HirnTumor-Forum

Autor Thema: Was ist ein Hirntumor?  (Gelesen 69282 mal)

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Was ist ein Hirntumor?
« am: 19. Juli 2002, 13:44:36 »
Zitat (der Link zum Originalartikel ist unten an der Seite zu finden)

"Was ist ein Hirntumor?

Wenn die Zellen des Funktionsgewebes oder des Binde-und Stützgewebes im Gehirn exzessiv zu wachsen beginnen, entsteht ein hirneigener Tumor. Nach dem mikrokopischen Aussehen dieser wachsenden Zellen teilt man diese Tumoren in die Grade I bis IV ein. Langsam oder sehr langsam wachsende Tumoren der Grade I und II gelten als eher gutartig, schneller wachsende Tumoren der Grade III oder IV werden als eher bösartig bezeichnet. Auch eher bösartige Hirntumoren setzen keine Absiedelungen (Metastasen) in andere Organe außerhalb des Gehirns. Sie breiten sich jedoch bei ihrem Wachstum durch das Gehirn hindurch aus oder setzen Absiedelungen an mehreren Stellen des Gehirns. Dabei schädigen sie gesunde Hirnzellen und machen ein chirurgisches Entfernen des Tumors sehr schwer. Eher gutartige Tumoren schädigen durch ihr Wachstum (Druck) oder auch durch das meist umgebende Ödem (Schwellung) gesunde Hirnzellen in ihrer Umgebung, führen durch ihre Größenzunahme oder durch Blockade der Liquorzirkulation (Kreislauf des Hirnwassers) zum Ansteigen des Druckes im knöchernen Schädel. Dieser Anstieg des Drucks im Schädel und auch drohende Einklemmung von wichtigen Hirnarealen im großen Hinterhaupsloch machen auch potentiell gutartige Tumoren zu einer Bedrohung des Lebens und erfordern ihre Entfernung.

In welchem Alter entstehen Hirntumoren häufig?

Ein Teil dieser Tumoren entsteht im früheren Kindesalter (und macht hier eine beträchtliche Anzahl der durch Krebs verursachten Todesfälle im Kindesalter aus). Die Mehrzahl der hirneigenen Tumoren macht sich im Alter von 40 - 60 Jahren bemerkbar. Im höheren Lebensalter (vielleicht über 65 Jahren) dominieren dann die Hirnmetastasen von Tumoren, die irgendwo anders im Körper entstanden sind.

Welche Symptome sind verdächtig?

Hirntumoren - seien es nun hirneigene Tumoren oder Metastasen anderer Tumoren - sind schwer zu entdecken, da sie wenig charakteristische Beschwerden verursachen. Die Lokalisation des Tumors im Gehirn legt fest, welche Beschwerden oder Symptome entstehen. Die häufigsten Warnsignale, die an einem Hirntumor denken lassen sollten sind: Erstmalig aufgetretene epileptische Anfälle, Veränderungen der Persönlichkeit, Beeinträchtigungen von Merkfähigkeit und Gedächtnis, Lähmungen und Sensibilitätstörungen, Probleme mit der Gleichgewichtskontrolle und dem Sehen. Übelkeit und Kopfschmerz sind sicherlich ebenfalls zu nennen, sind jedoch außerordentlich viel häufiger auf andere Ursachen als auf ein Hirntumor zurückzuführen.

Ist eine Heilung möglich?

Falls ein entdeckter Hirntumor behandelt werden muß (viele zeigen ein derart langsames Wachstum, daß eine Behandlung mehr Schaden setzen würde als der Tumor verursacht), werden neurochirurgische Verfahren, Bestrahlungen, Chemotherapie, Immuntherapie und Cortisongaben eingesetzt., Wie erfolgreich eine Therapie ist, hängt v.a. von der Art des Tumors, seiner Lokalisation und auch vom Alter und Allgemeinzustand des Patienten ab. Einige Hirntumoren müssen überhaupt nicht behandelt werden, andere sind komplett heilbar, falls sie früh genug entdeckt und behandelt werden. "

Werner Klein
(Quelle: Qualitätszirkel Fachärzte für Neurologie)

Neuer Link zu ähnlichem Artikel - http://www.praxisvita.de/hirntumor
« Letzte Änderung: 14. Juni 2016, 19:16:42 von krimi »
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Hirntumoren und primäre Tumoren des Rückenmarks
« Antwort #1 am: 19. Juli 2002, 22:47:30 »
Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge
Hirntumoren und primäre Tumoren des Rückenmarks


Manual des Tumorzentrum Münchens
(Quelle: Tumorzentrum München)

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort
 Allgemeiner Teil

WHO-Klassifikation der Tumoren des Nervensystems
J. Schlegel, A. Peraud, J. Herms

Funktionelle Bildgebung bei Hirntumoren
D. P. Auer, G. K. Elbel

Diagnostik von Hirntumoren mit nuklearmedizinischen Verfahren
W. Weber, A. L. Grosu

Hirndruck bei intrakraniellen Tumoren
S. Grau, S. Pittelkow 

Chirurgische Therapie
H.-J. Steiger, H. Gumprecht 

Bildgeführte stereotaktische Biopsie zerebraler Prozesse
A. Muacevic, F. W. Kreth 

Strahlentherapie und Radiochirurgie
- Perkutane Strahlentherapie
- Stereotaktische Strahlentherapie und Radiochirurgie
- Interstitielle Radiochirurgie
A. Siefert, A. L. Grosu, F., W. Kreth, P. Kneschaurek, K. Krimmel

Chemotherapie  Grundlagen
C. Dudel, A. Schalhorn 

Epilepsietherapie in der Hirntumorbehandlung
P. A. Winkler, B. Feddersen, S. Noachtar 


 Spezieller Teil

Niedermaligne Gliome
A. Peraud, F. W. Kreth, A. Siefert, P. A. Winkler, J. C. Tonn
 
Höhergradige Gliome und Gliomatosis cerebri
M. O. Pinsker, C. Goetz, E. U. Walther, C. Dudel, A. L. Grosu, P. Reich, A. Schalhorn, G. K. Elbel

Kindliche Hirntumoren
C. Goetz, S. Müller-Weirich, B. Poellinger

Hypophysentumoren und Kraniopharyngeome
L. Schaaf, W. Stummer, J. Schopohl, C. Auernhammer, B. Wowra, A. L. Grosu, G. K. Stalla

Tumoren der Pinealisregion
F. W. Kreth, K. Bise, J. C. Tonn 

Meningeome und Meningeomatose
P. A. Winkler, E. Uhl, A. L.Grosu, E. U. Walther, K. Seelos, A. M. Frank, M. O. Pinsker, B. Wowra

Neurinome
C. B. Lumenta, H. Brückmann, A. L. Grosu, M. L. Strupp, B. Wowra

Hirnmetastasen, Meningeosis carcinomatosa
A. L. Grosu, A. Muacevic, A. Weindl, E. Hiller, C. Dudel, B. Wowra

Lymphome
C. Dudel, E. Hiller, S. Sehlen, E. Dühmke, M. Deckert-Schmitz

Primäre Tumoren des Rückenmarks
A. E. Trappe, A. M. Frank, A. L. Grosu, E. Hiller, H. Jaksche, T. E. Mayer, F. X. Weinzierl

 Nachsorge

Rehabilitation von Patienten mit Hirntumoren
M. Paulig, W. Fries, E. Koenig, M. Kühne, M. Prosiegel, K. Scheidtmann, B. Schönberger, J. Schröter, A. Wuttge-Hannig

Palliativmedizinische Maßnahmen
C. Bausewein, G. D. Borasio, C. Dudel, E. Niemeier, A. Straube, R. Voltz, E. U. Walther, F. Wehle

 Laufende Studien

Prospektiv-randomisierte Studie zur fluoreszenzgestützten Resektion maligner Gliome mit 5-Aminolävulinsäure
W. Stummer, H.-J. Reulen 

Mikrochirurgie und Radiotherapie versus Gamma-Knife-Radiochirurgie in der Behandlung singulärer zerebraler Metastasen mit einem Durchmesser kleiner gleich 3 cm
A. Muacevic, F. W. Kreth, A. Siefert, B. Wowra, H.-J. Steiger

 Anhang

Stichwortverzeichnis
Nachsorgekalender und Dokumentation
« Letzte Änderung: 14. Juni 2016, 19:21:37 von krimi »
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Hirntumoren: Vorkommen und WHO-Grad
« Antwort #2 am: 04. August 2002, 22:39:15 »
edit: Der Link funktioniert nicht mehr, probiert es hier: http://www.gesundheit.de/krankheiten/krebs/hirntumoren/index.html
Ulrich


Hirntumoren: Vorkommen u. biologische Wertigkeit (WHO-Grad) intrakranieller Tumoren
(Quelle: Gesundheit.de Roche-Lexikon)

Tumor mit Ursprung im Hirngewebe (primärer H.) oder Metastase(n) eines außerhalb des Gehirns bestehenden Malignoms (v.a. Bronchialkarzinom, malignes Melanom); i.w.S. auch die nicht vom Gehirngewebe, sondern von anderen Strukturen innerhalb des Schädels (intrakraniell) ausgehenden Tumoren. Hirntumoren metastasieren - von seltenen Ausnahmen abgesehen - nicht außerhalb des Zentralnervensystems; sie können aber auch bei geweblicher Gutartigkeit aufgrund ihrer Raumforderung bösartig (»maligne«) sein. Stellen im Kindesalter nach den Leukämien die größte Gruppe von Neoplasien dar. Symptome u. klinische Befunde (u.a. abhängig von Lokalisation u. Wachstumsgeschwindigkeit): Kopfschmerzen, Erbrechen, Sehverschlechterung (Zeichen des erhöhten intrakraniellen Druckes), Schwindel, Sprachstörung, Hörminderung, Müdigkeit (v.a. bei Kindern), Hirndruck mit entsprechenden Allgemeinsymptomen (evtl. auch Hirnstammeinklemmung; Hernia cerebri) u. örtlichen Effekten, Hirnreizung (mit fokalen oder generalisierten Krampfanfällen), neurologische Ausfallserscheinungen (z.B. Gangstörungen), Bewußtseinsstörung u. Wesensänderung. Diagnose: u.a. klinische Befunderhebung, Computertomographie, Kernspinresonanztomographie, Hirnangiographie (ggf. präoperativ zur Abklärung des Gefäßverlaufs), evtl. stereotaktische Biopsie (zur Diagnosesicherung), endokrinologische Untersuchungen (bei Tumoren im Bereich der Sella, Pinealisregion). Die histologische Beurteilung des Dignitätsgrades eines intrakraniellen Tumors erfolgt nach Anaplasiegraden (Tab.). Therapie (richtet sich u.a. nach Lokalisation u. Art des Tumors sowie Allgemeinbefinden des Patienten): Operation (Tumorexstirpation, palliative Eingriffe), Bestrahlung, ggf. Chemotherapie (z. B. Medulloblastom). Zu den Hirntumoren gehören (s.a. unter dem jeweiligen Stichwort) ektodermal das Kraniopharyngiom, Hypophysenadenome u. zylindromatöse Epitheliome, neuroepithelial die Medulloblastome, Gliome (Oligodendrogliom, Astrozytom, Glioblastome), Paragliome (Ependymom, Plexuspapillom, Pinealom, Neurinom) u. Gangliozytome (einschließlich Kleinhirn u. Sympathikus), mesodermal die Meningiome, Angioblastome, Fibrome, Sarkome, Chondrome, Lipome, Osteome u. Chordome; ferner Fehlbildungstumoren (Epidermoid, Dermoid u. Teratom), maligne Lymphome sowie i.w.S. Gefäßfehlbildungen u. -tumoren (Angiome, Hirnaneurysmen).

TumorgruppeAnteilTumorGrad
Astrozytome6%pilozytisches AstrozytomGrad I
8%Astrozytom (niedriggradig)Grad II
< 3%anaplastisches AstrozytomGrad III
15%Glioblastoma multiformeGrad IV
Oligodendrogliome5%OligodendrogliomGrad II
anaplastisches OligodendrogliomGrad III
Ependymome5%SubependymomGrad I
myxopapilläres EpendymomGrad I
EpendymomGrad II
anaplastisches EpendymomGrad III
Plexustumoren< 1%PlexuspapillomGrad I
PlexuskarzinomGrad III + Grad IV
neuronale Tumoren< 3%GangliozytomGrad I
GangliogliomGrad I + Grad II
dysembryoplastischer neuroepithelialer TumorGrad I
zentrales NeurozytomGrad I
Pinealistumoren< 2%PineozytomGrad II + Grad III
PineoblastomGrad IV
embryonale Tumoren5%MedulloblastomGrad IV
andere PNETsGrad IV
Tumoren des PNS8%NeurinomGrad I
maligner peripherer NervenscheidentumorGrad III + Grad IV
Meningeale Tumoren15%MeningeomGrad I
Anaplastisches MeningeomGrad III
HämangioperizytomGrad III
Lymphome< 2%primäres ZNS-LymphomGrad IV
Metastasen25%Karzinome, Melanome, LymphomeGrad IV

Abkürzungen:
PNET:primitive neuroektodermale Tumoren
PNS:peripheres Nervensystem
ZNS:zentrales Nervensystem

Hirntumoren: Dignitätsgrad oder biologische Wertigkeit intrakranieller Tumoren nach Anaplasiegraden

Grad 1
geringe Zelldichte mit gleichförmigen Zellen ohne atypische Mitosen u. ohne Gefäßwandproliferation: benigne (gutartig)

Grad 2
geringe bis mäßige Zelldichte mit Unregelmäßigkeiten in Größe, Form u. Chromatingehalt der Kerne in geringem Ausmaß mit einigen typischen Mitosen ohne Gefäßwandproliferation: semibenigne (im wesentlichen noch gutartig)

Grad 3
erhebliche Zelldichte mit mäßiger bis starker Zell- u. Kernpolymorphie u. zahlreichen, teilweise auch typischen Mitosen, Gefäßwandproliferation möglich: seminaligne (relativ aggressiv wachsend)

Grad 4
hohe, manchmal auch wechselnde Zelldichte mit starken Zell- u. Kernpolymorphien, Riesenzellen, zahlreichen atypischen Mitosen u. ausgedehnten Nekrosen sowie erheblicher Gefäßwandproliferation: maligne; (bösartig)
« Letzte Änderung: 15. Oktober 2008, 14:31:28 von Ulrich »
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Hirntumoren: Ratgeber der Deutschen Krebshilfe
« Antwort #3 am: 05. August 2002, 10:19:42 »
Gehirntumoren Ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige und Interessierte
(Quelle: Deutsche Krebshilfe)

Tumoren des Gehirns gehören zu den eher seltenen Krebserkrankungen. Im Gegensatz zu anderen Krebsarten sind auslösende Faktoren nicht bekannt. Es gibt verschiedene Arten von Gehirntumoren: Die Geschwulste können von der Gehirnsubstanz selbst ausgehen, von den Hirnhäuten, den Hirnnerven oder der Hirnanhangsdrüse. In dem Ratgeber "Gehirntumoren" werden die verschiedenen Tumorarten beschrieben und unterschiedliche diagnostische Verfahren vorgestellt. Insbesondere richtet sich die Broschüre aber an Betroffene, um ihnen durch vielfältige medizinische wie allgemeine Informationen bei der Bewältigung ihrer Krankheit zu helfen.

Aus dem Inhalt:
    [*]Gehirntumoren - warum entstehen sie?
    [*]Welche Art von Gehirntumoren gibt es?
    [*]Diagnostik[*]Die Therapie von Gehirntumoren[*]Nachsorge[/list]Broschüre im PDF Format Downloaden
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    Hirntumore, allgemeine Übersicht - Teil 1
    « Antwort #4 am: 20. August 2002, 09:50:12 »
    Hirntumore, allgemeine Übersicht - Teil 1
    (Quelle: Medicine-Worldwide)

    Hirntumorarten
      [*]Akustikusneurinom - weitere Informationen[*]Astrozytome - weitere Informationen[*]Hirnmetastasen - weitere Informationen[*]Hypophysentumor - weitere Informationen[*]Kraniopharyngeome - weitere Informationen[*]Lymphome - weitere Informationen[*]Medulloblastome - weitere Informationen[*]Meningeome - weitere Informationen[*]Oligodendrogliome - weitere Informationen[/list]Zusammenfassung
      Hirntumoren sind Geschwülste, die durch überschießendes Wachstum einer Zellart innerhalb des Gehirnes entstehen.

      In Deutschland erkranken 8-10 Personen von 100.000 jährlich daran, vor allem Kinder bis zum 10. und Erwachsene vom 60.-75.Lebensjahr. Hirntumoren machen nur 1% der Krebserkrankungen beim Erwachsenen, jedoch 20% der Krebserkrankungen im Kindesalter aus.

      Man kann sie nach ihrem Wachstumsverhalten (gutartig , auch benigne bzw. bösartig, auch maligne), dem primären Ursprung der Zellen (primäre HT oder Absiedelungen anderer Krebsarten, auch Metastasen genannt), und dem histologischen Zelltyp einteilen.

      Die Symptome sind vielfältig und hängen von der betroffenen Hirnregion ab. Am häufigsten sind Kopfschmerzen, epileptische Anfälle und Wesensveränderungen. Zur Diagnose stehen bildgebende Verfahren (CT und MRT) im Vordergrund. Die Therapie erfordert die Zusammenarbeit mehrerer Fachrichtungen und besteht aus neurochirurgischer Operation (wenn möglich!),Bestrahlung und seltener auch Chemotherapie.

      Die Prognose ist von der Lage des Tumors und damit von der Operabilität sowie vom Wachstumsverhalten der Tumorzellen abhängig und ist im Vergleich bei Kindern günstiger.

      Definition und Einteilung
      Hirntumoren sind Raumforderungen im Gehirn. Sie befinden sich im zentralen Nervensystem (ZNS) und entstehen aus dessen Gewebe. Unter dem ZNS versteht man das Gehirn und das Rückenmark. Dem ZNS gegenüber steht das periphere und das autonome Nervensystem. Unter dem peripheren Nervensystem versteht man Nerven außerhalb des ZNS, wie z.B. die sensiblen und motorischen Nerven. Das autonome Nervensystem besteht aus den antagonisierenden Anteilen Sympathikus und Parasympathikus, welche die inneren Organe innervieren, also nerval stimulieren.

      Während man umgangssprachlich ganz allgemein von "Hirntumoren" spricht, unterscheidet der Arzt zwischen hirneigenen Tumoren und Metastasen. Metastasen sind Tochtergeschwülste von Tumoren , deren primärer Herd außerhalb des Gehirns entstanden ist. Sie enthalten daher auch kein Nervengewebe. Einzelne derartige Tumorzellen gelangen über den Blutkreislauf oder über das Hirnwasser (Liquor) in das Gehirn und siedeln sich dort als Tochtergeschwulst also Metastase ab. In besonderen Fällen kann aber auch ein hirneigener Tumor Metastasen innerhalb des Gehirns oder im Rückenmark absiedeln. Solche Rückenmarksmetastasen nennt man auch Abtropfmetastasen.

      Der anschauliche Begriff "Raumforderung" erklärt sich in diesem Zusammenhang von selbst. Allerdings kann ein Hirntumor auch diffus wachsen. In diesem Falle gibt es keine sichtbare Verdrängung von Hirngewebe. Dennoch spricht man auch in diesem Falle von einer Raumforderung. Eine solche Raumforderung wächst stetig und beeinträchtigt schließlich die Funktion der Hirnregion, in deren Umgebung sie wächst. Je langsamer eine Raumforderung wächst, desto besser kann sich der Körper an dieses fremde Gewebe anpassen. Bei entsprechend langsamem Tumorwachstum ist es sogar möglich, dass bestimmte Hirnfunktionen von anderen, nicht beeinträchtigten Arealen übernommen werden. Dies ist aber nur in begrenztem Umfang möglich. Dieser begrenzte "Übernahmemechanismus" erklärt, warum manchmal sehr große Hirntumoren sehr lange keinerlei Beschwerden beim Patienten verursachen.

      Die häufigsten Raumforderungen im Gehirn sind Metastasen. Bei 20 % aller Tumorerkrankungen des menschlichen Organismus werden zusätzlich Hirnmetastasen gefunden. Neben der Leber und der Lunge ist das Gehirn dasjenige Organ, in dem sich Metastasen am häufigsten absiedeln. Die Diagnose "Hirnmetastase" verschlechtert die Prognose einer Tumorerkrankung an einer anderen Körperregion entscheidend, da eine Hirnmetastase in der Regel die Überlebenszeit des Patienten stärker begrenzt, als der ursprüngliche Primärtumor.

      Zu den besonders häufig metastasierenden Tumoren gehören Mammakarzinome (Brustkrebs), Bronchialkarzinome (Lungenkrebs) und Prostatakarzinome. Am Ort ihrer Absiedlung im Gehirn wachsen die Tochtergeschwülste dann ebenso ungehemmt wie der "Muttertumor". Hat bereits eine Absiedlung ins Gehirn stattgefunden, so werden häufig auch an anderer Stelle im Körper weitere Metastasen gefunden. Deshalb muss der ganze Körper in die Tumorsuche einbezogen werden.

      Unter dem Begriff hirneigener Tumor versteht man dagegen eine Geschwulst, die aus entarteten Zellen des Hirngewebes entsteht. Die unterschiedlichen Hirntumoren unterscheiden sich untereinander bezüglich verschiedener Merkmale. Auch die Prognose der Tumorerkrankungen des Gehirns ist sehr unterschiedlich. Um die Klassifikation der Hirntumoren und ihre unterschiedlichen Eigenheiten in Bezug auf Symptome, Diagnose, Therapie und Prognose zu verstehen, sind eine Reihe von grundlegenden Kenntnissen über den Aufbau und die Funktion des Gehirns erforderlich.

      Hirneigene Tumoren
      Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Hirntumoren einzuteilen. Denkbare Merkmale sind z.B. das typische Lebensalter des Patienten zum Zeitpunkt des Erkrankungsbeginns, das Geschlecht, die Prognose (gutartiger oder bösartiger Tumor), der entartete Zelltyp und andere mehr. Aus praktischen und historischen Gründen hat aber die neuropathologische Klassifikation die größte Bedeutung.

      Neuropathologische Klassifikation
      Diese Art der Einteilung basiert auf neuropathologisch-anatomischen, histologischen und genetischen Tumormerkmalen. Man unterscheidet demnach folgende Tumorarten:

        [*]neuroepitheliale Tumoren: Tumoren des eigentlichen Hirngewebes [*]Mischtumoren: eine Mischung aus den verschiedenen Tumorarten der neuroepithelialen Tumoren[*]embryonale Tumoren: aus embryonalen Zellen entstandene Tumoren[*]Tumoren der Hirnnerven: die gleichen Tumorarten, die auch bei den peripheren Nerven zu finden sind[*]Tumoren der Hirnhäute[*]Tumoren ausgehend von Bindegewebe, Fettgewebe usw.[*]Lymphome: Tumoren der Lymphozyten (körpereigene Abwehrzellen), die auch im Gehirn vorkommen[*]Melanome: bösartige Tumoren, die man eigentlich von der Haut her kennt und z.B. aus Muttermalen entstehen können.[*]Keimzelltumoren[/list]Die häufigsten und bedeutsamsten hirneigenen Tumoren sind die Astrocytome und die Oligodendrogliome. Diese Tumoren werden den oben unter 1. genannten neuroepithelialen Tumoren zugeordnet. Seltener sind die Ependymome (neuroepithelial), Medulloblastome (embryonale Tumoren (3.)), Meningeome (Hirnhaut (5.)) und Lymphome (8.). Alle übrigen Tumorarten sind sehr selten.

        Gutartige - bösartige hirneigene Tumoren
        Ein Tumorwachstum im Gehirn hat im Vergleich zu anderen Organen besondere Auswirkungen. Dieser Unterschied erklärt sich dadurch, dass innerhalb des knöchernen Schädels nur ein begrenzter Raum zur Verfügung steht. Das Tumorwachstum führt daher zu einer Kompression oder Verdrängung des umgebenden Hirngewebes. Deshalb kann jede wachsende Gewebemasse, sei sie gutartig oder bösartig, zu einer lebensbedrohlichen Steigerung des Hirndruckes führen. Die Lage und Ausdehnung der Geschwulst innerhalb des Gehirns entscheidet über den Zeitpunkt und den Charakter der Erkrankungssymptome beim Patienten.

        Manche Hirntumoren, beispielsweise Gliome, haben die Eigenschaft, ihr Verhalten im Verlauf der Tumorerkrankung zu verändern. Sie können zunächst als gutartige, langsam wachsende Geschwülste auftreten, im weiteren Verlauf jedoch zum bösartigen Tumor entarten. Die Metastasierung von Hirntumoren in andere Organe außerhalb des ZNS ist extrem ungewöhnlich, eine Metastasierung innerhalb des ZNS ist selten.

        Die fachgerechte und das übrige Gewebe schonende Behandlung von Hirntumoren stellt den Arzt vor eine schwierige Aufgabe. Da im Hirngewebe wichtige Funktionen auf sehr kleine Strukturen beschränkt sein können, muss der Arzt bei der Behandlung besonders darauf achten, dass Hirnanteile, die in unmittelbarer Nachbarschaft des Tumors liegen, nicht geschädigt oder beeinträchtigt werden. Dies erfordert häufig die Mitwirkung von Experten aus verschiedenen Fachdisziplinen.

        Die Einteilung in gutartige und bösartige Hirntumoren ist zur Beurteilung der Prognose des Erkrankten von großer Wichtigkeit. Hier seien die wichtigsten Erkrankungen genannt.

        Gutartige Hirntumoren
          [*]Kraniopharyngeome[*]Meningeome[*]Neurinome - Akustikusneurinom[*]Hypophysenadenome[/list]Bösartige Hirntumoren
            [*]Hirnmetastasen[*]Astrozytome, Glioblastome[*]Oligodendrogliome[*]Medulloblastome[*]Ependymome[*]Lymphome[*]Melanome[/list]WHO-Grading von Hirntumoren:
            Die neuropathologische Begutachtung einer Probe des Tumorgewebes unter dem Mikroskop hat die wichtige Funktion, den Tumortyp zu bestimmen. Dadurch kann dann eine Aussage über den gut- bzw. bösartigen Charakter des Tumors gemacht werden. Die verbreitetste Hirntumoreinteilung wurde ursprünglich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO-Klassifikation) vorgeschlagen. Sie sieht vier verschiedene Tumorgrade vor.

              [*]WHO Grad I (gutartig)[*]WHO Grad II (noch gutartig)[*]WHO Grad III (bereits bösartig)[*]WHO Grad IV (bösartig)[/list]Dabei entspricht der WHO Grad I einem gutartigen, langsam wachsenden Tumor mit günstiger Prognose. Bei einer Geschwulst mit WHO Grad IV handelt es sich dagegen um einen besonders bösartigen und schnell wachsenden Tumor mit entsprechend ungünstiger Prognose. Diese Einteilung spielt auch eine ausschlaggebende Rolle für die Behandlungsplanung. So werden in der Regel Tumoren mit dem WHO Grad I und II oft über viele Jahre beobachtet und erst bei erneutem Wachstum operiert. Dagegen wird bei Geschwülsten der WHO Grade III und IV nach der Operation zusätzlich eine Bestrahlung und/oder eine Chemotherapie durchgeführt.

              Hirneigene Tumoren des Erwachsenen und des Kindes
              Hirntumoren des Kindes unterscheiden sich von Tumoren des Erwachsenenalters deutlich. Das allgemeine Risiko für Kinder, vor dem 15. Lebensjahr an einem bösartigen Tumor zu erkranken, beträgt insgesamt 0,2 %. Unter den tumorkranken Kindern insgesamt leiden etwa 20 % an einem Hirntumor. Bösartige Tumorerkrankungen im Kindesalter haben eine - im Vergleich zum Erwachsenenalter - im allgemeinen günstigere Überlebensprognose. Die 5-Jahres-Überlebensrate tumorkranker Kinder liegt bei etwa 70 %. Bei den Tumoren des ZNS im Kindesalter liegt sie bei 50 %.

              Zu den typischen Tumoren des Kindesalters, die beim Erwachsenen selten auftreten, zählen:
                [*]Meduloblastom (ca. 20 % aller Hirntumoren im Kindesalter)[*]Ependymom (ca. 30 % aller Hirntumoren im Kindesalter[*]Niedrigmalige Astrozytome (gutes 10-Jahres-Überleben von 70-90 % nach kompletter Tumorentfernung)[*]Hochmaligne Astrozytome (nur 5 % aller Hirntumoren im Kindesalter)[*]Kraniopharyngeome (6-9 % aller Hirntumoren im Kindesalter - gutartig)[/list]Häufigkeit
                Jährlich erkranken etwa 8-10 Menschen pro 100.000 Einwohner in Deutschland an einem Hirntumor. Damit gehören die Tumoren des ZNS zu den eher seltenen Tumorerkrankungen. Kinder in den ersten zehn Lebensjahren sind dagegen häufiger von einem ZNS Tumor betroffen. Mit zunehmendem Alter sinkt das Risiko bis zum 24. Lebensjahr deutlich ab, um schließlich ganz allmählich wieder anzusteigen und einen weiteren Häufigkeitsgipfel zwischen 60 und 75 Jahren zu bilden. Bei Erwachsenen sind nur etwa 1 % aller bösartigen Krebse Hirntumoren. Im Kindesalter machen die hirneigenen Tumoren jedoch etwa 20 % aus, sie sind also ca. 20 mal so häufig.

                Warum entstehen Hirntumoren? - Risikofaktoren
                Die Ursache und der Entstehungsmechanismus von Hirntumoren sind noch immer nicht eindeutig geklärt. Es konnten bislang auch keine Risikofaktoren gefunden werden. Einzelne epidemiologische Untersuchungen konnten einen Zusammenhang zwischen einer beruflichen Exposition mit bestimmten chemischen Substanzen (Pestizide, Herbizide, Petrochemie) zeigen. Andere Studien kamen jedoch zum Teil zu gegensätzlichen Ergebnissen.

                Auch für den immer wieder vermuteten Zusammenhang zwischen Schädel-Hirn-Verletzungen und dem Auftreten von Hirntumoren gibt es bisher keine überzeugenden Hinweise. Ebenso wenig konnte bislang ein Zusammenhang zwischen einem Hirntumor und Elektrosmog, Stress und außergewöhnlichen seelischen Belastungen oder Infektionen und Impfungen nachgewiesen werden.

                Auch bei kindlichen Hirntumoren konnten keine besonderen Risikofaktoren oder negative Einflüsse der Umwelt aufgedeckt werden. Bei therapeutischen Bestrahlungen des Hirnschädels von Kindern jedoch, die z.B. bei einer akuten Leukämie oder bei bösartigen Augentumoren unverzichtbar ist, steigt das Risiko, später an einem Hirntumor zu erkranken, schon bei geringen Strahlendosen merklich an. Deshalb wird angestrebt, auf die Bestrahlung von Kindern zugunsten einer Chemotherapie, sofern es möglich ist, zu verzichten.

                Bei der Neurofibromatose (Morbus Recklinghausen) kommt es in Folge des vorhandenen genetischen Defekts, der der Erkrankung zugrunde liegt, zu einem gehäuften Auftreten von Tumoren, und zwar sowohl des peripheren als auch des zentralen Nervensystems (ZNS). Es gibt nur wenige andere, allerdings sehr seltene, ebenfalls genetisch bedingte vererbbare Erkrankungen, die mit einem erhöhten Risiko für einen hirneigenen Tumor einhergehen.

                Symptome und Beschwerden
                Raumforderungen im Gehirn können vielfältige und mehrdeutige Symptome hervorbringen. Der knöcherne Hirnschädel setzt, wie bereits erwähnt, der Ausdehnung eines Tumors, der oft von einem ausgedehnten Ödem umgeben ist, enge Grenzen. Ein Ödem ist eine "wässrige" Schwellung der Zellen und des Hirngewebes.

                Wächst ein Tumor rasch, beispielsweise bei Metastasen, so treten Beschwerden frühzeitig auf. Eventuell sogar schon, bevor eine Raumforderungen im CT (Computertomogramm) zu sehen ist. Wächst der Tumor hingegen langsam, wie es bei den hirneigenen Tumoren häufig der Fall ist, dann findet man im Schnittbild (CT, MRT) oft überraschend ausgedehnte Raumforderungen. Hier besteht oft ein deutlicher Gegensatz zwischen den milden oder sogar fehlenden Beschwerden des Patienten und einer beeindruckenden Tumorausdehnung.

                Bestimmte Symptome, die beispielsweise mit dem Ausfall von Hirnnerven einhergehen, wie etwa Sehstörungen, Gesichtsmuskellähmungen oder ähnliche Nervenausfälle, können indirekte Hinweise für die Tumorlokalisation im Gehirn geben. Auch aus der Art von Krampfanfällen können Schlüsse auf den Ort der Raumforderungen im Hirn gezogen werden.

                Gerade hirneigene Tumoren machen sich oft durch ganz uncharakteristische Symptome bemerkbar: in der Häufigkeit zunehmende Kopfschmerzen, wiederkehrende Übelkeit mit Erbrechen, allmähliche Wesensveränderungen und zunehmende Vergesslichkeit. Gerade letztere werden nicht selten nur von den Angehörigen bemerkt. Gelegentlich treten auch generalisierte Krampfanfälle, sogenannte Grand mal Anfälle auf.

                Kopfschmerzen
                Das häufigste und erste Symptom ist in der Regel der Kopfschmerz. Die Hälfte der Patienten hat zum Zeitpunkt der Tumordiagnose Kopfschmerzen. Dies ist zunächst ein sehr uncharakteristisches Symptom. Jeder Mensch hat gelegentlich Kopfschmerzen. Bei Tumorkopfschmerzen gibt es jedoch typische Besonderheiten: Hirntumoren stellen Raumforderungen im Gehirn dar. Meist sind diese Raumforderungen umgeben von einem Ödem, also einer Schwellung des Hirngewebes. Je schneller der Tumor wächst, desto weniger hat das Gehirn Zeit, der Raumforderung Platz zu lassen. Es entsteht im Hirnschädel ein Druck, der im extremen Fall sogar lebensgefährlich werden kann. Dieser Druck wird schon zu einem frühen Zeitpunkt als Kopfschmerz empfunden.

                In der Nacht befindet sich, bedingt durch die liegende Position, ein höheres Blutvolumen im Kopf als am Tag. Ein tumorbedingtes Ödem nimmt deshalb im Laufe der Nacht zu. Dies führt typischerweise zu nächtlichen Kopfschmerzen, die sich am Tage wieder bessern. Begleitet werden diese Kopfschmerzen regelmäßig von Übelkeit und von Erbrechen. Diese Symptome sind meist morgens besonders stark ausgeprägt.

                Die tumorbedingten Kopfschmerzen nehmen an Intensität innerhalb kürzester Zeit zu. Normale Kopfschmerztabletten helfen fast gar nicht dagegen. Der Patient erlebt die Kopfschmerzen auch anders, als harmlose, gelegentliche Kopfschmerzen.

                Bei jedem Patienten, bei dem "neue" Kopfschmerzen auftreten, die nicht wieder von alleine verschwinden oder die durch normale Kopfschmerzmittel nicht behandelbar sind, besteht der Verdacht auf eine ernstzunehmende Hirnerkrankung. Nach einer ärztlichen Untersuchung kann dann ein CT mit Kontrastmittel oder ein MRT mit Kontrastmittel durchgeführt werden.

                Krampfanfälle
                Etwa jeder 4. Patient mit einer Raumforderung im Gehirn leidet unter zerebralen Krampfanfällen. Krampfanfälle sind unkontrollierte, krankhafte Entladungen einzelner Nervenzellen, die auf die Nachbarzellen überspringen. Die Ursachen von Krampfanfällen sind sehr vielfältig. Die tumorbedingte Steigerung der Krampfneigung kann aber dennoch das erste Symptom einer Hirntumorerkrankung sein. Es besteht zwischen der Schwere des Krampfanfalles und dem Ausmaß einer etwaigen Tumorerkrankung kein direkter Zusammenhang.

                Man unterscheidet zwischen fokalen und generalisierten Krampfanfällen. Bei fokalen Anfällen beschränken sich die unkontrollierten Nervenentladungen auf einen bestimmten abgegrenzten Hirnbezirk. Je nachdem um welchen Hirnbezirk es sich handelt, können die Symptome höchst unterschiedlich sein. Der Patient kann Zuckungen einer Körperhälfte, eines Arms oder eines Beins haben, er kann plötzlich einschlafen, ganz komplexe Bewegungen machen oder mitten im Gespräch für Sekunden stocken. Aus dem spezifischen Symptom kann der Arzt Schlüsse über den möglichen Ausgangspunkt der unkontrollierten Nervenentladungen und damit über den möglichen Sitz eines Tumors oder einer Metastase ziehen. In jedem Falle geschehen diese Handlungen unbewusst und werden nachher nicht mehr erinnert (Amnesie). Gelegentlich kündigt sich ein solcher Anfall dem Patienten vorher durch besondere Empfindungen an, wie etwa Geschmacks- oder Geruchshalluzinationen. Man spricht dann von einer Aura.

                Anders als bei den fokalen Anfällen sind die unkontrollierten generalisierten Nervenentladungen nicht auf ein kleines Hirnareal beschränkt, sondern breiten sich über weite Hirnbereiche aus. Generalisierte Anfälle können klinisch z.B. durch Zuckungen der Extremitäten oder eine plötzliche Abwesenheit, die nur den Angehörigen auffällt, eingeleitet werden. Die Zuckungen hören meist spontan nach wenigen Minuten auf. Es kann aber auch zu einer Ausbreitung der "Krampftätigkeit" im Gehirn kommen. Dieser generalisierte epileptische Anfall ist stets von einem Bewusstseinsverlust begleitet. Meist stürzt der Patient auf den Boden, beißt sich auf die Zunge und nässt ein. Häufig haben die Betroffenen Schaum vor dem Mund. Dieser Zustand der Bewusstlosigkeit kann durch Verletzungen beim Sturz oder durch Verschlucken von Erbrochenem lebensbedrohlich werden. Anders als bei den fokalen Anfällen lässt sich beim tumorbedingten generalisierten Anfall nicht auf die Lokalisation des Herdes schließen.

                Jeder Patient, der aus vollkommener Gesundheit heraus einen Krampfanfall erleidet, muss sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. Eine sorgfältige neurologische Untersuchung, eine Computertomographie oder eine MRT-Untersuchung sind zur Klärung der Anfallsursache unerlässlich.

                Herdförmige Symptomatik
                Viele Patienten, die wegen neu aufgetretener Kopfschmerzen den Arzt aufsuchen, haben eine sogenannte herdförmige neurologische Symptomatik.

                Als herdförmige Symptomatik bezeichnet man Taubheit oder Lähmungserscheinungen, Sehstörungen oder Einschränkungen des Gesichtsfeldes, Koordinationsstörungen, Einschränkungen der Sprache und der Merkfähigkeit, Einschränkungen der Auffassungsgabe und des Verständnisses. Da sich bestimmten Hirnleistungen bestimmte Hirnareale zuordnen lassen, kann der Arzt ausder Art der Symptome auf den Ort der Störung schließen.

                Wesensveränderungen
                Speziell Tumoren im Frontalhirn (Stirnhirn) führen zu Veränderungen der Persönlichkeit, zu Störungen des Verhaltens und des Antriebs und zu einer Verstärkung oder Akzentuierung von spezifischen Persönlichkeitsmerkmalen. Diese Persönlichkeitsveränderungen verlaufen oft schleichend und werden deshalb selbst von Angehörigen des Erkrankten nicht immer bemerkt. Zudem können sich diese Veränderungen innerhalb der normalen Variationen des Verhaltens bewegen. Zu diesen auffälligen Änderungen im Verhalten zählen u. a. Teilnahmslosigkeit, rasche Erregbarkeit bis hin zur Aggressivität. Die Erhebung der Anamnese (Krankengeschichte) und eine neurologische Untersuchung sind zusammen mit der Schnittbilddiagnostik (CT, MRT) die entscheidenden Schritte zur Diagnose. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass die genannten Wesensveränderungen weit häufiger eine psychische Erkrankung zur Ursache haben.

                Raumforderungen im Gehirn können aber auch gänzlich ohne Beschwerden bleiben. Langsam wachsende Tumoren verursachen meist wenige oder sehr milde Symptome. Beispiele für langsam wachsende Tumoren sind Neurinome, Meningeome oder Tumoren der Hirnanhangsdrüse (Hypophysenadenome).
                « Letzte Änderung: 20. August 2002, 09:52:54 von Mike »
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                Hirntumore, allgemeine Übersicht - Teil 2
                « Antwort #5 am: 20. August 2002, 10:06:58 »
                Hirntumore, allgemeine Übersicht - Teil 2
                (Quelle: Medicine-Worldwide)

                Zitat: "Diagnostik
                Die Diagnose "Hirntumor" erfordert wegen der gravierenden persönlichen, prognostischen und therapeutischen Konsequenzen umfangreiche diagnostische Maßnahmen. Zur möglichen Erhärtung der Verdachtsdiagnose stehen dem Arzt heutzutage glücklicherweise eine ganze Reihe von bewährten und modernen Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Am Anfang der Diagnostik steht immer die Anamnese und sowohl die allgemeine körperliche als auch die neurologische Untersuchung. Ferner kommt den bildgebenden Schnittbildverfahren (CT, MRT) eine herausragende Bedeutung zu. Folgende Verfahren haben sich dabei insgesamt bewährt:

                  [*]Neurologische Untersuchung[*]Elektroencephalogramm (EEG)[*]Evozierte Potentiale (akustisch evozierte Potentiale AEP, visuell evozierte Potentiale VEP, sensorisch evozierte Potentiale SEP)[*]Blutuntersuchungen (Hormone, Tumormarker)[*]Computertomogramm (CT)[*]Magnetresonanztomographie (MRT) mit funktioneller MRT (FMRT) und Spektoskopie (MRS)[*]Angiographie[*]Positronen-Emissions-Tomographie (PET)[/list]Neurologische Untersuchung
                  Sobald beim Patienten Symptome auftreten, die den Verdacht auf eine Veränderung im Gehirn aufkommen lassen, sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden. Er entscheidet nach Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und auf Grund des Ergebnisses der körperlichen Untersuchung über das weitere Vorgehen. Insbesondere wird er, falls sich der Verdacht erhärtet, eine neurologische Untersuchung durch den Neurologen oder Neurochirurgen oder die Anfertigung von Schnittbildern veranlassen. Der Wert einer sorgfältig erhobenen Krankengeschichte kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die körperliche Untersuchung ist nicht minder wichtig, denn bei 50% der Patienten gibt sie den ersten entscheidenden Hinweis auf eine Hirnerkrankung.

                  Computertomographie (CT)
                  Der Computertomograph ist ein Gerät zur Aufnahme von Schnittbildern des menschlichen Körpers mit Hilfe von Röntgenstrahlen. Durch die Erstellung von Querschnittsbildern in jeder beliebigen Ebene können, im Gegensatz zur konventionellen Röntgenaufnahme, überlagerungsfreie Bilder des Körpers gewonnen werden. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass im Gegensatz zu konventionellen Röntgenverfahren auch Weichteile mit hohem Kontrast dargestellt werden können. Deshalb eignet sich die CT zur Untersuchung des Gehirns:

                  Der Patient wird auf einem Untersuchungstisch liegend durch das Untersuchungsportal (Gantry) gefahren. In der Gantry dreht sich ein Ring um den Patienten. Auf diesem Ring sind auf einander gegenüberliegenden Seiten eine Röntgenröhre und ein Detektorkranz angeordnet. Die Röntgenröhre sendet impulsartig einen Strahlenfächer durch den Patienten. Die unterschiedliche Dichte der Gewebe führt zu einer unterschiedlichen Schwächung der Röntgenstrahlen, die mit dem Detektorkranz aufgenommen werden.

                  Der Grad der Schwächung der Röntgenstrahlen im Patienten kann dabei quantitativ erfasst werden, und zwar mit Hilfe der sogenannten Hounsfield-Einheiten. Aus der Schwächung der Röntgenstrahlen und aus der räumlichen Information, die sich aus der Drehung des Systems ergibt, kann ein Computer Schnittbilder des Körpers berechnen. Diese können digital gespeichert, an weitere Computer wie etwa Therapie- Planungssysteme weitervermittelt oder auf einem Film dokumentiert werden.

                  Durch die Verabreichung eines Röntgenkontrastmittels kann die Empfindlichkeit und Spezifität einer CT-Untersuchung noch gesteigert werde. Das Kontrastmittel enthält als wichtigsten Wirkstoff Jod. Jod hat die Eigenschaft, Röntgenstrahlen relativ stark zu schwächen. Zur besseren Verträglichkeit ist Jod an ein organisches Molekül gebunden. Normalerweise verbleibt intravenös verabreichtes Kontrastmittel, welches mit dem Kreislauf das Gehirn erreicht, innerhalb der Gefäße. Die Blut-Hirn-Schranke wirkt dabei als Barriere zwischen dem Gefäßsystem und dem Hirngewebe und hält daher das Kontrastmittel zurück. Im Bereich krankhafter Veränderungen jedoch kann diese Blut-Hirn-Schranke geschädigt sein. Dann kann das Kontrastmittel in das Hirngewebe austreten und mittels der CT nachgewiesen werden. Zur Detektion von Hirntumoren ist daher eine Kontrastmitteluntersuchung unerlässlich.

                  Die Verwendung jodhaltiger Kontrastmittel unterliegt aber gewissen Einschränkungen. Patienten mit einer Überfunktion der Schilddrüse, einer Fehlfunktion der Nieren oder einer Jodallergie können Kontrastmittel nicht ohne Vorbereitung und Vorsichtmaßnahmen erhalten. Die Strahlendosis mit der der Patient im Rahmen einer kontrastmittelgestützten Untersuchung belastet wird, beträgt etwa 2-6 mSv. Diese Strahlendosis entspricht ungefähr zwei konventionellen Röntgenaufnahmen des Schädels. Die reine Untersuchungszeit beträgt bei neueren Geräten nur wenige Minuten.

                  Ist beim Patienten ein Eingriff am Gehirn geplant, sei es zur Punktion, zur Tumorentfernung oder zur Bestrahlungsplanung, ist die vorherige Anfertigung von Schnittbildern unerlässlich. In bestimmten Hirnregionen kann sich der Operateur die Orientierung durch einen Planungscomputer erleichtern. Zu diesem Zweck wird am Kopf des Patienten vor dem Eingriff ein Ring mit diversen Markierungen von außen festgeschraubt. Anschließend werden Schnittbilder angefertigt. Der Planungscomputer kann anhand der Schnittbilder und der bekannten Markierungen die Lage des Tumors und die Lage der Operationsinstrumente im Gehirn berechnen und sogar ein dreidimensionales Modell am Computerbildschirm entwerfen. Durch diese Methode wird dem Operateur die Navigation erleichtert. Dieses Verfahren heißt Stereotaxie.

                  Kernspintomographie - Magnetresonanztomographie (MRT)
                  Neben der Computer-Tomographie (CT) hat die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT), die auch als Kernspintomographie bezeichnet wird, als weiteres Schnittbildverfahren eine herausragende Bedeutung bei der Tumordiagnostik gewonnen. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, sehr kontrastreiche und überlagerungsfreie Bilder von Weichteilen zu erstellen. Die Besonderheit gegenüber dem CT besteht darin, dass Schnittbilder in jeder beliebigen Ebene des Raumes erfasst werden können. Außerdem sind keine ionisierenden Strahlen notwendig.

                  Auf dem Feld der Hirndiagnostik ist die MRT in bestimmten Bereichen der CT überlegen. Das betrifft besonders die höhere Empfindlichkeit bei kleinen Störungen.

                  Die MRT beruht auf einem völlig anderen physikalischen Prinzip als die CT. Dieses Prinzip heißt Kernspinresonanz. Das Phänomen der Kernspinresonanz tritt bei verschiedenen Atomkernen auf, von großer praktischer Bedeutung für die Medizin sind jedoch gegenwärtig praktisch nur Wasserstoffatomkerne. Als Teil des Wassermoleküls sind sie im Körper reichlich und überall vorhanden.

                  Die Wasserstoffatomkerne drehen sich mit einer bestimmten Geschwindigkeit um ihre eigene Achse. Dieses Phänomen heißt Kernspin. Diese bewegten Ladungen erzeugen senkrecht zur Bewegung ein winziges atomares Magnetfeld. Jedes Wasserstoffatom kann man sich deshalb als winzigen Magneten vorstellen. In einem starken Magnetfeld lassen sich diese atomaren Magneten ausrichten. Durch den Hochfrequenzimpuls eines im Gerät installierten Radiosenders kann die Richtung dieser Magneten kurzfristig aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Die Zeit, die bis zum Aufbau des Gleichgewichts nach der Anregung durch den Hochfrequenzimpuls vergeht, heißt Relaxationszeit.

                  Zur gezielten Anregung bestimmter Volumenelemente der zu untersuchenden Person werden zusätzlich zum konstanten Feld des Untersuchungsgerätes, das in der Größenordnung von 1 bis 1,5 Tesla liegt, veränderliche Magnetfelder (Gradienten) benutzt. Die Feldstärken dieser Gradientenfelder liegen in einer Größe bis zu ca. 25 Millitesla. Es sei erwähnt, dass an einigen Zentren in den USA Magnetfelder bis zu 4 Tesla verwendet werden. Die Anwendung derartig hoher Felder ist jedoch nicht unumstritten. Aus den Volumenbildelementen (Voxel) kann der Computer dann ein Schnittbild berechnen. Die Graustufen des Bildes hängen dabei von der Signalintensität ab. Diese wird u.a. beeinflusst von der Wasserstoffatomkerndichte, der Zahl erregbarer Atome (Spindichte), der Relaxationszeit und der Bewegung des Mediums (z.B. Blut oder Liquor).

                  Ähnlich der CT kann man zur Steigerung des Kontrastes zwischen krankem und gesundem Gewebe Kontrastmittel einsetzen. Diese enthalten meist das Element Gadolinium. Dieses wird zur besseren Verträglichkeit an ein organisches Molekül gebunden. Kontrastmittel, die Gadolinium in dieser Form enthalten, zeichnen sich durch eine besonders niedrige Nebenwirkungsrate aus. Allergische Reaktionen sind deshalb extrem seltene Ereignisse. Im Vergleich zu jodhaltigen Kontrastmitteln sind sie deshalb in der Anwendung wesentlich unkritischer.

                  Die Untersuchungszeit im MRT ist deutlich länger als im CT und beträgt etwa eine halbe bis zu einer Stunde. Deshalb ist eine gute Kooperation des Patienten erforderlich. Durch die längere Untersuchungszeit kommt es durch Bewegung des Patienten leichter zu Bildstörungen.

                  Unter normalen Umständen hat eine MRT- Untersuchung keine Nebenwirkungen. Die erforderlichen Hochfrequenzimpulse können jedoch implantierte elektronische Geräte wie Herzschrittmacher, Nervenschrittmacher oder Medikamentenpumpen stören. Diese Patienten dürfen deshalb nicht untersucht werden. Eine Erwärmung des Gewebes durch die Hochfrequenzimpulse oder unerwünschte Muskel- oder Nervenerregungen kommen durch Begrenzung der Hochfrequenzabstrahlung normalerweise nicht vor (SOA, safety operation area). Auch die Untersuchung von Patienten mit Metallimplantaten ist kritisch. Sie können sich erhitzen oder für den Fall, dass sie ferromagnetisch sind, aus ihrer bisherigen Lage herausgelöst werden (z.B. Granatsplitter). Ob ein Patient mit einem Metallimplantat untersucht werden kann, muss der Arzt in Kenntnis von Material und Art des Implantates in jedem einzelnen Fall prüfen.

                  Die physikalischen Gegebenheiten erfordern einen Magneten, der als langgestreckte Röhre ausgestaltet ist, in der der Patient je nach Untersuchungsregion fast gänzlich verschwindet. Das Magnetfeld wird mit Hilfe supraleitender Magnete erzeugt. Dies erfordert u.a. die Verwendung von flüssigem Stickstoff. Der typische Innendurchmesser des Magneten beträgt etwa 50 cm. Patienten, die unter Klaustrophobie (Platzangst) leiden, können vorher mit einem Beruhigungsmittel behandelt werden.

                  Durch die besseren Weichteildarstellung und die Möglichkeit, beliebige Schnittebenen durch das Gehirn anzufertigen, ist das MRT in der Hirntumordiagnostik nicht mehr wegzudenken. Eine MRT- Untersuchung kann auch dann sinnvoll sein, wenn z.B. ein vorausgegangenes CT keinen krankhaften Befund erbracht hat. Speziell bei kleinen Störungen macht sich die hohe Empfindlichkeit des MRT vorteilhaft bemerkbar. So können etwa Metastasen eines Mammakarzinoms so klein sein, dass sie mit dem CT nicht, wohl aber mit dem MRT dargestellt werden können.

                  Vor diagnostischen oder kurativen operativen Eingriffen am Gehirn wird in der Regel ein MRT zur Operationsplanung durchgeführt. Der Operateur kann auf diese Weise die genaue Lage, Ausdehnung und Abgrenzbarkeit des Gehirntumors erkennen. Zur besseren Navigation können auch mit dem MRT, ähnlich dem CT, hochauflösende Datensätze gewonnen werden, die später als Basis für die computergestützte Neuronavigation dienen. Anhand von dreidimensionalen Computermodellen kann ein Eingriff simuliert und während der Operation die Führung der Operationsinstrumente erleichtert werden.

                  Außerdem besteht die Möglichkeit, die Schnittbilder verschiedener Untersuchungsverfahren im Computer zu überlagern. So kann beispielsweise die Empfindlichkeit der PET mit den an anatomischen Details reichen MRT- Schnittbildern verbunden werden (Bildfusion).

                  Funktionelle MRT (FMRT)
                  Bei der funktionellen MRT macht man sich den Umstand zunutze, dass eine erhöhte Hirnaktivität in einer bestimmten Region mit einer besseren Durchblutung und einem veränderten lokalen Sauerstoffgehalt einhergeht. Zur gezielten Stimulierung spezieller Hirnareale kann man den Patienten bitten, bestimmte Bewegungen auszuführen, Bilder zu betrachten, Riechstoffe einzuatmen oder in Gedanken Worte zu bilden. Während der Patient diese Tätigkeiten rhythmisch durchführt, kann mit ultraschnellen Sequenzen die zerebrale Durchblutung fast kontinuierlich gemessen werden. Nach der Untersuchung werden die Bilder miteinander verrechnet und in Beziehung zum zeitlichen Rhythmus von Aktivität und Inaktivität der Tätigkeit gesetzt. Auf diese Weise kann man bestimmte Hirnleistungen räumlich zuordnen, wenn man die anatomischen Details einer konventionellen MRT Untersuchung der FMRT unterlegt. Diese Methode hilft im Rahmen der Operationsplanung, funktionell wichtige Hirnareale zu erkennen und während der Operation besonders zu schonen.

                  Magnetresonanz- Spektroskopie (MRS)
                  Außer den Wasserstoffatomen können auch andere Atomkerne des menschlichen Organismus mit Hilfe der Magnetresonanz angeregt werden. Sie liegen aber, verglichen mit Wasserstoff, in einer wesentlich geringeren Konzentration im Körper vor. Deshalb ist die Intensität der dabei gewonnenen Messsignale deutlich kleiner. Die Spektroskopie bleibt aus diesen Gründen Untersuchungsgeräten mit starken Magneten (Hochfeldgerät mit Felstärken größer ein Tesla) vorbehalten. Ein medizinisch häufig untersuchtes Element ist der Phosphor. Jedes dieser Elemente verhält sich jedoch, entsprechend der chemischen Verbindungen, die es zu anderen Atomen eingeht, verschieden. Dadurch wird die Resonanzfrequenz beeinflusst. Mittels der Spektroskopie kann man diese Unterschiede in einer spektralen Darstellung sichtbar machen.

                  Anhand der Höhe und Breite der bei der Untersuchung gewonnenen Zacken kann eine Abschätzung vorgenommen werden, wieviel von dem dargestellten Atom in der einen oder anderen chemischen Verbindung vorliegt.

                  Führt man diese Untersuchung in verschiedenen Hirnregionen durch, so können spezifische Spektren gewonnen werden, und zwar abhängig von der Konzentration der jeweiligen chemischen Verbindungen in diesem Gebiet. Auf diese Weise können beispielsweise Abbauprodukte des Energiestoffwechsels wie z.B. ATP, ADP, AMP etc. indirekt sichtbar gemacht werden. Bei bösartigen Gliomen und Lymphomen kann eine spezifische Veränderungen des Spektrums nachgewiesen werden. Diese aufwendige Methode ist allerdings teilweise noch Gegenstand der Forschung.

                  Positronen-Emissions-Tomographie (PET)
                  Die PET ist ein nuklearmedizinisches Schnittbildverfahren. Es beruht auf der Injektion von radioaktiv markierten Stoffen, die sich in lebenden Tumorzellen anreichern. Die verwendeten Radionuklide sind Betaplusstrahler wie C12(Kohlenstoff), O15(Sauerstoff) oder F18(Fluor), um nur einige zu nennen. Auf diese Weise können Stoffwechselvorgänge bzw. die Durchblutung im Gehirn dargestellt werden. Ein Tumor verändert die lokale Stoffwechselsituation in seiner Umgebung erheblich. Durch das rasche Wachstums besteht außerdem ein gesteigerter Energiebedarf, der mit einer erhöhten Stoffwechselaktivität einhergeht. Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) macht Regionen erhöhter Stoffwechselaktivität in Schnittbildern sichtbar. Als Untersuchungsmaterial kann radioaktiv markiertes Wasser oder Zucker dienen.

                  Mit Hilfe eines Untersuchungsgerätes (Scanner) wird die Verteilung der Radioaktivität im Körper überlagerungsfrei gemessen und mit Hilfe eines Computers in Bilder umgewandelt. Die Auflösung anatomischer Details ist beim PET, methodisch bedingt, schlechter als bei den anderen Schnittbildverfahren. Durch eine Überlagerung der PET- Bilder mit denen eines anderen Schnittbldverfahrens, wie CT oder MRT, kann dieser Mangel jedoch ausgeglichen werden (Bildfusion).

                  Im Rahmen der Primärdiagnostik bei Hirntumoren ist eine CT- oder MRT- Untersuchung aber in der Regel ausreichend. Ein Problem dieser Verfahren stellt jedoch die Bilddeutung nach einer Behandlung, speziell einem operativen Eingriff dar. So kann harmloses Narbengewebe genauso Kontrastmittel anreichern wie ein Tumorrezidiv. Deshalb ist die Unterscheidung oft schwierig. Methodisch bedingt kann das PET die Stoffwechselaktivität und damit lebende Tumorzellen besser nachweisen. Deshalb wird der Stellenwert der PET bei der Kontrolle des Behandlungserfolgs und bei der Rezidivdiagnostik in der Zukunft eine wachsende Rolle spielen. Allerdings steht das Verfahren bislang nur an einigen Zentren zur Verfügung.

                  Elektro-Encephalogramm (EEG)
                  Die Tätigkeit der Nerven im Gehirn geht mit einer elektrischen Aktivität einher. Diese elektrischen Potentiale lassen sich von außen durch eine Haube mit verschieden Elektroden von der Oberfläche des Kopfes ableiten, und entsprechend verstärkt, in ihrem zeitlichen Verlauf aufzeichnen. Über den Charakter dieser elektrischen Signale und ihr zeitliches Auftreten können indirekt Hinweise auf Funktionsstörungen des Gehirns gewonnen werden. Die große Anzahl der Untersuchungselektroden gestattet dabei in gewissem Maße eine topographische Zuordnung der Aktivität. Das EEG ist dem sicherlich sehr viel bekannteren EKG methodisch sehr verwandt.

                  Im Rahmen der Tumordiagnostik spielt das EEG aber nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings kann ein indirekter Hinweis auf eine Tumorlokalisation gewonnen werden, wenn epileptische Anfälle durch einen Hirntumor provoziert werden. Die hauptsächliche Anwendung des EEG ist aber die Epilepsiediagnostik.

                  Evozierte Potentiale
                  Durch besondere Aktivitäten können sogenannte evozierte Potentiale im EEG abgeleitet werden. Dabei werden während der EEG-Ableitung Sinnesorgane der zu untersuchenden Person gereizt, z.B. durch Bilder, Muster oder Lichtblitze. Man spricht dann von visuell evozierten Potentialen (VEP). Ebenso kann der Patient während der EEG-Ableitung akustischen Reizen ausgesetzt werden (akustisch evozierte Potentiale, AEP). Durch wiederholte Messungen können sich, abhängig von der Funktion des Sinnesorgans und der weiterleitenden Nerven, diese Potentiale in charakteristischer Weise verändern. Auf diese Weise können indirekte Hinweise auf die Art und den Ort einer Erkrankung im Gehirn gewonnen werden. Die Differenzierung zwischen Multipler Sklerose und einem Hirntumor ist z. B. ein Anwendungsbeispiel.

                  Liquorpunktion
                  Die äußeren, also das Gehirn und Rückenmark umgebenden, und die inneren Liquorräume (Ventrikel) stehen miteinander in Verbindung . Sie enthalten das Hirnwasser (Liquor). Man kann den Liquor sehr einfach durch die Punktion des Duralsackes mit einer feinen Kanüle in Höhe des 4. oder 5. Lendenwirbels gewinnen. Die Punktion des Duralsackes kann an dieser Stelle gefahrlos vorgenommen werden, weil das Rückenmark etwa auf Höhe des ersten Lendenwirbels endet. Beckenwärts liegen nur einzelne dünnen Nervenfasern im Duralsack, die man Pferdeschwanz (Cauda equina) nennt. Sie weichen der Spitze einer Punktionskanüle von selbst aus. Das gewonnene Liquormaterial wird zur laborchemischen, bakteriologischen und pathologischen Untersuchung weitergeleitet.

                  Im Rahmen der Tumordiagnostik besitzt die pathologisch-zytologische Begutachtung eine besondere Bedeutung. Manche Hirntumoren haben die Eigenart, einzelne Zellen in das Hirnwasser zu entlassen. Hierzu gehören das Medulloblastom, das Lymphom oder das Ependymom. Über den Liquor können die Tumorzellen im Nervensystem fortgespült werden, um an ganz anderer Stelle Tochtergeschwülste (Metastasen) zu bilden. Bevorzugte Orte der Absiedlung sind die Hirnhäute oder das Rückenmark. Bei Tumoren, die vom Gehirn ausgehend in das Rückenmark streuen, spricht man bildhaft von Abtropfmetastasen.

                  Angiographie der Hirngefäße
                  Eine Angiographie ist die Darstellung der Gefäße mit Hilfe einer Röntgenanlage. Die Gefäße sind in einem gewöhnlichen Röntgenbild nicht oder nicht ausreichend sichtbar, da ihre dünne Wand zu keiner nennenswerten Schwächung der Röntgenstrahlen führt. Daher können sie nur mit Hilfe eines, in der Regel jodhaltigen, Kontrastmittels sinnvoll dargestellt werden.

                  Ein generelles Problem der Röntgendiagnostik besteht darin, dass zweidimensionale Bilder des dreidimensionalen Körpers erstellt werden. Dadurch kommt es zu einer Überlagerung von übereinanderliegenden Strukturen, wie Knochen und Weichteilen, die auch nach Kontrastmittelgabe die Erkennung der Gefäße beeinträchtigen. Man bedient sich deshalb der digitalen Subtraktionsangiographie (DSA): Im Computer wird ein Röntgenbild der Untersuchungsregion, welches zunächst ohne Kontrastmittel angefertigt wurde, gespeichert (Maske). Dann wird dem Patienten mit einer Spritze wiederholt Kontrastmittel zur Darstellung der Gefäße verabreicht. Durch Subtraktion der Maske von den Kontrastmittelbildern mittels eines Computers können überlagernde Weichteile und Knochen "weggerechnet" werden, so dass nur noch die interessierenden Gefäße übrig bleiben.

                  Zur Darstellung der Gefäße wird ein dünner Schlauch (Katheter) durch eine Bein- oder Armarterie entgegen dem Blutstrom in das zu untersuchende Gefäßgebiet vorgeschoben. Durch Führungsdrähte und speziell geformte Katheterspitzen kann das gewünschte Areal gezielt erreicht werden. Nach Kontrastmittelinjektion wird der Gefäßverlauf systematisch dokumentiert.

                  Bei der Untersuchung von Hirntumoren verfolgt die Angiographie sowohl diagnostische als auch therapeutische Ziele. Hirntumoren weisen wegen ihres hohen Sauerstoffverbrauches z.T. eine abnorm gesteigerte Gefäßversorgung auf (Hypervaskularisierung, Neovaskularisierung). Diese Eigenschaften können helfen, den Tumor näher zu charakterisieren. Für die Operationsplanung ist es außerdem wichtig, angeborene Gefäßanomalien zu erkennen und gegebenenfalls zu prüfen, welches Gefäß welches funktionelle Hirnareal versorgt. Zu diesem Zwecke können bestimmte Hirnbezirke durch die selektive Injektion von Betäubungsmitteln kurzfristig "abgeschaltet" werden. Auf diese Weise kann eine Vorhersage darüber gemacht werden, welche Ausfälle gegebenenfalls nach einem chirurgischen Eingriff zu erwarten sind und welche Regionen unbedingt geschont werden müssen. Durch diese Maßnahmen wird der Grad der Operationsradikalität und damit die Prognose beeinflusst.

                  Zeitgleich mit der Diagnostik können auch minimalinvasive Eingriffe durchgeführt werden. Man verfolgt dabei das Ziel, die Blutversorgung des Tumors zu drosseln oder gar zu unterbinden. Dadurch kann sich das Tumorwachstum verlangsamen. Vor allem vereinfacht sich dadurch die Operation, weil ein übermäßiger Blutaustritt verhindert wird. Über den Angiographiekatheter können zu diesem Zwecke Fremdkörper selektiv in das oder die zu verschließenden Gefäße eingebracht werden. Es kommt dann zu einer lokalen Embolie mit entsprechenden Gefäßverschlüssen. Abhängig von der Behandlungslokalisation kann man als Fremdkörper kleine Metallspiralen (Coils), Kleber (Methacrylacrylat) oder Fibrinpartikel verwenden."
                  « Letzte Änderung: 11. Juni 2008, 15:23:55 von Ulrich »
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                  Hirntumore, allgemeine Übersicht - Teil 3
                  « Antwort #6 am: 20. August 2002, 10:52:07 »
                  Hirntumore, allgemeine Übersicht - Teil 3
                  (Quelle: Medicine-Worldwide)

                  Zitat: "Staging
                  Wird bei einem Patienten eine Tumorerkrankung entdeckt, so muss vor der Einleitung therapeutischer Maßnahmen eine "Bestandsaufnahme" nicht nur über die Art, sonder auch den Umfang der Erkrankung gemacht werden. Dies nennt man Staging. Es gilt dabei drei Bereiche zu beachten:

                    [*]T Lokalisation und Größe des T umors, Ausbreitung in Nachbarstrukturen, Überschreitung anatomischer Grenzen (z.B. Organkapsel oder Fascien)[*]N Lokalisation und Umfang des Lymphknotenbefalls (N odus)[*]M Absiedlung von Tochtergeschwülsten (M etastasen)[/list]Für Hirntumoren gibt es ein spezielles TNM Schema, welches hier zitiert sei. Tentorium heißt wörtlich Kleinhirnzelt und beschreibt ein Blatt der harten Hirnhaut (dura mater), welches sich zwischen der Oberkante der Felsenbeinpyramide und dem Sinus transversus über dem Kleinhirn ausspannt. Es trennt zwei größere anatomisch und funktionell verschiedene Bereiche des Gehirns von einander ab: Großhirn und Kleinhirn. Man kann folglich Tumoren des Großhirns (supratentoriell) und des Kleinhirns (infratentoriell) unterscheiden. Ferner spricht man von intra- und extraxialen Tumoren. Damit sind Tumoren gemeint, die vom Gehirn selbst (intraaxial) oder z.B. von den Hirnhäuten (extraaxial) ausgehen.

                    Supratentorielle Tumoren
                      [*]T1 Tumor kleiner als 5cm, einseitig[*]T2 Tumor grösser als 5cm, einseitig[*]T3 Tumor infiltriert das Ventrikelsystem[*]T4 Tumor überschreitet die Mittellinie zur Gegenseite oder wächst in das Kleinhirn ein[/list]Infratentorielle Tumoren
                        [*]T1 Tumor kleiner als 3cm, einseitig[*]T2 Tumor grösser als 3cm, einseitig[*]T3 Tumor infiltriert das Ventrikelsystem[*]T4 Tumor überschreitet die Mittellinie zur Gegenseite oder wächst in das Großhirn ein[/list]Von Ausnahmen abgesehen, metastasieren Hirntumoren selten auf dem Wege über die Blutbahn oder das Lymphsystem. Häufiger treten dagegen mehrere Herde im Gehirn auf (Multifokalität). Umgekehrt führen aber viele andere Tumoren zu Hirnmetastasen. In diesen Fällen treten manchmal cerebrale Symptome durch Hirnmetastasen auf, ohne dass der Primärherd bereits Beschwerden macht. Im CT oder in der MRT gibt es gewisse Zeichen, die dafür sprechen, dass es sich bei den erkannten Herden um Metastasen handelt. So sind kleine, zahlreiche, beidseits auftretende Herde mit einem Ödem besonders metastasenverdächtig. In diesem Fall muss nach dem Primärtumor und nach sonstigen Metastasen gesucht werden. Bösartige Tumoren der Lunge, der Brust und des Darms sind nicht selten Ausgangspunkte für Hirnmetastasen. Sie können sich über den Liquor im Schädelinneren und im Rückenmarkskanal verteilen und auf den Hirnhäuten wachsen (meningeale Carcinomatose). Ein meningealer Befall kann mit dem MRT erkannt und durch eine Liquorpunktion und den Nachweis von Tumorzellen gesichert werden. Die Prognose dieses Befallsmusters ist besonders schlecht.

                        Biopsie
                        Um die Tumorbehandlung zu planen, muss die Tumorart und ihr Grading nach WHO bekannt sein. Zu diesem Zwecke untersucht ein Neuropathologe eine Gewebeprobe. Je nach Lage des Tumors kann die Probengewinnung sowohl durch eine offene Operation (Trepanation) oder durch ein kleines Bohrloch (stereotaktische Biopsie) erfolgen. Bei der stereotaktischen Biopsie wird durch ein kleines Loch im Schädel eine feine Nadel in das Gehirn eingeführt und bis zum Tumorgebiet vorgeschoben. Durch dieses Instrument werden Gewebezylinder entnommen, die dem Pathologen nach entsprechender Vorbereitung durch Fixierung und Färbung als Grundlage seiner Diagnose dienen.

                        Zur sicheren Ansteuerung des Tumors mit den Punktionsinstrumenten werden hochauflösende CT- oder MRT- Datensätze benötigt, die unter Zuhilfenahme eines Stereotaxierahmens, der am Kopf des Patienten befestigt wird, erstellt wurden. Ein Computer berechnet mit diesen Daten die Lokalisation des Bohrloches im Schädelknochen und hilft damit bei der Steuerung der Punktionsinstrumente.

                        Die chirurgische Entfernung eines Hirntumors hat vor anderen Behandlungsmethoden den Vorrang, solange dies technisch möglich und entsprechend der Tumorart und Ausdehnung medizinisch sinnvoll ist. Eine Ausnahme sind cerebrale Lymphome. Sie lassen sich durch chirurgische Maßnahmen nicht effektiv behandeln.

                        Therapie
                        Die Therapieplanung zur Behandlung eines Hirntumors erfordert die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Neurochirurgen, Strahlentherapeuten, Radiologen, Neurologen und Onkologen Die wichtigsten Behandlungsmodalitäten sind die Neurochirurgie und die Strahlentherapie. In Sonderfällen hat auch die durch den Onkologen durchgeführte Chemotherapie eine Bedeutung, so z. B. bei Lymphomen.

                        Neben dem Tumortyp und seinem Grading spielen die Lage und Größe eine wichtige Rolle. Ein Tumor im Bereich des Stammhirns kann z.B. nicht ohne weiteres operiert werden, weil hier lebenswichtige Funktionen wie das Atemzentrum beheimatet sind. Das gilt sowohl für gutartige wie für niedriggradig bösartige Tumoren. Andererseits kann eine einzelne oberflächlich gelegene Hirnmetastase vom Neurochirurgen vollständig und schonend entfernt werden.

                        Die Therapie wird durch die Art und den Grad der Bösartigkeit bestimmt. Meningeome, Neurinome, niedriggradige Gliome oder Hypophysenadenome werden fast ausschließlich operiert, sofern sie nicht ungünstig lokalisiert oder sehr ausgedehnt sind. Lymphome können nur mit einer kombinierten Radio-Chemotherapie behandelt werden.

                        Wie bei anderen Tumorerkrankungen auch, zeichnet es sich ab, dass sich die besten Resultate durch eine Kombination verschiedener Behandlungsverfahren erzielen lassen. Das cerebrale Lymphom ist dafür ein gutes Beispiel. Neben der kurativen Therapie, also der Absicht, den Patienten völlig und auf Dauer von seinem Tumor zu heilen, gibt es noch einen palliativen Therapieansatz. Ist demnach eine Heilung nach heutigen Kenntnissen nicht möglich, kann eine weniger radikale Behandlung dennoch sinnvoll sein. Sie beabsichtigt, dem Patienten die Erkrankung zu erleichtern und das rasche Fortschreiten der Erkrankung, soweit wie möglich, einzudämmen. Auch die palliative Therapie erfordert die Zusammenarbeit verschiedener ärztlicher Disziplinen. Besonders in diesen Fällen hat die Schmerztherapie und die pflegerische Betreuung des Patienten einen hohen Stellenwert.

                        Die Operation
                        Da das Gehirn ein sehr empfindliches Organ ist, das viele wichtige Funktionen auf engem Raum beherrbergt, unterliegt die Chirurgie des Gehirns teilweise anderen Erfordernissen als die übrige Tumorchirurgie. So kann z.B. der normalerweise geforderte Sicherheitsabstand zwischen sichtbarem Tumorgewebe und dem scheinbar gesunden Umgebungsgewebe von 3-5 cm beim Gehirn nicht eingehalten werden.

                        Deshalb wurden mikrochirurgische Techniken unter Verwendung von Operationsmikroskopen und computergestützten Planungssystemen entwickelt. Auf diese Weise ist eine differenzierte operative Vorgehensweise ermöglicht worden. Auch die Möglichkeiten zur Überwachung der Körperfunktionen und der Hirnleistungen während der Operation haben sich in den letzten Jahren stark verbessert. Dadurch konnte das Operationsrisiko weiter gesenkt werden.

                        Die radikale Entfernung des Tumors ist trotz fortgeschrittener Technik nicht immer möglich. Bei gutartigen Hirntumoren, wie den Hypophysenadenomen, Meningeomen oder Gliomen vom WHO Grad I spielt dieser Umstand glücklicherweise nur eine untergeordnete Rolle. Eine abwartende Haltung und eine Beobachtung durch wiederholte MRT- Kontrolluntersuchungen sind dem chirurgischen Eingriff in der Regel vorzuziehen. Speziell bei gutartigen Tumoren ist es oft nach Abwägung von Risiko und Nutzen erforderlich, von einer übereilten chirurgischen Behandlung Abstand zu nehmen.

                        Bei bösartigen, diffus infiltrierenden Tumoren sind die Verhältnisse jedoch grundverschieden. Eine radikale Operation ist dann prinzipiell unmöglich. Dies ist u.a. beim Glioblastom, den Astrocytomen ab Grad II und dem Ependymom der Fall. Das Ziel der Operation ist in diesen Fällen nur eine Reduktion der Tumormasse. So kann der Hirndruck gemindert, eine drohende Behinderung des Liquorabflusses oder die Bedrängung anderer Hirnstrukturen vermieden werden. Die verbleibenden Tumorzellen müssen anschließend mit einer Strahlentherapie und/oder einer Chemotherapie weiterbehandelt werden.

                        Sehr ausgedehnte oder anatomisch ungünstige Hirntumoren und Tumormetastasen sind einer operativen Behandlung nicht mehr zugänglich. In diesem Falle muss der Patient palliativ weiterbehandelt werden.

                        Die Nebenwirkungsrate bei Hirnoperationen ist niedrig, aber nicht zu vernachlässigen. Sie liegt hinsichtlich neurologischer Einschränkungen bei etwa 5%. Todesfälle sind mit weniger als 2% dagegen eher selten. Es wird deutlich, dass das Behandlungskonzept in jedem Einzelfall sorgfältig erarbeitet, abgewogen und mit dem Patienten, gegebenenfalls seinen Angehörigen, ausführlich erörtert werden muss. Das betrifft auch das individuelle Operationsrisiko, die Chancen der Behandlung und die Prognose der Erkrankung. Dies ist u.a. Gegenstand des sogenannten Aufklärungsgesprächs.

                        Die Bestrahlung
                        Neben der Operation ist die Behandlung mit ionisierenden Strahlen eine weitere tragende Säule der Tumortherapie. Die Indikation zur Bestrahlung wird in kurativer also heilender Absicht oder unterstützend, z.B. beim Astrocytom ab Grad II WHO oder bei Glioblastomen oder in palliativer Absicht, z.B. bei Metastasen oder ausgedehnten tumorbedingten Hirnödemen gestellt.

                        Die Wirkung ionisierender Strahlung beruht auf verschiedenen Mechanismen. Man kann die physikalische Phase, die physiko-chemische Phase, die chemische Phase und die biologische Phase unterscheiden.

                        Physikalische Phase
                        Durch die Absorption der Strahlung im Gewebe entstehen in der Zelle angeregte Moleküle, Ionen oder energiereiche Elektronen. Diese führen in der Regel zu weiteren Prozessen, die meist in der Erzeugung von Ionen bestehen.

                        Physiko-chemische Phase
                        Durch Anregungsmechanismen werden biologische Moleküle wie z.B. die DNA verändert und bis zur Funktionsunfähigkeit geschädigt.

                        Chemische Phase
                        Durch die Strahlenwirkung bilden sich in der Umgebung des biologischen Moleküls Zwischenprodukte, die ihre Energie auf andere Moleküle übertragen. Hier spielen die Radikale des Wassers eine wichtige Rolle.

                        Biologische Phase
                        Die Summe der Veränderungen auf molekularer Ebene führt zu Veränderungen auf submikroskopischer, mikroskopischer oder makroskopischer Ebene. Bis diese Schäden erkennbar werden bzw. sich merkbar auswirken, können Wochen oder auch Jahrzehnte vergehen.

                        Die DNA ist das empfindlichste biologische Molekül, da in ihr die gesamte genetische Information des Menschen enthalten ist. Nach Einwirkung ionisierender Strahlung auf die DNA können folgende Effekte auftreten:

                          [*]Einzelstrangbrüche der Nuleotidketten[*]Doppelstrangbrüche der Nuleotidketten[*]Vernetzung von Ketten durch intra- und intermolekulare Bindungen[*]Spaltung der Zucker-Basen-Bindung[*]strahlenchemische Veränderungen der Basen selbst[/list]weitere Effekte können sein:
                            [*]Chromosomen-Mutationen und -Aberrationenen[*]Punktmutationen[*]gestörte DNA-Replikation[*]Mangel an Betriebs- und Baustoffen der Zelle durch gestörte Proteinbiosynthese[/list]All diese Schäden können mehr oder weniger effektiv über körpereigene Reparatursysteme fehlerfrei aber auch fehlerhaft repariert werden. So erfolgt die Reparatur von Einzelstrangbrüchen nahezu fehlerfrei, die von Doppelstrangbrüchen in der Regel fehlerhaft.

                            Die Empfindlichkeit für ionisierende Strahlung hängt außer vom Gewebetyp auch von der Phase des Zellzyklus ab, in der sich die betreffende Zelle befindet. Während der Teilung (Mitose) sind die Zellen besonders empfindlich.

                            Die Sauerstoffversorgung der Zelle spielt für die Strahlensensibilität ebenfalls eine große Rolle. So sind gut sauerstoffversorgte Gewebe wesentlich strahlenempfindlicher als sauerstoffarme. Durch Erhöhung der Temperatur auf 40-44 °C (Hyperthermie) oder die Applikation bestimmter Medikamente (Radiosensitizer) kann die Strahlensensibilität ebenfalls erhöht werden.

                            Die unterschiedlich starke Wirkung der ionisierenden Strahlung auf gesundes und auf Tumorgewebe erklärt sich aus den biologischen Unterschieden dieser Gewebe. Die rasche Zellteilung (hohe Mitoserate) und die gute Sauerstoffversorgung (Neovaskularisation) erklären die höhere Strahlenempfindlichkeit des Tumorgewebes. Tumorzellen können außerdem Strahlenschäden schlechter als gesundes Gewebe kompensieren bzw. reparieren.

                            Zu therapeutischen Zwecken werden heute fast ausschließlich Elektronenbeschleunigeranlagen mit einer maximalen Energie von ca. 20 MeV (Megaelektronenvolt) eingesetzt. Die Bestrahlung erfolgt von außen durch die Körperoberfläche hindurch. Man bezeichnet diese Art der Therapie deshalb alsTeletherapie. Die früher oft verwendeten Kreisbeschleuniger (Betatron) sind mittlerweile fast völlig von Linearbeschleunigern verdrängt worden.

                            Das Prinzip eines Linearbeschleunigers ist wie folgt zu verstehen:
                            In einem Beschleunigerrohr mit einer Länge im Bereich eines Meters, das aus bis zu zwanzig hintereinander geschalteten Holhlraumresonatoren aufgebaut ist, werden Elektronen über ein Mikrowellenfeld beschleunigt. Am Ende des Rohres treten sie durch ein spezielles "Fenster" aus und werden durch ein Magnetfeld um 90° in Richtung auf die Patientenliege umgelenkt. Zur Erzeugung von Photonen werden sie auf ein sogenanntes Target gelenkt. In diesem Target werden die Elektronen abgebremst und ihre Energie in die sogenannte Bremsstrahlung umgewandelt. Diese hochenergetische Photonenstrahlung wird dann zur Patientenbehandlung eingesetzt. Durch Streufolien kann der "schlanke" Strahl auf die für die Behandlung erforderliche Fläche aufgeweitet werden. Die Umwandlung in Photonenstrahlung erfolgt deswegen, da diese Strahlung eine erheblich größere Reichweite im Körper besitzt als die Elektronen. Bei oberflächlich liegenden Tumoren ist es aber auch möglich. die Elektronen direkt zur Bestrahlung zu verwenden. In diesem Fall findet das Target natürlich keine Anwendung.

                            Die Begrenzung der bestrahlten Fläche auf das Tumorvolumen wird durch Blenden oder Bleiblöcke, die im Strahlengang angebracht werden, erreicht. Durch computergesteuerte Multileaf-Kollimatoren können auch geometrisch irreguläre, also nicht rechteckige Strahlenfelder erzeugt werden. Dadurch ist eine bessere Schonung des gesunden Gewebes möglich. Multileaf-Kollimatoren bestehen aus kammartigen Blendensegmenten, die sich, motorisch bewegt, in den Strahlengang fahren lassen.

                            Die Planung der gesamten Strahlentherapie erfolgt mit Unterstützung eines Planungscomputers, dessen Daten in den Rechner der Bestrahlungsanlage übertragen werden. Als Planungsgrundlage dienen Schnittbilder aus dem MRT oder CT. Die Strahlendosis, die dem Patienten zur Behandlung verabreicht wird, hat die Einheit Gray. Bei der Bestrahlung des gesamten Gehirns darf eine Dosis von 50 Gy, bei der Bestrahlung einzelner Areale die von 70 Gy nicht überschritten werden.

                            Abhängig von der Tumorart gibt es verschiedene Bestrahlungsstrategien. Man unterscheidet die Ganzhirnbestrahlung von der alleinigen Bestrahlung des Tumors. Letztere wird mit einem Sicherheitsabstand von 2 cm durchgeführt. Eine Mittelstellung nimmt die Kombinationstherapie ein. Hier erfolgt zuerst eine Ganzhirnbestrahlung mit 30- 40 Gy und anschließend eine Aufsättigungsbestrahlung (Boost) im Tumor selbst.

                            Die bei der Therapieplanung vorgesehene Strahlendosis wird nicht in einer einzigen Sitzung verabreicht. Dies wäre mit zu großen Nebenwirkungen verbunden. Statt dessen werden kleinere Einzeldosen über einen längeren Zeitraum verabreicht (Fraktionierung). Dabei wird ein besonderes biologisches Phänomen ausgenutzt: Gut mit Sauerstoff versorgte Tumorzellen sterben als erste durch die Strahlenwirkung ab. Die übrigen sind gegenüber der Bestrahlung wesentlich unempfindlicher und überleben. Nach einer gewissen Wartezeit verbessert sich aber die Sauerstoffversorgung im Tumorgewebe wieder (Reoxygenierung) und die Strahlensensibilität steigt wieder an. Bei einem gängigen Bestrahlungsschema werden an fünf Tagen der Woche jeweils 1,8 bis 2,2 Gray verabreicht. Daraus ergibt sich eine Gesamtbehandlungsdauer von sechs bis sieben Wochen.

                            Bei einer hochwirksamen Therapie muss leider auch mit Nebenwirkungen gerechnet werden. Man unterscheidet dabei die häufig auftretenden akuten von den chronischen Nebenwirkungen.

                            Die wichtigste akute Nebenwirkung ist die vorübergehende Verstärkung des lokalen Hirnödems, welches den Tumor häufig umgibt. Zur Verbesserung der allgemeinen Verträglichkeit und wegen seiner antiödematösen Wirkung wird begleitend zur Strahlentherapie ein Kortikosteroid verabreicht. Durch eine vermehrte Flüssigkeitseinlagerung in der Peripherie kommt es durch das Kortison u.a zum sogenannten Mondgesicht. Diese Nebenwirkung muss in Kauf genommen werden. Sie verschwindet aber nach einiger Zeit von selbst Denn auf längere Sicht wirkt die Strahlentherapie einem Hirnödem wirkungsvoll entgegen. Dadurch erklärt sich auch die gute Wirksamkeit bei ansonsten nicht strahlensensiblen Tumoren.

                            Weitere Nebenwirkungen sind reversibler lokaler Haarausfall, u.U. eine leichte lokale Hautreizung im Strahlenfeld, vermehrte Müdigkeit, allgemeine Erschöpfung, leichte Kopfscherzen und Konzentrationsstörungen.

                            Zu den chronischen Nebenwirkungen werden solche gerechnet, die länger als drei Monate andauern oder innerhalb eines Zeitraumes von fünf Jahren nach dem Abschluss der Strahlentherapie auftreten. Etwa 5% der Behandelten müssen mit chronischen Nebenwirkungen rechnen.

                            Stereotaktische Bestrahlung
                            Im Gegensatz zur konventionellen Strahlentherapie kann man die geplante Strahlendosis auch bei einer Therapiesitzung, also einmalig verabreichen. Dieses Vorgehen stellt sehr hohe Anforderungen an die Präzision der Planung und der Therapiedurchführung. Man spricht in diesem Fall von Radiochirurgie.

                            Schon in der Planungsphase dieser Therapie wird für den Patienten eine individuelle Maske angefertigt, die es gestattet, den Kopf mit hoher Wiederholgenauigkeit zu fixieren. Diese Maske wird sowohl bei der Erstellung der Schnittbilder als auch bei der späteren Bestrahlung wiederverwendet. Diese Vorgehensweise erlaubt eine milimetergenaue Planung des Bestrahlungsfeldes. Ein Computerprogramm berechnet aus den Bilddaten die genauen Bestrahlungsparameter wie Anzahl, Größe und Form der Bestrahlungsfelder, die Richtung aus der bestrahlt werden soll und die Bestrahlungsdauer.

                            Die Bestrahlung selbst kann sowohl mit einem Linearbeschleuniger als auch mit einem speziellen Cobalt-Gerät durchgeführt werden. Dieses Cobalt-Gerät enthält in einer halbkugelartigen Anordnung eine Vielzahl kleiner fokussierter Cobalt-60 Strahlenquellen. Man nennt dieses Gerät Gamma-knife.

                            Interstitielle Strahlentherapie
                            Man kann Tumoren nicht nur von außen über die Haut (Teletherapie), sondern auch von innen herausbestrahlen. Zu diesem Zweck wird kein Beschleuniger verwendet sondern Radionuklide wie Radium-226, Caesium137, Cobalt 60, Iridium 192, Gold 198 oderJod 125. Diese Nuklide werden in schützenden Hüllen kleiner Abmessung in das Zielvolumen eingebracht. Die Reichweite dieser Strahlenquellen ist relativ gering. Daher bezeichnet man diese Therapie als Kurzdistanz- bzw. Brachytherapie. Sie führt zu einer besonders guten Schonung des umliegenden Gewebes. Man kann diese Nuklide in vorhandene Körperhöhlen einlegen (intrakavitäre Brachytherapie) oder in Hohlnadeln oder Katheter, die zuvor im Tumorgewebe plaziert wurden (interstitielle Brachytherapie) einführen. Über ein pistolenartiges Gerät können auch kleine nuklidgefüllte Kugeln (Seeds) in den Tumor implantiert werden.

                            Ein gängiges Verfahren der interstitiellen Brachytherapie ist das Afterloading- Verfahren. Die hermetisch verschlossene, sehr kleine Strahlenquelle befindet sich normalerweise innerhalb eines sehr gut strahlenabsorbierenden Strahlerkopfes. Aus diesem Strahlerkopf kann sie motorisch herausgefahren werden. Sie wird gezielt in einen Katheter eingeführt, der an dem Strahlerkopf abnehmbar angeschlossen ist. Das andere Ende des Katheters kann z.B. zur Bestrahlung der Bronchien über den Mund bis in die Lunge vorgeschoben und dort fixiert werden. Anschließend wird die milimetergroße Strahlenquelle über den Katheter bis in das Zielgebiet, hier die Lunge, vorgefahren. Über die Verweildauer und den jeweiligen Bestrahlungsort in der Lunge ergibt sich die vorher festgelegte Strahlendosis. Dieser gesamte Prozess erfolgt computergesteuert.

                            Es ist in der Regel möglich, mehr als zwanzig Katheter an der Strahlenquelle gleichzeitig anzuschließen. Computergesteuert wird die Strahlenquelle dann nacheinander in die einzelnen Katheter eingefahren. Am Ende der Katheter können hohle metallene Spicknadeln angebracht werden. Diese Nadeln können in einem Tumor plaziert werden. Dies kann z. B. die Innenseite des Gaumens, der Zungengrund u. ä. sein. Die bevorzugte Strahlenquelle für das Afterloading ist das Radionuklid Iridium 192 mit einer Halbwertszeit von rund 74 Tagen.

                            Mit dieser Methode werden auch Hirntumoren bestrahlt. Über Bohrlöcher in der Schädelkalotte werden operativ Katheter in den Tumor implantiert. Über diese Katheter kann, wie beschrieben, die Strahlenquelle eingeführt werden. Auf diese Weise werden im Tumor hohe Strahlendosen appliziert, ohne gesundes Hirngewebe zu durchdringen und damit schädigen zu müssen. Die Reichweite der Strahlen ist gering, daher müssen mehrere Katheter in und um den Tumor implantiert werden. Für einen diffus infiltrierenden Tumor ist das Verfahren allerdings nicht geeignet. Die Katheter können ca. 2-4 mal benutzt werden. Nachteilig ist, dass die Katheter eine potentielle Infektionspforte darstellen.

                            Seed Implantation
                            Eine weitere Methode der interstitiellen Kurzdistanzstrahlentherapie (Brachytherapie) ist das Einlegen umschlossener künstlicher Radionuklide in das Tumorgewebe (Seeds). Diese Seeds werden z.B. als kleine Kügelchen oder Stäbchen im Rahmen einer Operation implantiert. Abhängig von der Halbwertszeit des Radionuklids verbleiben diese Seed im Gehirn (permanentes Implantat) oder müssen durch eine erneute Operation (temporäres Implantat) wieder entfernt werden. Permanente Implantate verbleiben etwa 6 Wochen. In Seeds wird häufig das Nuklid Jod-125 verwendet.

                            Die Chemotherapie
                            Eine Chemotherapie kann gegenwärtig nur bei wenigen Tumorarten erfolgreich eingesetzt werden. Ein Beispiel hierfür sind Lymphome des Gehirns. Hier ist die Chemotherapie sogar unverzichtbar. Sie wird sowohl über die Vene (intravenös) als auch über eine Lumbalpunktion in den Liquor hinein verabreicht. Bei Gliomen, den häufigsten Hirntumoren, wurden Chemotherapeutika im Rahmen von Studien erprobt. Bisher zeigte sich aber kein überzeugender Nutzen im Vergleich mit den übrigen Behandlungsverfahren.

                            Bei Hirntumoren des Kindesalters spielt die Chemotherapie jedoch eine zunehmend bedeutendere Rolle. Das kindliche Gehirn ist bis zum 4. Lebensjahr wegen der noch nicht abgeschlossenen Gewebedifferenzierung sehr empfindlich gegenüber einer Bestrahlung. Neben Funktionsausfällen des Gehirns, Entwicklungsstörungen und einer Intelligenzminderung besteht auch das Risiko einen Zweittumor zu entwickeln. Deshalb wird versucht, die Strahlendosis gering zu halten oder sogar ganz auf eine Bestrahlung zu verzichten. Die Kombination aus Chemotherapie in Verbindung mit einer Operation und der Strahlentherapie wird bevorzugt eingesetzt.

                            Bei Tumorrezidiven von Astrocytomen oder Glioblastomen wird neuerdings Temodalâ (Temozolomid) angewandt.

                            Andere Therapieverfahren
                            Gentherapeutische und immuntherapeutische Verfahren werden derzeit in zahlreichen Zentren entwickelt und wissenschaftlich untersucht. Alle Verfahren sind jedoch bisher nur experimentell und bewegen sich damit außerhalb der klinischen Routineanwendung.

                            In der Charité zu Berlin wird beispielsweise intensiv an der interstitiellen Wärmetherapie (Hyperthermie) mit Flüssigmagneten geforscht. Dazu wird in den Tumor eine magnetisierbare Flüssigkeit eingespritzt. Diese Flüssigkeit wird, ähnlich wie bei der interstitiellen Kurzdistanzstrahlentherapie (Brachytherapie), mit einer speziellen Sonde in den Tumor eingeführt. Über ein von außen appliziertes magnetisches Wechselfeld kann dann die magnetische Flüssigkeit und damit der Tumor erhitzt werden. Dieses Therapieverfahren wurde bisher nur im Mäusemodell erprobt. Ein entsprechender Applikator für den Menschen ist aber bereits in der Entwicklung. Mit einem ersten Einsatz ist Ende 2000 zu rechnen.

                            Nachsorge
                            Bei jeder Tumorerkrankung muss auch nach einer radikalen Operation jederzeit mit einem erneuten Aufflammen der Erkrankung gerechnet werden. Das Wiederauftreten des Tumors hat erhebliche Konsequenzen für die Prognose. Deshalb ist es von großer Wichtigkeit, ein solches Rezidiv möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Nach dem Abschluss der Therapie werden mit dem Patienten deshalb regelmäßige Untersuchungstermine vereinbart. Neben der Anamnese und der klinischen Untersuchung spielen die Schnittbildverfahren (CT, MRT) bei der Verlaufskontrolle eine tragende Rolle. Wie bereits im Rahmen der Primärdiagnostik geschildert, können die Basisuntersuchungen bei Bedarf durch zahlreiche andere Verfahren ergänzt werden.

                            Fahrtauglichkeit
                            Die Befähigung Maschinen zu führen, kann durch einen Hirntumor oder die erforderliche Therapie eingeschränkt sein. In Bezug auf die Befähigung, ein Kraftfahrzeug zu führen besteht gemäß einer Richtlinie des Bundesministeriums für Verkehr nach einer Hirnoperation ein grundsätzliches Fahrverbot von drei Monaten. Diese Richtlinie erlaubt nur dann eine Ausnahme, wenn nach Abschluss der Therapie durch eine ausführliche neurologische Untersuchung bestätigt und bescheinigt wurde, dass keine Beeinträchtigung der hirnorganischen Leistungsfähigkeit vorliegt.

                            Abgesehen von dieser Richtlinie sollte nach wiederholten epileptischen Anfällen im Rahmen einer Hirntumorerkrankung ein mindestens zweijähriges anfallsfreies Intervall vorliegen, bevor die Fahrtauglichkeit aus ärztlicher Sicht wieder gegeben ist. Diese Spanne kann nur im Ausnahmefall auf ein Jahr verkürzt werden. Ein einmaliger Anfall, der durch einen inzwischen vollständig beseitigten Tumor ausgelöst wurde, wäre ein Beispiel dafür."
                            « Letzte Änderung: 11. Juni 2008, 15:24:30 von Ulrich »
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                            Hirntumoren bei Erwachsenen
                            « Antwort #7 am: 11. September 2002, 09:42:32 »
                            Hirntumor des Erwachsenen
                            (Quelle: Universitätsklinik Bonn)

                            Inhalt:
                              [*]Hinweis[*]Beschreibung[*]Erklärung der Stadien[*]Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten[*]Nicht- Infiltrierendes Astrozytom Beim Erwachsenen[*]Gut- Differenziertes Leicht- Oder Moderat- Anaplastisches Astrozytom Beim Erwachsenen[*]Anaplastisches Astrozytom Beim Erwachsenen[*]Glioblastoma Multiforme Beim Erwachsenen[*]Gehirnstamm- Gliom Beim Erwachsenen[*]Gut- Differenziertes Ependymom Beim Erwachsenen[*]Malignes Ependymom Beim Erwachsenen[*]Gut- Differenziertes Oligodendrogliom Beim Erwachsenen[*]Anaplastisches Oligodendrogliom Beim Erwachsenen[*]Mixed Gliom[*]Medulloblastom Beim Erwachsenen[*]Pinealom Beim Erwachsenen[*]Keim- Zell- Tumor des Zentralen Nervensystems Beim Erwachsenen[*]Kraniopharyngeom Beim Erwachsenen[*]Meningeom Beim Erwachsenen[*]Malignes Meningeom Beim Erwachsenen[*]Rezidiv Eines Hirntumors Beim Erwachsenen[*]Übersicht über PDQ[/list]
                              [/tr][/table]
                              Informationen aus dem PDQ für Patienten
                              HINWEIS

                              Die vorliegenden Angaben beruhen auf Dokumenten des National Cancer Institute der USA. Für die Richtigkeit der in dieser deutschsprachigen Version gemachten Angaben können weder das National Cancer Institute noch die Universität Bonn oder ihre Mitarbeiter eine Garantie übernehmen. Fragen Sie daher in jedem Fall ihren Arzt!
                              BESCHREIBUNG

                              Was ist ein Hirntumor beim Erwachsenen?
                              Bei einem Hirntumor im Erwachsenenalter wachsen Krebszellen (maligne Zellen) im Gehirngewebe. Das Gehirn ist der Ort für Denken, Lernen, die Sinne (Hören, Sehen, Riechen, Schmecken und Tasten) und die Gefühle. Es kontrolliert auch andere Teile des Körpers einschließlich der Muskeln, der Organe und der Blutgefäße.
                              Diese Übersicht betrifft Tumore, die im Gehirngewebe entstehen. Häufig werden Tumore im Gehirn gefunden, deren Ursprung irgendwo im Körper liegt und die sich von dort auf das Gehirn ausgebreitet (metastasiert) haben. Dies wird auch Hirnmetastase genannt.

                              Bei folgenden Symptomen sollte ein Arzt aufgesucht werden: häufige Kopfschmerzen, Erbrechen, Schwierigkeiten beim Gehen oder Sprechen.

                              Liegen Symptome vor, ordnet der Arzt möglicherweise eine Computertomographie (CT) an; eine spezielle Röntgenuntersuchung, bei der ein Computer ein Abbild des Gehirns erzeugt. Auch eine Magnetresonanztomographie (MR), bei der Magnetwellen zur Erzeugung eines Bildes vom Gehirn benutzt werden, kann durchgeführt werden. Häufig muß eine Operation durchgeführt werden, um festzustellen, ob ein Tumor und wenn ja, welcher Art, vorliegt.

                              Die Wahrscheinlichkeit einer Heilung (Prognose) und die Behandlung hängen von der Art des Hirntumors und der allgemeinen Verfassung des Patienten ab.
                              ERKLÄRUNG DER STADIEN

                              Welche Hirntumore gibt es?

                              Wurde ein Hirntumor festgestellt, müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um den Typ des Hirntumors festzustellen. Der Arzt muß auch wissen, wie sehr sich die Tumorzellen von benachbarten Zellen unterscheiden. Dies wird histologische Einstufung des Tumors genannt. Um die Behandlung zu planen, muß der Arzt Typ und histologische Einstufung des Tumors kennen. Hirntumore werden in die folgenden Gruppen eingeteilt.

                              Astrozytome - Astrozytome sind Hirntumore, die von Gehirnzellen ausgehen, die Astrozyten genannt werden. Es gibt unterschiedliche Arten von Astrozytomen, die nach dem Aussehen der Krebszellen unter dem Mikroskop unterteilt werden.

                              Nicht- infiltrierende Astrozytome - Nicht- infiltrierende Astrozytome sind langsam wachsende Tumore, die nicht in das umliegende Gewebe eindringen.

                              Gut- differenzierte leicht- und moderat- anaplastische Astrozytome - Gut differenzierte leicht- und moderat- anaplastische Astrozytome wachsen langsam, jedoch schneller als nicht- infiltrierende Astrozytome. Sie dringen in das umliegende Gewebe ein.

                              Anaplastische Astrozytome - Anaplastische Astrozytome bestehen aus Zellen, die sich sehr von normalen Zellen unterscheiden und schnell wachsen.

                              Glioblastoma Multiforme - Das Glioblastoma Multiforme ist ein Tumor, der sehr schnell wächst und dessen Zellen sich sehr von normalen Zellen unterscheiden. Das Glioblastoma Multiforme wird auch Astrozytom Grad IV genannt.

                              Hirnstamm-Gliome - Gehirnstamm Gliome sind Tumore, die von der Unterseite des Gehirns ausgehen, an der das Rückenmark in das Gehirn übergeht.

                              Kleinhirn-Astrozytom - Das Kleinhirn-Astrozytom entsteht im Kleinhirn, das an der Rückseite direkt über dem Hals liegt. Kleinhirn- Astrozytome wachsen gewöhnlich langsam und wandern normalerweise nicht von ihrem Ursprungsort aus in andere Bereiche des Gehirns oder des Körpers.

                              Ependymome - Ependymome sind Tumore, die vom Ependym ausgehen, das die Kanäle auskleidet, durch die Rückenmarksflüssigkeit fließt, die Gehirn und Rückenmark schützt. Es gibt verschiedene Arten von Ependymomen, die sich durch das Aussehen der Tumorzellen unter dem Mikroskop unterscheiden.

                              Gut- differenziertes Ependymom - Die Zellen der gut- differenzierten Ependymome sehen normalen Zellen unter dem Mikroskop sehr ähnlich und wachsen ziemlich langsam.

                              Anaplastisches Ependymom - Anaplastische Ependymome sind Tumore, deren Zellen nicht wie normale Zellen aussehen und die schneller als gut- differenzierte Ependymome wachsen.

                              Ependymoblastom - Ependymoblastome sind selten vorkommende Tumore, die gewöhnlich im Kindesalter auftreten. Sie können sehr schnell wachsen.

                              Oligodendrogliome - Oligodendrogliome gehen von sogenannten Oligodendrozyten im Gehirn aus, die Nervenzellen unterstützen und ernähren. Es gibt unterschiedliche Arten von Oligodendrogliomen, deren Zellen sich unter dem Mikroskop unterscheiden.

                              Gut- differenzierte Oligodendrogliome - Gut- differenzierte Oligodendrogliome sind langsam wachsende Tumore, deren Zellen unter dem Mikroskop normalen Zellen sehr ähnlich sehen.

                              Anaplastisches Oligodendrogliom - Anaplastische Oligodendrogliome wachsen schneller und unterscheiden sich bei der Betrachtung durch das Mikroskop sehr von normalen Zellen.

                              Andere Hirntumore

                              Mixed Gliom - Mixed Gliome sind Hirntumore, die mehr als eine Art Gehirnzellen enthalten, einschließlich Astrozyten, Ependymzellen und / oder Oligodendrozyten.

                              Medulloblastom - Medulloblastome sind Hirntumore, die vom unteren Teil des Gehirnes ihren Ausgang nehmen. Man findet sie meistens bei Kindern oder Jugendlichen. Diese Tumorart kann sich vom Gehirn auf das Rückenmark ausbreiten.

                              Pinealom - Pinealome sind Tumore, die um ein winziges Organ in der Nähe des Gehirnzentrums (Zirbeldrüse) herum vorkommen. Es gibt langsam wachsende (Pineozytome) oder schnell wachsende (Pineoblastome) Tumore. Auch Astrozytome können von hier ihren Ursprung nehmen.

                              Keimzelltumor - Keimzelltumore haben ihren Ursprung in den Keimzellen. Es gibt verschiedene Keimzelltumore wie Germinome, Embryonale Karzinome, Chorionkarzinome und Teratome.

                              Kraniopharyngeom - Kraniopharyngeome sind Tumore, die in der Nähe der Hypophyse vorkommen. Die Hypophyse ist ein kleines Organ von der Größe einer Erbse; diese Drüse befindet sich kurz oberhalb der Nase und kontrolliert viele Körperfunktionen.

                              Meningeom - Meningeome sind Tumore der Hirnhaut, die das Gehirn und das Rückenmark bedeckt. Meningeome wachsen gewöhnlich langsam.

                              Malignes Meningeom - Maligne Meningeome sind selten vorkommende Tumore, die schneller als andere Meningeome wachsen.

                              Chorion-Zell-Tumor - Die Chorionzellen befinden sich in den Ventrikel genannten Hohlräumen des Gehirns. Choroidzellen produzieren das Gehirnwasser, das die Hohlräume innerhalb des Gehirns (Ventrikel) ausfüllt und das Gehirn sowie das Rückenmark umgibt. Chorion-Zell-Tumore können langsam, (Chorion-Zell-Papillome) oder schneller (anaplastische Chorion-Zell-Papillome) wachsen. Die schnell wachsenden Tumore neigen eher zur Ausbreitung an andere Stellen im Gehirn oder in das Rückenmark.

                              Rezidiv - Ein Rezidiv bedeutet, daß der Krebs nach einer Therapie wieder aufgetreten ist (Rückfall). Er kann im Gehirn oder an einer anderen Stelle des Körpers wieder auftreten.
                              ÜBERBLICK ÜBER DIE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

                              Wie ein Hirntumor beim Erwachsenen behandelt wird.

                              Für alle Patienten mit einem Hirntumor gibt es Behandlungsmöglichkeiten. Drei Behandlungsverfahren werden angewendet:
                                [*]Operation[*]Bestrahlung[*]Chemotherapie[/list]Die Operation ist die häufigste Therapie beim Hirntumor. Um einen Tumor aus dem Gehirn zu entfernen, muß der Arzt einen Teil des Schädelknochens entfernen, bevor er das Gehirn erreichen kann. Diese Operation nennt man Kraniotomie. Nachdem der Krebsherd entfernt ist, wird entweder der herausgenommene Knochen oder ein Metall- oder Gewebestück zur Abdeckung der Öffnung im Schädel benutzt.
                                Die Bestrahlung nutzt Röntgenstrahlen, die von einem sogenannten Linearbeschleuniger oder einer Kobaltkanone erzeugt werden, um von außen Krebszellen abzutöten und Tumore zu verkleinern (Bestrahlung von außen). Eine Bestrahlung kann auch mittels radioaktiver Stoffe (Radioisotope) erfolgen, die durch dünne Plastikschläuche in den Tumor eingeführt werden, um Krebszellen von innen (Bestrahlung von innen) zu töten.

                                Bei der Chemotherapie werden zur Abtötung der Krebszellen Medikamente eingesetzt. Chemotherapie kann in Tablettenform eingenommen werden, oder sie wird dem Körper direkt über eine Vene oder in den Muskel zugeführt. Chemotherapie wird auch "systemische Therapie" genannt, da sich die Medikamente über die Blutbahn im ganzen Körpers verteilen und so den Krebs an jeder Stelle des Körpers bekämpfen können.

                                Die Biologische Therapie (die körpereigene Abwehr wird zur Krebsbekämpfung eingesetzt) wird im Rahmen Klinischer Studien untersucht. Die Biologische Therapie benutzt Material, welches der Körper selbst herstellt, oder welches in einem Labor gewonnen wird, um die körpereigene Abwehr gegen die Krankheit auszurichten, zu verstärken, oder wieder herzustellen. Biologische Therapie wird auch als Änderung des biologischen Antwortverhaltens (englisch BRM) oder Immuntherapie bezeichnet.

                                Behandlung je nach Art des Krebs

                                Die Behandlung des Gehirnkrebs beim Erwachsenen hängt von der Art des Krebs, dem Stadium der Erkrankung, dem Alter des Patienten und seinem allgemeinen Gesundheitszustand ab.
                                Sie erhalten eventuell eine Therapie, die auf Grund ihrer Wirksamkeit bei zahlreichen Patienten in vorausgegangenen Studien als Standard bezeichnet wird, oder Sie entschließen sich zur Teilnahme an einer klinischen Studie. Nicht alle Patienten werden mit der Standardtherapie geheilt, und einige Standardbehandlungen haben auch mehr Nebenwirkungen als erwünscht. Um bessere Behandlungsmethoden für Krebspatienten herauszufinden, gibt es klinische Studien, die auf den neuesten Erkenntnissen basieren. Klinische Studien werden in den meisten Ländern für die meisten Arten von Hirntumoren beim Erwachsenen durchgeführt. Wenn Sie mehr über klinische Studien erfahren wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.
                                NICHT- INFILTRIERENDES ASTROZYTOM BEIM ERWACHSENEN

                                Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

                                  [*]1. Operation, um den Tumor zu entfernen.[*]2. Operation, gefolgt von externer Strahlentherapie.[*]3. Tritt ein anaplastisches Astrozytom nach einer Operation wieder auf (Rezidiv), kann eine Bestrahlung erfolgen, sofern noch keine Bestrahlung stattfand. Erfolgte bereits eine Bestrahlung, sollte die Teilnahme an einer Klinischen Studie zur Chemotherapie oder Biologischen Therapie erwogen werden.[/list]
                                  GUT- DIFFERENZIERTES LEICHT- ODER MODERAT- ANAPLASTISCHES ASTROZYTOM BEIM ERWACHSENEN

                                  Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

                                    [*]1. Operation, gefolgt von externer Strahlentherapie.[*]2. Nur Operation.[*]3. Teilnahme an einer Klinischen Studie zur Operation mit anschließender Bestrahlung und Chemotherapie.[/list]
                                    ANAPLASTISCHES ASTROZYTOM BEIM ERWACHSENEN

                                    Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

                                      [*]1. Operation, gefolgt von externer Strahlentherapie.[*]2. Operation, gefolgt von externer Bestrahlung und Chemotherapie.[*]3. Teilnahme an einer Klinische Studie mit neuen Formen der Strahlentherapie wie der Bestrahlung von Innen, der intraoperativen Bestrahlung und der Gabe von Medikamenten, die die Strahlenempfindlichkeit der Krebszellen erhöhen.[*]4. Klinische Studie bezüglich Chemotherapie oder Biologischer Therapie nach Strahlentherapie.[*]5. Teilnahme an einer Klinische Studie zur Chemotherapie mit Medikamenten, die intraoperativ in den Körper gegeben werden.[/list]
                                      GLIOBLASTOMA MULTIFORME BEIM ERWACHSENEN

                                      Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

                                        [*]1. Operation, gefolgt von externer Bestrahlung und Chemotherapie.[*]2. Operation, gefolgt von externer Strahlentherapie.[*]3. Teilnahme an einer Klinische Studie mit neuen Formen der Strahlentherapie wie der Bestrahlung von Innen, der intraoperativen Bestrahlung und der Gabe von Medikamenten, die die Strahlenempfindlichkeit der Krebszellen erhöhen.[*]4. Klinische Studie bezüglich Chemotherapie oder Biologischer Therapie nach Strahlentherapie.[*]5. Teilnahme an einer Klinische Studie zur Chemotherapie mit Medikamenten, die intraoperativ in den Körper gegeben werden.[/list]
                                        GEHIRNSTAMM- GLIOM BEIM ERWACHSENEN

                                        Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

                                          [*]1. Externe Bestrahlung.[*]2. Klinische Studie bezüglich Chemotherapie oder biologischer Therapie.[/list]
                                          GUT- DIFFERENZIERTES EPENDYMOM BEIM ERWACHSENEN

                                          Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

                                            [*]1. Operation, um den Tumor zu entfernen.[*]2. Operation, um den Tumor zu entfernen mit anschließender externer Strahlentherapie.[*]3. Klinische Studie bezüglich Chemotherapie oder biologischer Therapie.[/list]
                                            MALIGNES EPENDYMOM BEIM ERWACHSENEN

                                            Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

                                              [*]1. Operation, um den Tumor zu entfernen mit anschließender externer Strahlentherapie.[*]2. Teilnahme an einer Klinische Studie zur äußeren Bestrahlung mit Chemotherapie.
                                              [*]3. Klinische Studie bezüglich Chemotherapie oder biologischer Therapie.[/list]
                                              GUT- DIFFERENZIERTES OLIGODENDROGLIOM BEIM ERWACHSENEN

                                              Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

                                                [*]1. Operation, um den Tumor zu entfernen mit anschließender externer Strahlentherapie.[*]2. Operation, um den Tumor zu entfernen.[*]3. Klinische Studie bezüglich Bestrahlung mit Chemotherapie.[/list]
                                                ANAPLASTISCHES OLIGODENDROGLIOM BEIM ERWACHSENEN

                                                Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

                                                  [*]1. Operation, um den Tumor zu entfernen mit anschließender externer Strahlentherapie.[*]2. Operation, gefolgt von externer Bestrahlung und Chemotherapie.[*]3. Teilnahme an einer Klinische Studie mit neuen Formen der Strahlentherapie wie der Bestrahlung von Innen, der intraoperativen Bestrahlung und der Gabe von Medikamenten, die die Strahlenempfindlichkeit der Krebszellen erhöhen.[*]4. Klinische Studie bezüglich Chemotherapie oder Biologischer Therapie nach Strahlentherapie.[/list]
                                                  MIXED GLIOM

                                                  Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

                                                    [*]1. Operation, gefolgt von externer Strahlentherapie.[*]2. Operation, gefolgt von externer Bestrahlung und Chemotherapie.[*]3. Teilnahme an einer Klinische Studie mit neuen Formen der Strahlentherapie wie der Bestrahlung von Innen, der intraoperativen Bestrahlung und der Gabe von Medikamenten, die die Strahlenempfindlichkeit der Krebszellen erhöhen.[*]4. Klinische Studie bezüglich Chemotherapie oder Biologischer Therapie nach Strahlentherapie.[/list]
                                                    MEDULLOBLASTOM BEIM ERWACHSENEN

                                                    Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

                                                      [*]1. Operation, um den Tumor zu entfernen und externe Bestrahlung.[*]2. Teilnahme an einer Klinische Studie mit Operation, externer Bestrahlung und Chemotherapie[/list](Für weitere Information sehen Sie bitte bei der PDQ-Patienteninformation über die Behandlung von Hirntumoren bei Kindern nach.)
                                                      PINEALOM BEIM ERWACHSENEN

                                                      Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

                                                        [*]1. Operation und externe Bestrahlung.[*]2. Operation mit externer Bestrahlung und Chemotherapie.[*]3. Teilnahme an einer Klinische Studie mit neuen Formen der Strahlentherapie wie der Bestrahlung von Innen, der intraoperativen Bestrahlung und der Gabe von Medikamenten, die die Strahlenempfindlichkeit der Krebszellen erhöhen.[*]4. Klinische Studie bezüglich Chemotherapie oder Biologischer Therapie nach Strahlentherapie.[/list]
                                                        KEIM- ZELL- TUMOR DES ZENTRALEN NERVENSYSTEMS BEIM ERWACHSENEN

                                                        Die Behandlung ist abhängig von der Tatsache, ob der Tumor operativ entfernt werden kann, der Art der Krebszellen, dem Ort des Tumors und anderen Faktoren.
                                                        KRANIOPHARYNGEOM BEIM ERWACHSENEN

                                                        Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

                                                          [*]1. Operation, um den Tumor zu entfernen.[*]2. Operation, um den Tumor zu entfernen mit anschließender Bestrahlung.[/list]
                                                          MENINGEOM BEIM ERWACHSENEN

                                                          Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

                                                            [*]1. Operation, um den Tumor zu entfernen.[*]2. Operation plus Bestrahlung.[*]3. Strahlentherapie für Patienten, deren Tumore nicht operativ entfernt werden können.[/list]
                                                            MALIGNES MENINGEOM BEIM ERWACHSENEN

                                                            Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

                                                              [*]1. Operation, gefolgt von externer Strahlentherapie.[*]2. Teilnahme an einer Klinische Studie mit neuen Formen der Strahlentherapie wie der Bestrahlung von Innen, der intraoperativen Bestrahlung und der Gabe von Medikamenten, die die Strahlenempfindlichkeit der Krebszellen erhöhen.[*]3. Klinische Studie bezüglich Chemotherapie oder Biologischer Therapie nach Strahlentherapie.[/list]
                                                              REZIDIV EINES HIRNTUMORS BEIM ERWACHSENEN

                                                              Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

                                                                [*]1. Nur Operation oder Operation mit anschließender Chemotherapie.[*]2. Alleinige äußere Bestrahlung; falls bei vorausgegangenen Therapien nicht eingesetzt, kann zusätzlich eine Chemotherapie verabreicht werden.[*]3. Innere Strahlentherapie.[*]4. Chemotherapie.[*]5. Teilnahme an einer Klinische Studie zur Chemotherapie mit Medikamenten, die intraoperativ in den Körper gegeben werden.[/list]
                                                                ÜBERSICHT ÜBER PDQ

                                                                PDQ ist eine umfassenede Krebsdatenbank. Sie ist verfügbar unter www.meb.uni-bonn.de/cancernet.
                                                                PDQ ist das umfassende Informationssystem des National Cancer Institute´s der USA (NCI) über Krebs. PDQ ist fast vollständig unter HIER verfügbar. PDQ ist ein Service des NCI. Das NCI ist ein Teil des National Institutes of Health in the USA, eine Bundeseinrichtung für Biomedizinische Forschnung.

                                                                PDQ enthält Zusammenfassungen zum Thema Krebs.

                                                                Die PDQ (Physicians Data Query) Datenbank enthält aktuelle Informationen über Krebs, seine Vorbeugung, den Nachweis von Krebs, Genetische Informationen, die Behandlung, unterstützende Maßnahmen und alternative Therapiemöglichkeiten. Die meisten Dokumente sind in zwei Versionen verfügbar. Eine Version für Ärzte, die in medizinischer Fachsprache geschrieben ist, und ausführliche Fachinformationen enthält. Eine Version für Patienten, die in Laiensprache verfasst und einfach zu verstehen ist. Beide Versionen enthalten aktuelle und detaillierte Informationen zum Thema Krebs.

                                                                PDQ Krebsinformationen werden von Fachleuten entwickelt und regelmäßig aktualisiert.

                                                                Die Autoren sind Spezialisten auf dem Gebiet Krebs und angrenzenden Gebieten. Sie sind für die Erstellung und Aktualisierung verantwortlich. PDQ wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen. Überprüfen Sie anhand des Datums der letzten Aktualisierung, ob Sie wirklich die neuesten Informationen vor sich haben.

                                                                PDQ enthält auch Informationen über Klinische Studien.

                                                                Bevor eine Behandlung begonnen wird, sollte die Möglichkeit einer Teilnahme an einer Klinischen Studie mit dem Patienten besprochen werden. Klinische Studien sollen helfen, Fragen bezüglich einer Therapieverbesserung zu beantworten. Der Inhalt der Klinischen Studien basiert auf den Ergebnissen von vorangegangenen Studien und Erkenntnissen aus den Labors. Jede Klinische Studie beantwortet wissenschaftliche Fragen zur Verbesserung der Krebstherapie. Während einer Klinschen Studie werden Informationen über die Behandlung, die Nebenwirkungen, die Risiken und den Behandlungserfolg gesammelt. Zeigt eine Klinische Studie, daß die getestete Behandlung besser ist als die alte, wird die neue Behandlung für alle Patienten übernommen.

                                                                Eine Auflistung vieler nationaler und internationaler klinischen Studien ist Bestandteil des PDQ. Beschreigungen der Klinischen Studien sind sowohl für Ärzte als auch für Patienten erhältlich. Viele Ärzte, die bei klinischen Studien mitwirken, sind im PDQ aufgelistet. Wenn Sie mehr über klinische Studien wissen wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.
                                                                Um mehr über Krebs und seine Behandlung, oder um mehr über klinische Studien bezüglich Ihrer Krebsart zu erfahren, rufen Sie bitte in Deutschland den "Krebsinformationsdienst (KID)" in Heidelberg, Tel.: (0049) (0)62 21 41 01 21 oder Fax: (0049) (0)62 21 40 18 06, in Österreich die "Krebshilfe": Tel.: (0043) (0)1 796 64 50-15 oder Fax: (0043) (0)1 796 64 50-9 und in der Schweiz die "Schweizerische Krebsliga", Tel.: 0800 55 88 38 (Http: //www.swisscancer.ch). Entsprechend geschulte Spezialisten werden Ihre Fragen zum Thema Krebs beantworten.
                                                                « Letzte Änderung: 11. Juni 2008, 15:25:35 von Ulrich »
                                                                © Die Inhalte unserer Seiten sind urheberrechtlich geschützt (Copyright). Die Informationen sind nur für Ihren persönlichen Gebrauch bestimmt. Jede Verwendung, insbesondere die Speicherung, Veröffentlichung, Vervielfältigung (auch auf elektronischen Speichermedien oder in Diskussionsforen) und jede Form von gewerblicher Nutzung - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ist ohne Zustimmung ausdrücklich untersagt. Bitte beachten Sie die Hinweise und Nutzungsbedingungen des Forums.

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                                                                « Antwort #8 am: 18. Januar 2004, 17:13:19 »
                                                                Hier ein Überblick über das Informationsmaterial - Die blauen Ratgeber - das Sie online bei der Deutschen Krebshilfe bestellen und online abrufen können.
                                                                (Quelle: Deutsche Krebshilfe - Infoangebot - Broschüren)   

                                                                Krebs - wer ist gefährdet?
                                                                Risiken erkennen und vermeiden

                                                                Krebs im Kindesalter
                                                                Ein Ratgeber für Eltern krebskranker Kinder und Jugendlicher

                                                                Gehirntumoren
                                                                Ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige und Interessierte

                                                                Krebs im Mund-, Kiefer-, Gesichtsbereich
                                                                Ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige und Familien

                                                                Strahlentherapie
                                                                Ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige und Interessierte

                                                                Krebsschmerzen wirksam bekämpfen
                                                                Ein Leitfaden

                                                                Fatigue
                                                                Chronische Müdigkeit bei Krebs

                                                                Wegweiser zu Sozialleistungen
                                                                Informationen und Hinweise

                                                                Hilfen für Angehörige
                                                                Informationen, Anregungen und Gesprächshilfen für Angehörige von Tumorkranken

                                                                TEAMWORK
                                                                Krebspatienten und Ärzte als Partner

                                                                TEAMWORK - Arzt-Exemplar
                                                                Krebspatienten und Ärzte als Partner

                                                                Ernährung bei Krebs
                                                                Ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige und Interessierte

                                                                Klinische Studien
                                                                Ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige und Interessierte

                                                                Zu allen blau geschriebenen Themen, sind Die Blauen Ratgeber unter folgendem Link zu bestellen oder können als Pdf herunter geladen werden. https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/infothek/infomaterial-kategorie/die-blauen-ratgeber/
                                                                « Letzte Änderung: 09. November 2016, 21:19:26 von krimi »
                                                                © Die Inhalte unserer Seiten sind urheberrechtlich geschützt (Copyright). Die Informationen sind nur für Ihren persönlichen Gebrauch bestimmt. Jede Verwendung, insbesondere die Speicherung, Veröffentlichung, Vervielfältigung (auch auf elektronischen Speichermedien oder in Diskussionsforen) und jede Form von gewerblicher Nutzung - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ist ohne Zustimmung ausdrücklich untersagt. Bitte beachten Sie die Hinweise und Nutzungsbedingungen des Forums.

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                                                                « Antwort #9 am: 09. November 2016, 21:27:20 »
                                                                Was sind Hirntumoren?

                                                                Zu den primären Tumoren des Gehirns und Rückenmarks gehören alle gut- und bösartigen Geschwülste, die im zentralen Nervensystem entstehen. Sie bilden sich im Gehirngewebe bzw. in der Rückenmarksubstanz selbst oder gehen von den sie schützend umgebenden Hirnhäuten aus.

                                                                Haben Tumoren ihren Ursprung in den im Schädelinnern gelegenen Hirnnerven oder den in der Wirbelsäule liegenden Nervenwurzeln des Rückenmarks, gehören sie bereits zu den Geschwülsten des peripheren Nervensystems.

                                                                Die Diagnose eines Hirntumors bedeutet einen starken Einschnitt im Leben. Allerdings ist nicht jeder Hirntumor gleich und die Prognose hängt stark von der Art des Tumors, seinem Wachstumsverhalten (WHO-Gradierung), der Therapie und dem Therapieansprechen ab.
                                                                (http://klinikum.uni-muenster.de/index.php?id=hirntumorzentrum-hinrtumoren)

                                                                Besonderheiten von Hirntumoren
                                                                Tumorarten
                                                                Untersuchungen
                                                                Behandlungsmöglichkeiten
                                                                Nachsorge
                                                                Psychosoziale/ psychoonkologische Betreuung
                                                                Wer einen Platz im Herzen eines Menschen hat, ist nie allein.

                                                                 



                                                                SMF 2.0.14 | SMF © 2014, Simple Machines
                                                                Hirntumor Forum © 1996-2016 hirntumor.de
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