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Autor Thema: Reaktion auf Synthese Platten  (Gelesen 961 mal)

Offline Siatara

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Reaktion auf Synthese Platten
« am: 22. Februar 2021, 12:31:15 »
Hallo! Nach meiner OP vor einem Jahr (cerebrales Kavernom mit Blutung) habe ich seit August Probleme mit den Synthese Platten die mir zur Stabilisierung des Schädels eingesetzt wurden. Eine haben sie mir im Oktober schon deshalb entfernt. Jetzt habe ich wider schmerzen an einer der verbleiben Platten und als ich in der Klinik anrief und dies berichtete bekam ich zur Antwort das könne eigentlich nicht sein da diese Platten so klein wären. Außerdem hätte der Professor das noch nie erlebt.  Hat jemand schon ähnlich Erfahrungen gemacht? Mit den Platten meine ich? Ich habe in zwei Wochen einen Termin im MVZ bekommen bis dahin muss ich mit den täglichen Schmerzen leben oder auf Tabletten zurück greifen. Ich merke aber dass mich tägliche Kopfschmerzen mürbe und unausgeglichen machen.

Offline KaSy

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Antw:Reaktion auf Synthese Platten
« Antwort #1 am: 23. Februar 2021, 18:11:37 »
Liebe Siatara,
irgendwie antwortet Dir keiner, vermutlich, weil keiner so richtig weiß, was Du mit diesen "Synthese Platten ... zur Stabilisierung des Schädels" meinst.
Ich habe mich extra belesen und festgestellt, dass das eine Bezeichnung für etwas ist, wovon vermutlich fast jeder schon einmal gehört hat und so einige, denen Hirntumoren entfernt wurden, haben diese Platten im Kopf.
Ich auch.

Ich kenne diese Methode, Knochenbrüche, zertrümmerte Knochen oder Knochen, durch die man zu einem Tumor gelangen muss, mit speziellen Metallteilen zusammenzufügen, auch von jemandem, dem durch einen Motorradunfall ein Teil eines Hüftgelenks zerbrochen war und das die Operateure mit Titanschrauben zusammengefügt haben. Diese, so wurde gesagt, könne man entfernen, falls sie Probleme bereiten, wenn nicht, können sie drin bleiben. So etwa habe ich das auch gelesen, z. B. bei Bein- oder Armbrüchen könnte man diese Nägel, Schrauben, Platten entfernen, weil das mit nicht so großem Aufwand machbar ist. Es gibt andere Stellen, wo das weniger ratsam ist, weil eine OP zur Entfernung dieser "Syntheseplatten" in der Regel ein größeres Risiko ist, als wenn man sie drinlässt.

Insofern versteh ich die Aussage Deines Professors, der Dich operiert hat, sehr gut.

Ich habe auch solche winzigen Plättchen aus Titan im Kopf, die mein Neurochirurg mit Mini-Titan-Schräubchen verschraubt hat, um die Stelle wieder sorgfältig zu verschließen, durch die er zu meinem Meningeom vordringen musste. Es war ein Teil der Orbita, also des Knochens, der die Augenhöhle bildet. Das war 2016 und es konnte nur ein Teil entfernt werden. Der Rest wuchs trotz Nachbestrahlung wieder und Ende 2020 wagten sich gleich drei Neurochirurgen noch einmal an diese Stelle. Die NC-OÄ kannte das, weil sie damals mitoperiert hat, die anderen beiden waren neu in der Klinik. Der Chef-NC konnte einen superguten Zugang herstellen und der NC-OA hatte ein wenig mehr Erfahrung mit dieser nicht ganz so häufigen Lage. Gemeinsam haben sie diese Plättchen-Kombination raus- und nach der größtmöglichen (Hurra!) Tumorentfernung wieder "reingebastelt".

So richtig kann ich mir diese Schmerzen wegen meiner Eigenerfahrung und wegen der Erfahrungen sehr, sehr vieler Hirntumor-Operierter, die noch nie von solchen Schmerzen berichteten, nicht vorstellen. Es waren auch Kavernom-Operierte dabei, die von ganz anderen postoperativen Problemen berichteten.

Das bedeutet nicht, dass ich Dir nicht glaube!

Ich überlege nur, dass es ein Risiko sein müsste, wenn der Kavernom-OP von vor einem Jahr und der Hirn-OP zur Entfernung der einen Syntheseplatte vor einem halben Jahr noch eine weitere OP am Hirn erfolgen soll.

Richtig beraten kann ich Dich also nicht, das wird Dein Professor tun.

Wenn es wirklich extrem schmerzt (warum erst nach 6 Monaten und nach 12 Monaten???), dann wäre die Notaufnahme die Stelle, wo Du Dich direkt hinbewegen solltest. Und wenn die Ärzte dort Deine Problematik als so schwerwiegend erkennen, dass Dir die Platte schnellstens entfernt werden muss, dann könntest Du von dort aus möglicherweise sofort stationär aufgenommen werden und z.B. per Tropf stärkere Schmerzmittel bekommen, bis Du operiert wirst.

Halte durch.

KaSy
Wenn man schon im Müllkasten landet, sollte man schauen, ob er bunt angemalt ist.

Der Hirntumor hat einen geänderten und deswegen nicht weniger wertvollen Menschen aus uns gemacht!

 



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