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Autor Thema: Vorstellung IngridW---Mein meningotheliomatöses Meningeom  (Gelesen 7226 mal)
BSIWeini
Gast
« am: 09. August 2006, 09:37:34 »

Hallo,

nach mehreren Untersuchungen und erstmals Verdacht auf Morbus Paget (Beule an rechter Schläfe) hat sich nach Biobsie rausgestellt, das es sich um ein Meningeom handelt, Durchmesser 9 cm und Höhe 4,5 cm.
Lt. Befundbericht 1. Grad.
Nun stehe ich vor der Entscheidung OP oder Kontrolle. Der Tumor ist bisher nur auf der Hirnhaut und noch nicht nach innen gedrungen. Habe auch z.Zt. noch keine Beschwerden.
Wer kann mir hier mit Rat zur Seite stehen. Wer hat diese OP schon hinter sich und wer kann mir was über das Knappschaftskrankenhaus in Bochum sagen.

Viele Grüße
Ingrid
« Letzte Änderung: 26. August 2006, 08:07:39 von Ulrich » Gespeichert
Ulrich
Gast
« Antworten #1 am: 09. August 2006, 10:38:00 »

Der Beitrag hieß ja ursprünglich "Meningeom Schädel äußerlich". Ich hab' den Titel (provisorisch) geändert, da ich mir ein Meningeom außen, auf dem Schädelknochen nicht vorstellen kann. Das würde einfach der Definition widersprechen. Ein M. sitzt per definitionem in der Arachnoidea (oder geht von dieser aus), diese wiederum ist ein Teil der Hirnhaut.

Ich habe die Beschreibung auch nicht ganz verstanden (Beule). Beult sich der Knochen aus? Dann könnte es ein Meningeom sein. Sitzt die Beule auf dem Knochen, dann ist es keines.

Morbus Paget
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BSIWeini
Gast
« Antworten #2 am: 12. August 2006, 17:39:25 »

Ja, entschuldige, ich war so durcheinander und habe keine richtigen Worte gefunden.
Der Tumor wächst von der Hirnhaut nach außen. Das Gehirn selbst ist noch nicht betroffen, aber die Beule am Kopf hat zwischenzeitlich eine Höhe von ca. 4,5 cm und eine Durchmesser von 9 cm. Dies sagt das CT aus.
Habe mich im Knappschaftskrankenhaus in Bochum vorgestellt und werde die OP
voraussichtlich im November dort machen lassen. Lt. Neurochirurgin muß Hirnhaut und Schädeldecke muß raus. Dann soll Muskel aus dem Oberschenkel (Ersatz für Hirnhaut) und eine Titanplatte (für die Schädeldecke) eingesetzt werden.
Es wurde mir gesagt, daß kein Eigenblut nötig sein wird.

Hat jemand mit dieser Art Meningeom, der OP und dem Knappschaftskrankenhaus in Bochum Erfahrung.

Viele Grüße
Ingrid

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Ulrich
Gast
« Antworten #3 am: 12. August 2006, 19:17:54 »

Vielen Dank für die Ergänzung.

Aus der Literatur weiß ich, daß Meningeome den Schädel nach außen drücken, sogar den Knochen infiltrieren können. Das gibt es!

Bevor Du Dich operieren läßt, hole doch bitte noch eine Zweitmeinung ein, lies den Beitrag durch "Fragen an Ihren Arzt vor der Operation" und vielleicht noch "Was jeder Hirntumor-Patient tun sollte".

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sooner
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« Antworten #4 am: 13. August 2006, 22:20:48 »

Hat jemand mit dieser Art Meningeom, der OP und dem Knappschaftskrankenhaus in Bochum Erfahrung.
Viele Grüße
Ingrid
Hallo Ingrid,
mit dieser Art Meningeom nicht, aber mit dem Knappschaftskrankenhaus in Bochum. Mein Mann ist dort vor fast 2 Jahren an einem Falxmeningeom von privat Dozentin Frau Dr. Schmieder operiert worden.
Es war unser Wunsch, dass sie diese OP durchführt und der Termin ist so gelegt worden, dass sie auch Dienst hatte.
Wir haben ihr vorher (beim Erstgespräch)eine Stunde lang Löcher in den Bauch gefragt und sie hat alle unsere Fragen mit einer Engelsgeduld und offen und knallhart ehrlich beantwortet.
Diese Ärztin war ein Tipp von einem ehemaligen Operierten und der Tipp war super, deshalb gebe ich ihn hier weiter.
sooner
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BSIWeini
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« Antworten #5 am: 25. August 2006, 23:19:32 »

Hallo,

von meiner Beule am Kopf wurde eine Gewebeprobe entnommen (Biobsie). Im Untersuchungsergebnis steht u.a.:

Klinische Wertung:
Anteile eines meningotheliomatösen Meningeom mit Knocheninvasion
(Grad I) (PE: Schädelkalotte parietal ).
An vorliegenem Material kein Anhalt für Malingnität.

Kann mir jemand sagen was " meningotheliomatös" und "Malignität" heißt?

Viele Grüße Ingrid
« Letzte Änderung: 26. August 2006, 08:10:12 von Ulrich » Gespeichert
Ulrich
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« Antworten #6 am: 26. August 2006, 08:11:26 »

Nach all dem Kummer ist das doch eine beruhigende Auskunft:

• WHO-Grad I => gutartig
• keine Malignität => nicht bösartig, kein Krebs
• meningotheliomatöses Meningeom => eine spezielle Art von Meningeom, etwa die Hälfte aller Meningeome sind von diesem Typ. Siehe hier, Seite 2, Tabelle 1.

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BSIWeini
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« Antworten #7 am: 11. November 2006, 00:18:43 »

Hallo,
hier bin ich mal wieder. Hatte nun gedacht, daß ich meine OP am 15.11. hinter mich bringen kann. Aber dann kam diese Erkältung/Rachenentzündung. Nehme schon seit 1 Woche Antibiotikum und noch keine merkliche Besserung.
Deshalb muß die OP verschoben werden auf?HuchHuch??
Das ist noch nicht klar, denn nun muß erst abgewartet werden wann ich infektfrei bin. Muß 6 Tage antibiotikumfrei sein, dann erst kann operiert werden. Die gestrige Kernspint hat glücklicherweise keine Vergößerung des M. gezeigt.
Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, daß meine Nerven blank liegen.
Bis dann mal wieder - werde mich melden wenn ich alles hinter mir habe.
Gruß Ingrid
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regilu
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« Antworten #8 am: 11. November 2006, 11:58:59 »

Hallo, liebe Ingrid, möchte nochmal dringend darauf hinweisen:
1. Tumore können das Immunsistem schädigen.
2.) Alle Hirntumorpatienten sollten sich vor einem Krankehausaufenthalt gegen Lungenentzündung impfen lassen, man weiss im voraus ja nicht, wie lange und wie oft man einen Krankenhausaufenthalt vor sich hat. Übrigends auch die Angehörigen.

Auch für alle Älteren kann das Lebenswichtig sein!!
Viel Glück fü Deine OP
wünscht
regilu
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Sigrid
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« Antworten #9 am: 11. November 2006, 13:30:21 »

Hallo reguli,

so leid es mir tut, aber es gibt keine Impfung gegen "Lungenentzündung".
Man kann sich gegen die Virusgrippe impfen lassen, da wird jedes Jahr neu der Virus ausgesucht, der kommen könnte. Das ist also auch keine Garantie. Risikogruppen und auch Menschen älter als 60 sollten sich impfen lassen.
Jede andere "Grippe" ist eine bakterielle Erkrankung und sollte vor einer schwierigen Operation ausgeheilt sein um den Körper nicht noch zusätzlich zu schwächen.
Der 2. Punkt:
kein Tumor schwächt das Immunsystem. Es ist eher andersrum:
Wenn das Immunsystem nicht geschwächt wäre, würde es nicht zu einem Tumor kommen. Konnte ein Tumor erst einmal ungehemmt wachsen, stellt er natürlich eine zusätzliche Belastung dar und sollte deshalb auch entfernt werden..
Dies ist eine einfache Darstellung aus ärztlicher ( meiner ) Sicht


Liebe Grüße, Sigrid

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Ulrich
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« Antworten #10 am: 11. November 2006, 13:41:57 »

so leid es mir tut, aber es gibt keine Impfung gegen "Lungenentzündung".

Ich denke doch. Man kann sich gegen Pneumokokken impfen lassen. Das sind die klassischen Erreger von Pneumonie und Pneumonie heißt im Voksmund Lungenentzündung.

http://www.medizin.de/gesundheit/deutsch/2562.htm
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Bea
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« Antworten #11 am: 11. November 2006, 14:11:48 »

Hallo!

Sigrid schreibt:
Zitat
kein Tumor schwächt das Immunsystem.

Das verwirrt mich jetzt aber schon. Mit haben zwei unabhängige Neurochirurgen und ein weiterer Internist zur Immunstatusuntersuchúng geraten. Der Prof. in Bonn, so hieß es nach den Laborergebnissen, war erstaunt über meine guten Werte. Heute weiß ich zwar, dass das Gehirn ein eigenes Immunsystem hat, aber jeder Arzt weist mich immer darauf hin, dass ich auf genau dieses System viel Wert legen soll und es unbedingt unterstützen muss.

Ist das jetzt Quatsch oder nicht?

LG,
Bea
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Sigrid
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« Antworten #12 am: 11. November 2006, 16:16:48 »

Hallo Bea,

ich hatte erklärt, daß die Antwort nur eine einfache, kurze Antwort ist.
Ein Immunstatuts gibt anhand der vorandenen Abwehrzellen Auskunft darüber, ob genug (z.B. T-Zellen ) Zellen vorhanden sind, um gegen Tumorzellen anzugehen. Das steht keinesfalls im Widerspruch zu dem was ich vorher geschrieben habe und was Deine Ärzte gesagt haben.
Ein Tumor hat jedenfalls keinen Einfluß auf die Immunabwehr.
Hier gibt es autonomes Wachstum von Körperzellen auf der einen Seitund ggf. eien Abqwhr  durch das Immunsystem auf der anderen Seite, sofern das autonome Wachstum vom Körper als fremd erkannt wird. Und das ist nicht immer so.
Wenn nun auch noch die Abwehr geschwächt ist, dann ist das natürlich zusätzlich ungünstig.
Verändertes - meist übermäßiges -  Wachstumsverhalten von Körperzellen gibt es bei vielerlei Krankheiten, meist verursacht durch Schädigungen der Zellen ( genetisch, dann auch vererbbar) wie z.B. durch Röntgenstrahlen, best. Medikamente, Zellgifte usw. Das ist u.a. bei der Schuppenflechte so ( und daran stirbt man  nicht ) und es gibt jede Menge anderer Krankheiten, die auch ein übermäßiges Zellwachstum haben. Und trotzdem ist der Immunstatus normal.

Die Immunabwehr findet überall statt, die meisten Zellen für die Immunabwehr sitzen im Darm. Wenn woanders ein  "Problem" auftritt und der Körper es als Problem erkennt, dann wandern die Abwehrzellen dort hin. Ggf. auch ins Gehirn.
Wenn der Körper übermäßig wachsende Zellen  nicht als fremd erkennt - wie bei den Autoimmunkrankheiten ( MS als Beispiel) dann reagiert der Körper auch nicht auf den schädigenden Einfluß.

Wenn bei Dir genug Abwehrzellen vorhanden sind, dann ist das gut für Dich und freue Dich darüber.


Liebe Grüße, Sigrid
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« Antworten #13 am: 12. November 2006, 17:53:04 »

Hallo Sigrid,Regilu u. Bea ,

Mein Bruder bekam auch eine Pneumokokkenimpfung( Erytromycin ).
Inwiefern der TU. Einfluss auf das Immunsystem hat,weiss ich nicht.
Mit Sicherheit aber doch die Therapie-Chemo-.Da macht es doch Sinn,sich vor einer Lungenentzündung prophylaktisch impfen zu lassen.Wurde ihm zumindest von der Hämatologie Uni. Frbg. empfohlen.

Lieben Gruss     Elke
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Sigrid
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« Antworten #14 am: 12. November 2006, 19:03:12 »

Hallo,

eine Injektion mit Erytromycin ist keine Impfung.
Erytromycin ist ein Antibiotikum, das hier gegen die Pneumokokken ( das sind Bakterien )gespritzt wurde. Antibiotika gibt es als Tabletten, als Salben, als Lösung zum Trinken oder können auch gespritzt werden. Wenn es gespritzt wird, tritt die Wirkung schneller ein. Deshalb wird es in schlimmen Fällen meist gespritzt.

Wer sich genauer über das Antibiotikum imformieren will:
http://de.wikipedia.org/wiki/Erytromycin

Bei einer Impfung wird mit Antikörpern gearbeitet, die der Körper erst bilden muß, um  es mal ganz einfach zu sagen. Beim Antibiotikum hält die Wirkung allenfalls so lange an, wie das Mittel gegeben wird. Bei einer Impfung kann die Wirkung lebenslang anhalten oder auch nur ein paar Monate.

Also bleibt also inhaltlich alles so, wie ich es vorher schon geschrieben habe.
Es mag sein, daß Eure Ärzte sich so ausgedrückt haben, aber so, wie es im Forum mehrfach wiedergegeben wurde , war die Aussage falsch.

Liebe Grüße, Sigrid
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