HirnTumor-Forum

Autor Thema: Angst  (Gelesen 126 mal)

Offline Regentropfen12345

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Angst
« am: 14. Juni 2019, 21:12:36 »
Hallo seit ca. zwei Wochen ist alles anders. Bei meinem Vater wurde ein Meningeom Grad I festgestellt und auch schon operiert. Der Arzt hat gesagt alles was sie gesehen haben, das haben sie entfernt. Leider ist es zu einer Blutung gekommen weil der Tumor eine Ader ummantelt hat. Im Arztbericht steht das ein Resttumor im Gehirn verblieben ist. Aber man hat gesagt er muss keine Bestrahlung machen.

Jetzt habe ich große Angst das der Tumor erneut wachsen wird und an der Stelle nicht operiert werden kann. Ich habe Angst das mein Vater bald sterben wird.

Offline Regentropfen12345

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Antw:Angst
« Antwort #1 am: 14. Juni 2019, 21:16:06 »
Ach ich habe was vergessen. Wird der Tumor auf jeden Fall weiter wachsen. Kann man den Tumor  durch eine Bestrahlung heilen?

Offline KaSy

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Antw:Angst
« Antwort #2 am: 15. Juni 2019, 02:10:05 »
Liebe Regentropfen12345,
Deine Angst um Deinen Vater führt Dich in dieses Forum, wo Du auf Gleichgesinnte triffst, die Dich gut verstehen. Du bist hier willkommen!

Ich verstehe Deine Angst gut, denn die Diagnose Hirntumor trifft den Betroffenen und seine Familie völlig überraschend und erzeugt große Ungewissheit.

Nun ist aber die OP bereits gelaufen.
Der Neurochirurg (NC) hat mit seinem Team eine sehr gute Arbeit geleistet.
Jede OP hat Risiken und eine OP im Gehirn kann man nicht perfekt planen, sie ist sehr individuell.
Dass es zu dieser Blutung kam, gehört zu dem, was passieren kann. Dass der NC die Blutung stoppen konnte und einen Rest des Meningeoms stehen gelassen hat, zeugt von seiner Perfektion als Operateur und seinem Interesse daran, dass Dein Vater mit möglichst wenigen, am besten ohne Folgeschäden lange (!) und gut weiter leben kann.

Momentan hat er vielleicht noch einige Probleme, die mit der OP zusammenhängen, diese dürften vorübergehend sein. Befindet er sich noch in der Klinik, ist er zu Hause oder in einer Rehaklinik?

Die wirklich gute Nachricht ist, dass das Meningeom den WHO-Grad I hat.
Diese Meningeome wachsen sehr langsam, bleiben dadurch jahrelang unbemerkt. Sie verdrängen nach und nach Teile des Gehirns, was dieses lange toleriert. Bei Deinem Vater hat dieser Tumor leider auch ein wichtiges Blutgefäß umschlossen, so dass eine vollständige Entfernung nicht möglich war.

Momentan ist eine Bestrahlung wirklich nicht erforderlich. Falls in den folgenden MRT-Kontrollen überhaupt ein Wachstum gesehen werden sollte, kann langfristig geplant werden.

Bei WHO-I-Meningeomen teilen sich die Zellen sehr selten. Die Bestrahlung zielt darauf ab, Zellen zu stören, die sich gerade im Teilungsprozess befinden. Ihre DNA im Zellkern teilt sich und jede Hälfte bildet eine identische Kopie, so dass zwei neue Tumorzellen entstehen. In dieser Situation können die Strahlen die genetische Information so verändern, dass keine neuen Zellen gebildet werden können.
Wenn sich nun aber die Zellen so selten teilen, dann ist der Erfolg den eventuellen Strahlenschäden nicht angemessen.

Also wird abgewartet, Dein Vater kann sich von der OP erholen, wird alle drei Monate zum MRT gehen und der Neurochirurg wird schauen, wie sich der Resttumor entwickelt.

Dein Vater kann nach einigen Monaten wieder ein ganz normales Leben führen. Er kann alles machen, was er möchte. Autofahren erst nach drei Monaten, das wird er verkraften.

Sollte der NC nach ein - zwei - drei Jahren oder später feststellen, dass eine Nachbehandlung erforderlich ist, wird er mit den Strahlen-Ärzten beraten, ob eine weitere OP oder eine Bestrahlung am günstigsten ist.

Angst um sein Leben müsst Ihr nicht haben. (Es sei denn, es sind bereits jetzt vom Arzt dauerhafte oder sehr langwierige OP-Folgen benannt worden, aber davon hast Du nichts geschrieben.)

Freut Euch mit Deinem Vater, dass er das überstanden hat, helft ihm dabei, Geduld aufzubringen, denn eine stundenlange OP am Gehirn belastet doch länger bis zur vollen Leistungsfähigkeit und dieser Weg ist erstmal anstrengend. Also geht verständnisvoll und vor allem optimistisch mit ihm um.

Euch alles Gute!
KaSy
« Letzte Änderung: 15. Juni 2019, 02:13:37 von KaSy »
Wenn man schon im Müllkasten landet, sollte man schauen, ob er bunt angemalt ist.

Der Hirntumor hat einen geänderten und deswegen nicht weniger wertvollen Menschen aus uns gemacht!

Offline Regentropfen12345

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Antw:Angst
« Antwort #3 am: 15. Juni 2019, 17:08:50 »
Hallo KaSy,
ich danke dir für deine Worte.
Meinem Vater geht es derzeit ganz gut und wird am Montag aus dem KH entlassen.
Also wird der Tumor eines Tages wieder wachsen und wenn ich es richtig verstanden habe dann kann man einen Grad I Tumor gar nicht bestrahlen.

Das kommt also immer wieder... es gibt keine Heilung mehr.

Offline KaSy

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Antw:Angst
« Antwort #4 am: 15. Juni 2019, 23:45:38 »
Sag mal, Regenbogen, hast Du meinen Beitrag überhaupt verstanden?
Deine Angst hat Dich das überlesen lassen, was die Fakten sind und was die Erklärungen sind.

Der Resttumor muss nicht wachsen!

Aber natürlich sind die Ärzte zu Kontrollen verpflichtet, bei jedem Hirntumorpatienten. Die ersten Abstände sind drei Monate, später 6 Monate.

Und ich habe auch nicht geschrieben, dass man ein WHO-I-Meningeom nicht bestrahlen kann. Jetzt (!) ist es nicht erforderlich. Und wenn der Resttumor nicht wächst und das ist sehr gut möglich, dann muss keine Bestrahlung erfolgen.

Nur falls er überhaupt wachsen sollte, wird überlegt werden, was zu tun ist.

Ich weiß nicht, warum Du nach der ziemlich erfolgreichen OP und mit dem bereits wieder recht guten Zustand Deines Vaters immer noch derartig voller Angst steckst?

Ich selbst habe nach meiner ersten WHO-I-Meningeom-OP nach 6 Monaten wieder begonnen zu arbeiten, jahrelang, gern, gut und sehr glücklich! Nach meiner 2. OP + Bestrahlung nach 6 Monaten auch - unter schwierigeren äußeren Bedingungen, aber es ist mir sehr gut gelungen!

Wenn Dich die Angst trotz der guten Situation so erdrückt, wäre es gut, mit den Ärzten Deines Vaters zu sprechen und sich psychologisch für eine gewisse Zeit betreuen zu lassen.

Ihr habt wirklich Grund zur Freude!

Dein Vater hätte sterben können, ist er aber nicht. Er hätte motorische, sprachliche oder andere Ausfälle haben können, hat er aber nicht. Er hätte epileptische Anfälle erleiden können, das kam auch nicht vor. Er ist derart gut operiert worden und zwar am Gehirn! Und das hat er folgenlos überstanden. Deine Angst hat keinen Grund mehr.

KaSy

« Letzte Änderung: 15. Juni 2019, 23:48:20 von KaSy »
Wenn man schon im Müllkasten landet, sollte man schauen, ob er bunt angemalt ist.

Der Hirntumor hat einen geänderten und deswegen nicht weniger wertvollen Menschen aus uns gemacht!

Offline Regentropfen12345

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Antw:Angst
« Antwort #5 am: 16. Juni 2019, 19:38:07 »
Liebe Kasy, doch er hatte epileptische Anfälle.
Wir waren ein Eis essen als der Anfall gekommen ist.

Plötzlich konnte er seine Beine nicht mehr bewegen. Wir dachten es wäre ein Schlaganfall. Im KH haben die Ärzte dann den Tumor gefunden. Er hatte einige epileptische Anfälle.
Vorher hatte er nie etwas. Keine Kopfschmerzen... gar nichts.
Ja, uns ist sehr wohl klar das er bei der Op hätte sterben können.... oder das er schwäre Lähmungen usw bekommen hätte können.
Und wir sind den Ärzten unsagbar Dankbar für das was sie gemacht haben. Und wir sind so froh und glücklich das es meinem Vater besser geht. Obwohl er sehr schwach ist und keine 5 Schritte laufen kann.

Aber da ist diese Angst weißt du? Resttumor.... der könnte wieder wachsen und bösartig werden und was dann? Ich wünsche meinen Vater so sehr das er mindestens 80 Jahre alt wird und das er noch ein paar Jahre leben darf. Deshalb habe ich einfach eine so unsagbare Angst davor das der Tumor wieder wachsen könnte.

Wir müssen den Ärzten vertrauen und hoffen das es gut werden wird. In drei Monaten zur Kontrolle gehen und Beten das der Tumor nicht gewachsen ist und hoffen das er nicht wachsen wird.
Aber die Angst wird immer bleiben!!

Ich habe deine Geschichte gelesen und als du von den Blümchen die man gucken soll geschrieben hast... musste ich übel weinen. Du hast es in deinem Leben auch nicht leicht gehabt und hast selber Kinder... 

Ich möchte mich sehr bei dir bedanken. Das du dir die Mühe gemacht hast mir zu antworten und deine Worte die du geschrieben hast die haben mir geholfen und auch ein wenig Hoffnung gemacht.

 



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