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Autor Thema: Schwannom / Neurinom  (Gelesen 13158 mal)
Ulrich
Gast
« am: 29. November 2004, 18:11:29 »

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=31091
Zitat:

Stark, Andreas M.; Hugo, Heinz-Hermann; Buhl, Ralf; Mehdorn, H. Maximilian

Tumoren peripherer Nerven

Deutsches Ärzteblatt 99, Ausgabe 14 vom 05.04.2002, Seite A-928 / B-778 / C-725
MEDIZIN
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Zusammenfassung
Tumoren peripherer Nerven sind zumeist gutartige Geschwulste, die mit einer Neurofibromatose (NF-1) assoziiert sein können oder sporadisch auftreten. Als hĂ€ufigstes Erstsymptom wird eine schmerzlose Schwellung angegeben. Maligne periphere Nervenscheidentumoren (MPNST) sind zwar sehr seltene Neubildungen, sollten aber aufgrund ihrer schlechten Prognose in die Differenzialdiagnose mit eingeschlossen werden. Im Gegensatz zu benignen Schwannomen und Neurofibromen ist die Therapie der MPNST schwierig. Sie rezidivieren regelmĂ€ĂŸig und fĂŒhren hĂ€ufig zu Fernmetastasen. Entscheidend fĂŒr die kurative Behandlung ist neben der frĂŒhen Erkennung die Einleitung einer suffizienten Behandlung, bestehend aus radikaler Exzision, gegebenenfalls Amputation und adjuvanter Strahlentherapie. Es wird ein Überblick ĂŒber die Tumoren peripherer Nerven unter besonderer BerĂŒcksichtigung der MPNST gegeben.

SchlĂŒsselwörter: MPNST, Schwannom, Neurofibrom, Symptomatik, Prognose, Histologie

Summary
Peripheral Nerve Tumours
Tumours of peripheral nerves are mostly benign. They can be associated with neurofibromatosis (NF-1). The most common initial symptom is painless local swelling. Malignant peripheral nerve sheath tumours (MPNST) are rare neoplasms with an unfavourable prognosis and should thus be included into the differential diagnosis. In contrast to benign schwannoma and neurofibroma MPNST are difficult to treat. They relapse regularly and metastasize frequently. Early diagnosis and adequate therapy consisting of radical resection and adjuvant radiotherapy are the key to disease control. An overview concerning the histological appearance and clinical features of frequent tumours of the peripheral nerves and experience with MPNST is given.

Key words: MPNST, schwannoma, neurofibroma, clinical features, histology

Das Schwannom und das Neurofibrom sind die am hÀufigsten auftretenden benignen peripheren Nervenscheidentumoren.
Maligne periphere Nervenscheidentumoren (MPNST) sind in der allgemeinen Klinikpopulation zwar sehr selten, umfassen aber circa fĂŒnf bis zehn Prozent aller malignen Weichteiltumoren. Die hĂ€ufig unspezifische initiale Symptomatik kann die klinische Unterscheidung von gutartigen Nerventumoren unmöglich machen. Auch bildgebende Verfahren wie CT und MRT lassen nicht immer eine Differenzierung zu (4, 7, 12, 15).
Schwannom
Schwannome sind gutartige Tumoren, die peripher, viszeral, intraspinal und intrakranial lokalisiert sein können. Die intrakraniellen Schwannome, die etwa acht Prozent aller intrakraniellen Tumoren ausmachen, gehen vorzugsweise vom vestibulÀren Anteil des VIII. Hirnnerven (so genanntes Akustikusneurinom) aus. Bilateral auftretende Tumoren werden im Rahmen der Neurofibromatose vom zentralen Typ (NF-2) beobachtet. Intraspinale Schwannome (29 Prozent aller primÀren spinalen Tumoren) gehen meist von den sensorischen Wurzeln aus; sie können sowohl in-
tra- als auch extradural sowie in je-
der Wirbelhöhe vorkommen. Periphere Schwannome entstehen außer in der Kopf- und Halsregion hĂ€ufig an den Beugeseiten der ExtremitĂ€ten. Das Schwannom kann in jedem Lebensalter auftreten, der Gipfel liegt jedoch in der vierten bis sechsten Lebensdekade.
Die Symptomatik der intrakraniellen Tumoren besteht entsprechend ihrer Lokalisation im KleinhirnbrĂŒckenwinkel in Hörstörungen, Gleichgewichtsstörungen und einer meist spĂ€ter auftretenden Fazialisparese.
Das charakteristische Erstsymptom peripherer Schwannome ist dagegen die schmerzlose Schwellung. Intraspinale Tumoren fĂŒhren durch Kompression von Nervenwurzeln und RĂŒckenmark vor allem zu radikulĂ€ren Schmerzen, können aber auch Ursache einer QuerschnittslĂ€hmung sein.
Makroskopisch stellen sich die Schwannome als abgekapselte rundliche Tumoren dar und können einen Durchmesser von bis zu mehreren cm aufweisen. Ihre SchnittflÀche ist fleckig hellbraun bis hellgelb. Zysten und Blutungen können vorkommen, Nekrosen sind nicht zu finden.
Das typische histologische Bild zeigt spindelförmige neoplastische Schwannzellen mit lĂ€nglichen plumpen, teilweise zigarrenförmigen Zellkernen. Die Zellen sind zug- und wirbelartig angeordnet. Kernpalisaden sind mehr oder weniger deutlich ausgeprĂ€gt. Kompakte Tumorareale (Antoni A) können neben lockeren retikulĂ€ren Bezirken (Antoni B) und lipidhaltigen Zellgruppen vorkommen. Mitosen sind in der Regel nicht nachweisbar. Kernpleomorphien einschließlich bizarrer Kernformen sind keine
MalignitĂ€tskriterien sondern sind Zeichen regressiver VerĂ€nderungen („ancient schwannoma“).
Immunhistologisch exprimieren die Tumorzellen das S–100 Protein.
Weitere Formen des Schwannoms treten seltener auf:
c Das zellulÀre Schwannom findet sich gehÀuft paraspinal oder in topographischer Beziehung zu den Hirnnerven V und VIII. In sieben Prozent der FÀlle kommt es zu Rezidiven.
c Das melanotische Schwannom mit einem hohen Pigmentgehalt wird in psammomatöse und nichtpsammomatöse Formen unterteilt. Die Unterscheidung dieser Formen ist wichtig, da etwa 50 Prozent der Patienten mit der psammomatösen Variante den Carney-Komplex aufweisen (7). Zehn Prozent der melanotischen Schwannome verlaufen klinisch maligne.
c Das plexiforme Schwannom ist mit NF-2, jedoch nicht mit NF-1 assoziiert. HÀufige Lokalisationen sind Nervenplexus, Haut und Subkutangewebe der ExtremitÀten; Hirn- und Spinalnerven werden in der Regel ausgespart (7, 11, 12).
Neurofibrom
Das Neurofibrom ist ein gutartiger Tumor, der am hĂ€ufigsten als kutaner Knoten, seltener als umschriebene Neoplasie in einem peripheren Nerven vorkommt. Äußerst selten tritt er als diffuse, von Haut und subkutanem Gewebe abgrenzbare LĂ€sion auf. Die PrĂ€dilektionsstellen sind der Körperstamm und die ExtremitĂ€ten. Spinalnerven sind selten, Hirnnerven fast nie betroffen. Es werden nodulĂ€re und polypoide Wachstumsformen unterschieden. Neben solitĂ€rem und plexiformem Wachstum kommt ein so genannter „lokaler Gigantismus“ vor. Hiervon sind beide
Geschlechter und alle Altersklassen
betroffen. Eine maligne Entartung ist selten, sie wird insbesondere bei polypoiden Wachstumsformen und bei Tumoren großer peripherer Nerven beobachtet. Bei solitĂ€rem Auftreten ist die Therapie der Wahl die operative Entfernung.
Histologisch besteht der Tumor aus einer Mischung neoplastischer Schwannzellen, perineuriumartiger Zellen und Fibroblasten in einer Matrix von kollagenen Fasern und mukoider Substanz. Die Zellkerne sind oval bis spindelförmig, oft wellig und schmaler als beim Schwannom. Eingestreut können atypische Kerne oder eine erhöhte Zelldichte beobachtet werden. Mitosen sind selten. Die ZellfortsĂ€tze sind dĂŒnn und in der RoutinefĂ€rbung kaum sichtbar. Mit SpezialfĂ€rbungen lassen sich feine kollagene Fasern, die die Zellen umgeben sowie mukoide Grundsubstanz nachweisen.
Immunhistochemisch ist die Anzahl der S-100 Protein positiven Zellen geringer als beim Schwannom (7, 11, 12).
Maligner peripherer Nervenscheidentumor
Aufgrund der Seltenheit maligner peripherer Nervenscheidentumoren finden sich in der Literatur nur einzelne klinische Fallberichte und morphologische Untersuchungen an ĂŒber einen Zeitraum von bis zu 60 Jahren gesammelten PrĂ€paraten. Es fehlen sowohl klinische Studien ĂŒber vergleichende Therapieverfahren als auch Erkenntnisse ĂŒber eine suffiziente Chemotherapie. Bei der Studienplanung kommt erschwerend hinzu, dass Patienten mit MPNST aufgrund der zumeist unspezifischen initialen Symptomatik Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen aufsuchen, was anhand der veröffentlichten BeitrĂ€ge zum Thema „MPNST“ aus der Radiologie, Pathologie, Hals- Nasen- Ohrenheilkunde, Dermatologie, Chirurgie, OrthopĂ€die und Neurochirurgie deutlich wird (1, 2, 3, 4, 8, 9, 10, 13, 15).
Maligne Tumoren, die von einem peripheren Nerven ausgehen oder eine Nervenscheidendifferenzierung erkennen lassen, werden definitionsgemĂ€ĂŸ als MPNST eingestuft. Ausgenommen sind epineurale oder vaskulĂ€re Tumoren der peripheren Nerven. Die synomym verwendeten Begriffe „neurogenes Sarkom“, „Neurofibrosarkom“ und „malignes Schwannom“ sollten vermieden werden, da MPNST nur in seltenen FĂ€llen aus primĂ€r benignen Schwannomen entstehen und auch keine mesodermalen Anteile enthalten. Diese Tumoren sind im allgemeinen Patientenkollektiv mit einer Inzidenz von 0,001 Prozent sehr selten, stellen aber insgesamt 5 bis 10 Prozent aller Weichteilsarkome dar und finden sich in bis zu 4,6 Prozent aller Patienten mit einer NF-1. Neben der „de novo“-Genese wurde ihr Entstehen aus benignen „Vorstufen“, vor allem dem Neurofibrom, beschrieben. MPNST finden sich bevorzugt am Rumpf (circa 50 Prozent), seltener an den ExtremitĂ€ten (circa 30 Prozent) und an Kopf und Hals (circa 20 Prozent) (4, 16). Ein Fall von intrazerebralem Befall wurde beschrieben (14). Als gesicherte Risikofaktoren werden neben einer bestehenden Neurofibromatose eine vorangegangene Bestrahlungstherapie aufgrund einer anderen Grunderkrankung angesehen (5). Wie auch beim extrakraniellen Schwannom und Neurofibrom besteht das hĂ€ufigste Symptom in einer lokalen Schwellung, die allerdings nicht selten von neurologischen AusfĂ€llen begleitet wird. Die Prognose dieser Erkrankung ist mit einer Lokalredizivrate nach radikaler Exzision von circa 50 Prozent und einer berichteten Fernmetastasierungsrate von 40 bis 80 Prozent schlecht. Filiae finden sich vor allem in Lunge, Leber und Lymphknoten, aber auch im Knochen, Weichgewebe, in den Nieren, Nebennieren, im Hirn und in den Ovarien. Die
5-Jahres-Überlebensrate wird generell mit circa 50 Prozent angegeben, dabei haben Patienten mit einer Neurofibromatose und Patienten mit strahleninduziertem MPNST eine noch weitaus schlechtere Prognose (1, 4, 5). Als therapeutische Intervention wird die radikale Exzision mit einem Resektionsrand von mindestens 3 bis 5 cm empfohlen, zudem die adjuvante Strahlentherapie. Dabei werden neben der externen postoperativen Bestrahlung die Brachytherapie ĂŒber intraoperativ eingelegte SchlĂ€uche sowie die intraoperative Elektronenbestrahlung angewendet. Eine effektive Chemotherapie ist bisher nicht verfĂŒgbar. Bei geeigneter Lokalisation (ExtremitĂ€t) ist die Amputation zur kurativen Behandlung zu erwĂ€gen, intraoperative Biopsien des Resektionsrandes werden empfohlen (4, 8, 9, 13, 15).
Histologisch zeigt sich ein zelldichter spindelzelliger Tumor mit hĂ€ufig hyperchromatischen und mitotisch aktiven, an den Polen abgeplatteten Kernen. In etwa 15 Prozent der FĂ€lle ist eine epitheloide Differenzierung der Tumorzellen vorhanden. Der Tumor wĂ€chst innerhalb von Nervenfaszikeln, infiltriert gewöhnlich die Perineuralscheide und reicht ĂŒber das Epineurium in das angrenzende Weichgewebe. Im Allgemeinen besitzt der Tumor eine unterschiedlich dichte Pseudokapsel, die aus tumorinfiltriertem Weichgewebe und reaktiver Fibro-
se besteht. Weitere, seltene Formen sind der glandulÀre
MPNST und der maligne Tritontumor (4).
Immunhistochemisch exprimieren in circa 50 bis 70 Prozent einzelne Tumorzellen das S-100-Protein. Die Reaktion mit dem Tumorsuppressorprotein p53 ist in der Mehr-
zahl der FĂ€lle positiv. Eine p53-Überexpression wird in Weichteilsarkomen als Marker der TumoraggressivitĂ€t angesehen (6). Differenzialdiagnostisch sind Fibrosarkom, malignes fibröses Histiozytom, Leiomyosarkom, Rhabdomyosarkom und das monophasisch fibröse Synovialsarkom abzugrenzen.
Erfahrungen aus
dem eigenen Patientenkollektiv
In der neurochirurgischen UniversitĂ€tsklinik Kiel wurden zwischen 1991 und 2000 vier mĂ€nnliche und vier weibliche Patienten zwischen 13 und 68 Jahren (Median: 38 Jahre) an einem malignen peripheren Nervenscheidentumor operiert. Entsprechend der Lokalisation (Kopf/Hals: 4, ExtremitĂ€ten: 3, Rumpf: 1) wurde neben einer lokalen Schwellung die Funktionsstörung von Hirnnerven als hĂ€ufigstes Symptom beobachtet. Die Patienten zeigten ferner spinale Symptome (LĂ€hmungen, GefĂŒhlsstörungen, Ataxie) und klagten ĂŒber lokale Schmerzen. In zwei FĂ€llen war eine Neurofibromatose (NF-1) bekannt. Als initiale bildgebende Diagnostik erwies sich die Magnetresonanztomographie als aussagekrĂ€ftigstes Verfahren bezĂŒglich der Ausdehnung und Abgrenzung des Tumors. Zur Beurteilung der besonders im Kopf und Halsbereich auftretenden Knochenarrosion wurde die Computertomographie herangezogen. Die Operation erfolgte unter Einsatz der Mikrochirurgie und unter Entnahme von Biopsien aus dem Resektionsrand, der im Bereich der ExtremitĂ€ten mit mindestens 5 cm angesetzt wurde. Nach der operativen Therapie wurde die Mehrzahl der Patienten in der Klinik fĂŒr Strahlentherapie des UniversitĂ€tsklinikum Kiel bestrahlt; dabei erhielten drei Patienten eine Brachytherapie, zwei eine alleinige externe Bestrahlung und zwei weitere eine Kombinationsbehandlung aus Brachytherapie und externer Radiatio.
Aufgrund der zumeist ungĂŒnstigen Tumorlokalisation im Kopf- und Halsbereich war eine histologisch gesicherte Totalresektion in nur drei FĂ€llen möglich. Eine 42-jĂ€hrige Frau kam bei bekannter NF-1 und nach Operation eines benignen Neurofibroms der linken Halsseite mit einer erneuten linksseitigen Schwellung, begleitet von Schmerzen und einer Schluckstörung zur Aufnahme. Bei großflĂ€chiger Infiltration der A. carotis konnte lediglich die Subtotalresektion erfolgen. Im weiteren Verlauf kam es zu monströsem Tumorwachstum, das eine erneute Operation notwendig machte. Bei stetigem Verfall der Patientin kam es vor ihrem Tod noch zu einem grotesk anmutenden Tumorwachstum und Entwicklung einer oberen Einflussstauung.
Bei einer 33-jĂ€hrigen Patientin wurde im Rahmen einer Tonsillektomie ein Tumor der linken Halsseite unklarer DignitĂ€t diagnostiziert. Unter der in einer auswĂ€rtigen Klinik eingeleiteten Chemotherapie mit Vespesid, Vincristin, Adriamycin, Ifosfamid und Actinomycin in zwei Zyklen kam es zu einer raschen Tumorprogredienz. Nach Überweisung erfolgte bei Tumorinfiltration der A. carotis die Subtotalresektion gefolgt von Brachytherapie und externer Radiatio in der Klinik fĂŒr Strahlentherapie des UniversitĂ€tsklinikums Kiel. Der Operation ging eine Embolisation der zufĂŒhrenden GefĂ€ĂŸe zur besseren OperabilitĂ€t voraus. Die Patientin blieb fĂŒr drei Jahre rezidivfrei.
Patienten mit Tumorbefall der ExtremitÀten verweigern hÀufig die Amputation. Hier steht die RadikalitÀt der Operation gegen die LebensqualitÀt bei insgesamt schlechter Prognose. Ein 68-jÀhriger Patient wurde bereits acht mal innerhalb von sechs Jahren an Lokalrezidiven eines MPNST des linken Oberschenkels operiert; bei gutem Allgemeinzustand besteht bis jetzt kein Hinweis auf eine Metastasierung.
In anderen FĂ€llen kann die Metastasierung innerhalb kurzer Zeit progredient verlaufen. Bei einem 27-jĂ€hrigen Patienten mit bekannter NF-1 fĂŒhrte eine massive pulmonale Filialisierung bereits neun Monate nach Diagnose und Operation eines MPNST des N. medianus rechts zu erheblicher Dyspnoe und wenige Wochen spĂ€ter zum Tode. Ein Ă€hnlicher Fall von massiver Metastasierung findet sich auch in der Literatur (10).
WĂ€hrend des postoperativen Follow-up traten bei insgesamt drei Patienten Metastasen in Lunge, Leber und subkutanem Fettgewebe auf. Insgesamt starben fĂŒnf von acht Patienten wĂ€hrend der Nachbeobachtungszeit mit einem Überlebenszeitraum von sechs bis 21 Monaten (Mittel: 11,6 Monate).
Schlussfolgerung
Das seltene Krankheitsbild eines
MPNST sollte insbesondere bei Patienten mit kutanen und subkutanen Tumoren und bekannter Neurofibromatose differenzialdiagnostisch erwogen werden. Ferner können eine vorausgegangene Bestrahlung sowie ein die Schwellung begleitender neurologischer Funktionsausfall den Verdacht auf einen MPNST lenken. Die Standardtherapie besteht in der operativen Entfernung mit einem Sicherheitsabstand von mindestens 5 cm in Kombination mit adjuvanter Strahlentherapie (Brachytherapie, externe Bestrahlung, Elektronenbestrahlung). Eine suffiziente Chemotherapie ist nicht verfĂŒgbar (9, 13, 15).

Manuskript eingereicht: 30. 5. 2001, revidierte Fassung angenommen: 8. 10. 2001

zZitierweise dieses Beitrags:
Dtsch Arztebl 2002; 99: A 928–933 [Heft 14]

Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Literaturverzeichnis, das ĂŒber den Sonderdruck beim Verfasser und ĂŒber das Internet (www.aerzteblatt.de) erhĂ€ltlich ist.

Anschrift fĂŒr die Verfasser:
Dr. med. Andreas M. Stark
Klinik fĂŒr Neurochirurgie im UniversitĂ€tsklinikum Kiel
Weimarer Straße 8
24106 Kiel
E-Mail: starka@nch.uni-kiel.de
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« Letzte Änderung: 11. Juli 2008, 16:22:16 von Ulrich » Gespeichert
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