Hallo Jasmin,
solche Phasen der völligen Verzweiflung erlebt wohl fast Jeder von uns. Es ist gut, daß du dir professionelle Hilfe holst. Ich konnte meine Psychologin auch am Wochenende mal anrufen, wenn ich ganz unten war. Mein Meningeom im KHBW bildete ja schon nach 2 Jahren ein Rezidiv und damit bin ich nicht gleich klargekommen. Immerhin war die Prognose ganz anders.
Mit dem Tinnitus zu leben ist anfangs sehr schwer. Das kann auch keiner nachfühlen, der es nicht selbst erlebt hat. Aber glaube mir, es wird im Laufe der Zeit besser. Manchmal höre ich ihn nicht mehr. Man lernt tatsächlich damit zu leben.
Oft denke ich dann, dass ich nie wieder glücklich werde und das es das jetzt wohl war. Ich weiß nicht, wie alles weitergehen soll. Ich bin sehr verzweifelt und traurig.
Das kann ich dir gut nachfühlen. Es dauert eine Zeit, bis man akzeptiert, daß das Leben nicht so weitergeht wie geplant. Es ist ein schwerer und langer Prozeß, sich ein anderes neues Leben aufzubauen. Die Ziele müssen neu bestimmt werden. Aber es gibt ein lebenswertes Leben auch nach der OP mit deren Folgen. Ich mußte lernen, auch mit den Tumoren zu leben. Ich habe außer dem entfernter Tumor noch zwei weitere Meningeome an anderer Stelle, die man beobachten muß. Ich hielt es für unmöglich, mit solchen Zeitbomben im Kopf unbeschwert und fröhlich zu sein. Aber auch das geht. Denn immerhin: Ich lebe noch, wenn auch mit diversen Einschränkungen.
Ich hoffe, du findest mit Hilfe deiner Therapeuten und der Familie in dir die Kraft, weiterzumachen. Du hast die Kraft, finde sie!
Alles Liebe für dich
Ciconia