Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?
05. Februar 2012, 22:54:26
Übersicht Hilfe Suche Kalender Einloggen Registrieren
Insgesamt Besucher seit 01.03.2002 (Nutzungsbedingungen / Impressum)

Hunger und Dürrekatastrophe am Horn von Afrika/Ostafrika

+  HirnTumor Diskussionsforum
|-+  Hirntumorarten
| |-+  Medulloblastom und PNET
| | |-+  Was ist ein Medulloblastom?
« vorheriges nächstes »
Seiten: [1] Nach unten Drucken
Autor Thema: Was ist ein Medulloblastom?  (Gelesen 5707 mal)
Mike
Administrator
God Mitglied
*****
Offline Offline

Beiträge: 1051



Profil anzeigen WWW
« am: 05. August 2002, 17:27:41 »

Medulloblastom
(Quelle: ALLGEMEINE NEUROPATHLOGIE)

Das vorwiegend im Kindes- und Jugendalter vorkommende, stets infratentoriell lokalisierte, vom Kleinhirn (Vermis, Velum medullare) ausgehende Medulloblastom ist der am schlechtesten differenzierte (primitive, undifferenzierte) hirneigene Tumor. Er ist stets bösartig (Grad IV) und neigt stark zur Aussaat ĂŒber die LiquorrĂ€ume (liquorogene Metastasierung). Mutterzelle des Tumors ist eine undifferenzierte, der primitiven Neuro- oder Medulloepithelzelle des embryonalen Neuralrohres nahestehende VorlĂ€uferzelle, die bislang nicht eindeutig identifiziert bzw. neurohistogenetisch zugeordnet ist.

Das Medulloblastom besteht aus dichten Ansammlungen primitiver, großer (großzelliger Typ - PrĂ€parat!) oder kleiner (kleinzelliger Typ), monomorpher Tumorzellen mit großen, „rĂŒbenförmigen" (oder kleinen, rundlichen), chromatindichten Zellernen. Diese sind von einem kaum sichtbaren Zytoplasma umgeben, das hĂ€ufig nur zipfelmĂŒtzenartig dem Kern aufgelagert erscheint. Mitosen sind zahlreich. Die GefĂ€ĂŸaustattung ist vergleichsweise spĂ€rlich. Markantes PhĂ€nomen im sonst wenig abwechslungsreichen feingeweblichen Tumorbild ist die Neigung der Tumorzellen zur Ausbildung von rosettenförmigen Anordnungen ohne zentrales Lumen oder GefĂ€ĂŸ (sogen.Rosetten vom Homer-Wright-Typ). FlĂ€chenhafte Nekrosen gehören nicht zu den typischen Merkmalen der Medulloblastome, wenngleich oft reichlich Tumorzell-untergĂ€nge mit Kernzerfall (Apoptosen) zu beobachten sind. (H.-E.-FĂ€rbung).

[Einige Medulloblastomformen besitzen ein ausgeprĂ€gtes RetikulinfasergerĂŒst - desmoplastisches Medulloblastom. Andere können regionale Differenzierungen in neuronaler und/oder glialer Richtung aufweisen. Manche Schulen meiden die Bezeichnung „Medulloblastom" und sprechen nur von einem primitiven neuroektodermalen Tumor (PNET), der wechselnde Differenzierungen beinhalten kann]
Gespeichert

© Die Inhalte unserer Seiten sind urheberrechtlich geschĂŒtzt (Copyright). Die Informationen sind nur fĂŒr Ihren persönlichen Gebrauch bestimmt. Jede Verwendung, insbesondere die Speicherung, Veröffentlichung, VervielfĂ€ltigung (auch auf elektronischen Speichermedien oder in Diskussionsforen) und jede Form von gewerblicher Nutzung - auch in Teilen oder in ĂŒberarbeiteter Form - ist ohne Zustimmung ausdrĂŒcklich untersagt. Bitte beachten Sie die Hinweise und Nutzungsbedingungen des Forums.
Mike
Administrator
God Mitglied
*****
Offline Offline

Beiträge: 1051



Profil anzeigen WWW
« Antworten #1 am: 19. August 2002, 21:41:11 »

Medulloblastome
(Quelle: Medicine-Worldwide)

Allgemeines und HĂ€ufigkeit
Medulloblastome sind sehr bösartige Tumoren des Kindesalters. Etwa 20% aller Tumorerkrankungen im Kindesalter sind Hirntumoren. Etwa 20% aller kindlichen Hirntumoren sind Medulloblastome. Medulloblastome gehören daher zu den hÀufigsten Tumorerkrankungen im Kindesalter. Sie treten zu 80% vor dem 15. Lebensjahr auf und werden meist im Alter zwischen zwei und neun Jahren entdeckt. Jungen sind hÀufiger betroffen als MÀdchen.

Tumorenstehung
Das infiltrierend wachsende Medulloblastom ist ein sehr bösartiger Tumor, der aus embryonalen Zellen entsteht.

Krankheitssymptome und Krankheitsverlauf
Medulloblastome wachsen in der hinteren SchĂ€delgrube. Sie gehen vom Kleinhirn, vom Kleinhirnwurm oder vom IV. Ventrikel (vierte Hirnkammer) aus. Von dort aus wachsen die Tumoren rasch und zerstörend in das umgebende gesunde Gewebe ein. Es besteht außerdem die Tendenz des Tumors, in den Hirnstamm einzuwachsen. Außerdem lösen sich vom PrimĂ€rtumor leicht Zellen ab, die ĂŒber den Liquor (Hirnwasser) ausgebreitet werden. Auf diese Weise siedeln sich Metastasen auf den HirnhĂ€uten oder im RĂŒckenmarkskanal ab.

Diagnostik
Die MRT (Magnetresonanztomographie) muss der CT (Computertomographie) vorgezogen werden. Durch zahlreiche knöcherne Strukturen im Bereich der hinteren SchĂ€delgrube und des Hirnstamms sind CT-Bilder zu stark durch Artefakte, also fehlerhafte Informationen, ĂŒberlagert. Wegen der Tendenz des Medulloblastoms, in den RĂŒckenmarkskanal zu metastasieren, muss im Rahmen des Stagings der gesamte Spinalkanal zusĂ€tzlich untersucht werden. Die Verabreichung von Kontrastmittel ist unverzichtbar. Alle möglichen Diagnoseverfahren sind in der Rubrik Allgemeines hier klicken sehr ausfĂŒhrlich dargestellt.

Therapie
Trotz seines bösartigen Charakters kann das Medulloblastom heute mit gutem Erfolg behandelt und die HĂ€lfte der Patienten sogar geheilt werden. Voraussetzung dafĂŒr ist aber eine frĂŒhzeitige Diagnose und Therapie.

Eine operative Entfernung des Tumors steht dabei im Vordergrund. Dabei kommen mikro- und laserchirurgische Verfahren zur Anwendung. Auch wenn eine Totalentfernung im individuellen Falle nicht möglich ist, kann dennoch eine Reduzierung der Tumormasse erreicht werden. Dadurch verbessert sich der Erfolg zusĂ€tzlicher Behandlungen. Ferner sollte der eventuell tumorbedingt verlegte Liquorabfluss chirurgisch wiederhergestellt werden. Ventrikeldrainagen zur Minderung des Hirndrucks mit ableitenden Kathetern in den Bauch oder das Herz mĂŒssen unbedingt vermieden werden. Auf diese Weise kann es zur Verschleppung von Tumorzellen und damit zu einer Metastasierung außerhalb des ZNS kommen.

Die Medulloblastome sind ausgesprochen strahlenempfindlich. Zuerst werden das gesamte Gehirn sowie der Spinalkanal mit tĂ€glichen Einzeldosen von 1,8 Gy bis zu einer Gesamtdosis von 36 Gy bestrahlt. Anschließend wird die hintere SchĂ€delgrube mit Einzeldosen von 1,8 bis 2,0 Gy bis zu einer Gesamtdosis von 56 Gy, also noch 20 Gy zusĂ€tzlich, weiter bestrahlt. Man bezeichnet diese AufsĂ€ttigung auch als Boost.

Prognose
Bei konsequenter Behandlung mit einer Operation und anschließender Strahlentherapie kann eine 10 Jahres-Überlebensrate von ca. 60 % erreicht werden. Die LebensqualitĂ€t von Patienten nach einer solche intensiven Behandlung ist gut. Man kann davon ausgehen, dass rund 80% der Patienten im tĂ€glichen Leben mehr oder wenig unbeeintrĂ€chtigt sind. Schwierige Lernaufgaben und GedĂ€chtnisleistungen dagegen zeigen hĂ€ufiger Defizite; Störungen der Feinmotorik dagegen sind relativ selten.

Im Falle eines Rezidivs sollten eine erneute Operation und gegebenenfalls eine Chemotherapie erwogen werden.
Gespeichert

© Die Inhalte unserer Seiten sind urheberrechtlich geschĂŒtzt (Copyright). Die Informationen sind nur fĂŒr Ihren persönlichen Gebrauch bestimmt. Jede Verwendung, insbesondere die Speicherung, Veröffentlichung, VervielfĂ€ltigung (auch auf elektronischen Speichermedien oder in Diskussionsforen) und jede Form von gewerblicher Nutzung - auch in Teilen oder in ĂŒberarbeiteter Form - ist ohne Zustimmung ausdrĂŒcklich untersagt. Bitte beachten Sie die Hinweise und Nutzungsbedingungen des Forums.
Seiten: [1] Nach oben Drucken 
« vorheriges nächstes »
Gehe zu:  


Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.16 | SMF © 2006-2009, Simple Machines Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS