750 mg) nehmen musste.
Allerdings hatte ich meine mehreren Meningeom-Therapien angegeben, was für die Aufklärung keine Rolle spielte.
Aber der Arzt, der die Koloskopie durchführte, fand das äußerst spannend.  :D

Für Dich habe ich im Internet gesucht und bin auf zwei informative Eintragungen gestoßen:

- Unter "Ärztliche Fehler" wurde eine Frau beschrieben, der eine Arzthelferin trotz ihrer Angabe, dass sie Herzmedikamente nimmt, sagte, sie solle diese 3 Tage zuvor absetzen. Die Frau wurde zu Hause bewusstlos und der Notarzt musste sie retten. Hier war das Aufklärungsgespräch nicht durch einen Arzt erfolgt und das wurde als "ärztlicher Fehler" benannt.

- Eine Anfrage an Ärzte zur Thematik Koloskopie beinhaltete die Thematik Epilepsie. Darauf antwortete ein Arzt, dass die Untersuchung unter stationären Bedingungen erfolgen solle.

Ich habe auch lauter Aufklärungsbögen gelesen (da fertigt wohl jeder Arzt seinen eigenen an ...) und in der Regel steht drin, dass man Vorerkrankungen angeben soll, darunter wird auch Epilepsie genannt, aber nicht, was in diesem (und den anderen Fällen) zu tun ist. Dafür ist ja das Aufklärungsgespräch da.

Ich bin mir sicher, dass Dein Arzt, so wie Du es beschrieben hast, das verantwortungsbewusst und sicher für Dich (und ihn) handhabt.

Ist nicht schön, aber wichtig! Ich glaube, stationär ist es ganz gut, da bist Du sicherer. Alles Gute!

KaSy
« Letzte Änderung: 12. August 2021, 09:39:37 von KaSy »
Wenn man schon im Müllkasten landet, sollte man schauen, ob er bunt angemalt ist.

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Offline KaSy

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Antw:Darmspiegelung bei Epilepsie
« Antwort #2 am: 13. August 2021, 07:45:54 »
Liebe Sandra,
Ich hatte angenommen, dass Du bereits beim Aufklärungsgespräch warst und der Internist Dir das so gesagt und Dir auch eine Klinik empfohlen hat. So war es wohl nicht?

Ich war wegen Auffälligkeiten von meiner Hausärztin mit einer Überweisung mit einer Verdachtsdiagnose in unser ortsnahes Krankenhaus geschickt worden.
Es fand erst ein Termin mit dem Internisten zur Aufklärung statt. Dann wurde eine Woche später (oder so) die Koloskopie endoskopisch mit einer leichten Narkose (Dämmerungsschlaf) stationär durchgeführt. Es war bei mir nicht erforderlich, danach dort zu bleiben, es wäre aber möglich gewesen.
Die Internisten der Klinik empfahlen dann die Kontrollabstände und da ich diesbezüglich als "vorerkrankt" galt, wurde es mit einer Überweisung mit der Diagnose drauf dann immer dort gemacht.

Es galt ja nicht mehr als "Vorsorgeuntersuchung", die nur alle (ich glaube) 10 Jahre von der Krankenkasse bezahlt wird. Diese werden nur ambulant gemacht, das dürfen die Kliniken nicht abrechnen.

Du würdest vom Hausarzt eine KH-Einweisung benötigen, wenn das stationär erfolgen soll oder zumindest erstmal eine Überweisung, wo die familiäre Vorbelastung und die Epilepsie draufsteht. Du lässt Du Dir vom Hausarzt eine Klinik nennen, die das machen. Das sollte in jeder Klinik möglich sein, die eine internistische Station hat. Es ist eine Standarduntersuchung.

Dort meldest Du Dich zum Aufklärungsgespräch an und erhältst dafür einen Termin. Und dort erklärt Dir der Arzt alles. Da Du nun schon weißt, wie das wegen der Antikonvulsiva zu handhaben ist, kannst Du, wenn dieser Arzt es nicht von sich aus sagt, direkt erfragen.

Aufklärungszettel findest Du unter dem Stichwort "Koloskopie" oder "Darmspiegelung" im Internet und kannst Dich vorher schlau machen, wie Du in den Tagen davor zu Hause den Darm entleerst, damit die Internisten eine möglichst gute Sicht durch das Endoskop haben. Sie beurteilen den Darm und falls sie "Polypen" finden, die ganz vielleicht zu Darmkrebs werden können, entfernen sie diese gleich.

Insofern ist diese 2-3 Tage vorher und einige Stunden danach wenig angenehme Untersuchung die bessere Methode, als "nur" der (billige) Nachweis auf okkultes (verstecktes) Blut im Stuhl oder die (teure) Untersuchung im MRT. Von der Untersuchung selbst bekommst Du nichts mit, wenn Du nicht möchtest. Ich würde es nicht empfehlen, denn das erste Mal habe ich mir das auf dem Monitor fasziniert mit angeschaut, aber schmerzfrei war es nicht. Die Ärzte sagten mir, es sei "für beide Seiten" besser, wenn man dabei schläft. Man darf in dem Fall an demselben Tag nicht Autofahren, sollte sich also abholen lassen. Es sei denn, Du wirst noch eine weitere Nacht überwacht.  Das weiß ich nicht.

KaSy
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Offline Wiebke654

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Antw:Darmspiegelung bei Epilepsie
« Antwort #3 am: 31. August 2021, 09:44:24 »
hallo Indes, wurde die Spiegelung mittlerweile durchgeführt und was sind deine Erfahrungen damit?
Alles Gute für dich.

Offline ines1999

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Antw:Darmspiegelung bei Epilepsie
« Antwort #4 am: 08. September 2021, 10:26:38 »
Hallo Kasy
Vielen Dank für deine ausführliche Erklärung. Ich habe in der Zwischenzeit mich in den Kliniken Infos eingeholt. Meine Wunsch Klinik wo mir mein Hausarzt schon empfohlen hat, macht diese Behandlung nicht. Da werde ich dann zu einer etwas weiter entfernten Klinik gehen müssen. Das ist nicht schlimm!
Am 20.9. habe ich in Tübingen mein MRT Gespräch und Untersuchung. Er hatte mir ja im März gesagt, es wäre für mich am besten die Darmreinigung in der Klinik zu machen wegen den Medikamenten.
Jetzt, wenn ich ihn wieder sehe, bin ich schon auf das Gespräch vorbereitet und kann für mich wichtige Fragen stellen. Im März hatte ich das nur mal so gefragt und war ganz überrascht, als ich hörte, dass ich dafür in eine Klinik muss.
Andere wo ich mit meiner Erkrankung und Epilepsie kenne, hatten das ohne Krankenhausaufenthalt gemacht.
Ich war unsicher und wollte hier nur mal hören wie es andere gemacht haben.
Es hatten sich nicht viel gemeldet ( auch in anderen Forums), deshalb werde ich am 20.9. mit meinem Arzt alles genau besprechen und dann mir von meinem Hausarzt vor Ort die Behandlung für das Krankenhaus planen. So bin ich auf der sichersten Seite!
Ich hatte mich schon in der Klinik mal nach Terminen erkundigt, die gehen schon auf Ende des Jahres zu.
Ich werde mich dann, wenn ich es geschafft habe wieder melden und berichten!

Liebe Grüße
Sandra
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Offline KaSy

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Antw:Darmspiegelung bei Epilepsie
« Antwort #5 am: 08. September 2021, 14:46:57 »
Hallo, Ines1999,
Das klingt nach einem guten und sicheren Plan.
Hier "im Osten" scheint die Sonne,  ich gehe mal raus in den Garten und schicke Dir ein paar Sonnenstrahlen rüber ...  ;D
KaSy
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Offline ines1999

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Antw:Darmspiegelung bei Epilepsie
« Antwort #6 am: 20. September 2021, 16:32:11 »
Hallo miteinander
Heute war ich bei meinem Arzt in Tübinger, der mir für die Darmspiegelung eine kurze Einweisung für 1 Nacht im Krankenhaus empfohlen hatte, um die Medikamente parenteral zu verabreichen.
Wir sprachen nochmal ausführlich darüber. Meine Epilepsie Medikamente haben eine sehr kurze Halbwertszeit gegenüber anderen Epilepsie Medikamenten, deshalb rät er mir dazu um Anfälle zu vermeiden!
Die dann wieder zu Problemen, wie zum Beispiel Auto Fahrverbot führen können.
Das braucht glaube ich keiner, deshalb werde ich es dann so bald wie möglich es in der Klinik machen lassen.
Er schreibt jetzt meinem Hausarzt nochmal alles im einen Brief hinein.
Ich werde dann mich dann nochmals bei ihm melden um alles zu besprechen.
Lg Sandra
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Offline KaSy

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Antw:Darmspiegelung bei Epilepsie
« Antwort #7 am: 20. September 2021, 17:01:29 »
Liebe Sandra,
Bei aller Lockerheit, die die wenigen Antworten prägten ("Ich habe das ambulant problemlos gemacht."), finde ich Deinen Weg völlig richtig.

Es geht um Dich und nicht nur um einen möglichen Anfall während der Darmspiegelung, sondern auch um die Konsequenzen daraus.

Das Thema Autofahren nach der OP ("Wie soll ich das 3 Monate lang ohne Auto schaffen, ich will doch wenigstens an den Wochenenden mit meiner Frau als Beifahrerin ins Grüne.") und nach einem epileptischen Anfall ("Ein ganzes Jahr?!?") taucht hier, aber vor allem im anderen Forum auf und führt dort zu mitunter eigenartigen Streits um "Meinungen" über die durchaus sinnvollen Festlegungen zum Selbstschutz und zum Schutz der anderen.

Ich schicke Dir vorherbstliche bunte Grüße!
KaSy
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